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von Andreas Völlinger Samstag, 31. Oktober 2009
Doch bei genauerem Hinsehen ist nicht alles so rosig: Teilhaben an der neuen Lebensart kann natürlich nur, wer es sich finanziell leisten kann. Dann gibt es auch noch Menschen, welche die Surrogaten-Geschichte aus religiösen Prinzipien ablehnen. Darunter fallen die meisten Mitglieder der Dreads, eine Gruppe von Surrogaten-Gegnern, denen nach einem gewaltsamen Aufstand ein Reservat zugestanden wurde, wo sie nun unter der Führung des "Propheten" auf göttliche Intervention gegen den Frevel warten. Und schließlich muss man akzeptieren, dass man in einer Welt das Scheins agiert, in der nie ganz klar ist, wer einem wirklich gegenübersteht. Letzteres macht vor allem Lieutenant Harvey Greer zu schaffen, der mit seinem Partner eine geheimnisvolle Mord- bzw. Zerstörungserie unter Surrogaten im urbanen Moloch von Central Georgia Metropolis aufklären muss. Der Polizeiveteran wittert schnell, dass hinter den Vorkommnissen mehr als mutwilliger Zerstörungswille steckt. Als sein eigener Surrogat bei den Ermittlungen geschrottet wird, wagt er sich persönlich auf die Straße, was ungeahnte Auswirkungen auf den Verlauf der Ereignisse hat.
Es ist eine schrecklich schöne neue Welt, die Venditti für die (zuerst als Einzelhefte erschienenen) fünf Kapitel seiner Geschichte entworfen hat, die nah genug an der Realität grenzt, um sich auf sie einzulassen. Dabei spielt auch der Hauptprotagonist eine nicht unwichtige Rolle: Harvey Greer ist eine schön runde Figur, auf den ersten Blick ein abgebrühter Cop, der jedoch durch die Eheprobleme mit seiner surrogaten-abhängigen Frau und seine stetig wachsenden Zweifel an sich und der Welt, in der er lebt, durch und durch menschlich und verletzlich wirkt.
Die Krimihandlung selbst ist nicht nobelpreisverdächtig, aber durchaus solide. Und natürlich bietet sie nur die erzählerische Grundlage für die Auseinandersetzung mit der Frage nach dem menschlichen Selbst im Zeitalter der Technokratie, der Digitalisierung und des Jugendwahns. Und hier gelingt dem Autor der nicht einfache Balanceakt zwischen sozialkritischer Science Fiction in der Tradition von Bradbury oder Asimov und unterhaltsamer Mörderhatz. Dies ist um so beeindruckender, wenn man bedenkt, dass es sich bei The Surrogates um sein Erstlingswerk handelt.
Ein zweiter Band, der 15 Jahre vor der hier vorgestellten Handlung spielt, erschien in den USA vor einigen Monaten. Insgesamt sind fünf Surrogates-Bände geplant. Die mit Bruce Willis besetzte Verfilmung, die sich in der Handlung mitunter deutlich vom Comic unterscheidet, startet in Deutschland am 21.01.2010 (US-Website, Infos, Trailer und Rezension auf Filmstarts.de).
Unser Interview mit Robert Venditti und Brett Weldele (auf Deutsch und Englisch) vom Oktober 2009 findet Ihr hier.
The Surrogates
CrossCult, September 2009
Text: Robert Venditti
Zeichnungen: Brett Weldele
Hardcover, 208 Seiten, farbig; 26,- Euro
ISBN: 978-3-941248-3
Gelungener Balanceakt zwischen Noir-Krimi und sozialkritischer SF
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Unter dem Label "Schreiber & Leser Noir" bringt der Münchner Verlag seit kurzer Zeit abgeschlossene Krimi-Comics im Hardcover-Buchformat auf den Markt. Einer davon stammt aus Spanien: Umsonst ist der Tod folgt den klassischen Genre-Traditionen, setzt aber interessante eigene Akzente. Es geht um den Polizisten Frank Witkin, der den Mord an der Ehefrau des Staatsanwalts aufzuklären hat. Jener Staatsanwalt hat eben erst eine große Initiative gegen das organisierte Verbrechen gestartet, so dass man den Täter natürlich in den Reihen der Mafia vermutet.
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Da man auch bei Ehapa feststellen musste, dass man
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wie noch vor einigen Jahren und einen erheblichen Einbruch erlitt, versucht man nun, solches Material behutsam wieder lukrativer
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