| Jazam! 3 - Zeit |
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| Geschrieben von Sascha Thau | |||||||
| Dienstag, 24. Februar 2009 | |||||||
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Gemeinhin ist sowas ja gar nicht so leicht auf die Beine zu stellen, egal ob tolles Fest oder gelungene Sammlung, vor allem, wenn man eine Anthologie macht, vor allem, wenn die Zeichner teils Nachwuchstalente sind. Da wuchert dann normalerweise alles nach allen möglichen Richtungen und der Leser hat am Ende genauso gemischte Gefühle wie der Inhalt aussieht. Nicht so hier. Mir unbekannt, wie es die Jungs und Mädels von Jazam hinbekommen haben, aber Jazam ist kohärent, schlüssig und unterhaltsam auf jeder umgeblätterten Seite. Sicherlich gibt es auch Geschichten, die mal etwas abfallen, aber das Grundniveau ist sehr hoch. Der Opener wird von Moritz von Wolzogen bestritten und erklärt, warum Ferien so verdammt schnell vorbei sind und was man mit der kurzen Zeit am besten machen sollte, wenn sie schon fast um sind. Samuel Rapp liefert mit "Parkbank" eine wunderbares Stück über das JETZT und das SPÄTER. Ein ganz grosser Knaller ist "Tempus Fugit" von Martin Rathscheck (s. links). Fängt auf Seite 24 an und zieht sich durch das ganze Buch, denn das Ferkel und der Golem benutzen eine Zeitmaschine. Und da Zeit im Comic durch das Lesen einer Seite erzeugt wird, wandern sie mal dorthin und mal da hin. "Zeitdiebe" ist dann das, was unbedingt sein muss: eine Geschichte über Zeitsprünge mit zahlreichen Doppeldeutigkeiten - es fängt schon mt dem Namen des Agenten an: "Justin Time". Ich könnte noch sehr lange so weiter machen, denn fast alle genannten Geschichten befinden sich erst im ersten Drittel des Bandes, welcher insgesamt 220 Seiten umfasst. Noch ein Wort zum Objekt an sich. Es ist wirklich ein kleines, hervorragend gedrucktes Buch. Man glaubt kaum, dass man ein Independent-Produkt vor sich hat. Das hat wirklich so gar nichts mehr von den selbstkopierten Heftchen von früher, die man höchstselbst mit der Post vertreiben musste. Das hier ist ein fettes Gerät für gerade mal 13 Euro. Wer mehr wissen oder direkt den Band bestellen will, einfach mal auf jazam.de vorbei surfen. Das "es lohnt sich" spar ich mir jetzt mal - die Zeit ist um. Der vierte Jazam-Band mit dem Thema "Monster" ist für das Comicfestival München (11.-14. Juni 2009) geplant. Im Blog von Jazam gibt es bereits erste Eindrücke. Jazam! 3 - Zeit Eigenverlag Anthologie (52 Künstler) Herausgeber: Adrian vom Baur, Nicolas Simon, David Koslowski 220 Seiten, s/w, SC; 13,- Euro Leseprobe und Bestellmöglichkeiten aller bisherigen Bände auf der Website, aktuelles im Blog ![]() Abbildungen © die jeweiligen Künstler
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Tokyo Punk ist das zur Hamburger Messe "Heftich" Ende 2005 erschienene Magazin der Initiative Comic Kunst e.V. (INC). Der Grundgedanke: Deutsche Undergroundzeichner versuchen sich an Manga.
Chester Browns autobiografisches Comicwerk Fuck beginnt
mit einem verlassen wirkenden Einzelpanel, dem Bild eines Mädchens und der
nüchternen Textzeile: „Connie Pug wohnte gegenüber…“. Distanz und Leere sind
zwei der Merkmale, die sich für den Leser dadurch bereits ankündigen und die
als durchgängiges Charakteristikum für den kompletten Band gelten können.

Eines vorweg: Affentheater ist einer der
unkonventionellsten aber brillantesten Comicbände der jüngsten Vergangenheit.
Und er ist vor allem eines: Geschmackssache. Mir jedenfalls hat er extrem viel
Spaß gemacht, weshalb ich jedem nur empfehlen kann, sich unbedingt selbst ein
Bild zu verschaffen.
"Daniel und Oleg sind eine WG", sagt der Klappentext. Und zwar eine im
Hamburger Schanzenviertel, wo sich eine Melange aus Alt-68ern, Punks
und hippen Werbefuzzis zum sogenannten Szeneviertel vereint. Daniel
will um jeden Preis ganz vorne dabei sein, wenn es um die richtigen
Styles geht, egal ob es um Musik, Mode, Frisuren oder die
Inneneinrichtung geht. Oleg dagegen ist eher der gemütliche Typ, dessen
Leben sich zwischen Bong und Spielkonsole abspielt.