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von Frauke Donnerstag, 04. Oktober 2007
Für alle, denen unsere wöchentlich und monatlich aktualisierten Webcomics zu wenig Lesestoff sind, gibt es jetzt ein echtes Highlight: Jan Maaß hat ein Comicepos geschaffen, das er jeden Montag im Comicforum aktualisiert. Bei Comicgate könnt Ihr nun den kompletten ersten Akt von "Oh nein! Ich bin ein Mädchen!" in einem Stück lesen, stolze 129 Seiten einer Bodyswitch-Geschichte.
Was würdet Ihr machen, wenn Ihr eines Morgens aufwacht und kein Kerl mehr seid, sondern ein Mädel?
Jan benutzt dieses Thema nicht für eine (mehr oder weniger gelungene) Komödie wie in Hollywoodfilmen gesehen, sondern setzt sich ernsthaft mit dem Gedanken auseinander, mit allen Konsequenzen. Und erschafft immer wieder verblüffende Wendungen.
Direkt zum Webcomic: "Oh nein! Ich bin ein Mädchen!"
Jan: "Zu mir: geboren in Stade, wohnhaft in Buxtehude in der Nähe von Hamburg.Ich machte mein Abitur dort eigentlich nur, weil ich nicht wusste, was ich sonst tun sollte. Genau so verhält es sich mit meinem Studium zum Grafik- und Kommunikationsdesigner, doch inzwischen finde ich Gefallen an der Sache. Nun habe ich es erfolgreich abgeschlossen und werfe mich optimistisch für die Zukunft auf den Arbeitsmarkt.
Oh Nein! Ich bin ein Mädchen! begann eigentlich als Übung für JAZAM und war gar nicht als derart lange Geschichte geplant. Doch die Story kam im Comicforum sehr gut an, entwickelte sich zum Selbstläufer und nun ist ein Ende noch nicht abzusehen.
An dieser Stelle komme ich nicht um ein paar Danksagungen herum, als da wären
- mein Lektor Michael Stierle, ohne den die Geschichte eine Rechtschreibholperfahrt geworden wäre,
- Nikola Behnke für ein paar wertvolle Tipps zur Weiblichkeit,
- der Typ, der die Copics erfunden hat,
- mein Markerdozent Axel K, der mir erklärt hat, wie man mit den Dingern umgeht,
- und natürlich alle Leser und Fans, die der Welt Kunde von diesem Projekt tun - und ihre Comments im CF sind praktisch ein Teil der Geschichte.
Viel Spaß beim Lesen wünscht euch
Jan"

geschrieben von GLC, am 18. Juni 2008 um 01.19 Uhr
geschrieben von elementargeist, am 21. November 2008 um 17.25 Uhr
Hast du dir mal überlegt, ihn als Heft rauszubringen?
Danke für die Mühe und Arbeit =)
geschrieben von Alexa, am 07. Oktober 2009 um 09.03 Uhr
Das Comic ist eine sehr gelungene Arbeit. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt. Die Darstellung der Orte war für mich auch sehr interessant. Ich kenne jene Orte zum Teil. Sie waren gut wiederzuerkennen.
Für mich stellt sich natürlich die Frage, was nun aus Jan wird. Nach meiner Einschätzung gibt es drei Möglichkeiten. 1. Jan bleibt ein Mädchen. 2. Jan wird wieder ein Mann (auf welche art auch immer) 3. Jan gibt auf und führt tatsächlich zu ende, was er im 1. Teil angefangen hatte. Das wäre aber eine schlechte Wahl.
Richtig edel fand ich die Szene beim Arzt, wo Jan nicht wusste wie er/sie sein/ihr Problem erklären sollte. "Das sind meine neuen Hupen..." erstmal auf die Idee zu kommen :-)
Danke nochmal
Alexa
geschrieben von Cater, am 12. Februar 2011 um 21.45 Uhr
Hoffentlich gibt danach nen 2ten teil
geschrieben von Traumwaldschrat, am 20. August 2011 um 23.35 Uhr
Was für ein Geschichte!
So fesselnd, so mitreißend, so pikant witzig, so brutal, so grausam, so gnadenlos realistisch und so fürchterlich, entsetzlich traurig, in solchen schönen, teilweise herzzerreißenden Bildern! Gerade durch die Gestik und Mimik der Hauptfigur: So'n hübsches Mädchen, die gar keine ist! Genau das, finde ich, ist unterschwellig und dennoch sichtbar in die Bilder eingearbeitet, (weswegen man sich beim Hübschfinden manchmal schon irgendwie schwul vorkommt, find' ich witzig!), es kommt absolut überzeugend 'rüber: das ist kein Mädchen! Immer wieder leuchtet aus den Portraitzeichnungen Jans gequälte, verzweifelte Seele heraus. Die daraus entstehenden Widersprüche sind entsetzlich und das springt beim Lesen unweigerlich über: die wunderschönen Bilder schmerzen, die Geschichte macht Bauchweh!
