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von Thomas Kögel Donnerstag, 09. September 2010
Es geht, zumindest vordergründig, ums Schwimmen in Der Geschmack von Chlor. Ein junger Mann beginnt auf Rat seines Krankengymnasten, einmal die Woche ins Hallenbad zu gehen und dort seine Bahnen zu ziehen. Viel Spaß macht ihm der Sport in der steril-kalten Schwimmbad-Atmosphäre nicht. Das ändert sich erst, als er eine junge Frau kennenlernt, die sich im Gegensatz zu ihm sehr elegant und sportlich durchs Wasser bewegt. Die beiden kommen sich näher, sie zeigt ihm ein paar Schwimm-Tricks und ab sofort freut er sich auf seinen wöchentlichen Besuch im Bad.
Es ist sicher kein Zufall, dass der Künstler ein Schwimmbad als Handlungsort gewählt hat. Beim Schwimmen ist man meist für sich allein, spricht kaum und hat viel Zeit, andere zu beobachten. Man trägt fast keine Kleidung am Leib, hinter der man sich verstecken könnte. Und man bewegt sich in einem Element, für das der Mensch eigentlich nicht geschaffen ist. Ein alltäglicher Ort also, an dem aber fast alles anders ist als im restlichen Alltag.
Weil so wenig gesprochen wird, hat man hat die gut 130 Comicseiten sehr schnell gelesen und ist vielleicht zunächst enttäuscht, dass die Geschichte so undramatisch verläuft. Aber indem Vivès vieles offen lässt und oft nur Andeutungen macht, lässt er dem Leser viel Raum für eigene Interpretationen. Am Ende entscheidet man selbst, ob der Geschmack von Chlor ein süßer oder ein bitterer ist.
Der Geschmack von Chlor
Reprodukt, Juni 2010
Text und Zeichnungen: Bastian Vivès
144 Seiten, Softcover, farbig, 18 Euro
ISBN: 978-3-941099-48-7
Leise Alltagsgeschichte mit bemerkenswerten Zwischentönen
Abbildungen: © Bastian Vivès, Reprodukt
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Wenn Robert Crumb, Comiclegende und Urvater der Underground-Comix, nach
jahrelanger Funkstille wieder ein neues Werk vorlegt, ist das schon
etwas Besonderes. So besonders, dass das Album praktisch gleichzeitig
auf Englisch, Französisch und Deutsch erscheint. Das könnte freilich
auch damit zu tun haben, dass man hier keine eigene Übersetzung
anfertigen musste. Der Text liegt schließlich längst vor: Es handelt sich
um das Buch Genesis, die ersten 50 Kapitel des Alten Testaments.
- 02.12.2009
Vor mehr als zehn Jahren wurde in Frankreich die Idee eines äußerst
ungewöhnlichen und dennoch sehr erfolgreichen Comics geboren, der in
drei unterschiedlichen Epochen spielen sollte, der an seinem Ende über
300 Ausgaben zählen sollte und dessen Figuren als blutrünstige aber
dämliche Monster und (un)heldenhafte Enten konzipiert waren. Seit
diesem ursprünglichen Grundgedanken hat sich der Comic zu einer
regelrechten Hydra entwickelt, der mit jeder neuen Veröffentlichung ein
weiterer, grotesker Kopf wächst und so jeglicher Konzeption der Serie
trotzt. Die Väter dieser Idee waren die französischen Comic-Künstler
Lewis Trondheim und Joann Sfar und ihr Titel lautete Donjon. Im Hause Reprodukt erschien nun mit Donjon 6: "Der verlorene Sohn" der neuste Spross in der Donjon-Familie.
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Wie aus dem Nichts meldet sich nach langer Comicabstinenz einer der, auch international, renommiertesten deutschen Comicschaffenden eindrucksvoll zurück. Die Rede ist von Matthias Schultheiss, der vor allen in den 80ern seine große Zeit hatte und mit Alben wie Trucker, Die Haie von Lagos oder Die Wahrheit über Shelby für Furore sorgte. Sein fast 300 Seiten starkes Comeback, das als Splitter Book erschienene Album Die Reise mit Bill, wirkt wie ein Paukenschlag.
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Da Pinocchio bereits 2009 in Angoulême als „Bestes Album“ gewählt und 2010 in Erlangen mit dem Max-und-Moritz-Preis als „Bester internationaler Comic“ ausgezeichnet wurde, bedarf der Comic darüber hinaus nicht wirklich mehr des Lobs. Was man jedoch tun kann: Man kann versuchen, die Stärken des Werks etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Bei näherer Betrachtung fällt auf, das Winshluss sich mit Pinocchio sowohl erzählerisch als auch grafisch allen definitiven Aussagen entzieht und so neue Maßstäbe für den modernen Comic setzt.
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Im Jahr 1966 kündigt der junge
Künstler Hamaguchi seinen Job in einer Textilfabrik, zieht nach Tokio und und
wird einer der Assistenten des renommierten Mangakas Kondo. Doch auch im
Atelier des Sensei ist die Arbeit für einen Mangaverlag nicht unbedingt der
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lediglich tuschen, Hintergründe zeichnen oder Speedlines hinzufügen. Hinzu
kommt der Zeitdruck, wenn Deadlines eingehalten werden müssen.
- 13.07.2010