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Comic-Kalender
- Winterthur (CH): Vernissage 'Feindgebiet'
10.02.2012
(Ausstellung) - Berlin: Signierstunde mit Anke Feuchtenberger, Birgit Weyhe u. Jul Gordon
11.02.2012
(Signierstunde) - Köln: Daniel Schreiber signiert
15.02.2012
(Signierstunde)
von Benjamin Vogt Sonntag, 27. Juni 2010
Gleich zu Beginn des Comics wird der Unterstützungstrupp der Republikaner, der sich in einem LKW auf dem Weg ins kleine Dorf Quimera befindet, von einer Granate getroffen. Einige sterben dabei, darunter auch ihr Anführer. Übrig bleiben lediglich sieben Personen, die sich ab sofort zu Fuß durchschlagen müssen.
Die Konstellation und die persönlichen Motive der Mitglieder dieser Gruppe bestimmen auch in großen Teilen die Dynamik in dieser Story. Unterschiedlicher könnten die Menschen in diesem Stück kaum sein: Der eine ist eigentlich Postbeamter, der andere Küchenhelfer, ein weiterer plant den großen Staatsstreich. Das Einzige, was sie eigentlich verbindet, ist das Hier und Jetzt - die Tatsache, dass sie sich schlecht ausgerüstet in einem Bürgerkrieg befinden, der für die meisten nicht einmal der ihres Heimatlandes ist.
Autor und Zeichner Andreas (richtiger Name: Andreas Martens) zeichnet ein pessimistisches Bild für seine multikulturelle Truppe vor. Von Anfang an werden Motive angezweifelt, Intrigen gesponnen und auf die Sinnlosigkeit des Unterfangens hingewiesen. Andreas' Figuren sind auch keine strahlenden Helden oder absolut überzeugte Soldaten in diesem Krieg, nein, sie sind offenkundig in eine konfliktreiche Situation geraten, an deren Auflösung sie in dieser Form nicht mitwirken können.
Unterstrichen wird die gnadenlose Chancenlosigkeit der Gruppe zum Beispiel auch durch Close-Ups der nationalistischen Soldaten, die der Deutsche Ernst (ein Mitglied der Gruppe) aus der Ferne ehrfürchtig erspäht. Oder durch das Verhalten des jähzornigen Amerikaners John, der sich von der Ausrüstung und der Disziplin des Feindes so imponiert zeigt, dass man unwillkürlich dessen Loyalität anzweifeln muss.
Es ist Andreas sehr gut gelungen, die Dynamik der sieben Hauptfiguren einzufangen. Es sind sieben Personen, die einander fremd sind und die in einer extremen Situation, auf sich allein gestellt, überfordert sind. Dass hier der spanische Bürgerkrieg als Hintergrund gewählt wurde, ist dabei weniger entscheidend, wie der Autor selbst im Anhang erwähnt, denn dieser dient nur als Vehikel, um eine auf die Figuren fokussierte Geschichte zu erzählen.
Das Ergebnis ist beeindruckend. Quintos ist ein hervorragendes Comicalbum, das mit perspektivisch stark inszenierten Bildern und einem spannenden interpersonellen Gefüge aufwarten kann. Auffallend ist aus meiner Sicht die permanent gestreute Verwendung von Zwiegeprächen. Immer wieder werden zwei Personen kurz separiert und führen unter vier Augen intensive Gespräche, sei es nun, weil sie nachts nicht schlafen können oder weil sie bei einem Waldlauf etwas zurückfallen. So darf quasi jeder mit jedem mal ein Pläuschchen halten, was für den Leser wünschenswert sein dürfte, denn durch die Dialoge erfährt man viel vom Privatleben der Gruppenmitglieder. Überdies sind sie brillant geschrieben.
So völlig beiseite wischen möchte ich die Wichtigkeit des historischen Kontextes übrigens nicht, denn in Quintos kündig sich subtil bereits das noch viel größere Unglück Europas an: der Zweite Weltkrieg. Auch aus diesem Zusammenhang heraus kann man diesen Comic also beurteilen.
Vorbildlich sind sicherlich die Aufmachung und die Ausstattung des Albums zu nennen. Finix hat sich für den zweiten Band seiner Edition Solitaire, in welcher ausschließlich Einzelalben veröffentlicht werden, wieder ins Zeug gelegt und dem Hardcovereinband Spotlackeffekte gegönnt,sowie neun Seiten redaktionellen Anhang. Abgedruckt werden hier neben Skizzen von Andreas auch ein informativer, mehrseitiger Artikel, eine Kombination aus Biografie, Bibliografie und Interview.
Leseprobe unter: http://www.finix-comics.de/vorschau/quintos_vorschau_1.html
Quintos
Finix Comics, Juni 2010
Text und Zeichnungen: Andreas
64 Seiten, Hardcover, 15,80 Euro
ISBN: 978-3-941236-27-1















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Der unermüdliche Pionier Jiro Taniguchi dringt erneut in schwer zugängliche Gefilde des Erzählens vor und erweitert wieder die Grenzen der Comicliteratur – im Buch Der spazierende Mann überaus gelungen.
Alles in allem verstörend. So oder so ähnlich würde
ich jemandem antworten, der mich nach einer Beschreibung zu Codex
Angélique fragen würde. Die im französischen Original in drei Alben
veröffentlichte Serie liegt in der Ehapa Comic Collection als All-in-One-Edition vor.
Wie bei einigen dieser Ausgaben zuvor gibt es auch bei dieser Licht
und Schatten zu konstatieren. Leider wird man des anfänglich recht
interessanten Settings recht schnell überdrüssig, spätestens wenn sich
die Handlung komplett in den Wirren von Mystik und Übersinnlichem
verstrickt.
Nach der sensibel erzählten Serie O'Boys überrascht der Autor Philippe Thirault mit einer sehr brutalen Comicserie, die Ehapa im „All in One“-Format auf Deutsch veröffentlicht (alle vier Teile der Originalausgabe sind hier versammelt). Um es gleich vorweg zu sagen: An dem Band werden sich die Geister scheiden. Traum von Jerusalem ist das zeichnerische Äquivalent eines Splatterfilms.
Magie, Religion, Mittelalter. Eine Kombination, die mehr als häufig in Comicserien bemüht wird. Vielleicht ist das auch einer der Gründe dafür, dass bei mir angesichts der neuen Reihe Missi Dominici mit der x-ten Abwandlung der genannten Themen eine gewisse Ermüdung vorherrscht.
- 07.09.2010
Ein Unwetter zieht auf. Unrasiert und deprimiert liegt Asterios Polyp in seinem Bett in einem schmuddeligen Apartment. Plötzlich kracht es fürchterlich, ein Blitz hat eingeschlagen und brennt das Zuhaue des 50-jährigen, desillusionierten Architekten nieder. Ohne Obdach und vom Regen durchnässt kauft sich Asterios vom letzten Bargeld ein Busticket in die Kleinstadt Apogee.