JoomCategories for JoomGallery
- Kategorie: 6. Akt: Der letzte Akt
- Kategorie: 5. Akt: Der Akt ohne Namen
- Kategorie: Chili oder Essen, das zweimal brennt
JoomGallery Stats for JoomGallery MVC BETA
- 1287
Aktuelle Rezensionen
Comicgate-Tweets
Comic-Kalender
- Winterthur (CH): Vernissage 'Feindgebiet'
10.02.2012
(Ausstellung) - Berlin: Signierstunde mit Anke Feuchtenberger, Birgit Weyhe u. Jul Gordon
11.02.2012
(Signierstunde) - Köln: Daniel Schreiber signiert
15.02.2012
(Signierstunde)
von Andreas Fisch Samstag, 06. März 2010
Comicgate: Mr. Spirit, Sie sehen ziemlich gut aus für jemanden, der in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts in seinen besten Jahren war.
Spirit: (grinst) Ja, das ist ein angenehmer Vorteil als Comicfigur, dass wir nur ganz selten altern. Die Frauen wissen das zu schätzen. (lächelt charmant)
Spirit: (entsetzt) Um Gottes Willen, pst, das ist ein Geheimnis, das drucken Sie nicht ab.
CG: Gewiss nicht, verlassen Sie sich auf uns! Das nehmen wir bei einer Veröffentlichung vorher raus, wir wollen ja nicht ihre Arbeit behindern. Was halten Sie davon, dass schon der 16. Band der Gesamtausgabe Ihres abenteuerlichen Lebens auf Deutsch erschienen ist?
CG: Aber wir unterhalten uns gerade auf Deutsch.
Spirit: (überrascht) Ach?
CG: Dass Sie in der Gesamtausgabe nun dem deutschsprachigen Publikum präsentiert werden, verdanken Sie Salleck Publications. Verleger Eckart Schott wurde 2004 für seinen Mut, einen Bildband "36 Ansichten des Eiffelturms" auf Deutsch herauszubringen, mit dem Max-und-Moritz-Preis belohnt. Die Spirit-Archive werden chronologisch herausgegeben in einer "Normalausgabe", selber schick gebunden, und in einer "Vorzugsausgabe mit Druck", die ich allerdings noch nicht zu Gesicht bekommen habe. Zu Ihrer Frage: In der Übersetzung wurde großenteils auf typische Mundarten verzichtet, Ebony spricht Hochdeutsch, eine europäische Kriegsbraut Dialekt.
CG: Von Will Eisner sprach man lange mit Respekt als dem Vater (mittlerweile Großvater?) des grafischen Erzählens, ein Pionier, der neue Erzähl- und Darstellungsformen geschaffen hat, von denen auch die Spirit-Serie lebt. Man denke nur an Effekte seiner Darstellungen, um Stimmungen aufzubauen, ungewöhnliche Perspektiven, um den Leser ins Geschehen zu reißen, oder die legendären Titelseiten, in die die Worte "The Spirit" auf 1000 Weisen plastisch ins Bild gesetzt werden. In Band 16 treffen Sie nun ausgesprochen viele attraktive Damen: Silk Satin, Wild Rice, Powder Puff, Castanet, Mrs. Paraffin ...
Spirit: (strahlt) Das ist die gute Seite daran. (blickt misstrauisch zur Seite) Kommissar Dolans Tochter Ellen ist nicht zufällig in der Nähe?
CG: Die Spirit-Geschichten haben eine herrliche Selbstironie, lassen den Helden auch mal scheitern. Haben Sie Humor?
CG: Mr. Spirit, welche Verbrecher würden Sie denn heute gerne jagen?
Spirit: Verbrecher, die andere bestechen und Verbrecher der Finanzwelt. Die sind schwierig zu erwischen, genau mein Kaliber, eine echte Herausforderung!
CG: Sie arbeiten eng mit der Polizei zusammen, Kommissar Dolan ist einer Ihrer besten Freunde. Und doch verbergen Sie Ihre Identität, arbeiten heimlich und wenden manchmal zweifelhafte Methoden an, um dem Recht Geltung zu verschaffen. Eine Frage interessiert uns in Deutschland besonders: Hätten Sie moralische Skrupel, Kommissar Dolan von Ihnen entwendete Informationen, zum Beispiel über Steuerhinterzieher, zu geben, vielleicht gegen eine kleine Aufwandsentschädigung, um Ihr Versteck im Wildwood Friedhof zu finanzieren?
Spirit: Wie bitte? Ob ich Skrupel hätte, Informationen an die staatlichen Behörden zu geben, damit sie Verbrecher fangen? Das fragen Sie den Spirit?! (starrt entgeistert)
CG: Okay, vergessen Sie es, dumme Frage! Was fällt Ihnen an der heutigen Zeit auf im Vergleich zu Ihren Abenteuern in den 40ern?
CG: Wir stellen hier die Fragen! So ist das bei einem Interview, tut mir Leid!
Spirit: Wie ich gehört habe, wurde in der deutschen Fan-Gemeinde der Tod Will Eisners im Jahr 2005 mit großem Kummer aufgenommen.
CG: Ja, das trifft zu. Ist der Spirit seit dem Versterben seines Erschaffers tot?
Spirit: (schaut verdutzt) ---
CG: Hm, natürlich nicht, Mr. Spirit, selbstredend nicht, Mr. Spirit. Stimmt schon, dass der Soldat Eisner während des 2. Weltkriegs die Spirit-Geschichten von 1942 bis 1945 anderen Zeichnern anvertrauen musste. Gerade letztes Jahr (2009) kam Frank Millers Film "The Spirit" ins Kino und der letzte Band der Gesamtausgabe, Band 27 (bislang nur auf Englisch erhältlich), präsentiert auch neue Geschichten.
Spirit: (von oben herab) Das will ich aber meinen!
Spirit: (schaut plötzlich zur Seite) Das ist doch der Krake, dieser Schuft. Ich muss los, diesen Verbrecher fangen. Er hat in seinem bürgerlichen Leben Steuern hinterzogen. (eilt davon)
CG: (hinterherrufend) Ja, dann tschüss! Und besten Dank auch!
Will Eisners The Spirit Archive, Band 16 (4. Januar bis 27. Juni 1948)
Salleck Publications. Eckart Schott Verlag, Juni 2009
Text/Zeichnungen: Will Eisner
192 Seiten, Hardcover, Farbe; 49 Euro (Normalausgabe) bzw. 65,- Euro (Vorzugsausgabe mit Druck)
ISBN 978-3-89908-324-8 bzw. 978-3-89908-325-5 (Vorzugsausgabe)

