JoomCategories for JoomGallery
- Kategorie: 6. Akt: Der letzte Akt
- Kategorie: 5. Akt: Der Akt ohne Namen
- Kategorie: Chili oder Essen, das zweimal brennt
JoomGallery Stats for JoomGallery MVC BETA
- 1287
Aktuelle Rezensionen
Comicgate-Tweets
Comic-Kalender
- Buffy-Zeichner Franco Urru auf Signiertour
17.05.2012 - 25.05.2012
(Signierstunde) - Sulzbach-Rosenberg (Oberpfalz): Ächz, Seufz, Zack, Bumm ?!? - Literatur und C...
24.05.2012
(Ausstellung) - Düsseldorf: DoKomi
26.05.2012 - 27.05.2012
(Messe/Festival)
von Marco Behringer Freitag, 11. Juni 2010
Aber nun wird Marcel Schwob zur Hauptfigur in diesem Comic. Der Büchernarr wird von zahlreichen mysteriösen Ereignissen in Paris heimgesucht. Seine Bewunderung für das Abenteuer und das Verbrechen wird durch wahre Geschehnisse auf die Probe gestellt, als seine Freundin Monelle von dem stets maskierten Kapitän Scharlach auf dessen fliegendes Schiff entführt wird. Doch so leicht will Schwob nicht aufgeben.
David B. strickt einen herrlich amüsanten Plot, der eine Verbeugung vor dem Erzählen und dem Lesen ist. Die fanatische Hingabe an die Welt der Bücher und vor allem der viktorianischen Literatur ist in jedem Panel spürbar. Allein die Steam-Punk-Elemente wie der Zeppelin mit Maschinengewehr kann beispielhaft für die Hommage an diese Literaturepoche genommen werden. Schwobs Liebe für Abenteuerromane oder der phantastischen Literatur wie Robert Louis Stevensons Die Schatzinsel beziehungsweise Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde werden von David B. dabei mühelos in die Erzählung der Graphic Novel übersetzt.
Auch weitere literarische Reminiszenzen an Klassiker wie Alexandre Dumas' Der Mann in der eisernen Maske werden beispielsweise durch die Figur des Kapitän Scharlachs verkörpert und wie dessen rätselhafter Name gegen Ende aufgeklärt wird, macht Kapitän Scharlach zu einem vielschichtigen Verweiskomplex. Aber David B. fügt in seine phantastische Kriminal- und Abenteuergeschichte auch eine ordentliche Portion schwarzen Humor ein. Nicht zuletzt die anarchistische Grundhaltung der Piraten sorgt für einen satirisch-absurden Erzählton.
Doch damit nicht genug: Mit dem unkonventionellen Verhältnis von Schwob und der janusköpfigen Monelle, die zugleich Hure und Heilige zu sein scheint, sind in Kapitän Scharlach auch noch Elemente des Beziehungsromans enthalten, die in angemessener Kürze einfühlsame psychologische Charakterskizzen des ungleichen Paares liefern. Auch die Nebenfiguren sind beachtenswert. So verweist das ermittelnde Duo - der egozentrische und kalte Commisaire und sein Assistent Pélicain - augenscheinlich auf Arthur Conan Doyles Sherlock Holmes und Dr. Watson, womit wir erneut bei der viktorianischen Literatur angekommen wären.
Die Bilder von Kapitän Scharlach bestechen durch Guiberts individuellen Strich, der sich durch kräftig getuschte Linien auszeichnet. Dessen Zeichnungen sind dabei leicht reduktionistisch, weisen aber dennoch Details auf. Einmalig ist die flächige Aquarellfarbtechnik, die feine Nuancen durch Pinselspritzer und Verdünnung durch Wasser oder dem leicht übermalten Konturen erzeugt. Bemerkenswert ist auch das Spiel mit dem Licht, das Guibert mit genial einfachen beziehungsweise einfach genialen Mitteln erzielt - nämlich indem er sich beispielsweise auf einen Farbton konzentriert und diesen lediglich leicht variiert.
Kapitän Scharlach ist inhaltlich, erzählerisch und grafisch ein herrlich-amüsanter Comic, der durch die Vermischung von Abenteuer und Phantastik innerhalb eines historischen Rahmens eine Hommage an die viktorianische Literatur beziehungsweise an die Welt der Bücher überhaupt darstellt. Aufgrund der Verbindung von einfühlsamen Charakterdarstellungen und einem satirisch-absurden Humor sticht Kapitän Scharlach angenehm aus der überhandnehmenden Flut an Comicpublikationen heraus.
Kapitän Scharlach
avant-verlag, April 2010
Text: David B.
Zeichnungen: Emmanuel Guibert
Softcover, 64 Seiten, farbig; 19,95€
ISBN: 9783939080428
Facettenreiche phantastische Abenteuer-Satire mit künstlerisch einmaligen Bildern
Abbildungen © Emmanuel Guibert, der dt. Ausgabe avant-verlag















