Aktuelle Rezensionen


Erotische Comics


Der Wald der Jungfrauen 1 - Verrat


Bouncer 7 - Doppelherz


Tamara Drewe


Prototype


Spirit Archive, Band 16


Leroy & Dexter


Witchblade 1 und Darkness 1


Sukkubus 1 - Camilla


Animal'z
Anzeige
Advertisement
 
Home arrow Rezensionen arrow Kri-Ticker Blog  

Der Kri-Ticker

Comicgate-Redakteure besprechen in knapper Form neue und weniger neue Comics, querbeet durch alle Genres und Stile.

Excalibur 5: Das prächtige Ys

Geschrieben von Benjamin Vogt am

 Nachdem er mehrere Jahrhunderte lang in einem Felsen eingeschlossen war, findet sich der berühmte Druide Merlin unverschuldet im Mittelalter wieder. Zusammen mit der jungen Kriegerin Gwynned, der aktuellen Trägerin der Schwertes Excalibur, macht es sich Merlin in diesem neuen Zeitalter zur Aufgabe, gegen das sich zwischenzeitlich weit verbreitende Christentum anzutreten und der Welt die vergessene Magie zu lehren. 

Der fünfte Band der Serie setzt den Funny-Titel des fleißigen und Fantasy-erfahrenenen Szenaristen Christophe Arleston (u.a. Lanfeust von Troy) nahtlos fort und verlangt dabei potentiellen Quereinsteigern dankenswerterweise nicht viel Vorwissen ab. „Das prächtige Ys“ liest sich als abgeschlossenes Abenteuer. Eines das hauptsächlich von der speziellen Charakterisierung Merlins lebt, denn dieser wird hier als skurriler, Kojotencape tragender Trunkendbold und Schürzenjäger dargestellt. Eine in weiten Teilen urkomische Interpretation dieser legendären Figur, die von Arleston zugunsten eines äußerst lustigen Plots gekonnt ins Lächerliche gezogen wird. Dabei schafft es Excalibur vom eigenwilligen Humor bis zu den Zeichnungen von Eric Hübsch ordentlich zu unterhalten. So sehr, dass man auf eine mögliche Fortsetzung der Reihe nur hoffen kann. Denn bis dato liegt auch im französischen Original noch kein weiterer Band vor.

 

Excalibur 5: Das prächtige Ys
Finix Comics, Januar 2010
48 Seiten, farbig, Softcover
Preis: 11,80 Euro

Jetzt bei Comic Combo anschauen und bestellen! Jetzt bei amazon.de anschauen und bestellen!

Tags: FinixFantasy


Hack/Slash 4 - Blutige Balladen

Geschrieben von Benjamin Vogt am

Hack/Slash 4Es ist nicht zu übersehen, das Team um Tim Seeley (Text) und Emily Stone (Zeichnungen) hat sich spätestens nach dem jetzt vorliegenden vierten Sammelband so richtig eingespielt. Garniert wird ihr Comedy-/Horror-Mix immer wieder durch überraschende Gastzeichner und schräge Einfälle. Hack/Slash ist sicherlich weder die anspruchsvollste Comicserie auf dem deutschen Markt noch die optisch bestechendste, trotzdem bewegen sich die meist kurzen Stories mittlerweile auf einem soliden Qualitätsniveau. Irgendwo zwischen Buffy und Emily the Strange angesiedelt metzelt sich die junge Cassie Hack durch die Horden untoter Slasher; die einzelnen Fälle verlaufen oftmals nach einem simplen Monster-of-the-week-Prinzip, was aber wenig stört, wenn Tim Seeley das eigene Konzept, wie in diesem Band auch wieder zu sehen, selbst mit einem Augenzwinkern auf die Schippe nimmt. Zwischen lesbischen Spielchen und der unverhohlenen Referenz an He-Man baut er mal eben eine rührende (und blutige) Liebesgeschichte ein, die zeichnerisch im Stile der cartoonigen Archie-Comics gehalten ist. Und das sind dann die Punkte, die Hack/Slash schließlich abheben. Das Monsterjagen war selten unterhaltsamer, "Blutige Balladen" bildet da konsequenterweise keine Ausnahme.

Hack/Slash 4 - Blutige Balladen

Cross Cult, Januar 2010
160 Seiten, farbig, Hardcover
Preis: 19,80 Euro

Jetzt bei Comic Combo anschauen und bestellen! Jetzt bei amazon.de anschauen und bestellen!