Überschäumende Innovationen, immer noch fesselnde Geschichten!
Normalausgabe:
Vorzugsausgabe:
Abbildungen © Salleck Publications
Trackback(0)
Kommentare (0)

Kommentar schreiben














Neue Veranstaltung einsenden



Wer Comics liest, kennt Alan Moore. Der Großmeister mit dem Vollbart und dem lilafarbenen Zylinder verfasste Meilensteine der Comic-Literatur wie z. B. From Hell, Watchmen oder Lost Girls. Zwischendurch hat er auch im WildStorm-Universum mitgemischt.
Bei Panini erschienen in diesem Jahr zwei Bände, die schon etwas älter
sind und auf das Konto der britischen Comic-Legende gehen.
Manchen Lesern und Fans dürfte dieser Comic nicht gänzlich unbekannt sein, da er schon vorab in Fortsetzungen im Magazin Comix erschien. Nur hat man hier nun den kompletten Band in einer sehr viel schöneren Aufmachung vorliegen. Qualitativ ist an den Cross-Cult-Veröffentlichungen kaum etwas auszusetzen, was Papier, Bindung und Zusatzmaterial betrifft. Hier sind einige Anhänge zu den Storyhintergründen und eine kleine Galerie angefügt.
Der Wecker reißt dich an einem dunklen, nasskalten Arbeitstag früh morgens aus dem Schlaf, du wälzt dich aus dem Bett, schlurfst gähnend in die Küche, um dir ein heißes Getränk zu machen. Dann lässt du dich damit in einem bequemen Sessel nieder, kuschelst dich in eine Wolldecke, während der Regen ans Fenster prasselt, und setzt ein Headset auf. Weiter musst du nicht. Zur Arbeit geht nämlich dein Surrogat, eine perfekte technische Kopie. Die physische Idealausgabe von dir, die nicht müde oder krank wird, deren Muskeln nicht erschlaffen und deren Bauchumfang nie wächst. Und du steuerst diesen Fleisch gewordenen (bzw. fleischlich wirkenden) Avatar mittels deiner Gedanken, erlebst die Welt durch seine Augen und Ohren. Als ob du dabei wärst – und irgendwie bist du es ja auch. Nur ersparst du dir all die Unanehmlichkeiten des Alltags … Klingt verlockend, nicht wahr?
- 31.10.2009
Mit Dark Entries legt DC den ersten Band seines
neuen Sub-Imprints Vertigo Crime vor. Die unter dem Crime-Signet
erscheinenden Comics sind kleine Hardcoverbände in Schwarz-Weiß, die
für sich allein stehende Geschichten von unterschiedlichen
Autor-/Zeichnerteams erzählen. Mit Ian Rankin hat man, das muss man
Vertigo zugestehen, direkt einen ziemlich renommierten Krimiautor für
den Start der Reihe gewinnen können. So weit klingt das alles ganz gut.
Und damit: Kommen wir zum 'Aber'.
- 07.11.2009