Neue Veranstaltung einsenden



Finix, der Verlag, der sich eingestellter bzw. nicht abgeschlossener Comicserien
annimmt und diese zu Ende bringt, hat sich mit Helden ohne Skrupel mal wieder
einen Titel ausgesucht, der viele Fans der vorherigen Alben freuen dürfte.
Bislang sind von dieser Reihe zwischen 2001 und 2003 elf Alben im Carlsen
Verlag erschienen, neben den regulären Nummern 1-8 gibt es eine Nullnummer sowie
die Ausgabe 5 in drei Varianten (5a - 5c weisen nicht nur unterschiedliche
Covermotive auf, sondern bieten auch alternative Enden). Erwähnenswert ist darüber
hinaus auch der Comic Die Weiße Tigerin vom selben Kreativteam, von dem bei
Schreiber&Leser seit 2008 vier Alben veröffentlicht wurden. Sie behandeln
die Vorgeschichte von Alix Yin Fu, einer Geheimagentin, die in Helden ohne
Skrupel eine wichtige Rolle spielt.
- 17.08.2009
Unübersehbar erleben die Piraten nicht nur auf den realen Meeren eine Renaissance, sondern auch im Comic. Beschränken sie sich auf der großen Leinwand auf die Fluch der Karibik-Filme, so kamen im Comicbereich allein in den letzten Monaten gleich mehrere neue Serien auf den deutschen Markt, welche die Segel setzen. Barracuda und Das Testament des Captain Crown sind nur die neuesten. Mit Isaak der Pirat oder An Bord der Morgenstern gab es auch schon einige Monate vorher Comics, welche einen neuen Blickwinkel auf die Piraten suchten. Das macht Unter Schwarzer Flagge ebenso und auf ganz eigene Weise.
"Schon wieder ein Indianer-Sezessionskrieg-Comic!" könnte man denken,
wenn man an die jüngsten Publikationen aus dem Hause Splitter denkt.
Neben dem Splitter Book Canoe Bay sind zusammen mit dem ersten Band der Serie Bravesland erst
vor kurzem zwei Comics erschienen, die sich mit dem
England-Frankreich-Indianer-Sezessionskrieg in der Kolonialwelt
Nordamerikas auseinandergesetzt haben. Mit Der letzte Mohikaner
liegt nun nicht nur ein weiteres Buch in der Splitter-Books-Reihe vor,
sondern ebenfalls eine weitere Arbeit, die sich diesem historischen
Thema widmet.
- 21.09.2010

Hört man das Stichwort Piraten, so fallen einem entweder die aktuellen
Ereignisse vor der Küste Somalias ein, oder jene Piraten, die wir aus
dem Kino kennen: die verwegenen Freibeuter der Meere, nur echt mit
Augenklappe, Holzbein und Papagei auf der Schulter. Die Piraten, von
denen Lewis Trondheim in seinem neuen Comicroman Insel Bourbon 1730
erzählt, gehören weder zur einen noch zur anderen Fraktion. Gemeinsam
mit dem Szenaristen Appollo versucht er ein realistisches Bild von der
Zeit zu zeichnen, als die große Ära der Piraterie zu Ende ging.
- 30.12.2008