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Geschrieben von Marco Behringer
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Freitag, 12. März 2010 |
Wer bei dem Titel oder dem Cover erotische Bilder innerhalb einer
historischen Kulisse im Kopf hat, wird enttäuscht sein. Nein, im
Auftaktband "Der Verrat" der Fantasy-Serie Der Wald der Jungfrauen gibt es keine aufreizenden Posen oder unschuldige Frauen zu sehen. Jean Dufaux (Kreuzzug, Splitter 2008) und Béatrice Tillier (Fee,
Splitter 2008) inszenieren ein historisierendes Märchen- und Sagenepos,
das vom unerbittlichen Kampf zwischen Menschen und Wölfen handelt.
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Geschrieben von Jons Marek Schiemann
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Donnerstag, 11. März 2010 |
Der Western ist im frankobelgischen Raum tief verwurzelt. Setzen die
Amerikaner ihre ureigene Geschichte erstaunlich selten in Comics um,
machen es ihre Kollegen in Frankreich und Belgien umso öfter. Und mit
Erfolg. Wenn sich auf der einen Seite John Wayne als Übervater
präsentiert, ist das Äquivalent zu ihm Leutnant Blueberry (auch wenn er
Jean-Paul Belmondo nachempfunden ist). Sucht Clint Eastwood seinen
Gegenpart, so ist das der Bouncer (mal abgesehen von Yves Swolfs'
Protagonist "Durango" aus der gleichnamigen Comicserie, der nicht nur
äußerlich an Eastwood erinnert, sondern auch dessen Italowesternzeit
repräsentiert). Äußerliche Ähnlichkeiten sind zwar nicht vorhanden,
aber beide schießen dem Gegner auch in den Rücken.
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Geschrieben von Thomas Kögel
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Mittwoch, 10. März 2010 |
Die Britin Posy Simmonds, deren Name bei uns bisher kaum bekannt war,
kennt man in England vor allem durch ihre Tätigkeit als Cartoonistin
für die Tageszeitung The Guardian, wo ihre Arbeiten seit den 70er
Jahren erscheinen. Auch Tamara Drewe, ihre zweite lange Comicgeschichte
(und die erste, die nun in Deutschland veröffentlicht wird) erschien
zunächst als Fortsetzungs-Story im Guardian. Sie erzählt darin von
einer ländlich-bürgerlichen Idylle im kleinen englischen Nest
Stonefield, die eines Tages gründlich durcheinandergerät, als eine
junge, sehr attraktive Frau im Dorf einzieht.
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Geschrieben von Christopher Bünte
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Montag, 8. März 2010 |
Prototype ist ein Comic zu einem Videospiel gleichen Namens. Der Band reiht sich in jenen Teil von Paninis Comic-Programm ein, der versucht, andere Formate in das Medium Comic zu übertragen und gewinnbringend zu vermarkten. World of Warcraft, Silent Hill oder Gears of War sind andere Beispiele für Comics, die bei Panini erscheinen und ihren Ursprung im digitalen Zockerhimmel haben. Merchandise nennt man das wohl. Die marktstrategische Idee dahinter ist nicht neu und sehr naheliegend.
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Geschrieben von Andreas Fisch
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Samstag, 6. März 2010 |
Salleck Publications veröffentlicht die Gesamtausgabe der klassischen Spirit-Geschichten; allerdings nicht chronologisch, sondern abwechselnd immer ein Band von Will Eisner, dann ein Band eines Zeichners, der Eisner vertreten hat, während dieser im Kriegsdienst war.
So folgte auf diesen Band 16 Band 9, für 2010 ist dann Nr. 17 geplant, danach Nr. 10.
Wir nähern uns durch ein nicht-autorisiertes Interview mit dem Protagonisten The Spirit des Comicpioniers Will Eisner diesem Klassiker.
