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(Signierstunde)
von Daniel Wüllner Mittwoch, 21. Oktober 2009
Doch bevor wir uns, wie einst Bill Murray, den Monstern stellen, soll eine Kurzchronik der bisherigen Jazam!-Ausgaben einen besseren Überblick verschaffen und zeigen, wohin die Reise geht:
Jazam! #1 "Märchen" mit 27 Künstlern auf 108 Seiten (Comicgate-Rezension)
Jazam! #2 "Götter" mit 40 Künstlern auf 164 Seiten (Comicgate-Rezension)
Jazam! #3 "Zeit" mit 52 Künstlern auf 220 Seiten (Comicgate-Rezension)
Jazam! #4 "Monster" mit 68 Künstlern auf 354 Seiten
Jazam! 4 punktet durch seine unglaubliche Vielfalt, mit der die Frankensteins und Zombies zum Leben erweckt werden. Während die einen ihr großartiges Talent für humoreskes Erzählen („Attack of the Urzeitkrebs“ von Lapinot) einsetzen, beschäftigen sich andere lieber mit der detaillierten graphischen Umsetzung des Übernatürlichen („Open Air“ von Moritz von Wolzogen). Die Waffen der Künstler-Recken, mit denen sie gegen die Monster antreten, sind zahlreich: Von dünnen über dicke Stiften, von Schabkartons und Computermäusen, von Wasserfarben bis hin zu Kohlestiften finden alle Zeichentechniken Verwendung.
Neben der schier endlosen Fülle an interessanten graphischen Ideen gibt es aber auch einen Haufen an Geschichten, die man ohne große Verluste hätte streichen können. Wie viele Splatter-Orgien im Stile eines Richard Corben benötigt man, um auf seine Kosten zu kommen? Die Antwort lautet: Höchstens eine. Selbst die Figuren bei Commander Cork bangen: „Hoffentlich ist die Haltbarkeit noch nicht abgelaufen.“ Wenn man es auf sechs Seiten voller Sprechblasen nicht schafft,
Mit der vierten Ausgabe hat sich Jazam! – vor allem durch die Initiative der verantwortlichen Herren und der Dame – mittlerweile zu einem regelrechten Sprungbrett für junge deutsche Comic-Künstler gemacht. Einige der Zeichner haben durch Jazam! Kontakt mit Comicverlagen geknüpft und auch schon ihre eigenen Comics herausgebracht. Der abschließende Comic-Jam zeigt auch noch einmal sehr anschaulich, wie sich die jungen Zeichner ihr ganz eigenes Netzwerk aufgebaut haben, das sowohl flexibel genug ist, neue Künstler mit ins Boot zu nehmen, als auch prominent genug, um auf sich aufmerksam zu machen. Doch die Monster-Ausgabe zeigt auch, dass man in Zukunft aufpassen muss, wie viele Beiträge eine einzelne Anthologie verträgt, ohne unübersichtlich zu werden.
Jazam 4 - Monster
Eigenverlag, Juni 2009
Herausgeber: Adrian vom Baur, David Koslowski, Veronika Mischitz, Nico Simon, Florian Steinl
354 Seiten, s/w; 15,- Euro
Leseprobe des vierten Bandes (PDF)

Homepage: www.jazam.de (inklusive Shop)
häufig aktualisiertes Blog: jazam.de/blog
Thread zu Jazam! 4 im Comicforum
Feedback-Thread zu Jazam! 4 im Comicforum
Jazam!-Logo © jazam.de
Abbildungen © die jeweiligen Künstler
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Horror hat in Comics ein grundsätzliches Problem. In Romanen und Kurzgeschichten wird die Phantasie des Lesers angeregt und spielt die wesentlichste Rolle beim Spannungsaufbau. Bei Spielfilmen wird die Spannung durch viele verschiedene Elemente erzeugt, wozu natürlich der sequenzielle Bildaufbau gehört. Gerade im Film lebt der Horror vom Schock, dem Unerwarteten, dem, was plötzlich in das Bild einbricht. Der Zuschauer bekommt seine Gänsehaut in der Erwartung dessen, was passieren möge. Alle diese Elemente können in einem Horrorcomic nicht sonderlich gut funktionieren.
Mit Gregory hat Marc Hempel sicherlich eine der skurrilsten Comicfiguren geschaffen. An diesem Insassen einer Irrenanstalt, der sich am glücklichsten in seiner sicheren Zelle fühlt, scheiden sich die geschmacklichen Geister. Für Andreas Mergenthaler, Mit-Herausgeber des Verlags Cross Cult, war es eine Herzensangelegenheit, die Gesamtausgabe in zwei Bänden um Gregory, die oberschlaue Ratte Herman Vermin und die käsesüchtige Maus Wendell auf Deutsch herauszugeben.
Tokyo Punk ist das zur Hamburger Messe "Heftich" Ende 2005 erschienene Magazin der Initiative Comic Kunst e.V. (INC). Der Grundgedanke: Deutsche Undergroundzeichner versuchen sich an Manga.
Nach einem trinkfreudigen Abend wird der jugendliche Loser
Jacop O' Damsel in einer Hintergasse von einem Dimensionsschlürfer entführt.
Wieder bei Sinnen, findet sich Jacop in der unaussprechlichen Stadt Xoth
wieder, ein Ort voller unbekannter Wesen. Verfolgt vom monströsen Bürgermeister
Cthulhu und verehrt von einer humanistischen Sekte bestehend aus kleinen
Fischlein versucht er sich zurechtzufinden und Antworten zu bekommen. Die
liefert ihm vornehmlich das freundliche Ziegenmädchen Yen-Niggurath, welches
Jacop O' Damsel auf seiner Erkundungstour begleitet.
Das Wortspiel im Titel ist blöd auf eine sympathische Art, der Hund bellt "rabau", und wenn der grave digger Dave Grigger auf Seite 4 in einen Apfel beißt, dann macht es famos "schnurps".
Spätestens an dieser Stelle hat Dave Grigger eigentlich gewonnen.
- 10.12.2009