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von Frauke Dienstag, 12. September 2006
Der Eidalon-Verlag hat vor kurzem sein Programm aufgesplittet - Manga für das jüngere Publikum erscheinen weiterhin dort, während die "anspruchsvolleren" Comics wie Queen & Country oder Courtney Crumrin nun durch das Unterlabel Modern Tales verlegt werden. Und obwohl Love as a Foreign Language vom Zeichenstil sehr asiatisch angehaucht ist, hat es im Programm des neuen Verlags durchaus seine Berechtigung.
Ich gestehe: der kitschige Titel der Serie sowie das Cover hätten mich nie dazu veranlasst, diesen Band zu kaufen. Da wäre mir allerdings eine der angenehmsten Comicüberraschungen entgangen, die das Jahr bisher zu bieten hatte.
Der junge Kanadier Joel arbeitet als Englischlehrer in Korea. Er weiß allerdings nicht wirklich warum, denn er fühlt sich unglaublich unwohl in diesem Land. Er versteht kaum etwas von dem, was die Leute dort sagen bzw. machen, an das Essen will er sich nicht unbedingt gewöhnen und seine sechsbeinigen Zimmergenossen sagen ihm auch nicht so richtig zu. Seine einzigen Bezugspersonen sind seine Kollegen in dem Fremdspracheninstitut - ein etwas anstrengender amerikanischer Koreaner und eine Engländerin.
Und so hadert Joel mit seiner Situation und vergeht fast vor Heimweh und Selbstmitleid.
Bis er in einem Restaurant zufällig Hana kennen lernt, die sich ein wenig später als neue Sekretärin des Fremdspracheninstituts entpuppt. Auf einmal kann Joel Korea doch etwas Positives abgewinnen. Die Vertragsverlängerung, die ihm sein Chef vor kurzem angeboten und die er im Geist bereits abgelehnt hatte, bekommt einen unerwarteten Beigeschmack...
Autor J. Torres und Zeichner Eric Kim, beides Kanadier, harmonieren hervorragend. Kims Zeichenstil wirkt, auch durch die Verwendung von Rasterfolie, asiatisch angehaucht, hat aber einen sehr lockeren und trotzdem ausdrucksstarken, eigenständigen Stil. Mimik und Gestik beherrscht er problemlos, und mitunter bietet er wunderbare filmische Einstellungen. Torres packt in seine Geschichte von Komödie über Liebesgeschichte bis hin zur Auseinandersetzung mit der Einsamkeit alles rein, trotzdem wirkt sie nie überladen. Mühelos behält er die Balance und zieht den Leser mit in seine Welt, lässt ihn mitleiden und mitlachen.
Er traut sich sogar, einen unerwarteten Cliffhanger zu bringen. Seien wir gespannt auf Band 2!
Eine beim ersten Durchblättern scheins oberflächliche, lockerflockige Geschichte, die beim Anlesen schnell mehr Tiefe zeigt und ihre Stärken präsentiert: elegant, komisch, unaufdringlich und doch mitreißend.
Mit dieser sympathischen Serie beweist eidalon/Modern Tales wiederum ein gutes Händchen bei der Auswahl ihrer Comics.
Absolute Kaufempfehlung!
Eine Leseprobe (zwölf Seiten online bzw. 31 (!) Seiten als PDF zum Runterladen) findet Ihr übrigens hier bei uns.
Love as a Foreign Language 1
Modern Tales
Text: J. Torres
Zeichnungen: Eric Kim
136 Seiten; Softcover, s/w; 11,90 Euro
ISBN: 3936686963
Battle Academy - ein Webcomic von Eric Kim















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Eines vorweg: Affentheater ist einer der
unkonventionellsten aber brillantesten Comicbände der jüngsten Vergangenheit.
Und er ist vor allem eines: Geschmackssache. Mir jedenfalls hat er extrem viel
Spaß gemacht, weshalb ich jedem nur empfehlen kann, sich unbedingt selbst ein
Bild zu verschaffen.
- 01.07.2009
In Hemingway führt Jason mit viel Humor durch ein recht pragmatisches Paris der Zwanziger Jahre. Der Comic bleibt trotz der fabulierten Geschichte und gerade wegen der kauzigen Charaktere bis zum Ende spannend.
Ralf König erzählt in Prototyp die
Schöpfungsgeschichte frech und respektlos neu. Der Prototyp der
Menschheit ist Adam, die Hauptrolle kommt jedoch einer Schlange zu, dem guten
alten "Luz", wie sie genannt wird. Der Leser wird durch die von König
inszenierten Dialoge - vornehmlich zwischen Luz und Gott, der nur als Stimme in
Fraktur in Erscheinung tritt - in eine ganze Reihe von Erwägungen zur
Schöpfung und dem Menschsein verwickelt. Und diese zeichnen sich durch ein
Maximum an Wort- und Bildwitz aus, der aufs Königlichste zu amüsieren weiß und
manchmal zum Nachdenken verführt.
- 31.03.2009
Manu Larcenet hat mit den bis jetzt zwei bei Reprodukt erschienenen Bänden von "Der alltägliche Kampf" wahrhaftig Eindruck geschunden.