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15.02.2012
(Signierstunde)
von Benjamin Vogt Donnerstag, 16. April 2009
Es ist vollbracht, die fünfteilige, neu bearbeitete
Andrax-Gesamtausgabe liegt jetzt also komplett vor. Auch wenn die Stories aus
den 70ern an vielen Stellen vornehmlich durch hölzerne Dialoge und übertriebene
Handlungen auffallen, so beweist die spanisch-deutsche Koproduktion von Autor
Peter Wiechmann und Zeichner Jordi Bernet dennoch, dass überbordende
s/w-Fantasycomics auch heute noch ihren verdienten Platz innehaben können.
Es ist der Charme der suboptimalen, nichtperfekten
Erzählung, die die Geschichten um den aus der Vergangenheit stammenden Helden
Andrax und seinen Wegbegleiter Holernes zu einem zeitlosen Klassiker machen.
Während zahlreicher und unterschiedlich langer Abenteuer ändert sich die
personell simple Zweierdynamik nicht, stattdessen stürzen die Protagonisten von
einem ungewöhnlichen Szenario in ein noch ungewöhnlicheres. Die Erforschung der
neuen, fremden Zukunftswelt, die einen Rückfall in barbarische Zeiten
durchlaufen zu haben scheint, will nicht enden, ebenso wenig die Suche nach
einer Rückkehrmöglichkeit für Andrax in seine eigene Zeit.
Es sind Fragen, die
letztlich unbeantwortet bleiben, da sie für den eigentlich kaum existierenden
übergeordneten Handlungsablauf von sekundärer Natur sind. Der Schwerpunkt liegt
in der kurzweiligen Umsetzung simpel gestrickter Action- und Abenteuer-Plots,
die zuweilen höchst amüsant ist. Insbesondere dann, wenn absurde Elemente einen
gelungenen, unvorhersehbaren Kontrapunkt setzen. So verwundert es auch im
abschließenden fünften Band der Serie „Gnadenlose Jagd“ nicht, dass Andrax und
Holernes in einem Düsenjet vor einer Bombe fliehen, sie auf Frankensteins
Monster treffen oder sie in eine Wildwest-Geisterstadt geraten.
Als besonderer Bonus sind im Anhang des Buches Auszüge aus
einer nicht autorisierten Abschlussstory von Jordi Bernet abgedruckt. Dessen
Idee war, Andrax ein würdiges, rundes Ende zu geben, was aber offiziell nie
realisiert wurde.
So schade es auch sein mag, dass jetzt zwangsweise, weil das Material erschöpft ist, keine weiteren Bände von Andrax mehr erscheinen werden, umso mehr darf man gespannt sein, ob demnächst weitere alte Primo-Comics ihr Revival in einer Gesamtausgabe feiern dürfen. Bei ähnlicher inhaltlicher Qualität und gewohnt souveräner Cross-Cult-Bearbeitung kann man sich gewiss darauf freuen.
Andrax 5: Gnadenlose Jagd
Cross Cult, Februar 2009
Text/Zeichnungen: Peter Wiechmann/ Jordi Bernet
A5,
Hardcover, s/w, 144 S., 18,00 €
ISBN: 978-3-936480-79-5
ZWEITE MEINUNG: Kurzbesprechung von Christopher Bünte im Kri-Ticker
Abbildungen: © Kauka Promedia / Cross Cult















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Im Hause Panini findet man neben dem großen Sortiment an Marvel- und
DC-Lizenzen auch immer mal wieder Comics aus kleineren amerikanischen
Verlagen. So haben zum Beispiel die durch den Spieleproduzenten Games Workshop
inspirierten Comics ihren Platz im Regal direkt neben den
amerikanischen Superhelden eingenommen. Während die epischen Schlachten
von Warhammer und Warhammer 40k vielen Lesern bereits bekannt sein dürften, handelt es sich bei Blood Bowl -
auch unter den Tabletop-Spielern - wohl eher um ein unentdecktes
Kleinod. Leider erfährt diese kleine Perle unter der Regie des
amerikanischen Comic-Verlags Boom Studios eine Heimpleite. Das Auswärtsspiel für Blood Bowl: Blut und Spiele kann bei der deutschen Lesergemeinde wegen mangelnder Bekanntheit des Spiels eigentlich nur noch schlechter ausfallen.
DOPPELREZENSION
Eigentlich ist Hellboy ein Comic für Intellektuelle. Für Schöpfer Mike Mignola jedenfalls waren die Geschichten um seinen Ermittler aus der Hölle schon immer mehr als nur ein Monster-Comic. Mit Hellboy steckte er sich selbst einen Rahmen ab, in dem er all die Geschichten erzählen konnte, auf die er Lust hatte. Das Ergebnis ist ein herrliches Amalgam: Internationale Folklore trifft auf Gothic und Groschenromane.
- 26.10.2008
Nach Sin City und 300 legt Cross Cult nun also auch Hard
Boiled, ein weiteres Werk von Frank Miller, als edle Gesamtausgabe neu auf. Die
ursprünglich dreiteilige US-Serie lässt sich am ehesten als eine überbordende, pompös
inszenierte Kurzgeschichte begreifen, in der ausgefeiltes Storytelling und
tiefgehende Dialoge bewusst in den Hintergrund gerückt sind und Miller viel
über großflächige, spektakuläre Szenen mit dem Leser kommuniziert.
Drei Jahre musste der geneigte Fan warten, bis der dritte Band der Serie Ganarah von Fabrice Meddour erschienen ist. Dieser ist zugleich auch der Abschluss der Reihe, welche leider dennoch Stückwerk bleibt.