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11.02.2012
(Signierstunde)
von Benjamin Vogt Donnerstag, 07. August 2008
Ed Brubaker ist momentan sicher einer der omipräsentesten
Comicautoren auf dem deutschen Markt. Brubaker, der gerade zum zweiten Mal in
Folge den Eisner-Award als bester Autor erhielt, ist sowohl bei klassischen
Marvel-Helden wie Captain America, Daredevil oder den X-Men (auf Deutsch alle bei Panini), aber
auch für die creator-owned-Serie Criminal zuständig, deren erster Band
ebenfalls auf Deutsch bei Panini vorliegt. Der gerade erschienene One-Shot Point
Blank, der quasi ein Prolog zur Reihe Sleeper (deutsch ebenfalls bei Cross Cult) darstellt, zeigt Brubakers
Einstieg ins Wildstorm-Universum von DC.
Es handelt sich dabei um eine Verknüpfung des bestehendes
Superheldenkosmos mit einer
eigenständigen, realen Thrillerstory. Ein Kunstgriff, der Brubaker schon seit
einigen Jahren gelingt, und den er, außer bei den bereits benannten
Marvel-Serien, auch bei der überaus interessanten, Batman-affinen Reihe Gotham
Central benutzt. Ihm gelingt es, das Prinzip der Superwesen dezent zu halten und
Realismus in den Vordergrund zu setzen. Finsterer Noir-Stil und viel Crime sind
Mittel, die dabei zum Einsatz kommen und eine klare Handschrift in seinen
Werken erkennen lässt.
Hauptakteur von Point Blank ist Cole Cash, ein ehemaliger Soldat einer Spezialeinheit und als Mitglied der Wildc.a.t.s. lange Jahre eine Art Superheld. Vor einem verabredeten Treffen mit seinem alten Kumpel John Lynch (u.a. bekannt aus Gen13) wird auf diesen ein Anschlag verübt. Cash bemüht fortan seine Kontakte und begibt sich auf die Suche nach dem Attentäter und den Drahtziehern einer weiterführenden Verschwörung.
Cole Cash ist ein Mann, der geistig momentan nicht ganz auf
der Höhe ist, dessen actionreiche Zeit als Held längst hinter ihm liegt und der
durch Loyalität und Kameradschaft in Machenschaften gezogen wird, die seine
Fähigkeiten übersteigen. Trotzdem kämpft er sich allein zum obersten Boss einer
Verbrecherorganisation vor, nur um herauszufinden, dass er und Lynch von Beginn
an nur Marionetten waren.
Brubaker legt mit Point Blank keine herausragende Geschichte vor, vielmehr wird hier alles für die darauffolgende vierteilige Serie Sleeper vorbereitet (deren Handlung man aber auch ohne Point Blank folgen kann). So liest sich dieser Band zwar flüssig und erfreut den Leser neben einer soliden Thrillerhandlung mit einigen Gastauftritten, z.B. von Jack Hawksmoor, Midnighter, Savant und Tao. So wird an einigen Stellen sehr deutlich, dass die Story im Wildstorm-Universum verankert ist, sie verliert dadurch aber auch an Eigenständigkeit. Denn gerade die für sich stehende Soloaufklärungsmission des Cole Cash hätte man auch mit jeder anderen Figur schreiben können und gute Genre-Unterhaltung zum Ergebnis gehabt.
So ist Point Blank gut, aber nicht so überragend, wie man es
von einigen anderen Werken des Autors gewohnt ist. Vielmehr wird es dem Leser
durch die vielen bekannten Gesichter verleidet, den Comic ohne Kenntnisse der
Kontinuität zu genießen. Vorwissen aus der Wildstorm-Welt ist zwar nicht nötig,
ein Mangel an diesem lässt die Auftritte etablierter Figuren aber
schließlich etwas verpuffen.
