JoomCategories for JoomGallery
- Kategorie: 6. Akt: Der letzte Akt
- Kategorie: 5. Akt: Der Akt ohne Namen
- Kategorie: Chili oder Essen, das zweimal brennt
JoomGallery Stats for JoomGallery MVC BETA
- 1287
Aktuelle Rezensionen
Comicgate-Tweets
Comic-Kalender
- Wien: Comiczeichner-Stammtisch
08.02.2012
(Stammtisch) - Winterthur (CH): Vernissage "Feindgebiet"
10.02.2012
(Ausstellung) - Berlin: Signierstunde mit Anke Feuchtenberger, Birgit Weyhe u. Jul Gordon
11.02.2012
(Signierstunde)
von Thomas Kögel Samstag, 06. Juni 2009
Ein Verkehrsunfall zwischen einem Lieferwagen und einem Motorrad. Beide Fahrer landen schwer verletzt im Krankenhaus. Der Fahrer des Lieferwagens, ein Mann um die 40, stirbt an den Unfallfolgen. Der Motorradfahrer, erst 17 Jahre alt, überlebt. Doch als er aus dem Koma erwacht, stellt sich heraus: Er weiß nicht mehr, wer er ist. Seine Erinnerungen sind die des Unfallgegners.
Jiro Taniguchi erzählt in seinem gewohnt ruhigen Stil eine verstörende Geschichte: Was wäre, wenn das Bewusstsein eines Menschen in Körper eines anderen Menschen wechseln würde? In Hollywood macht man aus solchen Fragen lustige Body-Switch-Komödien (wie z.B. aktuell mit 17 Again). Bei Taniguchi dagegen wird daraus ein sensibles Charakterdrama. Beinahe alle Beteiligten leiden unter der neuen Konstellation: die Eltern des jungen Takuya, die ihren eigenen Sohn nicht wiedererkennen, genauso wie Ehefrau und Tochter von Kazuhiro Kubota, die um ihren verstorbenen Mann und Vater trauern, als plötzlich dieser plötzlich vor ihrer Tür steht - allerdings in Gestalt des jungen Motorradfahrers Takuya.
Der Manga schildert überzeugend das verwirrende Innenleben von Takuya bzw. Kubota. Schon bald ist nicht mehr klar, wer hier eigentlich "Ich" ist. Steckt der eigene Geist in einem fremden Körper oder steckt umgekehrt ein fremder Geist im eigenen Körper? Während im Subtext von Bis in den Himmel derlei philosophische Fragen verhandelt werden, versucht Takyua/Kubota seinen ganz normalen Alltag auf die Reihe zu kriegen. Besonders wichtig ist dabei die Hilfe von Okita, die vor dem Unfall Takuyas Freundin war und sich nun des "vertrauten Fremden" annimmt. Dieser hat im Verlauf der Geschichte damit zu kämpfen, dass sich in Takuyas Kopf bald auch Takuyas altes Bewusstsein wieder meldet und seinen Platz beansprucht, es ringen also zwei Seelen um einen Körper.
Was an diesem Band besonders auffällt, ist seine Unaufgeregtheit. Die Konflikte und dramatischen Zuspitzungen der Story werden nie voll ausgereizt. Letztlich strebt Zeichner und Autor Jiro Taniguchi genauso nach Harmonie und Augeglichenheit wie die Hauptfigur des Buches. Das liest sich sehr angenehm, allerdings bekommt man dafür ein nahe am Kitsch wandelndes Happy-End aufgetischt. Ein etwas weniger freundliches Ende wäre hier vielleicht passender gewesen. Und auch die Kritik an der extremen japanischen Leistungsgesellschaft, die der Autor hier untergebracht hat, wirkt ein bisschen banal.
Trotzdem ist Bis in den Himmel empfehlenswert, auch wenn es wohl nicht Taniguchis bestes Werk ist. Seine filigranen Schwarz-Weiß-Bilder sind wie immer ein Genuss und dank ihrer bodenständigen Charaktere ist die unwahrscheinliche Geschichte jederzeit glaubwürdig und nachvollziehbar. Shodoku (das Manga-Label von Schreiber & Leser) hat sich erstmals dazu entschlossen, die Seiten zu spiegeln, also nicht die originale japanische Leserichtung beizubehalten. Puristen werden das bemängeln, doch vielleicht kann es den ein oder anderen Leser zum Kauf bewegen, der sonst einen Bogen um Comics aus Asien macht.
Bis in den Himmel
Shodoku, März 2009
Text und Zeichnungen: Jiro Taniguchi
Softcover mit Klappenbroschur; 304 Seiten; 16,95 Euro
ISBN: 978-3-941239-10-4

Abbildungen: © Schreiber & Leser















Neue Veranstaltung einsenden



Eine Wohnsiedlung in den Berghang gebaut, so angelegt, dass auch jeder
gleich viel Sonne bekommt, eine Ansammlung von Wohnmaschinen mit allen
Extras – vom Flachbildschirm bis hin zur Hypothek von 35 Jahren – das
ist Sun Village. Die traurige Wirklichkeit der einzelnen Existenzen, die
sich hinter dieser musterhaften Fassade verbirgt, ist beispielhaft für
unsere moderne Welt. Der gefeierte Mangaka Inio Asano zeichnet in seinem neuen Manga Sun Village ein einfühlsames und poetisches Bild dieser Welt, ohne dabei ihre Brutalität und ihre Trostlosigkeit außen vor zu lassen.
Es beginnt wie in einer Naturdokumentation im Fernsehen: Eine menschenleere Welt, ein Bär fängt Lachse im Fluß, ehe er von einem noch größeren Bär angegriffen wird. Doch dann betritt ein kleiner Dinosaurier das Feld, der trotz seines grimmigen Blicks sehr niedlich aussieht. Er nimmt es mit dem riesigen Kodiakbären auf und liefert ihm einen ungleichen Kampf, denn der Kleine ist total überlegen. Anschließend frisst er sich an den Fischen satt und schläft, respektlos wie er ist, direkt auf dem Bauch des eben besiegten Bären ein.
Es beginnt mit einem Arschloch. Gleich im allerersten Panel dieses
Manhwas bekommen wir den Hinterausgang eines Pferdes zu sehen sowie
das, was dort rauskommt. Ein bezeichnender Auftakt, denn Kwan Gaya
schert sich einen Dreck um Konventionen. Sein Epos Sonne und Mond,
das in drei Teilen bei Shodoku, dem Asien-Label von Schreiber &
Leser, erschienen ist, passt in keine Schublade. Es verwendet zwar
reichlich Klischees und Versatzstücke aus diversen Genres, setzt diese
aber so dreist zusammen, dass etwas völlig Eigenständiges entsteht.
- 16.12.2008
Der Mangawestern war ja bislang
ein eher unerforschtes Gebiet. Mangaka Jiro Taniguchi, von jeher ein Bewunderer
frankobelgischer Westerncomics (z.B Jean Girauds Blueberry), erfüllte sich mit
seinem Buch Sky Hawk einen lange gehegten Traum: Er versetzt zwei
Samuraikrieger mitten in den Konflikt zwischen Indianern und US-Armee.
- 16.09.2010