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(Ausstellung) - Berlin: Signierstunde mit Anke Feuchtenberger, Birgit Weyhe u. Jul Gordon
11.02.2012
(Signierstunde)
von Daniel Wüllner Donnerstag, 26. August 2010
Geboren in den großen amerikanischen Zeitungen fristet der Comic seit über hundert Jahren ein Dasein irgendwo in einer undefinierbaren Nische zwischen der Populär- und Hochkultur. In unserem neuen Jahrtausend sprießen zwar immer mehr Projekte, die darum bemüht sind, dem Comic seine alte Größe (sowohl vom Format als auch vom Ansehen) wiederzugeben, doch die Kultur des ganzseitigen Comics scheint verloren. Vom alternativen Kramer's Ergot 7 über DCs Mainstreamcomics in Wednesday Comics bis hin zu Dave Eggers eigenwilligem Zeitungsprojekt San Francisco Panorama werden Comicstrips auf Zeitungspapier gepresst ohne dabei eine natürliche Regelmäßigkeit zu erzeugen.
Obwohl die Comic-Connoisseure Armin Abmeier und Helmut Kronthaler bemüht sind, eine lückenlose Chronologie des Comicstrips von eben diesen Anfängen bis heute im Vorwort nachzuzeichnen und dabei auch unbekanntere Strips wie Naughty Pete ans Tageslicht zu bringen, wäre am Ende eine kurze Einführung in Le Monde Diplomatique und den Stellenwert der dort veröffentlichten Comics wünschenswert gewesen, um wirklich als Einleitung in den Band zu dienen.
Nicht nur das Format der Comics, sondern auch das teure Papier der Reproduktion machen Lust, in die Welt dieser Comics einzutauchen. Eine Welt bevölkert vom Who is Who der derzeitigen Comic-Avantgarde: Von Henning Wagenbreth und Max Anderson über Anke Feuchtenberger und Olivier Schrauwen bis hin zu Gipi und Amanda Vähämäki sind alle Nationen und Altersklassen vertreten.
Stellvertretend sei hier nur Hennig Wagenbreths Beitrag vorgestellt, dessen Texte, laut Autor, „maschinell hergestellt wurden“ und mit „'tobot-automatische Illustrationssysteme' illustriert“ wurden. Das Resultat spiegelt die Absurdität einer wirtschaftsorientierten Welt wider, in der „Jugendliche befürchten, Arbeitslose werden rückwärts über Steine stürzen“.
Le Monde Diplomatique: In 50 Comics um die Welt
Reprodukt, Mai 2010
Text und Zeichnungen: Diverse
Herausgeber: Karoline Bofinger
64 Seiten, farbig, Hardcover, 28,00 Euro
ISBN: 978-3-941099-45-6
Leseprobe
Ein äußerst ansehnliches Familientreffen der internationalen Comic-Avantgarde
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Paul Hornschemeier dokumentiert einen Besuch bei seinen
Eltern, während dessen er an einem Comic zeichnet, der ihm einfach nicht gelingen
will. Immer wieder verwirft er die Seiten und sieht sich mit der Frage
konfrontiert, wohin seine Geschichte um einen Jungen, der ebenfalls Paul heißt
und einen Zauberbleistift besitzt, eigentlich führen soll. Während seines
Aufenthaltes schweifen Hornschemeiers Gedanken aber auch immer wieder in seine
Jugend ab.
Was wäre, wenn Gott wirklich existierte? Und wenn er sich auf der Erde blicken lassen würde, nicht wie beim ersten Mal in Jesus Christus, sondern höchstpersönlich? Welchen Medienrummel würde er auslösen? Welche Zweifel an seiner Authentizität wecken, welchen Zuspruch hervorrufen, welche Gegnerschaft auslösen? Marc-Antoine Mathieu wirft diese Fragen auf und zeichnet einen genauso kurzweiligen wie intelligenten Comic. Auf höchst raffinierte Weise kultiviert Mathieu einen feinen ironischen Humor, der die Lektüre durchgängig zum Vergnügen macht. Und mich mit Spannung warten ließ, wie diese Geschichte wohl enden soll ...
Eines vorweg: Affentheater ist einer der
unkonventionellsten aber brillantesten Comicbände der jüngsten Vergangenheit.
Und er ist vor allem eines: Geschmackssache. Mir jedenfalls hat er extrem viel
Spaß gemacht, weshalb ich jedem nur empfehlen kann, sich unbedingt selbst ein
Bild zu verschaffen.
- 01.07.2009
In Ben Tanakas Leben läuft gerade nicht alles so, wie er es
sich vorstellt: Das Kino, das er leitet, wird kurzzeitig geschlossen, seine
Freundin Miko zieht alleine nach New York um sich beruflich weiterzuentwickeln und
von der der Beziehung eine Auszeit zu nehmen und auch seine beste Freundin, die
lesbische Studentin Alice, zieht es in den Big Apple. Für Ben, der seinem
Umfeld ohnehin mit Engstirnigkeit und Sarkasmus entgegentritt, Grund genug,
sich immer mehr in Pessimismus und Hoffnungslosigkeit zu verlieren.
Riad ist acht Jahre alt, lebt in Syrien und möchte gerne ein cimmerischer Krieger sein, so wie Conan der Barbar. Beim gemeinsamen Pinkeln stellt er fest, dass sein Pimmel anders aussieht als die seiner Cousins. Denn, so wird es ihm erklärt: "Du hast nicht wie wir das Rad der Schmerzen ertragen." Dies soll sich aber bald ändern, denn Riads Vater eröffnet ihm, dass auch er bald beschnitten werden soll. Was so eine Beschneidung genau ist, was dabei passiert und welchen Zweck sie erfüllen soll, erfährt Riad allerdings nicht. Er muss es sich also selbst zusammenreimen.