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von Benjamin Vogt Samstag, 14. August 2010
Nachdem Morgan als Sklave gefangen genommen wird und als Todeskämpfer in einer Arena antreten soll, sprengt er die Ketten und verhilft allen Mitgefangenen zur Freiheit. Beflügelt von diesem Erfolg beschließt er, so viele Männer wie möglich hinter sich zu sammeln, um einen Großangriff auf den sinistren Magier Deimos zu wagen. Dies ist letztlich die Geburtstunde des Warlord, eines US-Amerikaners, der als Fremder zur Legende wurde.
Mit The Warlord hält einer der großen Helden der 70er und 80er Jahre in deutschen Landen erneut Einzug, nachdem Ehapa dem Comic über längere Zeit einen Platz in der Sammelreihe „Die Großen Phantastic-Comics“ bot. Cross Cult präsentiert die Serie von Mike Grell nun als vorläufig auf sechs Bände angelegte Werkausgabe. Das erste Sammelwerk enthält neben den Nummern 1-10 der US-Serie The Warlord auch die achte Ausgabe des „1st Issue Special“, welches den frühesten Auftritt von Travis Morgan enthält, noch bevor dieser seine eigene Reihe erhielt.
Mutig hat der Verlag sich
entschlossen, The Warlord komplett in Schwarz-Weiß zu veröffentlichen. Das
Ergebnis dürfte allerdings auch den letzten Skeptiker überzeugen: Grells
ausdrucksstarker und von anatomischer Präzision beherrschter Strich gewinnt
durch die fehlende Kolorierung unheimlich an Kontrast und Detailschärfe. Gerade
die pompösen Doppelseiten zu Beginn jedes Kapitels sind ambitionierte
Kunstwerke, bei deren Betrachtung man sich schon beim ersten Durchblättern
überhaupt gar keinen Farbtropfen vorstellen mag.
Als jemand, der zum ersten mal The Warlord chronologisch und am Stück liest, war ich überrascht, dass mich die Stories, die ja bereits drei Jahrzehnte auf dem Buckel haben, immer wieder zum neugierigen, raschen Weiterblättern animieren konnten. Mike Grell baut mit Cliffhangern fortdauernd neue Spannung auf; und das obwohl die Abenteuer des Travis Morgan mit wenigen häufig wiederkehrenden Plotelementen auskommen. Als Amalgam aus Conan und Tarzan gerät der Warlord von einem unmöglichen Kampf in den nächsten und führt parallel die beinahe genauso komplizierte Schlacht, seinen Platz in Skartaris zu finden.
Aber auch wenn das kriegerische Gebahren der Hauptfigur, die begleitende Beschwörung der Warlord-Legende aus dem Off und die unvermittelten, nach stets ähnlichem Schema ablaufenden Kämpfe zuweilen ermüdend wirken, ist Grells Serie insgesamt fantastisch. Zeichnerisch sowieso, aber auch inhaltlich. Grell lässt seinen Charakter zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Wissenschaft und Wildheit wandern. Nicht nur emotional, sondern eben auch tatsächlich physikalisch. Das ist tolle Unterhaltung, jedoch mit nachdenklichen Zwischentönen.
Die angehängte Covergalerie ist
im Gegensatz zu den Comicseiten in diesem Band in Farbe gehalten, ebensowie der
bebilderte Redaktionsbeitrag von Jochen
Ecke, der hier sehr klug über Leben und Schaffen Mike Grells referiert.
The Warlord 1 -
Skartaris
Cross Cult, Juni 2010
Text und Zeichnungen: Mike Grell
224 Seiten, Hardcover, s/w (16
Farbseiten), 22 Euro
ISBN 978-3-941248-87-8
Brillante Werkausgabe mit
barbarischem Flair
Abbildungen: © Cross Cult















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- 06.09.2010
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