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11.02.2012
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15.02.2012
(Signierstunde)
von Thomas Kögel Samstag, 03. April 2010
Fies' Erzählung entspannt sich vom Jahr 1939 (Weltausstellung in New York) bis 1975 (Ende des Apollo-Programms), ihr Protagonist ist der kleine Junge Buddy, der – diese künstlerische Freiheit hat sich der Autor erlaubt – in diesem Zeitraum nur geringfügig altert. Gemeinsam mit Buddy und seinem Vater erleben wir eine Ära, die (zumindest aus amerikanischer Sicht) geprägt war von enormen technischen und wissenschaftlichen Fortschritten, allen voran der Atomkraft und derRaumfahrt. Beides regte die Fantasie der Menschen an, von beidem erhoffte man sich Großes. Sowohl Buddy als auch sein Vater sind begeistert von den neuen Errungenschaften und den Möglichkeiten, die sich daraus ergeben, müssen jedoch im Laufe der Jahre erkennen, dass nicht alle Träume wahr wurden und viele Illusionen geplatzt sind wie Seifenplatzen.
Buddy tritt dabei als Ich-Erzähler auf. So bekommt die Geschichte zwar eine persönliche Färbung, bleibt aber trotzdem immer sachlich, nüchtern und faktenorientiert. In diesen Passagen könnte man Und wir träumten von der Zukunft mit Fug und Recht als Sachcomic bezeichnen – wären da nicht die eingeschobenen „Space Age Adventures“, ein Comic im Comic. Buddy liebt diese fiktive Comicheftserie, deren Held Commander Cap Crater mit seinem Sidekick Cosmic Kid auf dem Mond lebt und immer dann auf die Erde gerufen wird, wenn mal wieder Not am Mann ist und ein Superschurke wie der sinistre Dr. Xandra besiegt werden muss.
Die „Space Age Adventures“ geben dem Comic eine sehr schöne Metaebene. Die vier Ausgaben gehören jeweils zu einem anderen Jahrzehnt und spiegeln sowohl den jeweils aktuellen Stand der Technik (und der daraus sich ergebenden fantastischen Szenarios) als auch die Comicgeschichte mit ihren Trends und Entwicklungen. Im ersten Heft von 1939 sind Cap Crater und Cosmic Kid noch naive Handlanger der Regierung, während sich in der letzten Ausgabe (1975) ein desillusionierter Held von seinen Lesern verabschiedet, der sein Tun als sinnlos ansieht und aufgibt.
Und wir träumten von der Zukunft hätte noch deutlich interessanter werden können, wenn Fies etwas mutiger gewesen wäre und auch die dunklen Seiten jener Ära genauer beleuchtet hätte. Dass Kriege, Krisen und Konflikte nicht ganz unschuldig am Platzen vieler Zukunftsträume waren, wird zwar nicht verschwiegen, der Autor belässt es aber bei eher dezenten Hinweisen. Dadurch bleibt die Geschichte vom Technikboom doch recht banal und oberflächlich. Die Idee mit den „Space Age Adventures“ erweist sich letztlich als großer Glücksfall, denn sie wirken wie eine Flasche Tabasco, die einem eher fade schmeckenden Gericht die nötige Würze verleihen, so dass es letztlich doch sehr gut schmeckt.
Und wir träumten von der Zukunft
Knesebeck, Februar 2010
Text und Zeichnungen: Brian Fies
Hardcover, farbig; 208 Seiten, 24,95 Euro
ISBN; 978-3-86873-150-7

Mix aus Sachcomic, Graphic Novel und Meta-Comic, teilweise etwas bieder, aber insgesamt empfehlenswert.
Abbildungen: © Knesebeck
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Der Name Rich Koslowski dürfte in Deutschland weitgehend unbekannt
sein, dabei ist er in den USA seit Jahren eine feste, wenn auch nicht
besonders prominente Größe als Animator, Comiczeichner und -autor. Neben
Arbeiten für Archie Comics, Marvel und der selbst erschaffenen Comedyserie
Three Geeks, für die er 2003 den Ignatz-Preis erhielt, kreierte Koslowski auch mehrere Graphic Novels - eine davon
gibt es jetzt auch auf Deutsch.
- 12.09.2008
Einen großen literarischen
Klassiker in ein anderes Medium zu transportieren ist nicht immer leicht.
Gerade Comickünstler, die ja unbebilderte Romane grafisch zum Leben erwecken
müssen, laufen immer Gefahr, dass die Inhalte, die Atmosphäre und die
Intentionen, die der Schrifsteller sich ursprünglich ausgedacht hat, durch eine
Adaption in Comicform nicht korrekt erfasst oder gar trivialisiert werden. Auf
der anderen Seite steht die Gefahr, dass am Ende ein Comicwerk entsteht,
welches sich zu sklavisch an die Vorlage hält, der Künstler also nicht mutig
genug ist, dem Stoff genügend Eigenständigkeit als Comic einzuräumen.
- 20.09.2010
Ein Mann verlässt die Familienidylle, verstaut ein
Erinnerungsfoto sicher in seinem Koffer und verabschiedet sich rührend von Frau
und Kind, die er zurücklässt. Zuerst in einem Zug, dann mittels Schiff macht er
sich auf den Weg in ein neues Land; offenbar soll dieses neue Hoffnung und
Sicherheit für die zunächst in der Heimat verweilende Familie liefern, denn die
Heimat sieht sich der Bedrohung von bezackten Tentakeln ausgesetzt, die ihre
Schatten über die Städte werfen. Es fällt schwer, sich in der neuen Welt zu akklimatisieren,
schließlich ist sie von allerlei komischen Viechern bevölkert, die sich die
Menschen dort als Haustiere halten ...
Die Kurzbiografie des Ernesto Che Guevara ist in mehrerer Hinsicht etwas Besonderes, aber
auch mit Vorsicht zu genießen. Über 40 Jahre alt ist diese Graphic Novel,
1968 fertiggestellt. Das verleiht dem Comic die Exklusivität eines
engagiert komponierten, historischen Zeitdokuments. Fantastische Bilder
und Szenarien haben Alberto Breccia für die Lebensgeschichte Ernesto
Guevaras und sein Sohn Enrique für Aufenthalt und Tod in Bolivien
erfunden. Aus dem Aufenthalt in Bolivien heraus erfolgen im Wechsel die
Rückblicke auf das frühere Leben Ernesto Guevaras. Zu den Bildern
liefert Héctor Gérman Oesterheld ein Stakkato an prägnanten Textpassagen von selten gespürter Poesie.
Und ganz nebenbei wird endlich erklärt, wie Ernesto Guevara zu seinem
Spitznamen "Che" gekommen ist.
- 22.11.2008
Thomas Tennant ist 7 Jahre alt, als seine Mutter stirbt. Als selbsternannter Hüter des Reiches (verlassene Orte, die ihn an die Mutter erinnern) sieht er sich in der Pflicht, mit Umhang und Löwenmaske ihr Andenken zu wahren. Thomas will stark sein, auch für seinen Vater, den der Tod in emotionale Starre versetzt hat und der den Verlust einfach nicht verarbeiten kann. Er entfernt sich vom normalen Leben und bürdet Thomas damit unwissentlich große Verantwortung auf. Zu große für einen 7-jährigen Jungen.