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von Marco Behringer Freitag, 30. Juli 2010
New York City, 1937: Die Brüder Jim und Dog Logan betreiben eines der besten Detektivbüros. Jim weiß, wie der Hase läuft. Doch alle Erfahrung und Fähigkeiten helfen ihm nichts, als eine reiche Frau namens Mariko Yashida im Büro auftaucht und mit ihr Jims schmerzhafte Vergangenheit. Nachdem sein unterbelichteter Partner von seiner Recherche nicht zurückkehrt, gerät Jim bei der Suche nach Dog immer tiefer in einen Strudel aus Gewalt und Erinnerungen.
Klingt nach einem typischen Wolverine-Plot - ist es auch. Moore bedient sich dabei nicht nur offenkundig bei The Maltese Falcon, sondern ebenso aus dem Wolverine-Repertoire - dem Dilemma, das sich aus dem Gegensatz zwischen seiner animalischen und der menschlichen Seite ableiten lässt: Unvereinbar stehen sich hier scheinbar Instinkt und Vernunft gegenüber. Mit diesem bekannten Erzählfundus schafft Moore durch episodenhafte Flashbacks eine Charakterskizze Logans, die seinen Werdegang zum Tiermenschen nachzeichnet, der im berauschten Zustand des Zorns seinem Instinkt freien Lauf lässt. Das überträgt er wiederum gekonnte in die Welt des Noir-Genres. So entpuppen sich die Frauen (Mariko und seine Jugendliebe Rose) als typische Femmes Fatales, wohingegen mit der hilfsbereiten Yuriko Oyama aber auch ein weiteres Frauenbild entworfen wird.
Düster, viele Schatten und wenig Farben. So lässt sich die stimmungsvolle Gesamtästhetik auf den Punkt bringen, die damit perfekt zur Noir-Atmosphäre passt. Smiths einzigartiger Strich besticht durch filigrane Linien und expressive Zeichnungen, die voll von verschnörkelten und oft fragmentarischen Ornamenten sind. Vor allem das genretypische Motiv des Gitters, das bereits im Film Noir die ausweglose Situation versinnbildlicht, sticht dabei ins Auge. Die Kolorierung von Rain Beredo hält sich dezent zurück. Sie weist teilweise Nuancen auf und erinnert an mit viel Wasser durchtränkte Aquarellfarben.
Mit Marvel Noir - Wolverine ist Moore und Smith eine dicht und spannend erzählte und grafisch stimmungsvoll inszenierte Geschichte gelungen. Natürlich kennt man die charakterliche Entwicklung Logans schon aus anderen Geschichten wie Wolverine - Origin. Trotzdem: Ohne ihre Superkräfte bekommt der Leser tatsächlich wie bereits in Marvel Noir - X-Men altbekannte Figuren in einem neuen Licht präsentiert. Der Reiz, der vom Noir-Genre ausgeht und die Möglichkeiten, die das Genre bietet, sind einfach unerschöpflich.
Marvel Noir: Wolverine
Panini Comics, April 2010
Text: Stuart Moore
Zeichnungen: C. P. Smith
Softcover mit Faltcover, 108 Seiten, farbig; 14,95€
22-seitige Leseprobe bei myComics
Dicht erzählte Noir-Adaption mit stimmungsvollen Bildern
Abbildung © C. P. Smith, der deutschen Ausgabe Panini Comics
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Als Autor John Layman mit seiner Idee von einem Cop, der mittels einer außergewöhnlichen Geschmacksbegabung die Geschichte und Herkunft einer jeden Speise erfahren kann, in der amerikanischen Comicverlagslandschaft hausieren ging, lehnte so gut wie jeder ab. Die Zurückweisung kam dem ehemaligen Wildstorm-Redakteur jedoch letztendlich zugute.
Die genretypische Verfolgungsjagd zu Beginn des Bandes signalisiert gleich die Veränderung: Das Batmobil, das den flüchtigen Gangstern im Nacken sitzt, hat nicht nur ein schnittiges Neu-Design, sondern fliegt – und im Inneren weist ein grimmiger Robin einen auffallend gesprächigen und relaxten Batman zurecht. Klar, haben wir es hier doch nicht mehr mit der langjährig gewohnten Besetzung zu tun, denn schließlich hieß es im Zuge des Mega- und Meta-Crossovers "Final Crisis" dank Steinfratze Darkseid 'Bye-Bye, Bruce Wayne' und somit ist eine neue Fledermaus in der Stadt: Ur-Robin und nun Ex-Nightwing Dick Grayson stülpte sich in Folge die Spitzohrmaske übers Haupt. Ihm zur Seite als mittlerweile fünfter Robin der Sohn seines verblichenen Mentors und Thalia al Ghul: Damian Wayne. Und den als schwierigen Fall zu bezeichnen ist so ziemlich untertrieben.
Aufgrund
der Terroranschläge vom 11. September 2001 wollte Erfolgsautor Neil
Gaiman (Sandman) kein Szenario zwischen Wolkenkratzern schreiben.
So vollzog er die literarische Flucht "nach hinten". Also ab in die
Vergangenheit! Bei Panini Comics ist im Frühjahr eine weitere
(Softcover-)Gesamtausgabe der von Kritikern und Publikum gleichermaßen
gefeierten Serie erschienen. Offensichtlich traf er mit seinem
eskapistischen Rückzug den Nerv der Zeit. Jedenfalls hat sich Gaiman mit
Andy Kubert (Wolverine - Origin) zusammengetan, um das vertraute
Marvel-Universum in das Jahr 1602 zurückzuverlegen.
- 15.08.2010
1967, die große Zeit der Flower Power. Jasper Brown, umjubelter Rockmusiker und Leadsänger der Queen Bees, verbrennt in seinem Schloss in Schottland. Offenbar Selbstmord, wie Scotland Yard feststellt. Doch Browns Freund, der Guru Indranath Ray, und die jamaikanische Reporterin Cassandra Jones haben berechtigte Zweifel an dieser These und fangen an, im Umfeld des totes Sängers zu recherchieren.