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von Thomas Kögel Donnerstag, 05. Juni 2008
Sam und Max sind zwei ganz besondere Kerle: Der eine ist ein riesenhafter Hund, der Trenchcoat und Schlapphut trägt, der andere ein unbekleideter weißer Hase mit einer Neigung zum exzessiven Einsatz von Gewalt. Gemeinsam sind sie die "Freelance Police", arbeiten also als Privatdetektive. Welche Verbrecher sie dabei stellen und auf welche Weise, ist im Grunde komplett irrelevant, denn Sam & Max ist pure Comedy. Autor und Zeichner Steve Purcell legt den Ehrgeiz an den Tag, die höchstmögliche Gagdichte zu erzielen, und meistens gelingt ihm das auch. Kaum ein Panel, das mal ohne einen oder mehrere Gags auskommt, sei es in Form von albernen Sprüchen, irrsinnigen Aktionen oder kleinen Nebendetails im Hintergrund.
Purcell versprüht seinen Witz sowohl auf der visuellen als auch auf der verbalen Ebene, wobei letztere am meisten Spaß macht. Die trockenen Dialoge, besonders der ständige verbale Schlagabtausch zwischen den beiden Hauptfiguren, sind pures Comedy-Gold. Zeichnerisch merkt man deutllich, dass Purcell viel in der Animation arbeitet. Der sehr eingängige, cartoonhafte Stil passt perfekt zum Inhalt. Manchmal tendiert der Zeichner dazu, seine Panels mit Details zu überfrachten: Hier in der Ecke ist noch Platz für zwei boxende Ratten, dort an der Wand hat noch eine Dartscheibe Platz, da hinten könnte noch ein Paar Socken herumliegen ... Weniger wäre da manchmal mehr gewesen.
Ob der Wortwitz von Sam & Max in einer deutschen Übersetzung genauso gut funktionieren würde wie im Original, darf bezweifelt werden. Eine deutsche Edition ist bislang auch nicht in Sicht, daher sei die (sehr schön aufgemachte) US-Ausgabe hiermit wärmstens empfohlen. Herausgegeben wurde sie übrigens von Telltale Games, einem Hersteller von Computerspielen, die neben Fortsetzungen der Sam & Max-Spiele auch ein Computerspiel zu Jeff Smiths Comicserie Bone entwickelt hat.
Sam & Max: Surfin' the Highway. Anniversary Edition
Telltale Games, März 2008
Text und Zeichnungen: Steve Purcell
broschiertes Softcover; sw & farbig; 197Seiten; 19,99 US-Dollar
ISBN: 978-0979257629
auch als limitiertes Hardcover; 49.99 US-Dollar
Abbildungen: © Steve Purcell/Telltale Games
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Mit Gregory hat Marc Hempel sicherlich eine der skurrilsten Comicfiguren geschaffen. An diesem Insassen einer Irrenanstalt, der sich am glücklichsten in seiner sicheren Zelle fühlt, scheiden sich die geschmacklichen Geister. Für Andreas Mergenthaler, Mit-Herausgeber des Verlags Cross Cult, war es eine Herzensangelegenheit, die Gesamtausgabe in zwei Bänden um Gregory, die oberschlaue Ratte Herman Vermin und die käsesüchtige Maus Wendell auf Deutsch herauszugeben.
Es beginnt mit einem Arschloch. Gleich im allerersten Panel dieses
Manhwas bekommen wir den Hinterausgang eines Pferdes zu sehen sowie
das, was dort rauskommt. Ein bezeichnender Auftakt, denn Kwan Gaya
schert sich einen Dreck um Konventionen. Sein Epos Sonne und Mond,
das in drei Teilen bei Shodoku, dem Asien-Label von Schreiber &
Leser, erschienen ist, passt in keine Schublade. Es verwendet zwar
reichlich Klischees und Versatzstücke aus diversen Genres, setzt diese
aber so dreist zusammen, dass etwas völlig Eigenständiges entsteht.
- 16.12.2008
In seinem vierzigsten Film Whatever Works erzählt Woody Allen die Geschichte eines alternden Griesgrams, der ein deutlich jüngeres Mädchen heiratet. Während ein Altersunterschied zwischen den Protagonisten von über vierzig Jahren unter der Regie eines anderen Auteurs zu einer filmischen Tragödie werden würde – man erinnere sich nur an den schrecklichen Film Es begann im September mit Richard Gere und Winona Rider – gelingt es Woody Allen mit seinen Filmen stets zu überzeugen. Auch wenn er ausnahmsweise einmal nicht selbst mitspielt, durchdringen sein Humor, seine Neurosen und seine omnipräsente Existenzangst jeden seiner Filme. Wenn man Allens Filmen die Straßen von New York, Scarlett Johansson und die komplexen Beziehungsgeflechten entziehen würde, könnte man dann eine genuine "Woody Allen"-Formel als Konzentrat extrahieren? Dieser Frage hat sich der Zeichner und Autor Stuart Hample gestellt und zwischen 1976 und 1984 Cartoon Strips mit dem Titel Inside Woody Allen geschrieben und gezeichnet. Die aufwendige Werkschau hat der Knesebeck Verlag nun unter dem Titel Vom Irrsinn des Lebens ins Deutsche übersetzt.
- 15.10.2009