Tags: HorrorCross CultAction


Jonah Hex 1 - Zeit zu sterben

Geschrieben von Christopher Bünte am

 Jonah Hex ist ein Muss für jeden Western-Fan. Die Spatzen pfeifen es von den Dächern. Das Cover von Tim Bradstreet sieht schon einmal klasse aus. Und fix durchgeblättert: Ja, alles ist da! Rauchende Colts und Falschspieler, Indianer und Explosionen. Die Zeichnungen im Innenteil sehen irgendwie ganz okay aus, die Kolorierung ist durchschnittlicher Mist, aber egal, das kann in den USA eh kaum einer, warum also bei Jonah Hex damit anfangen? Portemonnaie raus, eine Handvoll Dollars für den Comickeeper - und rein ins Regal damit! Lesen sollte man das Ding aber besser nicht.

Sicherlich, Jonah Hex gibt es schon seit den Siebzigern, eine durch und durch tragische Gestalt, ein einsamer Revolverheld, dessen linke Gesichtshälfte wie Frikassee aussieht. Und auch innerlich wurde der sympathische Unsympath durch den Wolf gedreht. Ein Kopfgeldjäger, ein brutaler Herumtreiber, woah! Ja, das ist cool, das macht Kasse. Zumal bald der Kinofilm  auf der Matte steht. Im Juni 2010 soll es soweit sein. Es ist natürlich keinem Verlag - weder Panini noch DC - zu verübeln, im Fahrwasser eines solchen Leinwandspektakels noch ein paar Nuggets extra abzugreifen. Aber warum muss dabei so ein Schrott herauskommen? Da werden lieblos entworfene Figuren zusammengeklatscht und durch ein Szenario getrieben, das an den Haaren herbeigezogen wurde und am Skalp aufgehängt gehört. Die Schauplätze sind so sehr Standard, dass man sie kaum wahrnimmt. Der Plot ist ohne jeden Witz und Dreh. Wenn man einen Seitenblick auf Blueberry, Bouncer oder Loveless riskiert und in der Konsequenz dem Western-Comic Attribute wie 'großartig', 'kunstvoll' oder 'klassisch' anhängt, dann sollte man sich bei Jonah Hex zumindest wundern. Vielleicht ist es Zeit zu gehen.

Jonah Hex 1 – Zeit zu sterben
Panini Comics, Januar 2010
148 Seiten, farbig, Softcover
Preis: 16,95 Euro

Jetzt bei Comic Combo anschauen und bestellen! Jetzt bei amazon.de anschauen und bestellen!



Tags: WesternPaniniJustin GrayJimmy PalmiottiDC Comics


Siegfried 2 - Die Walküre

Geschrieben von Andreas Völlinger am

Cover von Siegfried 2 So ungemein augenbetörend und bildgewaltig wie der Vorgängerband ist auch der zweite Akt von Alex Alices ganz eigenem epischem Gemenge aus Wagners Ring und den unterschiedlichen Siegfried-Sagen. Es donnert, wogt und stürmt dem Leser geradezu von den Seiten entgegen, wenn er Siegfried auf seinem gefahrvollen Weg zum Hort des Drachen Fafnir begleitet und am Schicksal jener titelgebenden Walküre teilnimmt, die sich gegen den Befehl des Göttervaters Odin wendet und in die Geschicke des Recken eingreift.

Ein gelinder Störfaktor dabei sind jedoch die Versuche des Künstlers, das sich entfaltende Drama zuweilen etwas aufzulockern. Die Slapstickeinlagen von Siegfrieds Ziehvater, dem Zwerg (und Muppet-Lookalike) Mime, wollen sich nicht so recht in den Rest einfügen und lösen eher leichtes Befremden aus. Comic relief steht halt nicht jedem Stoff. Aber letztendlich ist dies vollkommen verzeihlich angesichts der dargebotenen optischen Feinkost, welche die Geschichte immer wieder über das konventionelle Runtererzählen hinaus in mythische Dimensionen hebt. Das Aufgehen der zuvor von Odin zurückgehaltenen Sonne, Siegfrieds erhabener Ritt auf dem fliegenden Walkürenross, sein Eindringen in die unterirdische Sphäre der Seherin Völva oder die erfrischend klischeefreie Darstellung der erwachenden Riesen als tobende Elementargewalten – in diesen Bildern mag man sich nur allzu gerne verlieren.

Nur eine Frage bleibt: Warum ist Siegfried – immerhin der germanische (und als Sigurd auch skandinavische) Sagenheld überhaupt und seit jeher fast ausschließlich als blond gelockt dargerstellt – hier dunkelhaarig? Ist das einfach eine Geschmacksfrage in Sachen Haarfarbe oder etwa Alices Versuch, die Figur sichtbar vom ideologischen Nazimissbrauch als "arischer" Prototyp in der Vergangenheit abzugrenzen?

