| Die Rückkehr aufs Land 1 |
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| Geschrieben von Daniel Wüllner | |
| Mittwoch, 18. Juni 2008 | |
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Den Namen Manu Larcenet (37) sollte man sich merken. Der junge Franzose, der sich zunächst als Sänger einer Punkband versuchte, begann 1994 seine Karriere als Zeichner. Über Arbeiten in Musikzeitschriften gelangte er bald in französische Comic-Publikationen wie Spirou. Um sich ganz als Künstler absetzen zu können und eigene Themen zu verfolgen, gründete er den Verlag Les Rêveurs ("Die Träumer").
Die Handlung des Comics ist in einzelne Episoden aufgeteilt, die nach dem Muster des Comicstrip strukturiert sind. Auf einem bis drei Panels bringen Larcenet und Ferri einen Kalauer nach dem anderen. Dabei variieren die beiden ständig zwischen simplen Schenkelklopfern und spitzfindigen Pointen. Der großartige Humor entsteht aber erst, wenn man Die Rückkehr aufs Land als Ganzes liest. Betrachtet man jeden Strip einzeln, überzeugt der Humor noch nicht wirklich. Witze über das Schweinefest und den Wintereinbruch sind zwar ganz nett, aber die richtigen Brüller kommen erst dann zum Vorschein, wenn Larcenet und Ferri in die Welt der Wiederholungen eintauchen. Es sind nämlich keine simplen running gags, welche die beiden Franzosen hier zum Besten geben. Vielmehr handelt es sich um die raffinierte Kunst, den Leser an jedem Witz aktiv teilhaben zulassen. Er ist es, der sich auf zehn Comicseiten über die Gefahr eines Genickbruchs beim Baumfällen belehren lässt, nur um dann bei folgendem Strip in schallendes Gelächter auszubrechen: Warum ist diese Passage noch gleich so lustig? Der Leser kramt in seinem Gedächtnis und findet nach nur Bruchteilen einer Sekunde die Antwort. Auf diese Weise wird das Album zu einem Riesenwitz, der mit Querverweisen nur so gespickt ist.
Vielleicht mag Die Rückkehr aufs Land noch nicht an die Klasse von Trondheims autobiographischem Comic Approximate Continuum Comics herankommen, doch verbindet Larcenet mit Die Rückkehr aufs Land, Der Alltägliche Kampf sowie der Reihe Die wundersamen Abenteuer von ... gerade die französische Avantgarde von L'Association mit der unbändigen Freude am Geschichtenerzählen. Dabei gelingt ihm sogar der in Frankreich diskutierten Spagat zwischen Kunst und Kommerz, zwischen L'Association und den großen Verlegern wie Dargaud. Während sich Reprodukt bei Der Alltägliche Kampf dazu entschieden hat, das Originalalbenformat beizubehalten, wählte man bei der Veröffentlichung von Die Rückkehr aufs Land den französischen Sammelband als Vorlage, dessen Querformat die Ausgaben eins bis drei beinhaltete. Die Frage bleibt nun, ob wir warten müssen, bis Larcenet nach Band vier noch fünf und sechs veröffentlichen muss oder ob sich Reprodukt etwas ausdenkt, um den deutschen Lesern bald mehr von dem Franzosen zu präsentieren. Nachtrag: Wie Dirk Rehm im Reprodukt-Forum schreibt, wird es keine Nachschubprobleme geben: "Kein Problem, der deutsche Band 1 beinhaltet nur die ersten beiden Alben der französischen Ausgabe und in Frankreich liegen schon vier Bände vor, wir können also nächstes Jahr nachlegen." Wir entschuldigen uns für den Faux Pas, freuen uns aber auch, dass es schneller weitergeht als zuerst von uns gedacht. Die Rückkehr aufs Land 1 - Das wahre Leben Reprodukt Mai 2008 Text: Jean-Yves Ferri, Zeichnungen: Manu Larcenet 192 Seiten, farbig, 16,5 x 23,5 cm, Hardcover ISBN: 978-3-938511-82-4 22,- Euro Leseprobe ![]() Abbildungen: © Reprodukt und Manu Larcenet Kommentare (0)
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