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10.02.2012
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11.02.2012
(Signierstunde) - Köln: Daniel Schreiber signiert
15.02.2012
(Signierstunde)
von Benjamin Vogt Montag, 05. Juli 2010
Das Album erzählt die Geschichte der Adria-Stadt Fiume, die im Jahr 1920 vom Dichter Gabriele D'Annunzio und seinen Gefolgsmännern annektiert wird. D'Annunzios Besatzung von Fiume ist eine Rebellion gegen das Abkommen der Pariser Verträge, nach denen Italien die Stadt abtreten müsste. Obwohl Fiume kurz darauf der Status eines unabhängigen Staates eingeraumt wird, führt D'Annunzio schließlich seinen Kampf fort, denn er will den Anschluss an das nach dem Krieg in Umstrukturierungen inbegriffene Italien.
David B. gelingt es auf hervorragende Weise, den europäischen Geist zwischen den beiden Weltkriegen in Wort und Bild einzufangen. Auf dunklen Wegen ist ein verstörendes, nicht einfach zu goutierendes Werk, bei dem es dem Leser durchaus auch mal schwerfällt, die historische Korrektheit von der stilistischen Überspitzung zu trennen. Als sicher scheint, dass der kahlköpfige, monokeltragende D'Annunzio eine befremdliche Persönlichkeit war, darüber hinaus scheint David B. in seinen Darstellungen durchaus zu Übertreibungen zu neigen: Als Wegbereiter für den späteren italienischen Faschismus und den deutschen Nationalsozialismus steht D'Annunzio als Sinnbild für die Fokussierung auf eine Führerfigur. Dennoch ist er kein Politiker, sondern Dichter. Ein Größenwahnsinniger, der die Weltrevolution plant und, während er aus einem Schädel Wein trinkt, futuristische Panzerzüge entwirft.
David B. gibt den
Commandante also ein gehöriges Stück der Lächerlichkeit preis. Eingebettet in
den Gesamtkontext dieses Albums relativiert sich das allerdings etwas, ist doch
all das Geschehen in Fiume irgendwie anarchisch und irrational. Die Stadt
befindet sich analog zu weiten Teilen Europas zu jener Zeit im Umbruch: Zwischen
den Raubzügen etlicher Straßenbanden, dem bunten Nachtleben und dem Festzug einer
Gruppe Aktivisten spinnt D'Annunzio seine Intrige gegen die Regierung und
besetzt eine völlig zerstreute Stadt.
Es ist die verwirrende Verarbeitung der Kriegsjahre, einer Zeit, in der auch der ehemalige Soldat Lauriano von seinem Kriegstrauma eingeholt wird. Jedoch schöpft er aus der Liebe zu Sängerin Mina neue Hoffnung. David B. arbeitet hier auf mehreren Ebenen und pendelt zwischen politischen, gesellschaftlichen, künstlerischen und persönlichen Themen. Das führt zu einem leicht wankelmütigen, unsicheren Gesamtgefüge, was bei einem komplexen historischen Comic wie dem hier vorliegenden nicht zwangsläufig negativ verstanden werden muss.
Grandios sind vor allem die grafischen Ideen und Spielerein in diesem Band. Neben der Vorliebe des französischen Zeichners für Kampfgetümmel, die immer wieder aufblitzt, setzt David B. auch erneut verstärkt auf Symboliken, die sich neben ausschweifende Sprechblasen drängen und zwischen den zittrigen Outlines der Zeichnungen mäandern.
Dies und die vielen kleinen sprachlichen Rafinessen machen Auf dunklen Wegen zu einem herausragenden Werk. Man darf gespannt sein auf die weiteren Alben dieser Reihe, die dann im Übrigen an anderen Schauplätzen spielen werden.
Auf dunklen Wegen – die Prologe und die Geister
Avant-Verlag, April 2010
Text und Zeichnungen: David B.
124 Seiten, farbig, 24,95 Euro
ISBN: 978-3-939080-41-4
Abbildungen: © Avant-Verlag















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Matthias Gnehms neuester Comicband ist ganz und gar nicht
einfach zu goutieren, und noch schwerer ist es dann, das darin Enthaltene angemessen
zu beschreiben. Denn der Züricher Autor und Zeichner hat sich mit Das
Selbstexperiment ein immens vielschichtiges Verwirrspiel erdacht, mit dem er
die Konzentration des Lesers aufs höchste fordert.
Treffen sich ein Franzose, ein
Brite, ein Amerikaner und ein Deutscher … Was sich anhört wie der Anfang eines
billigen Witzes, ist in knapper Zusammenfassung das Konzept von War and Dreams,
dem neuen Comic vom Kreativteam Maryse und Jean François Charles, die u.a
auch für India Dreams und Die Pioniere der neuen Welt verantwortlich
zeichnen.
Wobei die Handlung sich korrekterweise vielmehr genau darauf bezieht,
dass die vier unterschiedlichen Landsmänner im gehobenen Alter
eigentlich gar
nicht direkt aufeinandertreffen.
- 01.07.2010
In einer regnerischen Nacht geschieht ein schrecklicher
Unfall: Eine Familie ist mit ihrem Wagen gerade auf dem Weg ins Krankenhaus, da
bei der Mutter die Wehen eingesetzt haben, als ein Baumstamm, durch das
Unwetter entwurzelt, auf das Fahrzeug fällt.
- 07.08.2009
Das erste Comicalbum der Reihe Unter dem Hakenkreuz
porträtiert das Leben der Menschen in einer rheinischen Kleinstadt zu Zeiten
der sich in der Endphase befindlichen Weimarer Republik. Im Mittelpunkt der
1932 einsetzenden Handlung steht der Jugendliche Martin Mahner, der im
Gegensatz zu seinem Vater dem Aufstieg der Nationalsozialisten skeptisch bis
ablehnend gegenübersteht. Dann gibt es da noch Gunther, seinen besten Freund und
eigentlich eine politisch wenig interessierte Persönlichkeit. Martin, der kulturbegeisterte
Schüler, bekommt aber spätestens ab der Machtübernahme Hitlers 1933 hautnah mit,
dass sich die Windrichtung auch in seinem Heimatort gedreht hat: ein Boykott
jüdischer Geschäfte wird ausgerufen, SA-Männer kontrollieren die Straßen und
auch Gunther scheint an der Nazi-Ideologie zunehmend Gefallen zu finden. Am meisten
trifft ihn aber sicherlich die Tatsache, dass Katharina, die Tochter der neuen
Nachbarn, auf die Martin ein Auge geworfen hat, jüdischer Herkunft ist und
deswegen entsprechend in Gefahr lebt.
- 10.08.2009
Unter den argwöhnischen Blicken der ansässigen Bewohner lässt sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Gruppe von Zigeunern für einige Tage in einem Dorf im Norden Frankreichs nieder. Schnell freundet sich Antoine, ein junger Bergarbeiter, mit der attraktiven Zigeunerin Kheshalya an. Währenddessen versucht der Chef der Mine, die Anwesenheit der unliebsamen Roma für seine eigenen Zwecke zu nutzen und seine streikenden Mitarbeiter kurzfristig zu ersetzen.