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Geschrieben von Andreas Völlinger
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Dienstag, 2. März 2010 |
Nano liegt zwischen Mikro und Piko und steht für den milliardsten Teil
einer Maßeinheit. Mit anderen Worten: Unglaublich winzig. So klein,
dass einem schummerig wird, wenn man länger drüber nachdenkt. Leroy
und Dexter sind Forscher im Nanoformat (Müsste man sie "Nanoben"
nennen?), die sich ihrer Winzigkeit bewusst sind und innerhalb ihres
skurrilen Mikro-, Verzeihung, Nanokosmos den großen und kleinen
Fragen des Daseins auf den Grund gehen. Sie treffen dabei auf drollige
Hormone, betreiben Kernspaltung von Hand, verzocken ihre Kohle bei
Spermarennen und werden von anarchistischen Freien Radikalen heimgesucht.
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Geschrieben von Benjamin Vogt
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Sonntag, 28. Februar 2010 |
Nachdem über ein Jahr lang kein Lebenszeichen vom
Infinity-Verlag zu vernehmen war, konnte es nur eine Frage der Zeit sein, bis lukrative
Lizenzen zu einem anderen deutschen Verlag abwandern würden. Die Rechte an den
Titeln des US-Verlages Top Cow gingen an Panini, die ihr Programm damit um eine
weitere Sparte ausbauen konnten und nach längerer Abstinenz zuerst einmal neue
Comics der Flaggschiffe des US-Labels, Witchblade und The Darkness,
weiterführen. Im gleichen Zuge hält für die beiden nahtlos fortgesetzten Reihen
das Paperbackformat Einzug, das viele Leser schon viel früher auch von Infinity
erwartet, sich zum Teil auch gewünscht haben.
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Geschrieben von Jons Marek Schiemann
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Mittwoch, 24. Februar 2010 |
Diese Dame verwirrt einem wirklich die Sinne. Sieht man das schön gestaltete Cover mit einer verführerischen Frau und dem Titel Sukkubus,
geht man von einer erotisch gestalteten Mysteryserie aus. Ein "Sukkubus" ist schließlich ein weiblicher Dämon, der durch sexuelle
Verführung die Seelen von Männern einfängt. Das ist in diesem Comic
aber nicht der Fall. Stattdessen liegt ein ziemlich verwirrender
Historiencomic vor, der sich einem nicht so schnell erschließt.
Jedenfalls könnte der Leser auch eine Eule als Vogel der Weisheit,
der in dem Album häufig vorkommt, gebrauchen.
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Geschrieben von Marco Behringer
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Samstag, 20. Februar 2010 |
Die Klimakatastrophe kommt vermehrt auch in der Welt der Sprechblasen
und Panels an. Nun ist bei Ehapa Comic Collection das neue Werk Animal'z von Enki Bilal erschienen. Und dessen Szenario ist unmittelbar nach
einem verheerenden Klimakollaps, der die Erde in ein ökologisches
Desaster gestürzt hat, angelegt. Das ist aber nur der Rahmen, den Bilal
mit seinem - buchstäblich - fantastischen Genre-Mix aus
Science-Fiction, Dystopie und Western ausfüllt. So vereint er in seiner
Person Moebius und Jean Giraud. Oder anders ausgedrückt: Animal'z ist eine Kreuzung aus dem Western Blueberry und den Science-Fiction-Klassikern Die hermetische Garage und Arzach.
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Geschrieben von Jons Marek Schiemann
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Dienstag, 16. Februar 2010 |
In der Comicadaption der Geschichte der Cosa Nostra Amerikas der
Zwanziger und Dreißiger Jahre wird ein neues Kapitel aufgeschlagen. 1931:
Lucky Luciano hat es geschafft. Er ist jetzt einer der mächtigsten
Männer New Yorks. Nicht nur hat er seine Konkurrenten ausgeschaltet, er
ist auch in der Riege der Bosse respektiert. Seine Ratschläge, um
anderen aus Problemen herauszuhelfen und somit Verbündete zu gewinnen,
sind dort durchwegs willkommen. Nach der Ermordung eines
einflussreichen Konkurrenten ist er in die hohen Ränge der Cosa Nostra
aufgestiegen und beginnt seinen Einflussbereich auszudehnen. Das
verschafft ihm allerdings mit dem Boss der Bosse, Maranzano, einen
gefährlichen Gegner.
