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von Benjamin Vogt Freitag, 23. Oktober 2009
Es erscheint aber folgerichtig von Giffen, wenn nicht gar unabdingbar, dass er derart viele Superwesen zweier Parteien nicht in einer Welt aufeinandertreffen lassen kann, ohne beim Leser Verwirrung zu hinterlassen. Denn wie könnte man sich sonst erklären, dass auf einer Erde zum Beispiel die JLA und die Authority bislang aneinander vorbei operierten oder dass Stormwatch nie auf die Teen Titans traf usw. Die Liste ließe sich natürlich endlos fortsetzen. Kurzum benötigte es für dieses Crossover einen Ansatz, der die Souveränität und Kontinuität beider Universen beibehält, ohne unglaubwürdig zu wirken. Ob Giffen das gelungen ist? Da kann man sicher geteilter Meinung sein.
Der Auslöser des Dreamwar ist ein trotziges Kind, das die Kraft besitzt, Realitäten beliebig zu verändern. Dadurch verschlägt es die DC-Helden in die Welt von Wildstorm und erregen natürlich schnell die Aufmerksamkeit der ansässigen Superwesen. Dazu kommt, dass Batman, Superman und Co., offensichtlich gedankenmanipuliert, sehr aggressiv die sofortige Konfrontation suchen. Das führt vor allem zu eins: ein globaler Kampf unter Helden. Und der wird auch vorrangig zelebriert, wodurch leider oft die eigentliche Handlung in den Hintergrund rückt. Da gibt es auch wenig Platz für den bissigen Humor, den man sonst von Giffen kennt. Nur an manchen Stellen, etwa wenn der Joker den Midnighter als "Batman light" bezeichnet oder wenn Superman als moralverblendetes Weichei dargestellt wird, kann das tatsächliche Potenzial durchblitzen.
Ansonsten verbleibt mit Sicherheit kein schlechter Eindruck. Dreamwar ist eine runde Sache geworden, bei der es zwischendrin immer mal wieder kleine Highlights zu entdecken gibt. Und vor allem gibt es hier eine rar gewordene Gelegenheit, bekannte Wildstorm-Helden wie Gen13, Wildc.a.t.s. oder Authority wiederzusehen, deren regulären Reihen ja hierzulande selten bis gar nicht zu verfolgen sind.
Auch Lee Garbetts Zeichnungen könnten für den ein oder anderen ein Kaufanreiz sein. Er schafft es, bei den zahlreichen Schauplätzen den Überblick zu behalten und die diversen Helden und Umgebungen recht detailreich umzusetzen. Sein Stil erinnert stark an Travis Charest, was sicherlich nicht das schlechteste Kompliment ist. Eigentlich nur schade, dass man für die deutsche Ausgabe das für meine Begriffe mit Abstand schlechteste US-Cover als Titelbild verwendet hat. Da sind die anderen, im hinteren Teil abgedruckten Cover doch um Klassen besser und einfallsreicher.
DC Premium 63: DC/Wildstorm –
Dreamwar
Panini, September 2009
Text: Keith Giffen
Zeichnungen: Lee Garbett
148 Seiten, farbig; 16,95 Euro (SC), 25,00 Euro (HC)















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Old Man Logan ist eine dieser After-the-Fall-Superheldengeschichten, die sich seit der Zeit, als Alan Moores Twilight of the Superheroes nie erschien sehr großer Beliebtheit erfreuen. Age of the Apocalypse. Es ist fünf nach Zwölf in den USA und die Schurken haben gewonnen. Die Superhelden sind tot, die großen Superschurken haben die USA – bzw. das, was von den USA übrig blieb – untereinander aufgeteilt.
- 30.04.2010
Seit Erscheinen des ersten
Storybogens, „Die Weltuntergangs-Suite“ dürfte feststehen: Wenn man nur einen
einzigen unverzichtbaren Superheldencomic benennen müsste, dann wäre es The
Umbrella Academy. Nicht umsonst wurde die noch junge Serie nicht nur in den
USA, sondern auch hierzulande mit Lob geradezu überhäuft.
- 07.10.2010
Für diese Miniserie hat Marvel-Chefredakteur Joe Quesada selbst zu
Stift und Papier gegriffen und die Story sowohl geschrieben als auch
gezeichnet. Offenbar hat er dabei den Zeitaufwand gewaltig
unterschätzt, denn die Erscheinungsweise der Einzelhefte in den USA war
katastrophal: zweieinhalb Jahre lagen zwischen dem ersten und dem
sechsten Heft, was man wahlweise peinlich, lustig oder unprofessionell
finden kann.
- 08.03.2007
Statt des zehnten Jahrestags des 11. Septembers friedlich zu gedenken, inszeniert Frank Miller in Holy Terror einen privaten Rachefeldzug gegen den islamistischen Terror. Sein Comic verbindet perfekte Ästhetik mit perfider Ideologie und erinnert an die Propagandafilme Leni Riefenstahls.