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Comic-Kalender
- Winterthur (CH): Vernissage 'Feindgebiet'
10.02.2012
(Ausstellung) - Berlin: Signierstunde mit Anke Feuchtenberger, Birgit Weyhe u. Jul Gordon
11.02.2012
(Signierstunde) - Köln: Daniel Schreiber signiert
15.02.2012
(Signierstunde)
von Thomas Kögel Donnerstag, 06. April 2006
"Seminarkabarett-Comic" steht auf dem Umschlag. Drei Begriffe, die auf den ersten Blick unvereinbar scheinen. Dass "Seminar" und "Kabarett" zusammengehen können, beweist der Steyrer Bernhard Ludwig seit 1992 auf diversen Bühnen. Der gelernte Psychologe machte aus einem sexualtherapeutischen Seminar ein erfolgreiches Kabarettprogramm, das inzwischen auch als Kinofilm gezeigt wird. Der besondere Kniff bei jeder Vorführung: Das Publikum wird nach Geschlechtern getrennt, auch soll man möglichst nicht neben Freunden und Bekannten sitzen. Denn die Zuhörer sollen mit Summgeräuschen auf Ludwigs Fragen antworten und so unbefangen wie möglich sein. Der gleichermaßen komische wie erhellende Effekt dieser Publikumsbefragungen fällt natürlich bei einer Comicadaption flach. Kann der Transfer ins Medium Comic trotzdem gelingen?Das Experiment ist also geglückt, die Mischung aus Humor, Wissenschaft und Comic macht Spaß. Und wer behauptet, dass das Thema uninteressant sei, ist sowieso ein Lügner.
Anleitung zur sexuellen Unzufriedenheit
Ueberreuter
von Bernhard Ludwig, Comicadaption von Günther Payr
Zeichnungen: Tim Jost
80 Seiten, s/w, Hardcover; 14,95 Euro
ISBN: 3800071576
Auch auf englisch erschienen (A Guide to Sexual Misery)
ISBN: 3800071797

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Einen großen literarischen
Klassiker in ein anderes Medium zu transportieren ist nicht immer leicht.
Gerade Comickünstler, die ja unbebilderte Romane grafisch zum Leben erwecken
müssen, laufen immer Gefahr, dass die Inhalte, die Atmosphäre und die
Intentionen, die der Schrifsteller sich ursprünglich ausgedacht hat, durch eine
Adaption in Comicform nicht korrekt erfasst oder gar trivialisiert werden. Auf
der anderen Seite steht die Gefahr, dass am Ende ein Comicwerk entsteht,
welches sich zu sklavisch an die Vorlage hält, der Künstler also nicht mutig
genug ist, dem Stoff genügend Eigenständigkeit als Comic einzuräumen.
- 20.09.2010
Autor und Zeichner Jeff Lemire entführt uns im ersten Band seiner Trilogie in die tiefste Provinz Kanadas, genauer gesagt nach Essex County. Dort lebt der zehnjährige Waisenjunge Lester nach dem Tod seiner Mutter auf der Farm seines Onkels. Doch die Beziehung zwischen den beiden verläuft nicht gerade optimal. Lester, der stets in Superheldenmontur mit Cape und Maske unterwegs ist, flüchtet sich in Fantasien, um so die Einsamkeit und das Unverständnis des noch fremden Onkels hinter sich zu lassen.
- 18.10.2010
Während die Produktion von wissenschaftlichen Büchern über Comics in Amerika floriert, existiert auf dem deutschen Markt nur sehr wenig Literatur über die neunte Kunst. Verleger Christian A. Bachmann möchte das mit seinem gleichnamigen Verlag ändern und hat sich dazu mit Batman und dem Wissenschaftler Lars Banhold für ein recht dynamisches Duo entschieden, das pünktlich zum zweiten Batman-Film von Christopher Nolan bereits in die zweite Auflage geht. Der Band ist kein bloßer historischer Abriss über den Comic-Superhelden Batman, sondern vielmehr eine interessant zu lesende, wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Konstruktion eines Helden.
- 02.10.2008
Zuerst sieht alles ganz putzig aus: Eine junge Frau empfängt einen
jungen Herrn, einen Prinzen, und bei einer Tasse Kakao findet eine
zarte Annäherung statt. Die Figuren sehen niedlich aus, als wären sie
Märchenbüchern für Kinder entsprungen, sie sind in fröhlichen Farben
koloriert. Doch bald löst sich der Raum um sie herum auf, sie müssen
fliehen und ein großes Splashpanel zeigt dem Leser, in welcher
Behausung die netten Wesen gelebt haben: Sie sind winzig kleine
Gestalten, und sie kommen aus dem Körper eines kleinen toten Mädchens
gekrochen. Wie Gulliver liegt dieses Mädchen am Boden, im Vergleich zu
den kleinen Lebewesen wirkt es wie ein Riese.
- 17.12.2009
Um es gleich vorweg zu sagen: Eine erstklassige Graphic Novel! Emmanuel
Lepage hat nicht nur ein außergewöhnliches Thema aufgegriffen, sondern
auch eine fantastische Erzählweise gefunden. Muchacho erzählt
die Geschichte des jungen angehenden Priesters Gabriel im
revolutionären Nicaragua von 1976, kurz vor dem Umsturz der Diktatur
des Familienclans der Somozas und dem Sieg der Sandinisten 1979.
Gabriel de la Serna stammt selber aus einer der Familien, die dem
Somoza-Regime nahe stehen. In ein Dorf geschickt, um in der dortigen
Kirche ein Wandbild zu malen, wird er mit dem prallen Leben der
einfachen Menschen konfrontiert: verführerische Frauen, Träume und
Hoffnungen der Dorfbewohner, Repression durch die Guardia Somozas und
die heimliche Organisation des gewaltsamen Widerstands.
- 08.11.2008