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von Benjamin Vogt Freitag, 19. Oktober 2007

 Cross Cult läutet, wie gewohnt im A5-Format mit Hardcover, mit diesem Band eine Art Best-of-Reihe der Comics um die berühmt-berüchtigen Aliens ein. Und um es gleich vorweg zu nehmen: Nicht nur langjährige Aliens-Fans dürften diesen Auftakt als grandios bewerten. Dabei setzt der Verlag, ganz puristisch, auf s/w-Stories von Zeichnern, die ohne Zweifel ihre Qualitäten gerade ohne Farben voll ausspielen können.


Das Ergebnis ist dem Thema entsprechend an jeder Stelle nüchtern, fast kühl, prädestiniert also für Weltraumabenteuer und Alienkämpfe. Und auch wenn Aliens-Comics wohl nie zu den ganz großen Meisterwerken der Comicliteratur zählen werden, können die recht kurzen Geschichten, die hier zum Abdruck kamen, einem hohen Anspruch gerecht werden.

David Lloyd (V wie Vendetta) erzählt in „Glaskorridor" von einem Killer, dessen Schicksal ihn auf die blutrünstigen Aliens treffen lässt. Als blinder Passagier auf einem Raumschiff wird er zur letzten Hoffnung für die sich in Not befindliche Besatzung.

Guy Davis' (B.U.A.P.) detailreicher Bilderrausch lässt sich im längsten Beitrag des Bandes „Überleben" bestaunen. In einer Geschichte von Autor James Vance verwischt die Grenze zwischen Realität und Einbildung. Für Thompson, den Protagonisten, beginnt damit ein schwieriges Spiel zwischen Alien-Krieg und Familienidylle. Vance und Davis inszenieren dieses sich im Delirium darstellende Science-Fiction-Drama sehr intelligent und optisch sehr überzeugend.

In „Earth Angel" schildert Altmeister John Byrne (u.a. Fantastic Four) die erste Alieninvasion auf der Erde in den 50er Jahren, und damit einhergehend das naive Verhalten der Bevölkerung.

 Dave Gibbons (Watchmen) und Zeichner Mike Mignola (Hellboy) berichten in „Erlösung" vom Überlebenskampf zweier Raumfahrer, die allein auf einem Planeten voller Aliens landen. Doch einer von ihnen, der gläubige Mann namens Selkirk, hat zudem mit seinem Gewissen und mit schwierigen Entscheidungen zu kämpfen.

Abgerundet wird ein gelungener und großartig zusammengestellter Band durch einen zweiteiligen redaktionellen Abschnitt, in welchem sich Peter Osteried mit der kompletten bisherigen Historie der Aliens-Filme und -Comics auseinandersetzt und sie in knapper Form aufbereitet.

Ich persönlich freue mich jetzt bereits unheimlich auf weitere Bände der Aliens-Reihe. Für 2008 sind dann u.a. Stories von Kelley Jones, Eduardo Risso und Richard Corben geplant. Entsprechende Qualität dürfte also zumindest in grafischer Hinsicht schon mal garantiert sein.



ALIENS 1

Cross Cult, Juli 2007
von Mike Mignola, Dave Gibbons, Guy Davis, James Vance, John Byrne und David Lloyd
A5, Hardcover, sw, ca. 160 Seiten; 16,00 Euro
ISBN 13: 978-3-936480-57-3


klasse Lektüre, unbedingt lesen

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Kommentare (2)Add Comment
0
...
geschrieben von carsten, am 01. November 2007 um 17.30 Uhr
Klingt ja wirklich mehr als interessant, obwohl ich um Alien-Comics bisher einen Bogen gemacht habe.
Sind die Orginalgeschichten denn auch in s/w oder ist das wieder Cross-Cult-Hellboy-mäßig?
ben
...
geschrieben von Ben, am 09. November 2007 um 14.08 Uhr
die Story von Mignola gezeichnet ist im Original auf jeden Fall farbig gewesen, meines Wissens nach waren die anderen Geschichten aber auch als US-Ausgaben s/w

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