JoomCategories for JoomGallery
- Kategorie: 6. Akt: Der letzte Akt
- Kategorie: 5. Akt: Der Akt ohne Namen
- Kategorie: Chili oder Essen, das zweimal brennt
JoomGallery Stats for JoomGallery MVC BETA
- 1287
Aktuelle Rezensionen
Comicgate-Tweets
Comic-Kalender
- Winterthur (CH): Vernissage 'Feindgebiet'
10.02.2012
(Ausstellung) - Berlin: Signierstunde mit Anke Feuchtenberger, Birgit Weyhe u. Jul Gordon
11.02.2012
(Signierstunde) - Köln: Daniel Schreiber signiert
15.02.2012
(Signierstunde)
von Thomas Kögel Donnerstag, 01. Januar 2009
Der erste Band von Jason Lutes' Berlin-Saga erschien im September 2003 in Deutschland. Ganze fünf Jahre vergingen, bis nun endlich der Folgeband vorliegt. Weil Zeichner und Autor Lutes nicht allein von der Produktion seiner Berlin-Comics leben kann, ist das Veröffentlichungstempo sehr gemächlich. In den USA erscheint jedes Kapitel als einzelnes Heft, der Carlsen Verlag wartete dagegen ab, bis er einen Sammelband veröffentlichen konnte. Das Warten hat sich gelohnt.
Bleierne Stadt, der zweite Band von Berlin, macht dort weiter, wo der erste Teil (Steinerne Stadt) aufhörte: Der Comic ist eine Chronik aus dem Berlin am Ende der Weimarer Republik (dieser Band spielt zwischen Juni 1929 und September 1930), erzählt aus der Perspektive verschiedener Individuen. Neben fiktiven Charakteren werden auch reale Personen in die Geschichte eingeflochten, z.B. Literaten wie Kurt Tucholsky, Politiker wie Ernst Thälmann oder die Tänzerin Josephine Baker.
Gleich zu Beginn des Bandes führt Jason Lutes einen neuen Handlungsstrang und damit auch neues Personal ein: die amerikanische Jazzband Cocoa Kids kommt zu einem längeren Gastspiel nach Berlin. Durch diesen zusätzlichen Blickwinkel kann Lutes aus der Perspektive ausländischer Besucher erzählen, die Berlin als einen lukrativen und spannenden Auftrittsort erleben, aber als Schwarze auch mit mehr oder weniger subtilem Rassismus konfrontiert werden.
Während im ersten Band noch ein klarer Schwerpunkt auf dem politischen Geschehen lag (die schleichende Aushöhlung der Demokratie, die Radikalisierung der Bevölkerung, der Kampf zwischen linken und rechten Gruppierungen), legt Lutes den Fokus diesmal auch etwas stärker auf gesellschaftliche Aspekte: Der liberale Zeitgeist, der hier seinen Höhepunkt erreichte und von dem kurze Zeit später leider nicht mehr viel übrig blieb, erblüht auf den Comicseiten: Man hört Jazzmusik, feiert aussschweifende Parties und experimentiert mit seiner Sexualität. Die Künstlerin Marthe Müller, seit dem ersten Kapitel eine der Hauptfiguren, beendet ihre Beziehung mit dem Journalisten Kurt Severing und verliebt sich in ihre Ex-Kommilitonin Anna.
Obwohl die Nationalsozialisten nur eine Nebenrolle spielen und Adolf Hitler kaum einmal namentlich genannt wird, steuert der Comic deutlich auf Hitlers Machtergreifung zu. In den persönlichen, fiktiven Schicksalen einfacher Leute wird begreiflich, wie sich die Geschichte so entwickeln konnte. Dabei ist es erstaunlich, wie authentisch sich die Erzählung anfühlt, obwohl sie von einem 41-jährigen Künstler aus New Jersey kommt: Lutes hat akribisch recherchiert und achtet bis ins Detail auf die Stimmigkeit seiner Bilder. Auch die deutsche Übersetzung von Heinrich Anders ist bemerkenswert gut gelungen. Viele Figuren sprechen mit Berliner Akzent, die Sprache wirkt niemals gekünstelt, so dass man fast vergisst, einen Comic zu lesen, der aus einer Fremdsprache übersetzt wurde.
Bei seinen Zeichnungen folgt Lutes deutlich dem Vorbild der Ligne Claire. Das macht die Bilder manchmal etwas statisch, dafür erleichtert dieser Stil das Verfolgen der Geschichte: Auch wer nur selten Comics liest, wird der Handlung mühelos folgen können. Geschickt setzt Lutes verschiedene Mittel ein, die nur im Medium Comic möglich sind. Das Verwenden unterschiedlicher Schrifttypen, das Spiel mit grafischen Symbolen (an einer Stelle verwandeln sich Musiknoten in Vögel) und auch die Kunst des Weglassens: Zu den Höhepunkten des Bandes gehört eine Seite, die fast vollständig weiß ist und den Leser überrascht, wenn nicht sogar schockiert.
Leider wird es wieder mehrere Jahre dauern, bis man den abschließenden dritten Band lesen kann. Wenn es Jason Lutes jedoch gelingt, weiterhin diese Qualität zu liefern, dann wird er am Ende ein Meisterwerk geschaffen haben. Ein Amerikaner macht deutsche Geschichte lebendig, lebendiger als viele Geschichtsbücher es können. Bei all dem Lob muss eine kleine Erbsenzählerei erlaubt sein: Der Grafiker, der den Buchrücken gestaltet hat, hat nicht aufgepasst - der Schriftzug läuft von unten nach oben, genau andersrum als beim ersten Band. Nicht schlimm, aber für Regal-Ästheten ein Minuspunkt.
Berlin Bd. 2: Bleierne Stadt
Carlsen, Oktober 2008
Text und Zeichnungen: Jason Lutes
Softcover mit Klappenbroschur; schwarz-weiß; 214 Seiten; 14,- Euro
ISBN: 978-3-551-76676-2

