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(Signierstunde)
von Andreas Völlinger Montag, 07. Dezember 2009
Das Ende von Elende Helden mag in seiner Kompromisslosigkeit im ersten Moment überzogen und unpassend wirken: Ein spektakulärer Abschlussknall eben, wie ihn mancher Geschichtenerzähler als dramaturgisches Mittel zwecks Publikumswachrütteln schätzt. Doch dann fällt es einem wie Schuppen von den Augen: Derart furchtbare, kaltblütige Verzweiflungstaten, wie sie eine der Figuren vollbringt, geschehen auch im wahren Leben. Es sind jene, gemeinhin als 'Amokläufe' bezeichnete Taten, welche die Gesellschaft für einen kurzen Moment aus ihrer alltäglichen Lethargie wachrütteln und sogleich hektische Diskussionen nach den Gründen aufkommen lassen. Doch so schnell und heftig, wie diese jedes Mal entflammen, verschwinden sie auch wieder. Denn die Fragen, die man stellen muss, sind unbequem, die Antworten nicht eindeutig und einfache Lösungen nicht in Sicht. Die wohl unangenehmste Erkenntnis beim Lesen von Elende Helden ist, dass man in diesem Fall den Täter versteht.
Elende Helden
Edition 52, November 2009
Text und Zeichnungen: Baru, Romanvorlage: Pierre Pelot
Softcover, 96 Seiten, farbig, 18,- Euro
ISBN: 978-3-935229-71-5
Leseprobe
Unerfreuliche Themen, erfreulich umgesetzt
Abbildungen: © Edition 52
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Ein Mann verlässt die Familienidylle, verstaut ein
Erinnerungsfoto sicher in seinem Koffer und verabschiedet sich rührend von Frau
und Kind, die er zurücklässt. Zuerst in einem Zug, dann mittels Schiff macht er
sich auf den Weg in ein neues Land; offenbar soll dieses neue Hoffnung und
Sicherheit für die zunächst in der Heimat verweilende Familie liefern, denn die
Heimat sieht sich der Bedrohung von bezackten Tentakeln ausgesetzt, die ihre
Schatten über die Städte werfen. Es fällt schwer, sich in der neuen Welt zu akklimatisieren,
schließlich ist sie von allerlei komischen Viechern bevölkert, die sich die
Menschen dort als Haustiere halten ...
Mit dem "Heartland" im Titel ist das American Heartland gemeint, ein schwerer, urtümlicher Landstrich, in de USA abseits der pulsierenden Großstädte. Hier wächst der Junge Trevor auf einer kleinen Farm auf. Sein Leben wird bestimmt von seinem despotischen Vater, der auch seine Mutter mundtot gemacht hat. Die Familie hat allerdings ein Geheimnis: Trevor hat einen jüngeren Bruder, Will, der merkwürdig entstellt ist und über besondere Kräfte verfügt. Seine Mutter hat ihren Sohn seit seiner Geburt vor sechs Jahren nicht mehr angesehen, und er wird wie ein Hund an der Kette im Schuppen nebenan gehalten.
Die Britin Posy Simmonds, deren Name bei uns bisher kaum bekannt war,
kennt man in England vor allem durch ihre Tätigkeit als Cartoonistin
für die Tageszeitung The Guardian, wo ihre Arbeiten seit den 70er
Jahren erscheinen. Auch Tamara Drewe, ihre zweite lange Comicgeschichte
(und die erste, die nun in Deutschland veröffentlicht wird) erschien
zunächst als Fortsetzungs-Story im Guardian. Sie erzählt darin von
einer ländlich-bürgerlichen Idylle im kleinen englischen Nest
Stonefield, die eines Tages gründlich durcheinandergerät, als eine
junge, sehr attraktive Frau im Dorf einzieht.
- 10.03.2010
Als der junge Spanier Jaime nach der Trennung von seiner Freundin den Entschluss fasst, alles hinter sich zu lassen und mit seinem Hund Tobias auf einen Road Trip mit ungewissem Ziel zu gehen, wird auch sein (Lebens-)Weg von einer Reihe unerwarteter Wendungen bestimmt, die jedoch größtenteils negative Folgen haben.