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Die Welt am Draht, das sind Kommentare, Informationen, Gedanken und natürlich News rund um die Welt der Comics und darüber hinaus.

21.12.2008

Tim und Struppi im Anmarsch
(Neues für Fans)

Zwei T&S-Neuigkeiten erreichten uns in der letzten Zeit:
  1. Die International Campaign for Tibet veröffentlicht einen limitierten 2009er-Kalender mit Motiven aus "Tim in Tibet", der nicht im Handel erhältlich ist. Mit dem Erwerb des englischsprachigen Kalenders, der als einmalige Sonderedition und in Zusammenarbeit mit der Hergé-Stiftung herausgegeben wird, wird der Einsatz für die Wahrung der Menschenrechte in Tibet unterstützt. Mehr dazu auf der Seite von savetibet.de

  2. Am 05. Januar erscheint zum achtzigjährigen Jubiläum der Erstveröffentlichung der Tintin-Comics eine Sonderedition der Zeichentrickverfilmungen. Die Box enthält acht DVDs, auf denen insgesamt 21 Folgen zu finden sind, sowie einen Jubiläumssticker und zwei Sammler-Postkarten. Da die Kollegen der Splashcomics den Trailer bereits bei sich hochgeladen haben, erspare ich mir die Mühe und verlinke einfach dorthin. Außerdem gibt es Web2.0-mäßig auch eine MySpace-Seite für die DVDs ...

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posted by Frauke um 17:32 | Permalink


20.10.2008

Lewis Trondheim in Freiburg
(Signiertermin im X für U)

Lewis Trondheim ist einer der bedeutendsten frankobelgischen Comickünstler der letzten Jahrzehnte. Mit Donjon und Lapinot schuf er zwei heitere und nachdenkliche Dauerbrenner, die direkt den Weg in die Herzen der Leser fanden. Seit Jahren war er schon nicht mehr in Deutschland unterwegs. Jetzt hat er es mal wieder geschafft, anlässlich seines neuen Bandes Insel Bourbon 1730 (zusammen mit Appollo, bei Reprodukt). Am 16. Oktober war er zum Signieren im Freiburger Comicladen X für U.

Es ist ein ungemütlicher Tag in Freiburg: Der Himmel ist wolkenverhangen, ständig regnet es, und die Trottoirs drohen unter klebrigem Laub zu verschwinden. Der Herbst zeigt sich heute von seiner schlechten Seite.

Trotzdem sind ein paar Menschen unterwegs. Sie stehen am Eingang vor dem X für U, und Uli Pröfrock fragt, ob sie nur so da seien oder wegen Lewis Trondheim gekommen sind. Wer wegen des Künstlers da ist, bekommt eine Nummer wie an der Käsetheke. Es soll kein Hauen und Stechen geben.

Trondheim sitzt da und zeichnet, geduldig, freundlich, fast schüchtern. Er trägt eine legere graue Jacke, darunter einen Fleecepulli und ist ein bisschen unrasiert. Im Hintergrund dudelt Jazz. Die Atmosphäre ist entspannt und locker, ganz anders als draußen, wo es gerade wieder zu regnen anfängt.

Das X für U ist voll, aber nicht so, dass es unangenehm ist. Es sind eindeutig mehr Männer als Frauen da. Die meisten Besucher dürften zwischen zwanzig und vierzig Jahre alt sein. Ein paar junge Familien mit Kinderwagen sind darunter, außerdem ein paar Kleinkinder.

Trondheim zeichnet in jedes Heft, das man ihm vorlegt: Herr Hase, Donjon, Das Land der drei Lächeln ? In Plastiktüten und Rucksäcken werden seine Comics gebracht. Neben ihm liegen Utensilien: ein paar Stifte, etwas Farbe und eine Federmappe. Dazu eine Brille mit gefleckten Bügeln. Vor ihm stapeln sich seine Alben, die vielen Sonderformate und sein neuestes Werk: Insel Bourbon 1730, eine Geschichte über Piraten auf der Insel Réunion. Der junge Mann, der jetzt an den Zeichentisch kommt, möchte gerne den Drachenkrieger Marvin auf die Innenseite eines Donjon-Albums gezeichnet haben.

