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- Winterthur (CH): Vernissage 'Feindgebiet'
10.02.2012
(Ausstellung) - Berlin: Signierstunde mit Anke Feuchtenberger, Birgit Weyhe u. Jul Gordon
11.02.2012
(Signierstunde) - Köln: Daniel Schreiber signiert
15.02.2012
(Signierstunde)
von Benjamin Vogt Freitag, 07. August 2009
Gut zwei Jahrzehnte später liegt eine junge Frau mit ausgestreckten Armen und Beinen auf dem Boden ihrer Wohnung. In melancholischer Stimmung grübelt sie über ihr Leben nach und darüber, warum ihre Mutter sie so früh verlassen hat. Zur gleichen Zeit bereitet sich eine alte Dame auf die nahenden Regenmassen vor, von denen in den Nachrichten nur als das sprichwörtliche „Ende der Welt“ die Rede ist.
Im Haus des Vaters der jungen Frau treffen die Protagonisten schon bald aufeinander, die eine erscheint dort, um nach der Katze des im Krankenhaus liegenden Vaters zu sehen, die andere sucht Zuflucht vor dem heftigen Unwetter. Es beginnt eine geheimnisumwitterte Begegnung, in deren Verlauf die alte Dame, die, nebenbei gesagt, mit Katzen sprechen kann, ihre Gastgeberin in ein ehemals verbotenes Zimmer des Hauses führt. Während das Ende der Welt hereinbricht, begibt sich die junge Frau auf eine Reise zwischen Traum und Realität …
Mit dick schwarzen Kreidestrichen fängt Illustrator Tom
Tirabosco die durchgängige düstere, bedrohliche Stimmung ein. Die ständige
Präsenz des Platzregens und der Überschwemmung wirkt durch diese grafische Ausdrucksweise
zusätzlich beklemmend und erst aufs Ende zu wird diese Stilistik durch surreale
und traumwandlerische Sequenzen aufgebrochen. Zentral ist hier die Gefühlswelt
der jungen Frau, die offenbar von Selbstzweifeln geplagt und mit ihrem Leben
wenig zufrieden ist, sei es nun ihre Beziehung, ihr Aussehen oder das Verhältnis
zu ihren Eltern betreffend.
Pierre Wazems Erzählung basiert einerseits auf der Möglichkeit der recht freien Interpretation, aber andererseits auch auf den mysteriösen Momenten, die durch die redselige Katze, die in Rätseln sprechende alte Dame oder das mysteriöse Zimmer verkörpert werden. Entsprechend wird einem der Hintergrund der Anfangssequenz auch nicht sofort deutlich vor Augen geführt und deren Sinn ergibt sich erst im weiteren Verlauf der Geschichte.
Sehr eindrucksvoll ist auch die intensive Bildsprache des
Bandes. Oft kommt diese völlig ohne Worte aus und wirkt allein durch das
Einfangen passender emotionaler Momente oder Eindrücke des sintflutartigen Wetters.
Zudem arbeitet der Comic mit vielen Symbolen, die sich öfter wiederholen und
ihre Bedeutung erst nach und nach entfalten. Spätestens wenn sich Traum und
Realität vom Leser vollends nicht mehr klar trennen lassen, lassen sich diverse
Symbole zuordnen und Verknüpfungen erkennen.
Tirabosco und Wazem gelang mit Das Ende der Welt ein märchenhaftes Comicalbum, das seine Stärke aus der atmosphärischen Dichte bezieht. Es ist ein melancholisches Werk, das mit seiner tiefen schwarz-blauen Kolorierung unaufgeregt, aber enorm einprägsam auf den Leser einwirkt.
Das Ende der Welt
Avant-Verlag, Juni 2009
120 Seiten; Softcover; 17,95 Euro
Text: Pierre Wazem
Zeichnungen: Tom Tirabosco
ISBN: 978-3-939080-39-8
Abbildungen: © Avant-Verlag















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Als der junge Spanier Jaime nach der Trennung von seiner Freundin den Entschluss fasst, alles hinter sich zu lassen und mit seinem Hund Tobias auf einen Road Trip mit ungewissem Ziel zu gehen, wird auch sein (Lebens-)Weg von einer Reihe unerwarteter Wendungen bestimmt, die jedoch größtenteils negative Folgen haben.
Nach
einer fast vierjährigen Absenz hat der Herr der Erdferkel, Dave Sim,
dieses Jahr gleich zwei neue Comics auf den Markt gebracht,
Glamourpuss und Judenhass, die wie sein Comic-Epos
Cerebus nur als Teil des Gesamtkunstwerks „Sim“ zu lesen
sind. Zwei Comichefte, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Da
ist zum ersten die fortlaufende Serie Glamourpuss, eine „high
fashion comic book“-Parodie, und zum anderen der Comic Judenhass,
in dem Sim aus ausgewählten Zitaten und fotorealistischen
Reproduktionen eine Geschichte der Ressentiments gegen Juden und
deren Vernichtung im Holocaust beschreibt. Erst wenn man beide Comics
Seite an Seite stellt und deren Gemeinsamkeiten aus der Nähe
betrachtet, wird deutlich, dass Sim nicht einfach nur zwei Comics
gezeichnet hat, sondern nach Cerebus das Gesamtkunstwerk „Sim“
durch zwei neue Titel erweitert hat.
- 25.08.2008
Zuletzt machte der französische Künstler Joann Sfar ja weniger als Comicschaffender denn durch den von ihm als Drehbuchschreiber und Regisseur inszenierten Film Gainsbourg (über den Chanson-Sänger Serge Gainsbourg) von sich reden. Und da der begleitende, von Sfar gezeichnete Comicband, im Gegensatz zum Streifen selbst, bis dato nicht als deutsche Fassung vorliegt, muss man sich einstweilen eben einem der anderen Sfar-Projekte widmen.
RG ist die Abkürzung für „Renseignements Généraux“, welche die geheimdienstliche Abteilung der Nationalen Polizei Frankreichs ist. Sie ist direkt dem Innenministerium unterstellt. Auch wenn ihre Aufgaben bis 2008, als sie mit einer anderen Abteilung verschmolzen wurde, vorrangig darin bestanden, Informationen zu sammeln und das Ministerium direkt zu informieren, scheinen ihre Mitgleider doch auch generelle Polizeiarbeit erledigt zu haben. Zu ihren Aufgaben zählte Terrorismusbekämpfung ebenso wie Undercoverermittlungen. Das legt jedenfalls dieser Comicband nahe. Die Reihe RG, deren zweiter Band nun vorliegt, ist eine Mischung aus Fiktion und Reportage.
Der Gedanke war folgender: Man tausche drei deutsche Comicautoren gegen
drei israelische Künstler und lasse sie für ein paar Wochen das
jeweilige Gastland erkunden. So sollten schließlich Comicreportagen mit
dem ganz persönlichen Eindruck der Kreativen entstehen, fernab von
politischen oder historischen Beziehungen der Länder.
- 06.01.2006