Aktuelle Rezensionen


Der Wald der Jungfrauen 1 - Verrat


Bouncer 7 - Doppelherz


Tamara Drewe


Prototype


Spirit Archive, Band 16


Leroy & Dexter


Witchblade 1 und Darkness 1


Sukkubus 1 - Camilla


Animal'z


Cosa Nostra 4 - Die Hetzjagd
Anzeige
Advertisement
 
Home arrow Rezensionen arrow ausführlich arrow Sleeper 1: Das Schaf im Wolfspelz  
Sleeper 1: Das Schaf im Wolfspelz Drucken E-Mail
Geschrieben von Benjamin Vogt   
Samstag, 11. Oktober 2008
 Nach dem recht gelungenen Einzelband Point Blank liegt mittlerweile auch der erste deutschsprachige Sammelband der Wildstorm-Serie Sleeper vor, eine Reihe, die bestimmte Personen aus Point Blank tangiert und auf Geschehnisse daraus aufbaut, respektive fortführt. Trotzdem lässt sich Sleeper auch ohne Mühe losgelöst von seiner „Prolog-Story“  genießen.

In „Das Schaf im Wolfspelz“ beginnt die  Geschichte von Holden Carver, einem Doppelagenten der innerhalb des Verbrechersyndikats von Tao, einem genialen Schurken mit Superkräften, operiert. Als einer der besten Männer Taos gewinnt er schnell das Vertrauen seines Chefs, doch der geheime Auftrag, die Unterminierung und somit Zerschlagung der kriminellen Organisation, zieht Carver zunehmend selbst ins moralische Zwielicht, zumal sein Auftraggeber und einziger Kontaktmann John Lynch im Koma liegt (siehe Point Blank). Die Grenze zwischen Gut und Böse scheint für Carver allmählich zu verwischen, er wird zu einem Agenten, der ohne Orientierung zu tief in seine Rolle verfällt, als das er einfach aussteigen könnte.

 Ed Brubaker begibt sich mit Sleeper auf ein ihm wohl vertrautes Terrain, denn bereits andere Werke wie Gotham Central für DC oder Criminal für Marvel/Icon zeugten von seinem guten Händchen für griffige und packend erzählte Kriminalgeschichten. Sleeper stellt bereits im ersten Sammelband einen Höhepunkt im Schaffen des Autors dar, denn mit der unverbrauchten, facettenreichen Figur des Holden Carver lässt es sich gut bewegen im Wildstorm-Universum, in dem allerhand Superwesen ihre Daseinsberechtigung haben. Brubaker verleugnet diesen Hintergrund, also die Präsenz von Superhelden (und –schurken) nicht, auch Carver und Tao besitzen übernatürliche Kräfte, trotzdem ist dieser Aspekt innerhalb der Handlung nicht bestimmend. Vielmehr verfolgt man als Leser direkt den Identitätsverlust eines strauchelnden und verzweifelnden Agenten, der zu weit ins verbrecherische Milieu gerät, ohne sich allein befreien zu können. Erzählt ist das großartig, denn solch packende Texte und verschachtelte Charakterisierungen sind Brubaker vielleicht nie so gut gelungen wie hier.

 Passend zur Thematik sind Sean Phillips' Zeichnungen in  dunklere Farben getaucht, die leichten Schattierungen sowie die teilweise gemixte Panelaufteilung aus breitflächigeren Hintergrund-  und akzentuierten Kleinbildern lassen zusätzliches Noir-Feeling aufkommen.

Sleeper ist eine Story um Agenten, Ganoven und Superwesen; und bereits nach einem Band  ist sie hervorragend.

 


Sleeper 1: Das Schaf im Wolfspelz
Cross Cult, August 2008
Text: Ed Brubaker
Zeichnungen: Sean Phillips
A5; Hardcover; 144 Seiten
; 19,80 Euro
ISBN: 978-3-936480-71-9

wunderbarer Serienstart

Jetzt bei Comic Combo anschauen und bestellen!

