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10.02.2012
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11.02.2012
(Signierstunde) - Köln: Daniel Schreiber signiert
15.02.2012
(Signierstunde)
von Benjamin Vogt Sonntag, 25. März 2007
Die zwei Kumpel Karim, Franzose nordafrikanischer Abstammung, und
Alexandre, ein französischer Bürger mit italienischem Hintergrund, sind
eigentlich ein recht ungleiches Paar. Während Karim, der gutaussehende
Schürzenjäger, Frauen für Geld beglückt, ist Alexandre der schüchterne
Typ, der Karim bewundert und ihm bei dessen nächtlicher Tätigkeit
heimlich nachschleicht. An einem Abend geraten die beiden Freunde
jedoch in eine unangenehme Situation: Karim vergnügt sich gerade im
Bett mit der Frau des Führers der Front National, einer
rechtsgerichteten Partei, als der betrogene Dr. Faurissier sich
unerwartet früh auf den Weg nach Hause macht. Panik bricht daraufhin
nicht nur bei Faurissier und seinen Gefolgsleuten aus, sondern auch
beim beobachtenden Alexandre. Dieser kann Karim gerade noch rechtzeitig
warnen, aber fortan befinden sie sich auf der Flucht vor der Rache
Faurissiers.
Der Roadtrip führt die beiden über die „Autoroute du Soleil", die im Süden Frankreichs zwischen Lyon und Marseille verläuft. Während sie im weiteren Verlauf immer wieder nur knapp dem zunehmend wahnsinnig werdenden Faurissier entschwinden, geben die Begegnungen mit Drogendealern, einem Alt-Hippie und einem dekadenten Fabrikbesitzer tiefe Einblicke in die französische Gesellschaft.
Autoroute du Soleil ist, obwohl von einem französischen Künstler stammend, sichtbar auch an die Erzählkunst der Mangas angelehnt. Daraus ergibt sich eine Dynamik, die perfekt zur hektischen Aufbruchstimmung und der Flucht quer durchs Land passt. Die Geschichte scheint immer wieder im Begriff zu sein, sich fortzubewegen und langweilt nicht zuletzt dadurch trotz der Länge des Bandes an keiner Stelle. Baru lässt sich Zeit, wodurch die Charaktere eine Wandlung vollziehen können. Karim wird boden- und anständiger, Alexandre ändert seine Haarfarbe und wird damit offener und mutiger und auch Faurissier entwickelt sich: von einem Politiker der Vorstadt zum skrupellosen Mörder.
Mit über 400 Seiten liefert dieser Comicroman eine Spannung, die beim Lesen spürbar ist. Barus deutliche Fingerzeige auf gesellschaftliche Missstände und Eigenarten Frankreichs sind offenkundig und vielfach. So lässt das Abbild, dass Autoroute du Soleil in dieser Hinsicht erkennen lässt, ein negatives Gefühl verspüren: Frauen werden betrogen oder betrügen selbst, Menschen werden rechtsextrem angefeindet, in den Städten schlagen Polizisten Aufstände nieder und der Handel mit Drogen floriert.
Ein weiteres auffälliges Element stellt die Verwendung verschiedener Automarken dar, sowie die Verwendung der Fahrzeuge. Nicht nur thematisiert dies die Liebe der Franzosen zu Automobilen, sondern wird auch von Baru benutzt, um ein Bindeglied zur Handlung herzustellen. Zuallererst ist das Auto natürlich Mittel zur Flucht, später stellt die Frage nach dem Diebstahl eines solchen die Moral in der Notlage auf den Prüfstand. Oder über die nostalgische Erinnerung zweier Menschen und die Reparatur eines Wagens entsteht eine Freundschaft. Diese Doppeldeutigkeit in der Verwendung der Mittel zieht sich durch den ganzen Comic. Nicht nur deshalb ist mit diesem Werk etwas Bemerkenswertes gelungen.
Dass Baru sich von Mangas hat inspirieren lassen, merkt man nicht nur anhand der Seitenzahl, sondern auch daran, dass die Erzählung in schwarz-weiß gestaltet ist. Auch die Aufteilung der Panels und die sequenzielle Reduzierung ist eher typisch für einen kleinformatigen Manga als für ein klassisches französisches Album. Dass der Künstler dabei keine Kopie, also einen westlichen Manga, erschaffen wollte, sondern seinen eigen Mixstil verfolgte, ist aber klar zu erkennen. Die Personen in Autoroute du Soleil wirken sehr häufig verzerrt, wie im Aufbruch, fast auch schon überzeichnet. Dieses bewusst eingesetzte Mittel steht im Kontrast zu zwischenzeitlich fast realistisch anmutenden Bildern, die Umgebungen präzise und ernsthaft wiedergeben wollen.
