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von Thomas Kögel Freitag, 28. Dezember 2007
Nach den großen Comicromanen Vertraute Fremde (Carlsen) und Die Stadt und das Mädchen sowie der Kurzgeschichten-Sammlung Der Wanderer im Eis (beide Shodoku) erscheint nun die erste längere Serie. Bei Gipfel der Götter, zuerst in der japanischen Zeitschrift Business Jump erschienen, fungierte Taniguchi allerdings "nur" als Zeichner; das Szenario stammt von Baku Yumemakura.
Gipfel der Götter ist ein alpines Drama, dessen die Hauptrolle eigentlich die Berge einnehmen. Die höchsten und schwersten Gipfel der Erde, die für den Menschen gleichermaßen Faszination, Herausforderung und Bedrohung darstellen. Der menschliche Hauptdarsteller ist Habu Yoshi, ein legendärer japanischer Bergsteiger, der die meisten wichtigen Berge bestiegen hatte, aber eines Tages spurlos verschwunden war.
Doch der Manga ist nicht nur clever erzählt, sondern hat auch fürs Auge viel zu bieten. Die immer wieder eingestreuten Bergsteigerszenen sind optische Leckerbissen und sowohl dramaturgisch als auch grafisch die Höhepunkte der Geschichte. Hier entfalten sich dramatische Szenen, in denen es oft genug um Leben und Tod geht. Jiro Taniguchi gelingt es, Bergpanoramen von erschütternder Schönheit aufs Papier zu zaubern, die nahe am Fotorealismus sind, aber durch viele verschiedende Blickwinkel eine Spannung erzeugen, wie es Foto- oder Filmaufnahmen kaum könnten. Auch wer noch nie an einer Steilwand hing, kann in diesem Manga die Mischung aus Schönheit und Schrecken spüren, die berüchtigte Berge wie die Eiger-Nordwand auszeichnen.
Ob das Thema Alpinismus wirklich genug hergibt, um eine Geschichte zu tragen, die auf fünf dicke Bände ausgelegt ist, wird sich noch herausstellen. Doch wenn Yumemakura und Taniguchi die Spannung halten können, die sie im ersten Band aufbauen, könnte es am Ende auf ein Meisterwerk hinauslaufen. Der zweite Band soll in Kürze erscheinen, man darf sich darauf freuen.
Gipfel der Götter 1
Shodoku bei
Schreiber & Leser, Oktober 2007
Text: Baku Yumemakura
Zeichnungen: Jiro Taniguchi
Broschiertes Softcover; schwarz-weiß; 326 Seiten; 16,95 Euro
ISBN: 978-3-937102-71-9
Bildquelle: schreiberundleser.de
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Der japanische Comickünstler Jiro Taniguchi kann mittlerweile auf eine wahre Fülle an Publikationen zurückblicken, von denen in den vergangen Jahren auch recht viele ins Deutsche übersetzt wurden. Jüngst hinzugekommen ist das sich über zwei Bände erstreckende Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß, eine getreue Adaption des Romans der ebenfalls aus Japan stammenden Schriftstellerin Hiromi Kawakami.
Träume von Glück stammt aus der
Schaffenszeit, in der Jiro Taniguchi hauptsächlich alltägliche Themen aufgreift
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