Jetzt bei amazon.de anschauen und bestellen!

 

Bildquelle: cross-cult.de

Kommentare (0)add comment

Kommentar schreiben
kleiner | groesser

security image
Bitte den obenstehenden Code eingeben:


busy
Ähnliche Artikel:
B.U.A.P. 6 - Garten der Seelen
 Die Behörde mit dem komischen Namen ist wieder zurück. Wer es noch nicht weiß: B.U.A.P. steht für: Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen. Der Hauptsitz der Organisation wider die bösen Mächte liegt in Colorado, das prominenteste Mitglied ist Hellboy. Der ist jedoch inzwischen ausgestiegen und untergetaucht. Er geht seine eigenen Wege. Zuletzt wurde er mit der Hexe Babajaga in der Zwischenwelt gesehen. Ohne ihn bleiben zum Böse-Monster-Verkloppen: der Fischmensch Abe Sapien, die Feuerteufelin Liz Sherman, der Untote Captain Daimo, Dr. Kate Corrigan und die Ektoplasma-Projektion Johann Kraus. Früher gab es noch den Homunkulus Roger, aber der ist mittlerweile passé, ausgeschieden ins Totenreich, wenn es denn solch einen Ort für künstliche Lebensformen überhaupt gibt.
Astro City: Local Heroes
 Kurt Busieks Astro City ist eine Hommage an die Superhelden aus der guten, alten Zeit. Der aktuelle deutsche Band Local Heroes zeigt, was alles möglich ist, wenn man den Blickwinkel auf die fliegenden Strumpfhosenträger ein wenig verschiebt. Ein Superhelden-Comic für Leute, die eigentlich keine Superhelden-Comics mehr lesen wollten.
The Surrogates
 Der Wecker reißt dich an einem dunklen, nasskalten Arbeitstag früh morgens aus dem Schlaf, du wälzt dich aus dem Bett, schlurfst gähnend in die Küche, um dir ein heißes Getränk zu machen. Dann lässt du dich damit in einem bequemen Sessel nieder, kuschelst dich in eine Wolldecke, während der Regen ans Fenster prasselt, und setzt ein Headset auf. Weiter musst du nicht. Zur Arbeit geht nämlich dein Surrogat, eine perfekte technische Kopie. Die physische Idealausgabe von dir, die nicht müde oder krank wird, deren Muskeln nicht erschlaffen und deren Bauchumfang nie wächst. Und du steuerst diesen Fleisch gewordenen (bzw. fleischlich wirkenden) Avatar mittels deiner Gedanken, erlebst die Welt durch seine Augen und Ohren. Als ob du dabei wärst – und irgendwie bist du es ja auch. Nur ersparst du dir all die Unanehmlichkeiten des Alltags … Klingt verlockend, nicht wahr?
The Boys 3: Streicheleinheiten
 Garth Ennis galt noch nie als intellektueller Schöngeist. Seine Comics sind gewöhnlich derb und bissig. So auch The Boys, die Serie, die DC nicht wollte, vermutlich, weil sie den hauseigenen Superhelden zu sehr zugesetzt hätte. Streicheleinheiten ist nun Ennis' dritter Streich gegen die fliegenden Strumpfhosenträger.
Daredevil 5: Hart aber ungerecht
 In dem neuesten Band der Daredevil-Reihe ist Matt Murdock als Daredevil wieder ganz unten und muss sich erstmal berappeln. Murdocks Frau ist in einer Nervenheilanstalt und Matt Murdock kommt mit der Trennung gar nicht zurecht. Seine überentwickelten Sinne nehmen Spuren seiner Frau überall wahr. Während seine Freunde und Verbündeten vergeblich versuchen, ihn wieder auf die Spur zu bringen, versinkt Murdock in Selbstmitleid und lässt seine Frustration mit brutaler Gewalt an den Kriminellen seines Viertels aus.
 
Anzeige