Insgesamt ist diese Graphic Novel einfach wunderbar gelungen und läst sich mehr als unterhaltsam lesen.
Autoroute du Soleil
Carlsen Comics, März 2007
Text & Zeichnungen : Baru
430 Seiten, Softcover, Kleinband, 19,90 Euro
ISBN: 3551737894















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Der Klappentext spricht vollmundig von "einem der großen Meisterwerke
der Comic-Geschichte", das nun knapp 40 Jahre nach der
Erstveröffentlichung in Japan erstmals auf Deutsch erscheint. Kein
Zweifel, Autor und Zeichner Osamu Tezuka gehört zu den ganz großen
Comickünstlern der Welt und es ist höchste Zeit, dass seine Werke
jenseits von Astro Boy endlich auch bei uns zugänglich werden. Der Carlsen Verlag machte vor wenigen Jahren mit Tezukas Hitler-Parabel Adolf den Anfang und legt nun mit dem Dreiteiler Kirihito
nach. Der Manga um eine geheimnisvolle Krankheit, die Menschen zu
hundeähnlichen Gestalten mutieren lässt, ist ein vielschichtiger
Thriller mit unzähligen visuellen Einfällen, dem man sein Alter kaum
ansieht. Ohne Frage ein lesenswerter Comic, aber ein "großes
Meisterwerk"? Eher nicht.
- 17.03.2010
RG ist die Abkürzung für „Renseignements Généraux“, welche die geheimdienstliche Abteilung der Nationalen Polizei Frankreichs ist. Sie ist direkt dem Innenministerium unterstellt. Auch wenn ihre Aufgaben bis 2008, als sie mit einer anderen Abteilung verschmolzen wurde, vorrangig darin bestanden, Informationen zu sammeln und das Ministerium direkt zu informieren, scheinen ihre Mitgleider doch auch generelle Polizeiarbeit erledigt zu haben. Zu ihren Aufgaben zählte Terrorismusbekämpfung ebenso wie Undercoverermittlungen. Das legt jedenfalls dieser Comicband nahe. Die Reihe RG, deren zweiter Band nun vorliegt, ist eine Mischung aus Fiktion und Reportage.
2007 erschien im Berliner Tagesspiegel erstmals eine Episode mit dem Titel Da war mal was ... Zeichner Flix gab darin eine persönliche Erinnerung an die Zeit zum Besten, in der es noch ein geteiltes Deutschland gab. Daraus wurde eine Serie, deren einzelne Folgen bis heute regelmäßig im Tagesspiegel erscheinen. In einer Buchausgabe vom Carlsen-Verlag kann man nun den Großteil davon auch gesammelt lesen.
- 06.10.2009
Spirou und Fantasio gehören, neben Tim und Struppi, Asterix und Lucky Luke
zu den ganz großen Klassikern des frankobelgischen Comics. Seit gut 70
Jahren erscheinen Geschichten mit dem kleinen Hotelpagen im
gleichnamigen Magazin und als Comicalbum. Neben der Hauptserie gibt es
seit 2006 eine Parallel-Reihe, die in Frankreich Une Aventure de Spirou et Fantasio par...
heißt. Namhafte Zeichner und Autoren können dort ihre ganz eigene
Vision von Spirou umsetzen, abseits von den Zwängen der Hauptserie.
- 13.05.2009
Um es gleich vorweg zu sagen: Eine erstklassige Graphic Novel! Emmanuel
Lepage hat nicht nur ein außergewöhnliches Thema aufgegriffen, sondern
auch eine fantastische Erzählweise gefunden. Muchacho erzählt
die Geschichte des jungen angehenden Priesters Gabriel im
revolutionären Nicaragua von 1976, kurz vor dem Umsturz der Diktatur
des Familienclans der Somozas und dem Sieg der Sandinisten 1979.
Gabriel de la Serna stammt selber aus einer der Familien, die dem
Somoza-Regime nahe stehen. In ein Dorf geschickt, um in der dortigen
Kirche ein Wandbild zu malen, wird er mit dem prallen Leben der
einfachen Menschen konfrontiert: verführerische Frauen, Träume und
Hoffnungen der Dorfbewohner, Repression durch die Guardia Somozas und
die heimliche Organisation des gewaltsamen Widerstands.
- 08.11.2008