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von Andreas Völlinger Dienstag, 02. März 2010
Neben der altbekannten, aber immer wieder gut funktionierenden Duo-Dynamik zwischen arrogantem Besserwisser (Leroy) und gutmütigem Naivling (Dexter) leben die in diesem Band gesammelten Comic-Einseiter vor allem von der geballten Experimentierfreude ihres Machers Thomas Gilke. Stil- wie Farbpalette kennen scheinbar keine Grenzen: Von Minimal- und Popart über Bildcollagen, Old-School-Superheldenlook bis zu Schulheftzeichnungen mit dickem Filzstift wird hier kaum eine Möglichkeit ausgelassen, die Farbpalette dazu von oben bis unten geplündert - ohne Scheu vor knalligen Neonkolorierungen, was oftmals eine schicke LSD-Trip-Atmosphäre erzeugt. (Passend dazu gibt Dexter in einem Strip seine ganz eigene Version von "Lucy in the Sky with Diamonds" zum Besten.) Selbst die flacheren Kalauer, die bei einem in kurzen Abständen regelmäßig erscheinenden (in diesem Fall wöchentlichen) Strip wohl nie ausbleiben, sind einfach zu schön verpackt, um sie nicht wohlwollend grinsend durch die Gagkontrolle zu winken. Und ab und an wird es überraschend tiefgründig, wenn sich die Nanofiguren mit existenziellen Makroproblemen rumschlagen.
Unter den 111 in diesem schön designten Hardcover gesammelten Episoden findet sich außerdem eine ganze Reihe von illustren Gastbeiträgen aus den Zeichenfedern von unter anderem Leo Leowald, Kai Pfeiffer und Fil, der auch das beinahe seriöse Vorwort lieferte. Bei manchen vermeintlichen GastzeichnerInnen handelt es sich jedoch um Phantomkünstler, unter deren Anagramm-Namen Gilke noch mehr stilistische Abwechslung kredenzt (z.B. die großartig-minimalistischen Strips mit den Körperzellen Judith und Werner) - eine extrem unterhaltsame Spielart von künstlerischer Schizophrenie.
* Obwohl der Autor die Vorteile von Webcomics anerkennt und sie als willkommene Bereicherung sieht, bevorzugt er Printcomics gnadenlos, was mit Sicherheit nicht fair ist. Aber dafür ehrlich.
Leroy & Dexter
Avant-Verlag, Juni 2009
Text und Zeichnungen: Thomas Gilke
Hardcover, farbig, 134 Seiten, 19,95 Euro
ISBN: 978-3-939080-35-0

Einer der skurrilsten und experimentierfreudigsten Comicstrips der letzten Jahre!
Abbildungen © Thomas Gilke, Avant-Verlag
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Mit Comics zu bekannten Filmen und TV-Serien ist es ja immer so eine Sache. Nur in den seltensten Fällen erreichen sie eine ähnliche Qualität wie ihre Vorlage, meist sind sie uninteressant und uninspiriert, weil die kreativen Grenzen, in denen sich Autoren und Zeichner bewegen müssen, allzu eng gesteckt sind. Dass ausgerechnet ein Comic zur Muppet Show hier eine Ausnahme darstellen würde, stand nicht zu erwarten.
Dass man in alten Märchen und Sagen, zum Beispiel in den von den
Gebrüdern Grimm überlieferten, jede Menge sexuelle Untertöne entdecken
kann, ist keine ganz neue Erkenntnis. Ob diese nun bewusst oder
unbewusst dort hineingelangten, man kann sie zweifellos finden. Wer
heute die Grimm'schen Texte liest, braucht nicht besonders viel
Fantasie, um sie als Sex-and-Crime-Geschichten zu interpretieren.
Diesen Ansatz verfolgt Mart Klein in seiner Comic-Version von Rotkäppchen konsequent. Das Ergebnis ist eine mehr oder weniger pornographische Exploitation-Story.
- 02.07.2009
Garg, das ist ein kleines, hellbläuliches Monster-Mädchen. Es wohnt beim erfolglosen Schriftsteller Benni, der Garg irgendwann einfach vor seiner Haustür fand. Das Zusammenleben des bücherverschlingenden, abenteuerlustigen Wesens mit seinem inoffiziellen Adoptivpapa schildert das kreative Duo ASP (dahinter verbirgt sich Alexander F. Spreng, Autor und Sänger der gleichnamigen Gothic-Band) und Ingo Römling, der als Zeichner auch unter der Pseudonym „monozelle“ unterwegs ist (Übrigens ist das nicht das erste Comicprojekt der beiden, denn 2006 erschien bereits ihre Kollaboration
Da haben wir einen Comic, der überzogene Gewaltdarstellungen mit unmöglichen Mördertitten kreuzt, in dem ein riesiger Scheißhaufen prominent in Szene gesetzt wird, Figuren "Hundeficker" genannt und Gesichter verspeist werden. Und die deutschen Medien überhäufen dieses Machwerk mit Lob.
Eric Powells Serie The Goon ist bekannt für ihre Noir-Atmosphäre, die mit Horror, Pulp und Humor angereichert wird. Das ist manchmal ziemlich abstrus, aber die Reihe hat den unbedingten Willen zum Trash und will auch gar nichts anderes als zu unterhalten und Spaß zu machen. Der Humor geht allerdings manchmal sehr in die Bereiche von Flatulenz-Gags wie bei den Filmen der Farrelly-Brüder. Der neue Band von The Goon ist anders. Er wurde von vornherein als Graphic Novel konzipiert, er steht außerhalb der Serie und folgt auch nicht deren Kontinuität. Vielmehr wird hier die Vergangenheit des Goon beleuchtet und manche Handlungslücke geschlossen. Schon im allerersten Band der Reihe wurden die traumatischen Ereignisse in