Dies ist eine Horrorgeschichte sondergleichen, denn das amüsant provokative Ausgangsproblem ist von vernichtender Dramatik: durch die Verwandlung hat Jan sich selbst verloren, nicht nur, weil er plötzlich noch weniger als staatenlos ist, da er keinen rechtlichen Anspruch mehr auf sein bisheriges Leben hat und auch keinen auf eine Zukunft, (somit ist er mit seinen Erinnerungen in der Gegenwart gefangen und lebt eigentlich ein Leben nach dem Tod), sondern noch mehr, weil ihm nicht einmal sein Charakter, seine Seele bleibt, da diese durch die andersgearteten Hormone neu definiert zu werden droht. Er ist plötzlich gezwungen, ein Leben zu leben, das nicht seines ist, einen Stolz zu entwickeln, der seinem Selbstverständnis nicht mehr entspricht, sowie ausweglose Hoffnungslosigkeit und grenzenlose Einsamkeit als alleinige Zukunft anzunehmen, und das einzige, was ihm wirklich noch bleibt, sind nur seine Erinnerungen. Das ist letztlich nichts anderes als die ultimative Psychofolter! Das ist brutal! Und da solche Qualen irgendwann doch nicht mehr zu ertragen sind, entscheidet er sich zur letzten Konsequenz, scheinbar begünstigt(!) durch ein zufällig herannahendes Auto...
Diese Geschichte ist so fürchterlich, entsetzlich traurig, zum Heulen schön...
Doch nicht allein durch die Darstellung dieser Tragödie zeichnet sich diese Geschichte als Horrorgeschichte aus, sondern weitaus mehr durch ihre außergewöhnliche Genialität, die sich schon allein in den Bildern des ersten Alptraumes zeigt, wodurch spätestens seit diesem die Beklemmung als Grundstimmung regelrecht fühlbar wird, vor allem aber in den schwärmerischen und den Liebesszenen, (mit mindestens einer perfekt arrangierten Bildschnittfolge!), die deswegen so grausam sind, da sie entgegen des offensichtlichen Scheins des stetigen, erotischen Erfolges unterschwellig den voranschreitenden Selbstverlust Jans (bis zur Selbstaufgabe?) darstellen. Dadurch wird die Geschichte wird selbst zum Alptraum, denn die ganze Schönheit dieser Bilder zerbricht beim Lesen und wird von der dabei auf den Leser überspringenden Einsamkeit und Hoffnungslosigkeit der Hauptfigur zerfressen!
Wahnsinn, was für eine phantastisch gute Geschichte!
Allein die allzu spannenden Andeutungen, auf denen keine Antworten folgen, und die zu häufig erstickten Hoffnungsmomente dämpfen ein wenig die Begeisterung, das ändern aber fast nichts (oder letztlich nichts?) an der Brillanz der Geschichte. Scheinbar ein tiefenpsychologischer, hochphilosophischer Inhalt in einem unbeschwerten, schönen Kleid. Ich wittere da sogar noch eine Gesellschaftskritik: die Gesellschaft, die gar nicht begreift, begreifen will, wie assozial sie eigentlich ist!
Dieses grandiose Meisterwerk braucht unbedingt ein Denkmal, in Comicalbenform! Niemals darf diese kostbare Geschichte in den weiten des Internets verlorengehen, dieses herrausragende Meisterwerk muß man in den Händen halten können!
geschrieben von Nessa, am 21. August 2011 um 22.06 Uhr
Toll finde ich, dass es in einer Gegend spielt, die ich kenne.
Und die Idee, mal alle negativen Seiten des Gendertausches durchzuspielen, ist auch super, aber an der Stelle fangen für mich die negativen Punkte an. Ich finde das Verhalten der Hauptperson kaum nachvollziehbar. Er/sie stößt alle vor den Kopf, die auch nur vielleicht mal kurz mit dem Gedanken gespielt haben, ihm/ihr zu helfen. Dass es keine Auflösung gibt und die Handlung so endet, wie sie endet, sieht für mich ein bisschen wie ein unausgegorener Abbruch der Handlung aus. Das wäre bei dem langen Zeitraum auch voll verständlich (ich selbst zeichne seit 2005 an einem Comic), hinterlässt aber einen faden Beigeschmack bei mir. Ich bin eher ein Freund der klaren Auflösung. Der Spannungsbogen wird aber grandios aufrecht erhalten, sodass man auf die vermeintliche Auflösung am Ende hinfiebert. Die Zeichnungen fand ich bei Hintergründen und Technik großartig, bei den männlichen Charakteren hatte ich manchmal das Gefühl, dass sie sich ein wenig zu ähnlich sehen und zudem weniger Mimik haben als die junge Dame. (Die Sexszenen hätten m.M.n. auch nicht sein müssen.)
Abschließend kann ich also nicht sagen, ob ich die Geschichte toll finde oder eher nicht. Es liegt irgendwo dazwischen, so zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt.















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