Bildquelle: carlsen.de

geschrieben von Thomas, am 13. Januar 2009 um 20.55 Uhr
Und danke für die Info zum Buchrücken. Vermutlich hat Carlsen das in einer späteren Auflage vom 1. Band geändert und bleibt natürlich jetzt konsistent.














Neue Veranstaltung einsenden



Im Jahr 2002 veröffentlichte Neil Gaiman seinen Roman Coraline,
der als gruseliges Märchen für Jugendliche konzipiert war. Kürzlich war
die Filmadaption dieser Geschichte in den Kinos zu sehen. Noch während
dieser Film entstand, arbeitete Comiczeichner P. Craig Russell an einer
Comicversion von Coraline. Sie erschien 2008 in den USA und
inzwischen auch auf Deutsch. Vergleicht man die beiden Adaptionen, sind
zwei – vor allem visuell – völlig unterschiedliche Geschichten
entstanden.
- 11.10.2009
Als der junge Spanier Jaime nach der Trennung von seiner Freundin den Entschluss fasst, alles hinter sich zu lassen und mit seinem Hund Tobias auf einen Road Trip mit ungewissem Ziel zu gehen, wird auch sein (Lebens-)Weg von einer Reihe unerwarteter Wendungen bestimmt, die jedoch größtenteils negative Folgen haben.
Ein über 200 Seiten starkes Werk über Ballett stellt man sich im ersten Moment nicht unbedingt spannend vor. Zumindest geht es mir so, der mit der Thematik so rein gar nichts verbindet. Auf den zweiten Blick mag einem der Name des verantwortlichen Künstlers, Bastien Vivès, einen Hinweis darauf geben, dem Comic doch eine Chance zu geben.
Die französische Schriftstellerin Fred Vargas (die eigentlich
Frédérique Audoin-Rouzeau heißt), gehört seit etlichen Jahren zu den
beliebtesten Krimi-Autoren, nicht nur in Frankreich, sondern auch bei
uns. Ihre Krimis um den Kommissar Adamsberg bzw. um "Die drei
Evangelisten" stehen regelmäßig auf den Bestsellerlisten und haben
etliche Preise gewonnen. Ihr deutscher Verlag Aufbau hat sämtliche in
Frankreich erschienenen Romane auf deutsch veröffentlicht, nur bei
einem hat er lange gezögert: Das Zeichen des Widders, in Frankreich im Jahr 2000 erschienen, ist nämlich ein Comic.
- 10.01.2009
Du bist nicht berechtigt, diesen Bereich zu sehen.
Du musst dich anmelden.
Der Link hierzu ist:
http://www.comicgate.de/content/view/1172/
Macht die 51 das aus ?
Zum Anderen, habe ich gerade vorm Verschenken eine aktulle Ausgabe von Band 1 neben meinen Band 2 gehalten, bei beiden läuft die Schrift von unten nach oben...