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(Ausstellung) - Berlin: Signierstunde mit Anke Feuchtenberger, Birgit Weyhe u. Jul Gordon
11.02.2012
(Signierstunde)
von Benjamin Vogt Freitag, 18. Dezember 2009
Nach einer wahren Geschichte erzählen Christophe Dabitch und Jean-Denis
Pendanx in einer mehrteiligen Saga von der Jungfernfahrt der Batavia, dem im
frühen 17. Jahrhundert prächtigsten Schiff der Vereinigten Ostindischen
Compagnie (VOC). Von Beginn an lassen die beiden Kreativen hier keinen Zweifel
darüber aufkommen, dass bei dieser Unternehmung etwas gehörig schiefgelaufen
sein muss, doch der Leser bekommt erstmal nur Andeutungen geliefert. Dass die
bereits reichen, um einen gebannt weiterblättern zu lassen, liegt an der äußerst
bedrohlichen Atmosphäre, die hier nach und nach aufgebaut wird.
So weiß man schon zu Anfang, dass die Batavia und ihre Besatzung ihr Ziel niemals erreichen werden und dass der sich an Bord befindliche Holländer Jeronimus Cornelisz einen negativen Wandel vollziehen wird. Von einer „furchtbaren Expedition“, einem „Menschenexperiment“ ist die Rede, Cornelisz selbst, so klingt an, werde schon bald zum Monster.
Im Jahr 1627, ein Jahr vor Abreise des Schiffes, setzt die eigentliche Handlung
ein. Im Mittelpunkt steht hier das bürgerliche Leben des gläubigen Apothekers
Jeronimus Cornelisz. Er wird als Freidenker dargestellt, dessen Ideen selbst im
liberalen Amsterdam auf heftigen Widerstand stoßen. Nachdem sein Sohn an
Syphilis stirbt, flieht er vor seiner Frau und der Anklage seiner
Landsleute, ein Ketzer zu sein. Schließlich bietet sich ihm auf der Batavia ein Platz als
Unterkaufmann und so nimmt das Geschehen seinen Lauf.
Der Titel des ersten Bandes, „Ruhe vor dem Sturm“, spiegelt den eigentlichen Inhalt sehr gut wider, denn in der Tat ist von dem grausamen Verlauf der Expedition wenig zu spüren. Jeronimus Cornelisz ist hier noch von eher zurückhaltender Natur, er erscheint zivilisiert und ordnet sich seinen Vorgesetzten unter. Umso spannender bleibt die Frage nach der deutlichen Wendung, die es ja unleugbar geben muss.
Jean-Denis Pendanx setzt diesen hervorragenden Comic in malerische Bilder
um, die tatsächlich sehr an alte Gemälde erinnern und deswegen perfekt zu
dieser Seefahrer-Story passen. Prägend für diesen ersten Teil von Jeronimus
sind aber sicherlich nicht die zugegeben schönen Bilder, sondern die Off-Texte,
die die Handlung begleiten und die voller Dramatik stecken. Schließlich
skizzieren sie die sich bedächtig verändernde Persönlichkeit der Hauptfigur, die
auf dem Schiff zum geschickten „Schauspieler“ mutiert, dafür jedoch gar nicht „prädestiniert“
schien. Allein die Wortwahl in der erzählerischen Stimme erzeugt mit ihrem
Wissen über den Ausgang ein so mulmiges Gefühl beim Lesen, wie ich es selten
bei einem Comic hatte. Grund genug also, sich diesen tollen ersten Band mal
genauer anzusehen.
Jeronimus 1: Ruhe vor dem
Sturm
Schreiber & Leser, Oktober 2009
Text: Christophe Dabitch
Zeichnungen: Jean-Denis Pendanx
80 Seiten, farbig; 18,80 Euro
ISBN: 978-3-941239-24-1
Abbildungen: © Schreiber & Leser















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Wir befinden uns irgendwann in den 1920ern in Paris. Nach dem Mord an ihrer Schwester Agathe hat sich die junge Blanche mit dem Pariser Nachtleben eingelassen, um den Fall aufzuklären. In zwei Bänden entbrennt ein erotischer Krimi, der mit
Cyril Pedrosa ist Comiczeichner (bekannt geworden durch Ring Circus und Drei Schatten) und er ist bekennender Öko.
Beide Fragmente seiner Persönlichkeit bringt er in dem Album Auto-Bio
zusammen. Pedrosa schildert sein Leben als Freund der Umwelt und wie er dieses
an strengen ökologischen Werten auszurichten versucht. In meist nur eine Seite
des Albums einnehmenden Episoden umreißt Pedrosa Alltagsprobleme, auf die er als
Öko gestoßen ist.
- 27.07.2009

Den meisten Lesern dürfte Prometheus, der Titan, der den Menschen laut Sage das Feuer brachte und deswegen von Zeus bestraft wurde, ein Begriff sein. Weshalb Christophe Bec seine dreiteilige Serie nach diesem benannt hat, bleibt nach dem ersten Band noch unklar. Lediglich die Legende von Prometheus wird auf wenigen Seiten thematisiert, lässt dabei aber jeden Bezug zur eigentlichen Handlung vermissen.
Die Steinzeitära bildet auch im Bereich der Unterhaltungsindustrie eine
steinzeitliche Wüste. Dieser geschichtliche Abschnitt ist sträflich
vernachlässigt worden und diente höchstens mal als Kulisse für einige
Zeitreiseepisoden verschiedenster Auswüchse. Als Hintergrund einer
eigenständigen Erzählung diente die Steinzeit nur selten, wie z.B. in
dem Film Am Anfang war das Feuer oder, im weiteren Sinne, in 10.000 B.C. Im Bereich der Literatur ist vielleicht Ayla
die bekannteste Adaption. Angesichts dieser wenigen Erzeugnisse kann
man Emmanuel Roudier eigentlich nicht genug dafür loben, die Steinzeit
als historischen Hintergrund zu verwenden und obendrein den weithin
unterschätzten Neandertaler als Helden zu etablieren.
- 26.03.2010