Siegfried 2: Die Walküre
Splitter, Dezember 2009
72 Seiten, farbig, Hardcover
Preis: 15,80 Euro

Jetzt bei Comic Combo anschauen und bestellen! Jetzt bei amazon.de anschauen und bestellen!



Tags: SplitterFantasyAbenteuer


Rapture 1-6 (US)

Geschrieben von Daniel Wüllner am

 Ich bin geheilt! Ich habe soeben mein letztes amerikanisches Comicheft, das ich beim Comicladen meines Vertrauens im Abo hatte, gelesen. Die Lektüre der endlich abgeschlossenen Miniserie Rapture hat mich dazu gebracht, auch keine weiteren amerikanischen Heftchen mehr zu bestellen, geschweige denn zu kaufen. Was auf den ersten Blick nach einem guten Deal aussah, verwandelte sich in nur sechs Ausgaben zu einem postapokalyptischen Fiasko.

Autorin Taki Soma und Zeichner Michael Avon Oeming (Powers) schienen etwas falsch verstanden zu haben: Sie sollten  von einer Katastrophe erzählen und nicht die Erzählung zur Katastrophe machen: Dass die Superhelden die Erde verlassen und deshalb Chaos ausbricht, geht in Ordnung. Dass die Liebe zweier Teenager zu Bruch geht, ist auch okay. Doch was diese beiden Ereignisse jetzt zwingend miteinander verbindet, bleibt das Geheimnis des mysteriösen Superhelden, der die Protagonistin mit einem magischen Speer ausstattet und sie auf die Reise schickt. Eine bedingt epische Reise, die sowohl die Welt als auch die Figuren, die darin leben, komplett vernachlässigt. Hinzu kommt dann noch eine unmotivierte Parallelhandlung mit Kannibalen. Doch auch die Menschenfresser retten die Geschichte nicht. Während die erste Ausgabe noch durch ein paar grafische Gimmicks, wie die Verwendung von Zeitungsausschnitten, Bleistiftskizzen und Wasserfarben, die fehlende Handlung überdeckt, so fällt der Autorin in den folgenden fünf Heften scheinbar gar nichts Kreatives ein. Auch Dark Horse selbst war sich bei dem Projekt scheinbar nicht so sicher und stellte Oemings krudem Cartoonstil gleich eine ganze Riege an alternativen Covern zur Seite. Ich weiß jetzt auf jeden Fall, dass ich in Zukunft nicht mehr geduldig auf die nächste Comiclieferung aus Amerika warten muss.

Rapture 1-6
Dark Horse, Mai 2009 - Januar 2010
je 24 Seiten, Comicheft
Preis: je 2,99 US-Dollar

 

Tags: SuperheldenOemingDark Horse


Helden ohne Skrupel 10: Nördlich von White Sands

Geschrieben von Benjamin Vogt am

 Nazis, Ufos, Sekten, Kommunisten. Bei Helden ohne Skrupel gibt es scheinbar nichts, was es nicht gibt. Mac und seine Entourage befinden sich immer noch in den USA. Nachdem sie Macs Tochter Jade endlich wiedergefunden haben, steht jetzt das Wiedersehen mit der abtrünnigen Agentin Alix, Jades Mutter, auf dem Programm. Doch die Begegnung verläuft nicht ganz so einfach wie geplant, denn die illustre Truppe gerät in ein verwirrendes Komplott und zwischen die Fronten von Außerirdischen und Nazis. Wer hier was ausheckt oder welches Geheimnis verbirgt, ist nicht immer leicht zu ermitteln. Teilweise werden hier die Erzählstränge aus Band 9 weitergeführt, weshalb auch etliche Nebencharaktere erneut auftauchen und den Roadtrip der Protagonisten auf skurrile Weise flankieren.

Auch die Fortsetzung des Amerika-Zyklus von Helden ohne Skrupel beweist wieder viel schwarzen Humor und treibt die Verschörung an die Grenze des Nachvollziehbaren. Mit einem Augenzwinkern entwickelten die beiden Kreativen, Yann und Didier Conrad, eine frische, witzige Serie, die auch von den diversen Running-Gags ihrer Figuren lebt, z.B. Macs Kumpel Tony, der stets verloren geht und sich in absurden Situationen wiederfindet. Das passiert dann auf einer Ebene, die wenig relevant für den Handlungsverlauf an sich, aber stilprägend für diesen eigenwilligen Titel ist.

