| Supreme Power 3 |
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| Geschrieben von Frauke | |||||||
| Samstag, 18. März 2006 | |||||||
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Grund genug, mein Misstrauen gegenüber Superheldencomics zurückzudrängen und mich an eine weitere Kooperation von ihnen zu wagen. Und die ist selbst für Superman-Skeptiker so gut gelungen, dass ich auch bei Sammelband 3 immer noch dabei bin. Ein Junge mit übernatürlichen Kräften wächst bei Pflegeeltern auf und rettet als Erwachsener die Welt - bzw. zumindest die USA, denn für diese Regierung ist unser Protagonist tätig. Wem kommt diese Geschichte nicht zum großen Teil bekannt vor? Kein Wunder, ist Marvels Hyperion doch das Gegenstück zu DCs Superman. Die Superkräfte wie Unverwundbarkeit, gesteigerte körperliche Kraft, Schnelligkeit, Reflexe u.ä. ähneln sich ebenfalls deutlich. Dabei ist Supreme Power nicht die erste Serie, in der Hyperion auftaucht. Seine Figur wurde schon des öfteren bei Marvel behandelt. Bürgerlich heißt unser Held Mark Milton. Supreme Power erzählt von einem Superhelden, der eine Sinnkrise erlebt. Er wurde von der US-Regierung, für deren Aufgaben er seit Kindheitsbeinen an geformt wurde, ob seiner außerirdischen Herkunft belogen. Nun will er nicht mehr als das willenlose Werkzeug einer Regierung benutzt werden und steigt kurzerhand aus - die Jagd beginnt. Man will ihn unbedingt zurückhaben. Mark ist auf der Suche nach einem Sinn im Leben, nach dem Grund für sein Dasein auf der Erde. Wie sehr erträgt man selber und die normalen Menschen die Wahrheit? Wie viel Macht kann jemand haben, bevor er größenwahnsinnig wird? Wie groß sind die Verlockungen dieser Macht, der sich niemand entgegensetzen kann? Glaubhaft erzählt Straczynski von der Zerrissenheit und den Zweifeln, von dem Kampf um ein normales Leben und der Ausgrenzung, die man als ein von der Norm Abweichender erlebt. Zwischendurch blitzen auch gerne und immer mal wieder allgemeine gesellschaftskritische Ansätze durch. Dabei wird auch die Geschichte selber vorangetrieben. Aus dem Raumschiff, mit dem Mark als Baby auf der Erde gelandet ist, wurde von der Regierung Material entfernt und damit an Menschen Versuche durchgeführt, welche dadurch ebenfalls besondere Kräfte erhalten. Dummerweise drehen einige durch, und so ist Mark mit seinen Kumpels Nighthawk und Blur auf der Jagd nach dem Massenmörder. Diese Episode, die Erkenntnis, dass skrupellose Tests an Menschen durchgeführt wurden, schürt seine Ablehnung und sein Unverständnis über das Verhalten der Regierung noch mehr. Als er immer wieder gedrängt wird, zurückzukehren, setzt er am Ende dieses Bandes ein mit einem Beispiel seiner Macht untermauertes Ultimatum: entweder er wird in Ruhe gelassen - oder die Menschheit wird die Konsequenzen davontragen müssen. Spannend sind auch die Nebengeschichten, die alle zum großen Ganzen gehören: da gibt es Prinzessin Zarda, die dem erstaunten Mark eröffnet, dass ihnen beiden vorherbestimmt ist, die Erde zu beherrschen; und auch bei Joe, ebenfalls ein mit besonderen Kräften gesegneter Mann, der loyal in den Diensten der Regierung zu stehen schien, entwickelt sich durch sein Interesse an einer geheimnisvollen blauen Frau aus dem Meer eine sehr interessante Geschichte. Panini bewirbt diesen Band übrigens mit "Das dritte und letzte Anfangskapitel der Squadron Supreme-Saga". Mit dem Sammelband (bzw. den insgesamt schon drei Sammelbänden) hat man auch erstmal ordentlich was zu lesen und ist nicht nach fünf Minuten durch. So lange sich Superheldencomics auf eine Geschichte konzentrieren und nicht zum Selbstzweck geraten, lasse ich mir dieses Genre gerne gefallen. Supreme Power zeigt, wie man so etwas anstellt. Gute, kurzweilige Unterhaltung, und die Augen bekommen auch noch was ab. Prima. Nur eins noch, liebe Panini-Redakteure: wie kommt es, dass nun "Künstler" überall als "Autoren" angepriesen werden, auch bei Euch? Autoren waren doch früher die, die eine Geschichte geschrieben haben, oder? Supreme Power - Sammelband 3 MAX Marvel Deutschland (Panini) Text: J.M. Straczynski Zeichnungen: Gary Frank 148 Seiten, Softcover, komplett farbig; 16,95 Euro ![]()
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Wir kennen das alle. Kaum ist man zu Hause, prompt wird in den
Nachrichten gesagt, dass es nun Weltfrieden gibt, jeder in Saus und
Braus lebt und der Hunger in der Welt de facto gegessen ist.
Schließlich wacht man doch auf und merkt, dass man wieder einen
dieser hyperrealistischen "Was wäre, wenn"-Träume hatte, die die Welt
auf den Kopf stellen.
Nach dem recht gelungenen Einzelband Point Blank liegt mittlerweile auch der erste deutschsprachige Sammelband der
Wildstorm-Serie Sleeper vor, eine Reihe, die bestimmte Personen aus Point
Blank tangiert und auf Geschehnisse daraus aufbaut, respektive fortführt.
Trotzdem lässt sich Sleeper auch ohne Mühe losgelöst von seiner „Prolog-Story“ genießen.
Ausgeschrieben heißt dieser Comic eigentlich "Tarot - Witch of the Black Rose Band 1: Hexenkrieg" und ist das Ergebnis, wenn Jim Balent, langjähriger Zeichner von Catwoman (1993-1999) und einiger Ausgaben von Purgatori, Lobo u.a. seine selbstgeschriebene Serie umsetzt.
Für diese Miniserie hat Marvel-Chefredakteur Joe Quesada selbst zu
Stift und Papier gegriffen und die Story sowohl geschrieben als auch
gezeichnet. Offenbar hat er dabei den Zeitaufwand gewaltig
unterschätzt, denn die Erscheinungsweise der Einzelhefte in den USA war
katastrophal: zweieinhalb Jahre lagen zwischen dem ersten und dem
sechsten Heft, was man wahlweise peinlich, lustig oder unprofessionell
finden kann.
Dass Comics inzwischen an den Hochschulen angelangt ist, ist nichts Neues mehr. An vielen Fakultäten, die sich mit Illustration, Design und ähnlichem beschäftigen, werden Comics gemacht. Künstler halten Seminare, Comics werden als Diplomarbeiten abgegeben, Anthologien werden veröffentlicht. Ein Großteil dieser Comics aus dem Hochschul-Umfeld trägt mehr oder weniger bewusst das Label Kunst vor sich her. Das Ergebnis ist dann oft interessant anzuschauen, aber inhaltlich gerne so verrätselt, dass sich Lesevergnügen eher nicht einstellt. Bei Strichnin ist das anders.
