| Rex Mundi 3: Die verlorenen Könige |
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| Geschrieben von Christopher | |
| Mittwoch, 2. April 2008 | |
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Im Fahrwasser ihrer fundamentalen Eingriffe entfalten Autor und Zeichner ein Europa des Jahres 1933, das es nie gab: Die katholische Kirche ist noch immer mächtig, das Heilige Römische Reich existiert noch immer und die Iberische Halbinsel wird noch immer von Moslems beherrscht. Das Ganze mischt sich dann mit historischem Bruchwerk anderer Epochen: Ein Vielvölkerstaat auf dem Balkan sorgt für Unruhe, die Nationalstaaten (hier mit Fokus auf Frankreich) formulieren selbstbewusst-rüpelhaft ihre Weltmachtansprüche und mittendrin betritt Winston Churchill plötzlich die Spielfläche der internationalen Politik. Das Ganze liest sich wie die Collage eines Kindes, das seine liebsten Versatzstücke der europäischen Politikgeschichte genommen und neu arrangiert hat, ohne Rücksicht auf Verluste. Es muss leider einmal gesagt werden: Die Zeichnungen von Rex Mundi könnten besser sein. Eric Js Leistung bei der Entwicklung der Serie in allen Ehren, aber seine Figuren wirken hölzern, anatomisch nie ganz korrekt und immer dann um einige Jahre zu alt, wenn der Schattenwurf im Gesicht mal wieder nicht richtig funktioniert hat. Die Ausstattung seiner Bilder kommt ebenfalls etwas sperrig daher. Viele gerade Linien wirken wie mit dem Lineal gezogen. Zum Glück tut sich in dieser Hinsicht etwas. Rex Mundi – zuerst bei Image, dann bei Dark Horse – wechselte im Laufe der Jahre nicht nur den Verlag, sondern auch den Zeichner. Insgesamt haben drei davon an dem aktuellen Band mitgearbeitet: Eric J (Kapitel 1 und 2), Jim di Bartolo (Kapitel 3 und 4) und Juan Perreyra (Kapitel 5 und 6). Ob der Wechsel von Eric J zu Bartolo wirklich eine Verbesserung war, sei einmal dahingestellt. Viel tut sich da nicht. Immerhin sitzt gegen Ende bei Perreyra die Anatomie der Figuren, wenngleich er mit seinem glatten Strich den Superhelden gefährlich nahe kommt. Wäre Rex Mundi ein deutscher Comic, ich hätte mir Reinhard Kleist, Piwi oder Isabel Kreitz als Zeichner gewünscht. Wer Rex Mundi in Ruhe genießt und nicht schnell durchblättert wie einen Superhelden-Comic, wird schnell in eine fabelhaft ausgedachte Welt eintauchen, die unserer ganz ähnlich ist. Und dort bekommt er die Gelegenheit, etwas zu begreifen: Dass nämlich trotz aller strukturellen Vorbedingungen der Mensch immer noch der Herr seines eigenen Handels ist. Nichts muss zwangsläufig geschehen, es gibt nur bestimmte Wahrscheinlichkeiten. Reformation, Französische Revolution… Eine Menge von dem, was heute Vergangenheit ist, stand nicht von vornherein fest, sondern war das Resultat von Entscheidungen. Und hier kommt Rex Mundi plötzlich in der Gegenwart an. Denn über die Zukunft entscheiden wir -- jetzt. Rex Mundi 3 – Die verlorenen Könige Ehapa Comic Collection ,November 2007 Text: Arvid Nelson Zeichnungen: Eric J, Jim di Bartolo, Juan Perreyra Originalausgabe: Rex Mundi #12-17 (Image, Sept 2004 - März 2006) 176 Seiten; Hardcover; vierfarbig; 20 Euro ISBN 9783770431724 ![]() Kommentare (0)
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