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Geschrieben von Marco Behringer
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Mittwoch, 1. September 2010 |
Zum zwanzigsten Jubiläum der Sandman-Reihe hat P. Craig Russell
(Batman, Die Zauberflöte) Neil Gaimans "Traumjäger" adaptiert.
Ursprünglich war "Traumjäger" kein Comic, sondern eine illustrierte
Kurzgeschichte, die Gaiman zusammen mit dem Illustrator Yoshitaka Amano
umgesetzt hat. Nun liegt bei Panini Comic mit dem leicht abgewandelten
Titel "Die Traumjäger" also Russels Comicinterpretation vor. Russel hat
bereits fünfmal mit Gaiman zusammengearbeitet, darunter Coraline.
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Geschrieben von Daniel Wüllner
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Montag, 30. August 2010 |
"Rühr mich nicht an" bellt es immer wieder aus der Kehle der unschuldigen Blanche, während sie mit der Reitpeitsche auf ihre Verehrer einprügelt. Mit diesem Mantra als Titel, Fräulein-Rühr-Mich-Nicht-An, legen Hubert und das Künstler-Duo Kerascoët die ersten beiden (in sich abgeschlossenen) Bände eines erotischen Krimis vor, der gleichzeitig ein Sittenpanorama der wilden Dreißiger in Paris zeichnet.
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Geschrieben von Benjamin Vogt
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Samstag, 28. August 2010 |
Eben erst von einer seiner großen Expeditionen zurückgekehrt, genießt der draufgängerische Forscher Richard Drake
die Vorzüge, die London zu Ende des 19. Jahrhunderts für die vornehmere
Gesellschaft bereithält. Ob in noblen Zigarrenclubs, beim elitären
Fechttraining oder in pompösen Ballsälen, Drake ist der unternehmerische
Antiheld der viktorianischen Dekadenz.
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Geschrieben von Daniel Wüllner
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Donnerstag, 26. August 2010 |
Manchmal bedarf es einer Reproduktion von Werken, die ansonsten nur von den Männern der Altpapiersammlung in Augenschein genommen werden. Der deutsche Comic-Verlag Reprodukt hat sich der hehren Aufgabe angenommen und hat 50 Comics der Monatszeitung Le Monde Diplomatique in einem Band zusammengeführt. Das Resultat ist ein Foliant, der sowohl durch sein ungewöhnliches Format als auch durch seine überwältigende Farbpracht und durch seine schiere Vielfalt überzeugt.
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Geschrieben von Benjamin Vogt
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Mittwoch, 25. August 2010 |
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Da möchten Don Diego de la Vega
und sein Diener Bernardo einfach nur eine ruhige Schifffahrt unternehmen
... und
müssen unterwegs gleich dem legendären Vampirfürsten Dracula
entgegentreten. Dieser hat
sich nämlich ebenfalls als Passagier an Bord begeben und möchte von
Spanien
nach Frankreich übersiedeln. Don Diego, der nachts als maskierter Rächer
Zorro
für Gerechtigkeit kämpft, hat sich glücklicher Weise kurz zuvor in
Toledo vom Meisterschmied
Rambak ein spezielles Schwert anfertigen lassen. Nur dass es so schnell
zum
Einsatz kommen muss, damit hat Zorro freilich nicht gerechnet.
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Geschrieben von Marco Behringer
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Sonntag, 22. August 2010 |
Eine Holmes-Parodie als Comic - so könnte die Serie Baker Street
aus der Feder von Szenarist Pierre Veys (Harry Cover - Die
bezaubernde Parodie) und Zeichner Nicolas Barral auf den Punkt
gebracht werden. Das Duo hat zuvor bereits bei der Krimi-Satire Die
Abenteuer von Philip und Francis zusammengearbeitet, die inhaltlich
und stilistisch die Baker Street-Geschichten quasi vorweggenommen
hat, aber nach einem Band eingestellt wurde.
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Geschrieben von Jons Marek Schiemann
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Donnerstag, 19. August 2010 |
Alexandro Jodorowsky, einer der ganz großen Comicautoren, meldet sich mit seiner neuen Serie Der schreckliche Papst zurück. Hatte sich Jodorowsky zunächst viel mit Science-Fiction beschäftigt (John Difool mit Moebius, Die Kaste der Meta-Barone mit Juan Giménez) und dann mit Western (Juan Solo und Bouncer) drückt er nun dem historischen Comic seinen Stempel auf. Die mit Milo Manara begonnene Serie Borgia (bei Kult Editionen) läuft noch und schon kommt quasi die Fortsetzung heraus.
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Geschrieben von Daniel Wüllner
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Dienstag, 17. August 2010 |
Eine Wohnsiedlung in den Berghang gebaut, so angelegt, dass auch jeder
gleich viel Sonne bekommt, eine Ansammlung von Wohnmaschinen mit allen
Extras – vom Flachbildschirm bis hin zur Hypothek von 35 Jahren – das
ist Sun Village. Die traurige Wirklichkeit der einzelnen Existenzen, die
sich hinter dieser musterhaften Fassade verbirgt, ist beispielhaft für
unsere moderne Welt. Der gefeierte Mangaka Inio Asano zeichnet in seinem neuen Manga Sun Village ein einfühlsames und poetisches Bild dieser Welt, ohne dabei ihre Brutalität und ihre Trostlosigkeit außen vor zu lassen.
