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(Signierstunde)
von Frauke Freitag, 07. April 2006
Unser aktueller Bundestrainer Klinsi ist völlig verzweifelt: die deutsche Nationalmannschaft verliert 5:0 gegen die Mannschaft von den Malediven - und die hatten nur Flip-Flops an! Es muss etwas getan werden, wenn wir noch Weltmeister werden wollen!
Klinsi beschließt kurzerhand, die Mannschaft bei sich zu Hause zu trainieren - in den USA. Doch da der Weg bekanntlich das Ziel ist, ist dies schon mal die erste Übung für unsere wackeren Helden...
Steine in den Weg bekommen sie natürlich auch gelegt, und zwar von der PRGM (Polit-Rentner gegen Merkel) in Form von Gerhard, Joschka und Otto. Die würde es nämlich gewaltig fuchsen, wenn ausgerechnet unter der Kanzlerin Merkel Deutschland Fußballweltmeister wird. Und so denken sich die Herren alles Mögliche aus, um Olli, Michi, Poldi, Kevin, Schweini und Co nicht zu einer guten Form kommen zu lassen.
Kurz vor Schluss hält Klinsi auf einer Pressekonferenz sogar noch ein Wort der Kritik für uns bereit: als Erklärung, warum er so lange in der Kabine war (er musste Angela und Gerhard eine Standpauke halten), antwortet er, dass er, in aller Bescheidenheit, das Land vor dem Untergang bewahrt habe, "ein Land voller Kleinkrämer, Neider und übellauniger Besserwisser". Ja holla, mit so etwas hätte man gar nicht gerechnet.
Am Ende siegt dann zumindest der ehrliche Sportsgeist, und trotzdem hält das Team von Klinsi in Not noch eine faustdicke Überraschung für uns bereit.
Eckart Breitschuh ("Lindenstraße"-Comics) schafft es mit wenigen Strichen, schon fast karikierend, unsere Promis zum Leben zu erwecken; man erkennt immer, meistens amüsiert, wer dargestellt werden soll. Trotz kleinerer, oftmals guter Gags in den Zeichnungen scheint er aber ziemlich unter Zeitdruck gestanden zu haben. Die Bilder haben meist keinen oder nur einen einfachen Hintergrund, sind manchmal doppelt zu finden (natürlich mit einem anderem Text) und machen den Eindruck, als seien sie locker-flockig aus der hohlen Hand entstanden. Das stört nicht; ein optisches, mühselig ausgearbeitetes Meisterwerk darf man aber nicht erwarten.
Es ist auch verständlich, denn Eile ist geboten. Zeit ist der größte Feind dieses Comics. Wie schnell kann er sich überleben (ich sag' nur 0:4 Deutschland:Italien; und wie gerade bekannt gegeben wurde ist Jens Lehmann und nicht Oliver Kahn Torhüter bei den WM-Spielen 2006) und spätestens nach der Weltmeisterschaft wird er nur noch Nostalgiecharakter haben und eine Momentaufnahme der deutschen Fußballgeschichte sein. Aber bis dahin (und für Vollblut-Fans darüber hinaus) ist er ein ideales Geschenk für alle Fußballbegeisterten.
Klinsi in Not
Agon Sportverlag (mehr zum Comic)
Text: Thomas Kilchenstein, Jan Christian Müller (beide Sportredakteure bei der Frankfurter Rundschau)
Zeichnungen: Eckart Breitschuh
80 Seiten, komplett farbig, Hardcover; 9,95 Euro
ISBN: 3897842793

Interview mit Zeichner Eckart Breitschuh zu Klinsi in Not
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Der Eidalon-Verlag hat vor kurzem sein Programm aufgesplittet - Manga für das jüngere Publikum erscheinen weiterhin dort, während die "anspruchsvolleren" Comics wie Queen & Country oder Courtney Crumrin nun durch das Unterlabel Modern Tales verlegt werden. Und obwohl Love as a Foreign Language vom Zeichenstil asiatisch angehaucht ist, hat es durchaus seine Berechtigung, dass er bei den modernen Geschichten erscheint - man darf sich nämlich nicht von dem kitschigen Titel der Serie täuschen lassen.
- 12.09.2006
Eines vorweg: Affentheater ist einer der
unkonventionellsten aber brillantesten Comicbände der jüngsten Vergangenheit.
Und er ist vor allem eines: Geschmackssache. Mir jedenfalls hat er extrem viel
Spaß gemacht, weshalb ich jedem nur empfehlen kann, sich unbedingt selbst ein
Bild zu verschaffen.
- 01.07.2009
Endlich finden auch die Chaotencops Spoon & White bei Finix ein neues Zuhause. Die Funnyserie, die mit allerlei Zitaten aus Popkultur und feinem, frankobelgischem Humor aufzuwarten weiß, ist eine Schöpfung der beiden Comicveteranen Jean Léturgie und Yann, für die Zeichnungen erhalten die beiden Unterstützung von Jeans Sohn Simon Léturgie.
Mit Comics zu bekannten Filmen und TV-Serien ist es ja immer so eine Sache. Nur in den seltensten Fällen erreichen sie eine ähnliche Qualität wie ihre Vorlage, meist sind sie uninteressant und uninspiriert, weil die kreativen Grenzen, in denen sich Autoren und Zeichner bewegen müssen, allzu eng gesteckt sind. Dass ausgerechnet ein Comic zur Muppet Show hier eine Ausnahme darstellen würde, stand nicht zu erwarten.
Über die polnische Comicszene weiß ich nicht besonders viel – eigentlich nur, dass sie existiert. Bekannt ist, dass es ein jährliches Comicfestival in Lodz gibt und eine Reihe von Comicverlagen, bei denen auch schon Werke des einen oder anderen deutschen Künstlers, wie Mawil oder Sascha Hommer, publiziert wurden.