Trondheim fängt an, der Stift zuckt über das Papier, wilde Striche, die sich schnell zu einem Ganzen verbinden. Als er mit der Zeichnung fertig ist, dreht er sich um und fragt Uli, ob er sich kurz sein Zippo ausborgen darf. Dann zündet er die Seite an einer Ecke an und löscht sie sofort wieder. Für einen Augenblick liegt der Geruch von verbranntem Papier in der Luft. Der junge Mann lacht, als er sein Donjon-Album zurückbekommt. Das Brandloch sitzt genau dort, wo Marvin Feuer gespuckt hat. Vielleicht hätte er doch lieber Herbert die Ente nehmen sollen...

Nach über einer Stunde macht Lewis Trondheim zum ersten Mal eine Pause. Fünfundzwanzig Fans haben ihre Zeichnungen bekommen, aber die Schlange ist noch lange nicht zu Ende. Trondheim war schon seit ein paar Jahren nicht mehr in Deutschland auf Signiertour. Morgen soll es sofort weitergehen nach Frankfurt, zur Buchmesse. Eine Podiumsdiskussion mit Andreas Platthaus steht auf dem Programm.

Aber noch ist er nicht weg und zeichnet geduldig mit leuchtenden Augen in ein Heft nach dem anderen. Das laute Messetreiben lässt noch auf sich warten. Von der gläsernen Fensterfront des X für U perlen die Regentropfen. Leichte Jazzmusik liegt in der Luft.

So schlecht ist dieser verregnete Herbsttag eigentlich gar nicht.

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posted by Christopher um 23:17 | Permalink


23.08.2008

Die Alben-Renaissance geht weiter
(Neu im Geschäft: Der Piredda Verlag)

Nachdem das Geschäft mit franko-belgischen Albenstoffen vor ein paar Jahren schon fast totgesagt worden war, hat sich diese Sparte des Comicmarktes zuletzt deutlich erholt. Zwar sind die Auflagen kleiner (und die Preise höher) als früher, dafür bieten engagierte neue Verlage wie Splitter oder Bunte Dimensionen mit großer Nähe zur Käuferbasis und erstklassigen Production Values eine breite Produktpalette und schließen die Lücke, die durch die massiven Streichungen in den Programmen der größeren Verlage entstanden waren.

Nun ist ein weiterer neuer Verlag hinzugekommen, der sich ebenfalls an die Fans klassischer franko-belgischer Stoffe richtet: der Piredda-Verlag, gegründet und geleitet von Mirko Piredda. Dieser war neun Jahre lang Redaktionsleiter der Zeitschrift ZACK, eher er diesen Job Anfang des Jahres niederlegte (wir berichteten). Er kennt sich also bestens aus im Metier.

Piredda plant, monatlich zwei Comic-Alben zu veröffentlichen. Basis des Verlagsprogramm sind zunächst Fortsetzungen bekannter Serien, die anderswo eingestellt wurden: Die Funny-Serie Cubitus von Dupa (früher bei Carlsen) sowie der Western W.E.S.T. von Xavier Dorison, Fabien Nury und Christian Rossi, der bei Ehapa 2005 nach zwei Ausgaben eingestellt worden war. Losgehen wird es bereits im September mit Cubitus 17 und W.E.S.T. 3.

Im Oktober starten dann zwei neue Serien aus Frankreich: Ethan Ringler (ebenfalls ein Western) von Denis-Pierre Filippi und Gilles Mezzomo und - aus meiner Sicht am vielversprechendsten - Allein von Fabien Vehlmann (Green Manor) und Bruno Gazzotti (Soda) über eine Stadt, in der plötzlich alle Erwachsenen verschwunden sind und eine Gruppe von Kindern sich allein zurecht finden muss.

Für ZACK-Leser sind alle genannten Reihen keine Unbekannten: Alle vier Serien wurden bereits teilweise in der Zeitschrift veröffentlicht. Der Verlag startet vorbildlich mit einer gut gestalteten Internet-Präsenz, bei der man lediglich Leseproben vermisst, und einem eigenen Forum. Bei Splashcomics gibt es ein kleines Special zum neuen Verlag.

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posted by Thomas um 12:00 | Permalink