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(Signierstunde)
von Benjamin Vogt Sonntag, 09. November 2008
Mit der Pitt Pistol-Gesamtausgabe bietet sich Comiclesern
jetzt die Gelegenheit, sich einen echten Klassiker in einem sehr schön
gestalteten Buch komplett zuzulegen. Pitt Pistol ist die Comicserie, die die
erste längere Zusammenarbeit von René Goscinny und Albert Uderzo - einige Jahre,
bevor die beiden den legendären Kulthit Asterix entwickelten und über lange
Zeit betreuen sollten.
Der Band enthält fünf Geschichten, womit sich alle je erschienenen Abenteuer von Pitt Pistol vorfinden und am Stück lesen lassen, wobei es sich bei der fünften Story "Der verrückte Erfinder" nicht wie bei den vier anderen um ein reguläres Comicalbum handelt, sondern um eine Kurzgeschichte. Vorangestellt enthält die Ehapa-Gesamtausgabe ein Vorwort von Horst Berner, in dem u.a. auch die undurchsichtige Veröffentlichungshistorie der Serie nochmals aufbereitet wird, sowie ein Vorwort von Albert Uderzo, dem Zeichner der Serie, der nochmal einen persönlichen Einblick in sein Frühwerk gewährt.
Pitt Pistol ist ein Piratencomic, der im Frankreich des 18. Jahrhunderts spielt. Zu jener Zeit startet der etwas naive Rotschopf Pitt Pistol in eine neue Herausforderung, er kauft sich das heruntergekommene Schiff "Seestern", trommelt eine illustre Crew (bestehend aus seinen Freunden) zusammen und schickt sich an, in Freiheit die Weltmeere zu bereisen. Und tatsächlich wird der anfänglich von Unglück und Ungeschick geprägte Startversuch unverhofft honoriert, denn Pitt Pistol wird zum Korsar des Königs ernannt und nimmt fortan Aufträge im Namen seiner Hoheit entgegen.
Gerade bei der ersten Geschichte "Der unglaubliche Korsar"
wird deutlich, dass Goscinny und Uderzo ihren kreativen Höhepunkt noch längst
nicht erreicht hatten. Zu Beginn ist die Erzählung sogar ein Stück weit
ernsthafter, in Richtung Abenteuer gestaltet; dazu passt auch, dass Uderzo sich
an einem flächigeren und detaillierteren Stil versucht und Pitt Pistol selbst
relativ erwachsen aussehen lässt. Diese frühen Züge erfahren aber schon bald
eine sichtbare Veränderung, denn innerhalb der weiteren Geschichten verändert
sich die Handlung immer mehr zum klugen Gagfeuerwerk und auch die Optik wird
immer cartooniger. Am Ende der Gesamtausgabe scheinen immer deutlicher die Parallelen zum
späteren Werk Asterix durch, Klischees des Piraten-Genres werden humorvoll
bedient, die Figuren besetzen feste Rollen innerhalb der Erzähldynamik.
In den 50-er Jahren entstanden, ist Pitt Pistol sicherlich nicht auf dem Niveau der besten Asterix-Bände, weswegen die Reihe wohl auch nie die gleiche Aufmerksamkeit bekommen wird. Allerdings bietet sich mit Goscinnys und Uderzos Frühwerk ein durchaus reizvolles Comicerlebnis. Es sind gute Geschichten, die zu lesen sich auf jeden Fall lohnt. Wer Asterix mag, wird auch an Pitt Pistol Gefallen finden, aber auch wer die Einzelbände von Pitt Pistol besitzt, sollte sich diese sehenswerte Gesamtausgabe mal ansehen, denn das Hardcover in Lederoptik ist ein wirklich schönes Schmuckstück für's Sammlerregal.
Pitt Pistol
Gesamtausgabe
Ehapa Comic
Collection, September 2008
Text: René Goscinny
Zeichnungen: Albert Uderzo
HC, farbig, 224 Seiten; 29,95 Euro
ISBN 978-3-7704-3220-2
Abbildungen © dt. Ausgabe 2008 Ehapa Comic Collection















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Ursprünglich war der Band Aus
dem Leben eines Fantastilliardärs von Ehapa als Antwort auf Don Rosas Comicbiografie Sein Leben, seine Milliarden angekündigt. „Dagobert Duck im Original“, so lautete
die frühe Ankündigung. Immerhin läge es ja nahe, dass man alle Geschichten von Übervater
Carl Barks, auf die sich Rosa stark bezieht, nun selbst in einem Band
versammelt.
- 24.09.2010
Die große Kunst bei der Schaffung von Comics liegt darin, Lücken zu
füllen. Und damit sind die Lücken zwischen den Bildern gemeint. Erst
durch den Lesefluss des Betrachters werden die Bilder inhaltlich
miteinander verknüpft und im Kopf des Lesers entsteht nicht nur eine
zusammenhängende Story, sondern auch eine Dynamik, die im Kopf einen
Film ablaufen lässt. Die Kunst der Schöpfer besteht unter anderem darin,
Story und Dynamik adäquat zu gliedern. Warum diese allgemeine These,
die eher zu einer theoretischen Abhandlung zu Comics gehört, hier in
einer Rezension steht? Weil diese Lücken im ersten Band der Reihe Die Korsaren der Alkibiades
einen Tick zu groß geworden sind. Es holpert und stolpert an allen
Ecken und Enden, wie eine Dampflok, die zu wenig Holz als Antrieb zu
fressen bekommt.
- 05.10.2010
Von der auf insgesamt fünf Hardcover-Alben angelegten Veröffentlichung der klassischen Westernserie Lance liegt nun der zweite Band vor, wobei einige starke Veränderungen im Vergleich zum ersten auszumachen sind.
Barbarella führe das Publikum fort vom kausalen Denken, fort vom Auflösen von Widersprüchen und fort vom Widersprechen. Die Möglichkeit zur Differenzierung der modernen Welt bleibe ausgeschaltet. Ein unreflektiertes Machtmodell. So schrieb der Literaturkritiker Fritz Raddatz im März 1967 in der Zeit.
- 04.10.2010
Sie sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die bekanntesten Enten der Welt. Und sie sind eine der erfolgreichsten Familien der Comichistorie: Die Ducks. Den verworrenen Verhältnissen der Entenhausener Familie geht die jetzt veröffentlichte Familienchronik der Ducks nach.