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11.02.2012
(Signierstunde)
von Benjamin Vogt Samstag, 11. Oktober 2008
In „Das Schaf im Wolfspelz“ beginnt die Geschichte von Holden Carver, einem Doppelagenten der innerhalb des Verbrechersyndikats von Tao, einem genialen Schurken mit Superkräften, operiert. Als einer der besten Männer Taos gewinnt er schnell das Vertrauen seines Chefs, doch der geheime Auftrag, die Unterminierung und somit Zerschlagung der kriminellen Organisation, zieht Carver zunehmend selbst ins moralische Zwielicht, zumal sein Auftraggeber und einziger Kontaktmann John Lynch im Koma liegt (siehe Point Blank). Die Grenze zwischen Gut und Böse scheint für Carver allmählich zu verwischen, er wird zu einem Agenten, der ohne Orientierung zu tief in seine Rolle verfällt, als das er einfach aussteigen könnte.
Ed Brubaker begibt sich mit Sleeper auf ein ihm wohl
vertrautes Terrain, denn bereits andere Werke wie Gotham Central für DC oder
Criminal für Marvel/Icon zeugten von seinem guten Händchen für griffige und
packend erzählte Kriminalgeschichten. Sleeper stellt bereits im ersten
Sammelband einen Höhepunkt im Schaffen des Autors dar, denn mit der unverbrauchten,
facettenreichen Figur des Holden Carver lässt es sich gut bewegen im
Wildstorm-Universum, in dem allerhand Superwesen ihre Daseinsberechtigung
haben. Brubaker verleugnet diesen Hintergrund, also die Präsenz von Superhelden
(und –schurken) nicht, auch Carver und Tao besitzen übernatürliche Kräfte,
trotzdem ist dieser Aspekt innerhalb der Handlung nicht bestimmend. Vielmehr
verfolgt man als Leser direkt den Identitätsverlust eines strauchelnden und
verzweifelnden Agenten, der zu weit ins verbrecherische Milieu gerät, ohne sich
allein befreien zu können. Erzählt ist das großartig, denn solch packende Texte
und verschachtelte Charakterisierungen sind Brubaker vielleicht nie so gut
gelungen wie hier.
Passend zur Thematik sind Sean Phillips' Zeichnungen in dunklere Farben getaucht, die leichten Schattierungen sowie die teilweise
gemixte Panelaufteilung aus breitflächigeren Hintergrund- und akzentuierten Kleinbildern lassen
zusätzliches Noir-Feeling aufkommen.
Sleeper ist eine Story um Agenten, Ganoven und Superwesen; und bereits nach einem Band ist sie hervorragend.
Sleeper 1: Das Schaf
im Wolfspelz
Cross Cult, August 2008
Text: Ed Brubaker
Zeichnungen: Sean Phillips
A5; Hardcover; 144 Seiten; 19,80 Euro
ISBN: 978-3-936480-71-9
Bildquelle: cross-cult.de















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Ich muss gestehen, dass die Yps-Hefte nicht wirklich Teil
meiner Kindheit waren. Die Rangfolge war damals vielmehr ungefähr so: Micky
Maus-Magazin, unregelmäßig Fix & Foxi und ganz selten mal ein Yps-Heft in
den Händen gehalten. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich Yps mehr mit
Gimmicks als mit Comicgeschichten assoziiert habe. Urzeitkrebse und andere
legendäre Beilagen sind aber selbst mir geläufig gewesen. Es ist jedoch
erstaunlich, dass die jetzt erschienene Neuauflage von Thomas der Trommler
den Nachweis liefert, dass ich offenbar früher doch richtig gute Stories
verpasst habe.
- 03.08.2009
Man stelle sich einmal vor: Statt eines Supermans, der schneller als eine Pistolenkugel fliegt, Meteoriten mit der bloßen Hand stoppt und Stahl per Hitzeblick schmelzen lässt, gäbe es 100 von der Sorte. Oder 1.000. Oder gar 100.000! Und genau Letzteres ist die Ausgangssituation des New Krypton-Crossovers, das sich durch die US-Serien Action Comics, Superman und Supergirl zog und inklusive dem dazugehörigen Special in den beiden vorliegenden Bänden gesammelt wurde.
- 15.04.2010
Der Autor dieses Comics, Pierre Dragon, heißt in Wirklichkeit ganz anders. Hauptberuflich arbeitet er nämlich beim Nachrichtendienst der französischen Polizei, den "Renseignements Généraux", kurz RG. Ein echter Geheimagent also. Dieser lernte 2006 (im Zusammenhang mit dem Konflikt um die Mohammed-Karikaturen) Joann Sfar kennen, den französischen Hansdampf in allen Comic-Gassen. Sfar war fasziniert von den Geschichten, die ihm Dragon aus seinem Arbeitsleben erzählte und brachte ihn mit dem Schweizer Zeichner Frederik Peeters (Blaue Pillen) zusammen. Wenig später erschien dann der erste Band von RG bei Bayou, der von Sfar betreuten Comic-Edition im Verlag Gallimard.
- 29.10.2009
Hellboy, stets im Kampf gegen paranormale Bedrohungen, erweist sich im vorliegenden elften Band einmal mehr als wahrer Globetrotter. Mike Mignola sendet seine Schöpfung auf eine Reise quer durch die Lande und greift erneut tief in die Trickkiste, um einige faszinierende Geschichten rund um Mythen, Sagen und Folklore zu spinnen.
Man erinnere sich: Die Agentin Liz Sherman wurde im achten Band der Serie entführt und ihre Kollegen versuchen nun krampfhaft, sie zu finden. Dass ihr Entführer ein Magier ist und schon erfolgreich den Helden Lobster Johnson bekämpfte, macht das Ganze nicht einfacher. Doch es gelingt ihnen, die Spur aufzunehmen und so reisen sie mit militärischer Unterstützung zur chinesisch-russischen Grenze. Doch der Gegner kommt von unerwarteter Seite und auch ihren neuen Verbündeten hätten sich Kate Corrigan, Johann Kraus und Abe Sapien gewiss anders vorgestellt. Und obendrein werden sie vor eine folgenreiche Wahl gestellt.