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von Benjamin Vogt Samstag, 26. Dezember 2009
Den Startpunkt markiert der Comic "Mit fremder Feder" von Fabrice Lebeault, ein wirklich bemerkenswertes Werk, das mir bereits von Beginn an äußerst gut gefallen hat. Darin geht es um den jungen Schriftsteller und Literaturkritiker Fortune, dem eines Tages "Der Rabe" erscheint, die Titelfigur einer erfolgreichen Groschenromanreihe . Dieser möchte Fortune, der sich ohnehin im Rahmen seiner Doktorarbeit kritisch mit dem dem Bestseller beschäftigt hat, von seinem ungewöhnlichen Plan überzeugen: Der Rabe will Einfluss auf die charakterliche Darstellung seiner selbst nehmen, das heißt, der Autor soll seine Figur zum Verbrecher umschreiben. Die Umsetzung des Planes erweist sich umso komplexer, da der Autor selbst völlig anonym lebt und ihn keiner je persönlich gesehen hat.
Die Auflösung dieses im Paris des 19. Jahrhunderts angesiedelten Verwirrspiels wartet mit so mancher Überraschung auf und lässt einem als Leser wirklich angestrengt miträtseln. Überhaupt ist die Erzählung sehr klug gestrickt, denn sie bewegt sich immer zwischen Fiktion und Wirklichkeit und wirft nebenbei Fragen zur Schriftstellerei als Kunst und zum Roman als plagiatsanfälligem Medium auf. All das wird durch die Augen von Fortune erlebt, einem Skeptiker, der vom mysteriösen Raben mit Maske und Zylinder unfreiwillig in ein unglaubliches Abenteuer mitgerissen wird und der Suche nach Antworten letztlich doch nicht widerstehen kann.
"Mit fremder Feder" ist ein außerordentlicher Comic, der einfach vieles richtig macht. Er erzeugt Spannung, ist ideenreich und bietet einprägsame Charaktere. Fabrice Lebeault gelingt es, mit seinen lebendigen Zeichnungen vor allem das Pariser Stadtleben jener Epoche für sich einzunehmen. Vielleicht weniger auffällig, aber bei näherer Betrachtung hervorragend geglückt, ist auch der Audruck des "Raben". Ob dieser nun über die Dächer turnt, über Mauern balanciert oder durch die Gassen stolziert, stets wirkt er dabei galant und von höchster Theatralik geleitet. Er ist eben keine reale Person, sondern entspringt einer erdachten Romanwelt. Und das weiß Fabrice Lebeault dem Leser einfach zwischen den Zeilen vorzüglich zu vermitteln.
Noch ein, zwei Worte zum Gesamteindruck des Bandes: Das erste Comicbuch der Edition Solitaire ist äußerlich sehr edel gehalten. Hardcover, Überformat, Spotlackeffekte verzieren das Cover, da kann man wirklich nicht meckern. Ebenfalls Teil des Konzeptes der neu gestarteten Edition ist der Abdruck etwaigen Bonusmaterials, im Falle von "Mit fremder Feder" ist auf zwölf Seiten die komplette ursprüngliche Kurzgeschichte, quasi die Vorabversion vom Autor selbst, enthalten.
In dieser, auch inhaltlichen Qualität darf es gerne weitergehen. Finix hat für die Edition Solitaire einen tollen Einstieg gefunden.
Mit fremder Feder
Finix Comics (Edition Solitaire), Dezember 2009
Text/Zeichnungen: Fabrice Lebeault
80 Seiten, farbig, 17,80 Euro
ISBN: 978-3-941236-22-6
Leseprobe bei Finix















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Unter den argwöhnischen Blicken der ansässigen Bewohner lässt sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Gruppe von Zigeunern für einige Tage in einem Dorf im Norden Frankreichs nieder. Schnell freundet sich Antoine, ein junger Bergarbeiter, mit der attraktiven Zigeunerin Kheshalya an. Währenddessen versucht der Chef der Mine, die Anwesenheit der unliebsamen Roma für seine eigenen Zwecke zu nutzen und seine streikenden Mitarbeiter kurzfristig zu ersetzen.
Eine Holmes-Parodie als Comic - so könnte die Serie Baker Street
aus der Feder von Szenarist Pierre Veys (Harry Cover - Die
bezaubernde Parodie) und Zeichner Nicolas Barral auf den Punkt
gebracht werden. Das Duo hat zuvor bereits bei der Krimi-Satire Die
Abenteuer von Philip und Francis zusammengearbeitet, die inhaltlich
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hat, aber nach einem Band eingestellt wurde.
- 22.08.2010

Liest man ein Werk des Comickünstlers Baru, weiß man mittlerweile, woran man ist. Der Franzose versteht sich auf Milieustudien, er skizziert das Leben in den französischen Vorstädten, berichtet von Losern, gefallenen Champions, Kleinkriminellen und fängt damit die Tragik des gesellschaftlichen Lebens Frankreichs immer wieder aufs Neue so gut ein wie kaum ein anderer Autor.
Die ersten beiden Alben der französichen Serie Violetta
erschienen 2003 beim Carlsen Verlag, danach war erstmal Schluss, obwohl
im Original inzwischen fünf Bände vorliegen. Ein Fall für den Finix
Comic Club, der genau zu diesem Zweck gegründet wurde: Comicreihen, die
in Deutschland nicht fortgeführt wurden, abzuschließen. Neben einigen
ernsthafteren und "erwachseneren" Stoffen, die Finix veröffentlicht,
ist Violetta im Funny-Stil gehalten und richtet sich (auch) an jüngere Leser.