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10.02.2012
(Ausstellung) - Berlin: Signierstunde mit Anke Feuchtenberger, Birgit Weyhe u. Jul Gordon
11.02.2012
(Signierstunde)
von Benjamin Vogt Donnerstag, 28. Juni 2007
Schließlich übernehmen Thomas' Tante und Onkel seine Vormundschaft, während der Vater aufgrund seiner Verfassung in eine psychiatrische Anstalt eingeliefert wird. Doch auch wenn Thomas seine Mutter nie mehr wieder sehen wird, hat er schon einen Plan, um zumindest seinen Vater zu retten...
Paul Hornschemeier gelang mit der Graphic Novel Komm zurück, Mutter eine ungemein gut gemachte Comicerzählung. Dabei fängt deren erstes Kapitel auf der allerletzten Seite an. Ein besonderer Kunstgriff, den Hornschemeier vollbringt, indem er in seinem kompletten Buch lediglich die Einführung der fiktiven Hauptfigur Thomas Tennant abdruckt. Durch seine Augen lässt der US-Künstler quasi die Vorgeschichte zu einem Werk berichten, das es nie gab. Durchaus eine innovative Idee, aber kurz gesagt nichts anderes als eine biografische Ich-Erzählung in ungewöhnlicherem Rahmen als gewohnt.
Die Geschichte berührt und es ist faszinierend, inwiefern Vater und Sohn sich nach dem Tod verändern, respektive wie sie es schaffen, mit dem Verlust in ihrem Leben umzugehen. Thomas wird schnell erwachsener als er sein sollte, kümmert sich um seinen Vater, weil er spürt, dass er ihm, ob mit oder ohne Held mit Löwenmaske, helfen muss. Und tatsächlich verfällt der Vater in tiefe Depression und lebt teilnahmslos vor sich hin.
Beide Zustände werden hier sehr eindringlich und gut geschildert. Der Plot hebt sich mit seiner Betrüblichkeit und ruhigen Bebilderung klar ab und lässt den Leser tieftraurig die letzte Seite umblättern.
Hornschemeiers Zeichnungen weisen eine simple, reine Struktur auf, seine Farben und Symboliken sind bewusst einfach gehalten und halten sich dezent zurück. Immer weiter gibt sich der Band auch der naiven, kindlichen Bildsprache hin, z.B. dann, wenn Onkel und Tante als Vogel und Katze erscheinen, Thomas selbst natürlich als Löwe.
Die einzelnen Panels für sich genommen, ist der Comic weder auf grafischer noch inhaltlicher Ebene sonderlich spektakulär, aber die Übergänge zwischen den Bildern, die kleinen Momente oder die Reproduktion einer ganz spezifischen Gefühlslage sind hingegen atemberaubend. Dabei sieht man letztlich, wie professionell der Künstler mit einem schwierigen, gefühlsechten Thema zurecht kommt und auf das Medium Comic zu übertragen weiß.
Komm zurück, Mutter ist ein geniales Debüt von Paul Hornschemeier in deutscher Sprache, und der Comic, der mich seit Mutter hat Krebs von Brian Fies (auch dabei geht es um Tod und Krankheit eines Familienmitglieds) am nachdenklichsten zurückgelassen hat.
Komm zurück, Mutter
Text und Zeichnungen: Paul Hornschemeier
Carlsen; 128 Seiten; Hardcover; 16,- Euro
ISBN 978-3-551-74877-5















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Wenn Robert Crumb, Comiclegende und Urvater der Underground-Comix, nach
jahrelanger Funkstille wieder ein neues Werk vorlegt, ist das schon
etwas Besonderes. So besonders, dass das Album praktisch gleichzeitig
auf Englisch, Französisch und Deutsch erscheint. Das könnte freilich
auch damit zu tun haben, dass man hier keine eigene Übersetzung
anfertigen musste. Der Text liegt schließlich längst vor: Es handelt sich
um das Buch Genesis, die ersten 50 Kapitel des Alten Testaments.
- 02.12.2009
Paul Hornschemeier dokumentiert einen Besuch bei seinen
Eltern, während dessen er an einem Comic zeichnet, der ihm einfach nicht gelingen
will. Immer wieder verwirft er die Seiten und sieht sich mit der Frage
konfrontiert, wohin seine Geschichte um einen Jungen, der ebenfalls Paul heißt
und einen Zauberbleistift besitzt, eigentlich führen soll. Während seines
Aufenthaltes schweifen Hornschemeiers Gedanken aber auch immer wieder in seine
Jugend ab.
Mit ihrer Graphic Novel Exit Wounds (so der Originaltitel) hat die
Isralin Rutu Modan international etliche Preise eingeheimst. Nun ist
bei der Edition Moderne eine deutsche Ausgabe erschienen. Blutspuren
ist eine Geschichte aus dem Israel von heute, in der der Nahostkonflikt
als Hintergrundrauschen mitschwingt, aber niemals in den Mittelpunkt
der Handlung tritt.
Whatever Happened to the World of Tomorrow?
heißt der Comic von Brian Fies im Original. Was ist nur aus der Welt
von Morgen geworden? Eine Frage, die den Inhalt bereits gut auf den
Punkt bringt: Es geht um den Glauben an die Zukunft, um die Hoffnung
auf eine bessere Zukunft für alle Menschen durch technologischen
Fortschritt, um eine Utopie, die weite Teile des 20. Jahrhunderts
bestimmt hat, die aber letztlich ein uneingelöstes Versprechen blieb.
- 03.04.2010
Seine Wandelbarkeit hat der französische Künstler Blutch (alias Christian Hincker) ja bereits bewiesen: In Blotch (Avant-Verlag) skizzierte er episodenhaft das Leben eines zynischen, arroganten Illustrators in Paris, in Der kleine Christian (Reprodukt) überzeichnete er autobiografische Jugenderinnerungen. Was beide Werke verbindet, die spielerische Anlehnung an die eigene Person Blutchs, bleibt im jetzt veröffentlichten Album Peplum hingegen außen vor. Es versetzt den Leser in die Vergangenheit, genauer gesagt ins antike Römische Reich.
- 10.05.2011