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08.02.2012
(Stammtisch) - Winterthur (CH): Vernissage 'Feindgebiet'
10.02.2012
(Ausstellung) - Berlin: Signierstunde mit Anke Feuchtenberger, Birgit Weyhe u. Jul Gordon
11.02.2012
(Signierstunde)
von Marco Behringer Donnerstag, 21. Januar 2010
Inhaltlich beginnt die Geschichte damit, dass im November 1519 König Franz I. das letzte Gemälde Leonardo da Vincis vor den Augen der Öffentlichkeit durch einen Mönch verstecken und aufbewahren lässt. Auch dem Leser bleibt es verborgen. Der Grund für diese drastische Maßnahme ist vordergründig die abstoßende Darstellung: Der Ruhm des Genies soll nach dessen Ableben nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Dieses Szenario bildet gleichzeitig den narrativen Rahmen der Geschichte. Denn König Franz I. wird im Folgenden den Mönch - und dadurch auch den Leser - in das Geheimnis um das fragwürdige Kunstwerk einweihen.
Die rückblickende Schilderung des Königs beginnt in Mailand am 15. Dezember 1494, als die Leiche des Notars Christoforo di Rodrigo am Ufer des Martesana-Kanals entdeckt wird. Spätestens als festgestellt wird, dass der Leiche das Gesicht abgezogen wurde, steht fest, dass es sich um keinen gewöhnlichen Mord handelt.
Ab diesem Zeitpunkt entführt Autor Didier Convard seine Leser in eine spannende Mordserie, die zugleich ein touristischer Rundgang in Mailand und später in Venedig ist. Dabei erweist sich der Protagonist Leonardo da Vinci als polyphoner Anti-Held. Die moralisch zweifelhaften Taten des Genies sowie seine persönliche Spaltung in zwei Identitäten verweisen eindeutig auf Alexandre Dumas' Roman Der Graf von Monte Cristo. Im Gegensatz zu Dumas' Figur befähigen aber Convards Helden dessen wissenschaftlichen Kenntnisse zum Ausleben einer geheimen Identität. Darüber hinaus erinnert die spannende Geschichte in vielen Punkten auch an Fjodr Dostojewskis philosophischen Kriminalroman Schuld und Sühne. Vor allem in punkto Moral und im Hinblick auf den Fakt, dass der Mörder - dort ist es Rodion Raskolnikoff - bekannt ist, gibt es Übereinstimmungen mit dem russischen Dichter. Der da Vinci Convards erinnert in manchen Punkten an weitere Romanfiguren wie an die Hauptfigur aus Patrick Süskinds Das Parfum. So morden die Protagonisten der beiden Geschichten einzig und allein zu einem speziellen Zweck.
Ästhetisch schlägt Vinci nicht in die gleiche meisterliche Kerbe wie die Erzählung. Gilles Chaillets Strich ist klar und souverän, aber kein künstlerischer Geniestreich. Die Zeichnungen sind detailreich und die Kolorierung besticht durch matte Farben, die gut zur historischen Kulisse passen. Auch bei den zahlreichen Sehenswürdigkeiten - zum Beispiel die Mailänder Kathedrale oder "Das letzte Abendmahl" in der Santa Maria delle Grazie - stellt sich ein Wiedererkennungsgefühl ein.
Convard und Chaillet ist ein extrem spannender historisierender Kriminalcomic gelungen. Vinci kann trotz eines Abzugs in der B-Note gut und gerne als weitere Perle der "All in one"-Reihe betrachtet werden.
Vinci
Ehapa Comic Collection, Januar 2010
Text: Didier Convard
Zeichnungen: Gilles Chaillet
Hardcover, 112 Seiten, farbig; 29,95 Euro
ISBN 978-3-7704-3337-7
Abbildungen: Vinci © Glénat, © der dt. Ausgabe Ehapa Comic Collection















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Ehapa versucht sich seit kurzem an so genannten "all in one"-Ausgaben, sprich eine Miniserie oder ein Zyklus wird komplett in einem Stück herausgegeben. Damit soll auch das Vertrauen der Käufer zurückgewonnen werden, die öfters auf abgebrochenen Serien sitzengeblieben sind und dementsprechend skeptisch neuen Comicserien bei ECC gegenüberstehen. Nachdem mit dem Mafiosi-Krimi Hell's Kitchen dieser Ansatz gut angenommen wurde, erscheint mit Die Chroniken von Centrum - im französischen Original dreibändig - eine weitere abgeschlossene Erzählung, diesmal in einem düsteren Europa der nahen Zukunft angesiedelt.
- 08.01.2009
Da möchten Don Diego de la Vega
und sein Diener Bernardo einfach nur eine ruhige Schifffahrt unternehmen
... und
müssen unterwegs gleich dem legendären Vampirfürsten Dracula
entgegentreten. Dieser hat
sich nämlich ebenfalls als Passagier an Bord begeben und möchte von
Spanien
nach Frankreich übersiedeln. Don Diego, der nachts als maskierter Rächer
Zorro
für Gerechtigkeit kämpft, hat sich glücklicher Weise kurz zuvor in
Toledo vom Meisterschmied
Rambak ein spezielles Schwert anfertigen lassen. Nur dass es so schnell
zum
Einsatz kommen muss, damit hat Zorro freilich nicht gerechnet.
Die fantasiereiche Welt von Dyfed steht vor einer
unheimlichen Bedrohung: Fedath, der Herr der Finsternis, stürzt mit einer enorm
großen Armee von Orks und anderen bösen Gestalten die Länder in den Krieg.
Verbündete Menschen, Elfen und Zwerge stellen sich dem übermächtigen Gegner in
den Weg und verteidigen ihre Gebiete in großen Schlachten. An ihrer Seite
kämpft auch Bran, ein weiser Magier, der
Ich muss gestehen, dass die Yps-Hefte nicht wirklich Teil
meiner Kindheit waren. Die Rangfolge war damals vielmehr ungefähr so: Micky
Maus-Magazin, unregelmäßig Fix & Foxi und ganz selten mal ein Yps-Heft in
den Händen gehalten. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich Yps mehr mit
Gimmicks als mit Comicgeschichten assoziiert habe. Urzeitkrebse und andere
legendäre Beilagen sind aber selbst mir geläufig gewesen. Es ist jedoch
erstaunlich, dass die jetzt erschienene Neuauflage von Thomas der Trommler
den Nachweis liefert, dass ich offenbar früher doch richtig gute Stories
verpasst habe.
- 03.08.2009
Um es gleich vorweg zu sagen: Eine erstklassige Graphic Novel! Emmanuel
Lepage hat nicht nur ein außergewöhnliches Thema aufgegriffen, sondern
auch eine fantastische Erzählweise gefunden. Muchacho erzählt
die Geschichte des jungen angehenden Priesters Gabriel im
revolutionären Nicaragua von 1976, kurz vor dem Umsturz der Diktatur
des Familienclans der Somozas und dem Sieg der Sandinisten 1979.
Gabriel de la Serna stammt selber aus einer der Familien, die dem
Somoza-Regime nahe stehen. In ein Dorf geschickt, um in der dortigen
Kirche ein Wandbild zu malen, wird er mit dem prallen Leben der
einfachen Menschen konfrontiert: verführerische Frauen, Träume und
Hoffnungen der Dorfbewohner, Repression durch die Guardia Somozas und
die heimliche Organisation des gewaltsamen Widerstands.
- 08.11.2008