Helden ohne Skrupel 10: Nördlich von White Sands
Finix Comics, November 2009
64 Seiten, farbig, Softcover
Preis: 12,80 Euro

 

Tags: HumorFinixAbenteuer


B.U.A.P. 7: Tödliches Terrain

Geschrieben von Benjamin Vogt am

 Man kann es kaum glauben, aber es ist seit Erscheinen des letzten deutschen Bandes von B.U.A.P. bereits ein ganzes Jahr vergangen. Obwohl die Serie qualitativ mit zum Besten gehört, was das Verlagsprogramm zu bieten hat, scheint das deutliche Zurückschrauben des Outputs von Comics rund um den Hellboy-Kosmos bei Cross Cult dem mangeldenen Interesse der potentiellen Leserschaft geschuldet.

Jede neue Ausgabe ist für mich persönlich ein echtes Highlight, zumal Mike Mignola, John Arcudi und Guy Davis immer wieder auf brillante Weise ihre gelungene Zusammenarbeit unter Beweis stellen. Sie verfolgen über mehrere Handlungsbögen hinweg diverse Nebenschauplätze, die eng mit den Mitgliedern der Behörde verbunden sind und deren persönliche Abgründe umreißen. So liegt der Fokus in „Tödliches Terrain“ auf Captain Daimios und dessen mysteriöse Wiederaufstehung. Währenddessen wird Liz Sherman weiterhin von Albträumen geplagt und Johann Kraus testet seinen neu gewonnenen Zustand aus.Mitten in diese aufwühlende platzen zwei  abtrünnige Monster und verwüsten die Zentrale der B.U.A.P.

Gewohnt spannend, intelligent und grafisch brillant, bewegt sich auch der siebte Band auf einem überdurchschnittlichen Niveau. Neben dem obligatorischen Skizzenbuch enthält der Band diesmal auch ein längst überfälliges Interview mit Kolorist Dave Stewart, dessen stilprägende Farbgebung großen Anteil an der prägenden Optik der Reihe hat.

B.U.A.P. 7: Tödliches Terrain
Cross Cult, Dezember 2009
160 Seiten, farbig, Hardcover
Preis: 19,80 Euro

 

Tags: MignolaDark HorseCross Cult


Welten des Schreckens 1

Geschrieben von Thomas Kögel am

 Weissblech Comics, bekannt als unerschöpfliche Quelle hausgemachter Pulp- und Trivialkunstwerke, hat eine neue Serie: Sie heißt Welten des Schreckens, bietet laut Untertitel "Finstere Science-Fiction und Fantasy" und kommt im Prestige-Format (also in Größe eines Heftes, aber mit geklebtem Rücken) daher. WdS ist als Ergänzung zur etablierten Weissblech-Serie Horrorschocker gedacht. Während es dort im weitesten Sinne gruselig zugeht, gibt es in Welten des Schreckens futuristische Geschichten und solche, die von Sagen und Mythen inspiriert sind.

Die erste Hälfte der ersten Ausgabe bestreitet Verleger und Weissblech-Mastermind Levin Kurio selbst: Kala, seine barbusige Urzeitheldin (die zuvor schon in anderen Weissblech-Comics auftrat) gerät mit ihrem Dinosaurier Tyr in Gefangenschaft eines skrupellosen Stammeshäuptlings. Das ist zwar recht süffig erzählt und unterhaltsam zu lesen, aber weder zeichnerisch noch inhaltlich besonders aufregend. Interessanter ist da schon der 6-Seiter "Xydoon spricht ...", geschrieben von Kurio und gezeichnet von Klaus Scherwinski, eine gelungene, sehr atmosphärische Science-Fiction-Kurzgeschichte, die aus der Sicht eines fremden, außerirdischen Organismus erzählt wird.

Das Highlight des Heftes kommt jedoch zum Schluss: Argstein, der monsterjagende Förster von Josef Rother und Eckart Breitschuh (der 2007 bei Ehapa debütierte, dort aber nicht mehr auftauchte) feiert sein Comeback! Die Episode "Der letzte Kuss" vereint Schauermärchen mit Humor und einer Prise Erotik zu einem sehr vergnüglichen Comic und macht Welten des Schreckens 1 zu einer klaren Kaufempfehlung für Genre-Fans.

Welten des Schreckens 1

Weissblech Comics, Oktober 2009
68 Seiten, farbig, Softcover
Preis: 7,80 Euro


Jetzt bei Comic Combo anschauen und bestellen! Jetzt bei amazon.de anschauen und bestellen!

Tags: WeissblechScience-FictionFantasy


<< Anfang < Vorherige 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Nächste > Ende >>
Anzeige