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Geschrieben von Marco Behringer
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Sonntag, 15. August 2010 |
Aufgrund
der Terroranschläge vom 11. September 2001 wollte Erfolgsautor Neil
Gaiman (Sandman) kein Szenario zwischen Wolkenkratzern schreiben.
So vollzog er die literarische Flucht "nach hinten". Also ab in die
Vergangenheit! Bei Panini Comics ist im Frühjahr eine weitere
(Softcover-)Gesamtausgabe der von Kritikern und Publikum gleichermaßen
gefeierten Serie erschienen. Offensichtlich traf er mit seinem
eskapistischen Rückzug den Nerv der Zeit. Jedenfalls hat sich Gaiman mit
Andy Kubert (Wolverine - Origin) zusammengetan, um das vertraute
Marvel-Universum in das Jahr 1602 zurückzuverlegen.
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Geschrieben von Benjamin Vogt
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Samstag, 14. August 2010 |
Während eines Erkundungsfluges
kommt US-Airforce-Pilot Travis Morgan vom Kurs ab und entdeckt eine
abgeschottete Welt im Erdinneren. Skartaris heißt das archaische Negativ zu der
uns bekannten Außenwelt. Mit Schwert und Pistole kämpft er sich fortan durch
ein Reich voller Dinosaurier, Ungeheuer, Sklaventreiber und Despoten. Zeit
scheint irrelevant, denn die verläuft in Skartaris mal rasend schnell, mal
scheint sie still zu stehen. Kein Wunder also, dass dem Krieger aus der
vermeintlich fortschrittlicheren Zivilisation über Nacht auf dem Kopf und im
Gesicht eine weiße Haarpracht wächst.
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Geschrieben von Frauke und Geier
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Montag, 9. August 2010 |
DOPPELREZENSION
Die Überraschung beim Comic-Salon war RIA Die Lichtclan-Chroniken.
Da taucht aus dem Nichts ein Album auf, das einen erstmal umhaut und
begeistert. Stilistisch erinnert es an einen Trickfilm; aufwendige,
gemalte Hintergründe und Figuren in einem klaren Strich ohne Schraffuren
oder Schwarzflächen. Die Panels sind bis ins Detail liebevoll
ausgezeichnet, eine tolle Farbgebung und pointiert eingesetzte
Computereffekte. Höchstes zeichnerisches Niveau, das an Barbucci
erinnert, begeistert und zum Spontankauf verleitet. Freudig beginnt man
zu lesen - und ist schnell ernüchtert.
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Geschrieben von Benjamin Vogt
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Sonntag, 8. August 2010 |
Die französischen Künstler Pascal
Rabaté und David Prudhomme sind spätestens seit diesem
Jahr dem
deutschsprachigen Comicleser nicht mehr unbekannt. Von beiden wurde
unlängst je
ein Werk bei Reprodukt veröffentlicht, zum einen Rabatés Bäche und
Flüsse, zum
anderen Prudhommes Rembetiko. Die Plastikmadonna, eine Kollaboration,
erschien
nun bei Carlsen unter dem großzügig bedientem Graphic-Novel-Label.
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Geschrieben von Benjamin Vogt
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Mittwoch, 4. August 2010 |
Wie aus dem Nichts meldet sich
nach langer Comicabstinenz einer der, auch international,
renommiertesten
deutschen Comicschaffenden eindrucksvoll zurück. Die Rede ist von
Matthias
Schultheiss, der vor allen in den 80ern seine große Zeit hatte und mit
Alben
wie Trucker, Die Haie von Lagos oder Die Wahrheit über
Shelby für Furore
sorgte. Sein fast 300 Seiten starkes
Comeback, das als Splitter Book erschienene Album Die Reise mit Bill,
wirkt wie
ein Paukenschlag.
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Geschrieben von Benjamin Vogt
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Montag, 2. August 2010 |
Gerade erst startete der dritte
Predator-Streifen in den deutschen Kinos, schon gibt es bereits
die "offizielle
Vorgeschichte" exklusiv in Comicform. Eine in den letzten Monaten und
Jahren
bei US-Verlagen beliebte Praxis, wie auch ein Rückblick auf die die
ebenfalls
hierzulande veröffentlichten Comicprologe zu den Filmen Star Trek,
28 Days Later oder The Hills Have Eyes beweist.
Im Gegensatz zu den aufgezählten
Beispielen versucht der zweigeteilte Predators-Prolog nicht,
krampfhaft die
filmische Kontinuität mit wichtigen Fakten zu erweitern oder
auszuschmücken.
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Geschrieben von Marco Behringer
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Sonntag, 1. August 2010 |
Bei Der Planwagen des Thespis handelt es sich um eine
Western-Reihe aus dem Frühwerk Christian Rossis. Über zwanzig Jahre hat die Serie
inzwischen auf dem Buckel. Was die Serie durch eine altbackene Grafik
eingebüßt hat, kann sie mühelos durch den für das Western-Genre anspruchsvollen
Inhalt wieder wettmachen. Frei von Pathos und Klischees vermag Rossi dieses
Genre um einige Facetten zu erweitern. Und das schafft der
Comickünstler, der in den ersten beiden Bänden noch selbst für das
Szenario verantwortlich ist, indem er mehrdimensionale Figuren
beschreibt, die durch differenzierte Haltungen und philosophische
Dialoge auffallen.
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