Zu Gute halten muss man diesem Band die in sich abgeschlossene, aber trotzdem am Ende offen gestaltete Handlung, die ihn klar als Prolog definiert, sowie die passenden Zeichnungen von Colin Wilson, der mit seinem gediegenen, reduzierten Zeichenstil viel Anteil an einer allgegenwärtigen Atmosphäre aus Schmutz und Gewalt besitzt. Richtig toll ist der redaktionelle Anhang, in dem die Historie des Wildstorm-Labels nochmal zusammengefasst wird, was man, wie gesagt, zum Verständnis von Point Blank zwar nicht benötigt, über das man sich aber als Hinführung zum Comic trotzdem freut. Außerdem das eindeutige Highlight: Der Abdruck der brillanten US-Originalcover von niemand geringerem als Simon Bisley.
Übrigens: Wer sich für Ed Brubaker interessiert, den könnte das ausführliche Interview mit ihm in unserem 2. Printmagazin, geführt von unserem US-Comic-Fachmann Marc-Oliver Frisch, gefallen.
Point Blank
Cross Cult, März 2008
Text: Ed Brubaker
Zeichnungen: Colin Wilson
A5, Hardcover, vierfarbig, 144 Seiten; 19,80 Euro
ISBN: 978-3-936480-70-2
Abbildungen Point Blank © Cross Cult, Ed Brubaker, Colin Wilson















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Der Autor dieses Comics, Pierre Dragon, heißt in Wirklichkeit ganz anders. Hauptberuflich arbeitet er nämlich beim Nachrichtendienst der französischen Polizei, den "Renseignements Généraux", kurz RG. Ein echter Geheimagent also. Dieser lernte 2006 (im Zusammenhang mit dem Konflikt um die Mohammed-Karikaturen) Joann Sfar kennen, den französischen Hansdampf in allen Comic-Gassen. Sfar war fasziniert von den Geschichten, die ihm Dragon aus seinem Arbeitsleben erzählte und brachte ihn mit dem Schweizer Zeichner Frederik Peeters (Blaue Pillen) zusammen. Wenig später erschien dann der erste Band von RG bei Bayou, der von Sfar betreuten Comic-Edition im Verlag Gallimard.
- 29.10.2009
Garth Ennis galt noch nie als intellektueller Schöngeist. Seine Comics sind gewöhnlich derb und bissig. So auch The Boys, die Serie, die DC nicht wollte, vermutlich, weil sie den hauseigenen Superhelden zu sehr zugesetzt hätte. Streicheleinheiten ist nun Ennis' dritter Streich gegen die fliegenden Strumpfhosenträger.
- 14.03.2009
Mark Millar legt in Wanted einen wirklich netten Start hin. Zugegeben, da schwingt ein große Prise Fight Club mit, wenn Wesley Gibson uns seine erbärmliche White-Collar-Existenz mit all den Schwierigkeiten und Problemen des täglichen Lebens vorstellt, ehe er in die Welt der Superschurkerei eingeführt wird und sein altes Dasein hinter sich lassen kann. Aber das ist ja nichts Schlimmes, immerhin war Fight Club ein ziemlich guter Film und ein ebenso gutes Buch. Das Problem ist nur, da wo Chuck Palahniuk in Fight Club konstant interessante Ideen mit Gesellschaftskritik und Charakterkonflikten verband, da fällt Millar schnell auf eine altbekannte Geschichte und viel pubertäres Machogehabe zurück.
Die französische Schriftstellerin Fred Vargas (die eigentlich
Frédérique Audoin-Rouzeau heißt), gehört seit etlichen Jahren zu den
beliebtesten Krimi-Autoren, nicht nur in Frankreich, sondern auch bei
uns. Ihre Krimis um den Kommissar Adamsberg bzw. um "Die drei
Evangelisten" stehen regelmäßig auf den Bestsellerlisten und haben
etliche Preise gewonnen. Ihr deutscher Verlag Aufbau hat sämtliche in
Frankreich erschienenen Romane auf deutsch veröffentlicht, nur bei
einem hat er lange gezögert: Das Zeichen des Widders, in Frankreich im Jahr 2000 erschienen, ist nämlich ein Comic.
- 10.01.2009
Neil Gaiman ist ein hervorragender Geschichtenerzähler. Mit »1602 - Die neue Welt« tritt Greg Pak nun in seine Fußstapfen. Die neue farbenfrohe Miniserie von Marvel verpufft jedoch. Was da Siedler, Superhelden und Dinos im frühneuzeitlichen Roanoke so treiben, lässt den Leser kalt.