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(Signierstunde)
von Benjamin Vogt Mittwoch, 07. Oktober 2009
Im Jahr 1471 erhält Juan de Olid, ein treuer Gefolgsmann des Konnetabel
Kastiliens (eine Region in Spanien) einen besonderen Auftrag. Er soll sich mit
ein paar Dutzend Männern für König Heinrich IV. auf eine abenteuerliche
Expedition begeben. Ziel ist die Ostküste Afrikas, ein bis dato weitestgehend
unerforschtes Gebiet, über das es mehr Gerüchte denn Fakten gibt. Dort soll
Juan de Olid das Horn eines Einhorns erbeuten, dem aphrodisierende Wirkung
nachgesagt wird.
Die Suche nach dem Einhorn entwickelt sich als schier endloses Unterfangen. Auf dem Weg gibt es zahlreiche Verluste zu beklagen und die Gruppe um de Olid muss sich immer wieder unbekannten Herausforderungen stellen. Zu diesen zählt die Begegnung mit den Mauren, afrikanische Stämme verwickeln die Eindringlinge mitunter in blutige Schlachten und die Odysee durch die heiße Steppe fördert Krankheit und Tod bei den Reisenden.
Emilio Ruiz und Ana Miralles ist mit diesem Comicband ein kleines Meisterwerk geglückt, allerdings kann man den beiden Kreativen nicht das alleinige Lob aussprechen. Bei der in sich abgeschlossenen Erzählung Auf der Suche nach dem Einhorn handelt es sich nämlich um eine Umsetzung des gleichnamigen Romans von Juan Eslava Galan. Und der schien es bereits bei der Vorlage bezüglich der historischen Genauigkeit sehr ernst zu nehmen (wobei Galan bei der Adaption Ruiz und Miralles komplett freie Hand ließ, wie im Anhang des Bandes zu erfahren ist).
Das Ergebnis ist ein geschichtlich präziser Abenteuercomic, der
unaufgeregt anfängt, aber an Brisanz zunimmt, je länger sich die Expedition hinzieht. Der Hauptcharakter, ein kluger und gutaussehender Anführer, der
auszieht, um seinem Land Ruhm und Ehre zu bringen, nimmt den Leser mit auf eine
Erlebnisreise quer durch den schwarzen Kontinent, der sich zuweilen als
grausamer und von gefährlichen Tieren bevölkerter Ort entpuppt. Das Ganze ist
unheimlich gut umgesetzt, sind Juan und seine Gruppe doch vergleichsweise
zivilisiert und aufgeklärt, stoßen aber blind in neue Regionen vor – im festen
Glauben, dass das sagenumwobene Einhorn mithilfe einer Jungfrau einzufangen
sein. Die Story entwickelt sehr schnell eine gewisse Dramatik und man fragt
sich unweigerlich, ob die Mission überhaupt jemals zu einem guten Ende kommen
kann und vor allem, ob die Expedition schlussendlich fündig werden wird.
Zeichnerin Ana Miralles hat deutlich Wert auf eine detailreiche Umsetzung gelegt, so fangen ihre Bilder in wunderbarer Weise die afrikanischen Landschaften, aber auch die Lebensweise und Kultur der unterschiedlichen Bewohner ein. Die leichte Strichführung schafft es auch, jeder noch so kleinsten Bewegung oder Mimik der Figuren Ausdruck zu verleihen und auch die seichte Farbgebung, die viel mit Ockertönen arbeitet, steht perfekt im Einklang zu dem im 15. Jahrhundert spielenden Szenario.
Besonders gefallen hat mir auch die abgedruckte Karte, auf der die Marschroute der Expedition aufgezeigt wird. Man merkt auch hier einfach noch einmal, dass Idee und Entwicklung des Comics sehr wohl durchdacht sind und aus der Romanvorlage unter Nutzbarmachung des Mediums Comic ein eigenständiges Werk geworden ist, das sich mehr als sehen lassen kann.
Über die Beweggründe der Künstler für diese Adaption und den Produktionsprozess informiert auch das Interview am Ende des Bandes, der zweifellos zu einer der besten Albenveröffentlichungen der letzten Monate gehören dürfte.
Auf der Suche nach dem Einhorn
Ehapa Comic Collection, September 2009
Text: Emilio Ruiz
Zeichnungen: Ana Miralles
160 Seiten, HC, 39,95 Euro
ISBN: 978-3-7704-3306-3
Abbildungen: © Ehapa Comic Collection















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Der erste Band der Conan-Serie war ein Kracher. In Die Tochter des Frostriesen betrat ein neuer Conan die Bildfläche, der sich mit früheren Arbeiten – insbesondere mit den erfolgreichen von John Buscema, Barry Windsor-Smith und Frank Frazetta - messen lassen musste. Autor Kurt Busiek und Zeichner Cary Nord ist es zu verdanken, dass sich die neue Serie inzwischen in die Reihe der erfolgreichen Conan-Publikationen der vergangenen Jahrzehnte einfügt. Conan ist und bleibt aktuell. Im Februar erschien der neunte Band auf deutsch bei Panini. Titel: Auf dem Schlachtfeld geboren.
Conan der Barbar ist eine Legende. Und er geht wieder in
Serie. Seit kurzer Zeit verstricken Kurt Busiek und Cary Nord den wilden
Cimmerier in neue Abenteuer. Nach dem fabelhaften ersten Band kommt nun die
Fortsetzung: "Der Gott in der Kugel". Was Autor und Zeichner angefangen haben,
entwickeln sie konsequent weiter. Zwar kein Höhenflug, dafür aber ein
wasserdichtes Fantasy-Spektakel. Dämonen und Gemetzel inklusive, denn schließlich
ist es Conan.
- 09.12.2006
Die französischen Künstler Pascal
Rabaté und David Prudhomme sind spätestens seit diesem
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deutschsprachigen Comicleser nicht mehr unbekannt. Von beiden wurde
unlängst je
ein Werk bei Reprodukt veröffentlicht, zum einen Rabatés Bäche und
Flüsse, zum
anderen Prudhommes Rembetiko. Die Plastikmadonna, eine Kollaboration,
erschien
nun bei Carlsen unter dem großzügig bedientem Graphic-Novel-Label.
- 08.08.2010
Christophe Bec macht in seiner Fortsetzung von Prometheus genau
da weiter, wo er im Auftaktband „Atlantis" aufgehört hatte. So vermischt
der Autor auch in "Blue Beam Project" Versatzstücke aus der
griechischen Mythologie - der Titel verrät es bereits - mit einer
kinoverdächtigen Blockbusterästhetik zu einer reißerischen
Endzeit-Science-Fiction. Wer sich bei der Lektüre der Serie unweigerlich
an die Filme von Roland Emmerich (Independence Day, 2012)
oder James Cameron (Titanic) erinnert fühlt, hat die
"Vor-Bilder" der Serie bereits entlarvt.
- 09.04.2010
Mit dem zweiten Band von Missi Dominici liegt die Fortführung des Genremix aus Historie und Fantasy vor. Ein kleiner Rückblick: Das sogenannte Kind des Tierkreiszeichens, welches besondere Kräfte hat, führt die Stämme der osteuropäischen Ureinwohner an, welche sich gegen die christlichen Invasoren und die Christianisierung wehren. Die Reiter der Apokalypse, ebenfalls mit besonderen Kräften ausgestattete geheimnisvolle Krieger, bringen Tod und Verderben in das Land und machen somit ihrem Namen alle Ehre, während zwei Ritter der Missi Dominici aus noch unerfindlichen Gründen sich ebenfalls auf die Suche nach dem Kind machten.