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Geschrieben von Daniel Wüllner
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Sonntag, 14. Februar 2010 |
Graphic Novels hier, Graphic Novels da. Die deutsche Comicbranche scheint
ihre persönliche Messlatte allein nach diesen anspruchsvollen Comics
für junge Erwachsene ausgerichtet zu haben. Obwohl dies natürlich nicht
gesagt wird, so wird doch impliziert, dass alle restlichen Comics
Trivialliteratur sind – kurz, sie sind Schund. Doch die Historie der
Comics und ihrer Vorväter ist nur so gepflastert von diesem herrlichen
Schund, der uns für ein paar Minuten die realitätsnahen Autobiografien
und Comicreportagen vergessen lässt. Bestes Beispiel dafür ist der
gerade bei Panini erschienene Comic Solomon Kane: Schloss des Teufels. Die Comicadaption von einem Meister des Schunds, Robert E. Howard, Schöpfer von Conan, gibt uns zwar nichts Tiefgründiges, dafür aber Lesefreude und jede Menge Trash.
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Geschrieben von Daniel Wüllner
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Dienstag, 9. Februar 2010 |
Wenn sich im Weltall zwei Superhelden, der eine ohne Beine und der andere ohne Schädeldecke, über die Gesangskünste des ersteren unterhalten, dann befindet man sich mit großer Sicherheit im Marvel-Universum. Dann muss man schon ein echter Marvel-Zombie sein, ein bekennender Fan des Hauses der Ideen, um den entsprechenden Comic nicht aus der Hand zu legen. Doch wenn man mit diesen Helden genauso vertraut ist, wie Autor Robert Kirkman (The Walking Dead), dann wird man sich nicht nur über den Sammelband Marvel Zombies Collection freuen, sondern den parodistischen Zombies sein Herz schenken, und dazu seine Gedärme, sein Hirn und seine abgetrennten Gliedmaßen.
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Geschrieben von Andreas Völlinger
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Freitag, 5. Februar 2010 |
Stichwort Palästina? Da zieht vor dem inneren Auge des durchschnittlichen Mediennutzers höchstwahrscheinlich eine Bilderflut von zerstörten Gebäuden, weinenden Frauen und verstümmelten Kindern, aufgebrachten Menschenmengen vor frisch ausgehobenen Gräbern, hohen Betonmauern und Stacheldrahtzäunen, Selbstmordattentätern, vermummten Milizen, Grenzposten mit Geschütztürmen und Elendsvierteln vorbei. Dem Journalisten und Comiczeichner Joe Sacco reichte das nicht, und so enstand sein ehrgeiziges Ziel: Die Palästinenser selbst kennenzulernen und die Ursachen des anhaltenden Konflikts mit den Israelis auf ihrer Seite zu erforschen.
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Geschrieben von Benjamin Vogt
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Dienstag, 2. Februar 2010 |
Alles in allem verstörend. So oder so ähnlich würde
ich jemandem antworten, der mich nach einer Beschreibung zu Codex
Angélique fragen würde. Die im französischen Original in drei Alben
veröffentlichte Serie liegt in der Ehapa Comic Collection als All-in-One-Edition vor.
Wie bei einigen dieser Ausgaben zuvor gibt es auch bei dieser Licht
und Schatten zu konstatieren. Leider wird man des anfänglich recht
interessanten Settings recht schnell überdrüssig, spätestens wenn sich
die Handlung komplett in den Wirren von Mystik und Übersinnlichem
verstrickt.
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Geschrieben von Daniel Wüllner
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Montag, 25. Januar 2010 |
 Vor ungefähr 18 Jahren hatte Jeff Smith die Idee für einen Comic, den er erst 13 Jahre und 55 einzelne Comichefte später beenden sollte. Um dieser Odyssee Rechnung zu tragen, hat Smith sein Magnum Opus Bone in Amerika als einzelnen Band veröffentlicht. Die schwarz-weiße Bone Complete Edition ist nun auch auf Deutsch bei Tokyopop erschienen. Ein einziger Comic erzählt die gesamte Geschichte der cartoonigen Helden von ihren ersten unsicheren Schritten bis hin zur finalen Schlacht. Alles in einem einzigen monströsen Ziegelstein von aberwitzigen 1332 Seiten vereint, der nur von einer simplen Klebebindung zusammengehalten wird, auf die später noch genauer eingegangen werden soll.
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