JoomCategories for JoomGallery
- Kategorie: 6. Akt: Der letzte Akt
- Kategorie: 5. Akt: Der Akt ohne Namen
- Kategorie: Chili oder Essen, das zweimal brennt
JoomGallery Stats for JoomGallery MVC BETA
- 1287
Aktuelle Rezensionen
Comicgate-Tweets
Comic-Kalender
- Wien: Comiczeichner-Stammtisch
08.02.2012
(Stammtisch) - Winterthur (CH): Vernissage "Feindgebiet"
10.02.2012
(Ausstellung) - Berlin: Signierstunde mit Anke Feuchtenberger, Birgit Weyhe u. Jul Gordon
11.02.2012
(Signierstunde)
von Thomas Kögel Dienstag, 12. Dezember 2006
Der Selbstmordclub von Usumaru Furuya gehört zum Label Shodoku, in dem der Verlag Schreiber & Leser Mangastoffe für erwachsene Leser präsentiert. Augsgangspunkt der Geschichte, die in Japan parallel zum Film Suicide Circle erschien, aber keine strikte Adaption des Films darstellt, ist ein kollektiver Selbstmord von fünfzig Schülerinnen, die sich im größten Bahnhof Tokios vor einen Zug werfen. Nur ein Mädchen überlebt.
In Rückblenden erfahren wir mehr über die Gruppe verzagter Schülerinnen, die allesamt Mitglied einer Gruppe unter der Führung der charismatischen Mitsuko waren, in der sie sich gegenseitig tätowierten oder rituelle Selbstverstümmelungen verübten. Saya, die Überlebende des Massenselbstmords, schickt sich schon bald an, die Nachfolgerin Mitsukos zu werden und ebenfalls eine Reihe von Mädchen um sich zu scharen. Ein neuer Selbstmordclub? Erzählt wird die Geschichte vorwiegend aus der Perspektive von Kyoko, die bis vor kurzem Sayas beste Freundin war und nun voller Skepsis und Sorge die Veränderung ihres Charakters beobachtet. Wir erleben aber auch die Ermittlungen der Polizei und die Nachforschungen eines Lehrers, der bald auf ein mysteriöses Forum im Internet stößt.
Furuya erzählt auf sehr einfühlsame Weise von verletzlichen und verzweifelten Teenagermädchen, die sich nur in einer eingeschworenen Gemeinschaft verstanden fühlen und letztlich so weit gehen, sich kollektiv umzubringen. Dabei läuft er durchaus Gefahr, den Suizid als mögliche Problemlösung tatsächlich in Betracht zu ziehen oder gar zu glorifizieren, schafft es aber letztlich ganz gut, dass dies nicht der Fall ist. Der Selbstmordclub ist ein psychologischer Thriller, der sehr spannend und vor allem sehr intelligent erzählt ist. Durch den Wechsel von Erzählperspektiven und diverse Sprünge in der Zeitachse wird der Manga zu einem komplexen und interessanten Werk. Die Zeichnungen sind auf den ersten Blick als "typisch japanisch" erkennbar, wirken aber, vor allem durch den klassisch strengen Seitenaufbau, viel nüchterner und ruhiger als das, was man von populären aktuellen Mangas kennt.
Der Selbstmordclub ist über weite Strecken eine sehr atmosphärische, moderne Horrorfabel, die es durchaus in einigen Momenten schafft, dem Leser eine Gänsehaut zu verpassen. Doch leider will Furuya obendrein auch schockieren und provozieren. Da wird dann mit Kinderpornographie kokettiert und eine weibliche Version des gekreuzigten Jesus gezeigt. Ziemlich billige Schockeffekte, die gar nicht nötig gewesen wären und beim Leser einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen. Schade, denn dies ist ohne Zweifel ein außergewöhnlicher Manga, der auch Leser anspricht, die sonst einen Bogen um japanische Comics machen. Beinhahe ein kleines, düsteres Meisterwerk, aber eben nur beinahe.
Der Selbstmordclub
shodoku bei Schreiber & Leser, 2006
Text und Zeichnungen: Usumaru Furuya
176 Seiten, s/w, broschiertes Softcover; 12,95 Euro
ISBN: 3-937102-53-1















Neue Veranstaltung einsenden



Meine Damen, meine Herren!
Der Titel der Fortsetzung „Jenseits vom Wunderland" trifft es ziemlich gut. Denn zum einen spielt die Handlung dieses Bandes in der „realen" Welt und nicht, wie der erste Band, im Wunderland. Und zum anderen werden, verglichen mit dem ersten Band, einige Charaktere mehr, ins Jenseits geschickt. Die Fortsetzung des literarischen Horrorcomics ist ziemlich blutig geraten und dürfte auch manche Splatterfreunde ansprechen. In manchen Szenen liegen die Gedärme in Massen herum.
Wie oft kann man ein Genre parodieren, in dessen Fahrwasser man schwimmt, ohne dabei selbst abgeschmackt zu wirken? Die Antwort auf diese Frage gibt die aktuelle Ausgabe von
Das Horror-Genre ist in den letzten Jahren im Comicbereich immer beliebter geworden. Wirklich guten und überzeugenden Horror findet man jedoch eher selten. Eine willkommene Ausnahme im Genre-Einheitsbrei ist die Serie Locke & Key von Joe Hill, die nun erstmals auch auf Deutsch erscheint. In Form einer Dialog-Rezension besprechen Christopher Bünte und Thomas Kögel den ersten Band der Reihe.
Der Klappentext spricht vollmundig von "einem der großen Meisterwerke
der Comic-Geschichte", das nun knapp 40 Jahre nach der
Erstveröffentlichung in Japan erstmals auf Deutsch erscheint. Kein
Zweifel, Autor und Zeichner Osamu Tezuka gehört zu den ganz großen
Comickünstlern der Welt und es ist höchste Zeit, dass seine Werke
jenseits von Astro Boy endlich auch bei uns zugänglich werden. Der Carlsen Verlag machte vor wenigen Jahren mit Tezukas Hitler-Parabel Adolf den Anfang und legt nun mit dem Dreiteiler Kirihito
nach. Der Manga um eine geheimnisvolle Krankheit, die Menschen zu
hundeähnlichen Gestalten mutieren lässt, ist ein vielschichtiger
Thriller mit unzähligen visuellen Einfällen, dem man sein Alter kaum
ansieht. Ohne Frage ein lesenswerter Comic, aber ein "großes
Meisterwerk"? Eher nicht.
- 17.03.2010