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Der Lehrling des Magiers 1 |
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Geschrieben von Christopher
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Samstag, 23. Februar 2008 |
Mit Raymond E. Feists Der Lehrling des Magiers
veröffentlicht Panini Comics ein weiteres Bruchstück seines
wachsenden Fantasy-Segments. Darin geht es um Freundschaft, Lehrjahre
und die erste große Liebe. Aber Drachen und Trolle kommen
auch vor, keine Sorge.
Panini gilt gemeinhin als Verlag der Superhelden. Batman, Superman,
Spider-Man und die Fantastischen Vier verlassen dort jeden Monat Hand
in Hand die Druckerpresse, frisch verpackt und eingeschweißt, bereit
und versandfertig für den Kiosk. Wer jedoch genauer hinsieht, stellt
fest, dass Panini noch mehr als Superhelden zu bieten hat. Mittlerweile
beackert der Verlag eine ganze Reihe unterschiedlicher Segmente. Neben
den Helden in Strumpfhosen erscheinen dort auch Comics zu Filmen und
Fernsehserien (Star Wars, Buffy), zu Computer- und Rollenspielen (Silent Hill, Hellgate, Warhammer 40.000) sowie jede Menge Literatur für adoleszentes Publikum (Criminal, Sandman, DMZ). Von der riesigen Auswahl an Mangas einmal ganz zu schweigen.
Ein weiteres, kontinuierlich von Panini erschlossenes Segment sind
Fantasy-Comics. Als Vorlage solcher Comics dienen Romane, die sich in
der Vergangenheit bereits erfolgreich ein Publikum erobert haben. Dragonlance, Elric und Conan zum
Beispiel sind seit langer Zeit Fixsterne am Himmel der
Fantasy-Literatur, und es ist zu erwarten, dass eingefleischte Fans der
Romanvorlagen auch bei den Comics zugreifen werden.
Mit Raymond E. Feists Der Lehrling des Magiers befinden wir uns
mitten drin. Paninis Fantasy-Comics wenden sich weniger an ein
erwachsenes, sondern eher an ein jugendliches Publikum. So auch die
Geschichte um die beiden Freunde Pug und Tomas. Sie wachsen zusammen
auf Schloss Crydee in dem fantastischen Reich Midkemia auf. Als es Zeit
wird, einen Lehrmeister zu suchen und eine Ausbildung anzufangen, kommt
der athletische Tomas bei dem Schwertmeister Fannon unter. Er wird zu
einem Krieger herangezogen und im Umgang mit der Klinge trainiert. Pug
hingegen geht bei dem Meistermagier Kulgan in die Lehre und zeigt dort
einiges Geschick und Talent. Die Freundschaft und die Lehrzeit der
beiden Jungen bilden einen wichtigen Teil der Geschichte. Später kommen
noch andere Momente hinzu, beispielsweise Pugs Gefühle für die schöne
Prinzessin Carline oder eine Bedrohung aus einer anderen Dimension.
An die Grenzen des durch Comics Erfahrbaren führt dieser Comic
sicherlich nicht. Ihm haftet eben jene merkwürdige Sperrigkeit an, die
häufig entsteht, wenn ein Roman zu einem Comic umgeschrieben wird. Die
Figuren sind ein wenig zu glatt und konturlos, zwar unterscheidbar,
aber eben doch noch zu nah am Klischee, um frisch und lebendig zu
wirken. Sieht man von dieser grundlegenden Schwäche der
Charakterisierung und der Atmosphäre einmal ab, funktioniert Der Lehrling des Magiers
bemerkenswert gut. Die verschiedenen Handlungsebenen greifen gut
ineinander über, und trotz der Fülle von Nebenfiguren behält der Leser
die Übersicht. Optisch macht außerdem die erste Hälfte von Brett Booth
einiges her. (Die zweite Hälfte des Bandes von Ryan Stegman fällt
hingegen etwas schwächer aus.)
Thematisch ist Der Lehrling des Magiers ein Comic für
Jugendliche. Es geht um Aufbruch und Lehrzeit, um die Fragen, wer man
ist und wohin man im Leben gehört. Durchmischt wird das Ganze mit
Miniaturdrachen, Trollen, Feuerbällen und Elfen. Ein innovativer Comic
ist das nicht. Aber es ist solide Fantasy, die ja schon immer gerne
etwas konservativ daherkam.
Die Midkemia-Saga: Der Lehrling des Magiers 1
Panini Comics, November 2007
Story: Raymond E. Feist
Text: Michael Avon Oeming, Bryan J. Glass
Zeichnungen: Brett Booth, Ryan Stegman
148 Seiten; Softcover; vierfarbig; 16,95 Euro
ISBN 978-3866075030

Bildquelle: paninicomics.de
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