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(Signierstunde)
von Frauke Freitag, 20. Januar 2006
Das zuerst auf ein Heft geplante Heft wurde im letzten Moment auf zwei Teile aufgesplittert, da die Anzahl der Beiträge zu groß wurde. Nun sind es insgesamt 128 qualitativ und stilistisch sehr unterschiedlicheSeiten geworden.
Der originelle Name mit Anspielung auf einen deutschen Mangaverlag macht einen sympathischen ersten Eindruck - Witteks Cover mit den etwas eklig anmutenden zerlaufenden Spiegeleieraugen, das auch auf dem "Heftich"-Plakat abgebildet war und ja eigentlich zum Kauf anregen soll, wirkt dem allerdings entgegen. Pattsituation. Im Heft selber erfährt dann der Manga-Laie, dass eine Illustration von Suehiro Maruo aus "Planet of the Jap" Vorbild war, die auch abgebildet wird. Okay, Versöhnung. Der Manga klingt interessant.
Umso deutlicher unterscheiden sich dann andere Beiträge davon. Es scheint, als ob vorher nicht so ganz klar war, ob Tokyo Punk nun tatsächlich eine Auseinandersetzung mit Mangaelementen werden sollte oder eher ein albernes Spaßprojekt, bei dem man sich über Mangaklischees lustig macht und einfach mal ein paar große Augen in eine sinnfreie Aneinanderreihung von Bildern reinzeichnet, um thematisch zum Magazin zu passen. So gibt es also beide Arten, und einige Beiträge kommen einem einfach nur hingerotzt und schnell zusammengeschludert vor. Das irritiert dann doch erheblich in Anbetracht der engagiert wirkenden redaktionellen Arbeit.
Die Harry-Potter-Hommage (nennen wir es mal so) von Till Laßmann und "Die Taktik der zwei Tannenzapfen" (Olli Ferreira und René Roggmann) haben durchaus auch ihren Charme.
Insgesamt nicht Fisch, nicht Fleisch. Eine innovative Idee, bei der einiges verschenkt wurde, bei der es aber auch einige Neuentdeckungen gab. Eine inhaltlich einheitlichere Form hätte dem Projekt gut getan. Nicht, dass sinnlose Comics keine Existensberechtigung hätten - aber nach der Werbung und dem Vorwort hatte zumindest ich mir etwas anderes versprochen, und so war ich mitunter ein wenig enttäuscht ob der Möglichkeiten, die man erahnt hat, die aber teils nicht wahrgenommen wurden.
Sicherlich sind die insgesamt 128 Seiten dank ihrer Highlights aber die 6,- Euro allemal wert.
Zu bestellen im Freibeutershop, dem Onlineshop für die Comics der Kleinverlage.
Tokyo Punk!
Initiative Comic Kunst e.V. (INC)
128 Seiten (verteilt auf 2 Hefte), schwarz-weiß, DIN A5, kopiert; 6,- Euro
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