| Hino Horror 1 und 2 |
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| Geschrieben von Thomas Kögel | |||||||
| Sonntag, 19. August 2007 | |||||||
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Einer, der tatsächlich Horrorcomics zu Papier bringt, die den Leser verstören und ihm auf den Magen schlagen, ist der japanische Mangaka Hideshi Hino. Shodoku, das Manga-Label des Verlags Schreiber & Leser, widmet ihm eine eigene Reihe namens Hino Horror, in der bisher zwei abgeschlossene Bände veröffentlicht wurden. In Red Snake geht es um einen kleinen Jungen, der mit seiner Familie in einem sehr abgelegenen Häuschen lebt, aus dem er praktisch nie hinauskommt. Er scheint der einzig normale Bewohner zu sein, alle anderen Familienmitglieder haben einen gewaltigen Sprung in der Schüssel. Opa hat ein riesiges Eitergeschwür, das er sich mit rohen Eiern massieren lässt, die Schwester lässt allerlei Würmer ihren Körper erforschen. Die Krönung aber ist die Oma, die sich für ein Huhn hält und eifrig Eier ausbrütet. Im Haus gibt es einen geheimnisvollen Spiegel, der angeblich verwunschen ist und hinter dem sich großes Unheil verbirgt. Als dieser Spiegel eines Tages bricht, beginnt für den Jungen ein furchtbarer Alptraum voll mit monsterhaften roten Schlangen und mit blutigem Gemetzel. Wären Hideshi Hinos Bilder nicht schwarzweiß und in einem weniger cartoonhaften Stil gezeichnet, dann wäre Red Snake wohl einer der am schwersten erträglichen Comics überhaupt. Beide Mangas enden zwar halbwegs versöhnlich, doch Happy Ends gibt es in Hidesho Hinos Welten nicht. Das Gute, dass das Böse bekämpft und besiegt, existiert nicht. Bestenfalls arrangiert sich das Gute mit den Verhältnissen, wie sie eben sind. Hinos Werke sind die Manga-Entprechung zu den Filmen von David Lynch oder David Cronenberg. Auch klassische Gruselmotive, etwa von Edgar Allan Poe, kann man wiederfinden. Und in Bug Boy natürlich den vielleicht allzu offensichtlichen Link zu Kafkas Verwandlung. Ohnehin ist Bug Boy als Parabel über Ausgrenzung und Entfremdung etwas zu überdeutlich geraten, liest sich dafür aber auch leichter als Red Snake. Letzteres ist deutlich verrätselter und verstörender, nicht zuletzt auch wegen seiner sexuellen Komponente. Hino Horror ist sicher nichts für Leser mit schwachen Nerven und empfindlichem Magen. Wer aber ungewöhnliche Horrorcomics sucht und auch bereit ist, sich mal zu ekeln, kommt hier voll auf seine Kosten. Diese Reihe dürfte mit zum Heftigsten gehören, was in diesem Bereich erschienen ist. Gut zwanzig Jahre nach ihrer Erstveröffentlichung in Japan sind diese fiesen Perlen des Makabren nun auch auf Deutsch verfügbar. Ein Lob geht außerdem an Schreiber & Leser für die stimmige Aufmachung der Taschenbücher, die im Vergleich zu den Augenkrebs verursachenden Covern der US-Ausgaben eine echte Verbesserung darstellt. Hino Horror 1: Red Snake Shodoku bei Schreiber & Leser, Juni 2007 Text und Zeichnungen: Hideshi Hino 192 Seiten, s/w, Taschenbuch; 10,- EUR ISBN 978-3-937102-67-2 ![]() Hino Horror 2: Bug Boy Shodoku bei Schreiber & Leser, Juni 2007 Text und Zeichnungen: Hideshi Hino 208 Seiten, s/w, Taschenbuch; 10,- EUR ISBN 978-3-937102-68-9 ![]()
Hino Horror bei Schreiber & Leser Bildquelle: schreiberundleser.de
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Nessie, Yeti, Reinhold Messner - die mythische Verkörperung der Naturgewalten nimmt zuweil seltsame Formen an. Bigfoot ist auch so ein Fall. In dem Einzelband Bigfoot, der im Januar 2009 bei Cross Cult erschienen ist, wird der wilde Waldmensch äußerst unterhaltsam in Szene gesetzt.
Heyne, der Neueinsteiger auf dem deutschen Manga-Markt, hat sich mit Samurai Deeper Kyo einen in Japan bereits seit 1999 bewährten Manga ins Boot geholt. Die Geschichte verbindet historisch angehauchte Samurai-Action, wie man sie bereits aus Rurouni Kenshin kennt, mit einer deftigen Portion Humor. Samurai Deeper Kyo wurde bereits 2002 zu einer recht erfolgreichen Anime-Serie umgesetzt, die allerdings in Deutschland bisher noch nicht erhältlich ist.
Der Selbstmordclub von Usumaru Furuya gehört zum Label Shodoku, in dem
der Verlag Schreiber & Leser Mangastoffe für erwachsene Leser
präsentiert. Augsgangspunkt der Geschichte, die in Japan parallel zum
Film
Es beginnt mit einem Arschloch. Gleich im allerersten Panel dieses
Manhwas bekommen wir den Hinterausgang eines Pferdes zu sehen sowie
das, was dort rauskommt. Ein bezeichnender Auftakt, denn Kwan Gaya
schert sich einen Dreck um Konventionen. Sein Epos Sonne und Mond,
das in drei Teilen bei Shodoku, dem Asien-Label von Schreiber &
Leser, erschienen ist, passt in keine Schublade. Es verwendet zwar
reichlich Klischees und Versatzstücke aus diversen Genres, setzt diese
aber so dreist zusammen, dass etwas völlig Eigenständiges entsteht.
Der unermüdliche Pionier Jiro Taniguchi dringt erneut in schwer zugängliche Gefilde des Erzählens vor und erweitert wieder die Grenzen der Comicliteratur – im Buch Der spazierende Mann überaus gelungen.