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(Signierstunde)
von Frauke Donnerstag, 01. Dezember 2005
Die Ermittler finden schnell heraus, dass die Insekten eine symbolische Bedeutung haben. Und auch eine zur Aufklärung gern gesehene Gemeinsamkeit der Opfer kristallisiert sich heraus. Dies alles führt die Gruppe unerwarteterweise in klerikale Kreise.
Doch das ist nur die vordergründige Geschichte. Weitaus interessanter ist, dass Yasmines Vater einem Geheimbund anzugehören scheint, der in die Morde verstrickt ist... Und er ahnt eine Gefahr für seine Tochter, denn er hält sich nicht mehr an die Regeln dieser Gesellschaft. Wie ernst es wird, merkt Yasmine, als sie im Haus der eigenen Familie angegriffen wird und nur durch eine zunächst unbekannte dritte Person ihr Leben behält.
Immer mehr vermischen sich Berufs- und Privatleben. Yasmine verliert zunehmend die Kontrolle und sie kann nur noch hilflos zuschauen, wie ihr Fundament aus scheinbar sicheren Fixpunkten in ihrem Leben auseinanderbröselt.
Dies alles hört sich vermutlich einigermaßen spannend an - ist es aber leider nicht wirklich. Die interessante Grundidee, über den Serienmörderplot eine geheimnisvolle Familiengeschichte drüberzulegen, bei der Vater und Tochter zuerst anscheinend auf verschiedenen Seiten stehen, geht völlig unter in dem Chaos dieses Bandes. Die Geschichte drängt nach vorne, hat aber viel zu viele Handlungslücken, die mich mehr als einmal daran zweifeln ließen, dass ich hier wirklich den ersten Band einer Serie lese. Gerade bei einer Serienmörderjagd, wie sie hier auf den ersten Anschein im Mittelpunkt steht, sollten die Schlüsse, die die Protagonisten ziehen, zumindest einigermaßen nachvollziehbar sein. Hier geht alles hopplahopp, und man fühlt sich als Leser irgendwo zwischen überrumpelt bis bevormundet.
Ich weiß nicht, was der Autor Thierry Robberecht noch alles vorhat, dass er es in Die Fliegen so eilig hat, aber die Handlung hätte man guten Gewissens auf zwei Bände aufteilen und mit mehr Hintergrund erzählen können.
Bei der deutschen Bearbeitung liegt einiges im Argen. Die Schriftart des Letterings ist meiner Meinung nach nicht so geschickt gewählt und die Rechtschreibfehler springen einem ins Auge. Die Übersetzung kommt an manchen Stellen recht verkrampft rüber und liefert eindeutig zu viele Ausrufezeichen mit.
Ich wünsche der Serie, dass der 2. Band nahbarer wirkt und sein Tempo etwas zügelt, damit wir hinterkommen. Der Ansatz ist an sich gut und spannend, wenn nicht... ja, es gibt viele wenns. Hoffen wir auf das Beste. Es wäre schade, wenn ein so schönes Artwork und eine vielversprechende, geheimnisvolle Idee weiterhin untergehen würde in einem Wust von hektischen, unverständlichen Vorkommnissen wie hier geschehen. Und etwas mehr Sorgfalt bei der Übersetzung und dem Lektorat würde dem Eindruck des 2. Bandes sicherlich auch gut tun.
Übrigens sei der sensible Leser gewarnt: in Der Feind 1 gibt es sowohl Nackt- als auch Leichendarstellungen.
Der Feind 1 - Die Fliegen
Epsilon Verlag
Text: Thierry Robberecht
Zeichnungen: Alberto Pagliaro
Farben: Cosimo Lorenzo Pancini
48 Seiten, farbig, Softcover; 10,- Euro
ISBN: 3937898166

Bildquelle: Epsilon Verlag
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Wer kennt das Paar nicht? Der Kleine und der Dicke, alias Asterix und Obelix. In ihrem neuen Abenteuer "Gallien in Gefahr" teilt Albert Uderzo Seitenhiebe in Richtung des Superhelden-Genres aus. Die charakteristische Eigenständigkeit seiner beiden Helden scheint ihn schon lange nicht mehr zu interessieren.
- 25.02.2006
Es sind gute Zeiten für Freunde franko-belgischer Comicalben. Die Durststrecke vergangener Jahre ist vorbei, das Angebot an neuer Comicware aus Frankreich ist so groß wie lange nicht mehr. Nach den erfolgreichen Neugründungen Bunte Dimensionen und Splitter reiht sich nun ein weiterer Verlag ein, um franko-belgisches Material an den Mann zu bringen. Der Piredda Verlag, gegründet vom ehemaligen ZACK-Chefredakteur Mirko Piredda, führt einerseits Reihen fort, die andere Verlage aufgegeben haben, bringt aber auch neue Serien auf den Markt. Die erste davon ist Allein.
- 27.10.2008
Da man auch bei Ehapa feststellen musste, dass man
frankobelgische Alben nicht mehr unbedingt so leicht an den Mann bringen kann
wie noch vor einigen Jahren und einen erheblichen Einbruch erlitt, versucht man nun, solches Material behutsam wieder lukrativer
zu machen. Offenbar geht man aber nicht den Weg von z.B. Carlsen, Comics im verkleinerten Format
Mit der Pitt Pistol-Gesamtausgabe bietet sich Comiclesern
jetzt die Gelegenheit, sich einen echten Klassiker in einem sehr schön
gestalteten Buch komplett zuzulegen. Pitt Pistol ist die Comicserie, die die
erste längere Zusammenarbeit von René Goscinny und Albert Uderzo - einige Jahre,
bevor die beiden den legendären Kulthit Asterix entwickelten und über lange
Zeit betreuen sollten.
"Dies ist die Geschichte eines trauernden Fotografen, einer Werkstatt
voller Erinnerungen, eines wichtigen Buches und vom lieben Augustin..."
Passende Klappentexte sind eine Kunst für sich, und im Falle von "Kostbarkeiten" darf man das Unternehmen einmal als gelungen betrachten. Der dritte Band der Reihe Le combat ordinaire
von Emmanuel Larcenet hat tatsächlich einiges zu bieten. Um Väter und
Söhne geht es, um die Natur und ums Erwachsenwerden, den Preis des
Krieges, Sinn und Unsinn der Psychoanalyse, Mütter und Brüder, Eulen
und Hackbraten und Dockarbeiter und Korken und Beziehungen und ... na
ja, den lieben Augustin eben.