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Welt am Draht

Links, News, Kommentare und Einsichten aus der Comicgate-Redaktion. Diese Rubrik lief von März 2003 bis Oktober 2010 als separates Blog, dessen Archiv hier zu finden ist.

Eine entsprechende Tag-Wolke zu den Einträgen der Welt am Draht haben wir rechts eingebunden.

von Thomas Kögel Sonntag, 19. Oktober 2014

Unsere Links der Woche, Ausgabe 30/2014:

 

In Frankfurt wird nicht mehr für Comics getrommelt
Titel Kulturmagazin, Andreas Alt
Frankfurter Beobachtungen
dreimalalles.info, Christian Maiwald
Die Frankfurter Buchmesse, die vor einer Woche zu Ende ging, fand in diesem Jahr erstmals seit 2000 ohne ein eigenes Comic-Zentrum statt, beziehungsweise nur noch mit ein paar Resten davon. Die beiden hier verlinkten Artikel beschreiben Messebesuche aus zwei unterschiedlichen Perspektiven: Andreas Alt geht seit Jahren als Besucher auf die Messe und beklagt die “gespenstische Stille” in jenem Bereich, der einmal das Comic-Zentrum war. Christian Maiwald, lange bei Reprodukt beschäftigt und nun als Freiberufler in Sachen Comics auf der Messe unterwegs, schreibt dagegen: “Wenn man sich aber von der Besucherperspektive verabschiedet, ist das Auseinanderfallen des Zentrums wenig überraschend”, und erklärt, was Verlage motiviert, an einem Comic-Zentrum auf der Buchmesse teilzunehmen oder eben nicht.

Finnische Fantasie verzaubert Frankfurt
n-tv, Markus Lippold
In Finnland, dem diesjährigen Gastland der Buchmesse, gibt es eine sehr vielfältige und spannende Comicszene, deren Werke auf der Messe auch durchaus prominent präsentiert wurden. Markus Lippold stellt einige der finnischen Comics vor, die in den letzten Wochen und Monaten auf Deutsch erschienen sind. Zum gleichen Thema gibt es auch einen kurzen Fernsehbeitrag, der bei 3sat zu sehen war und vom “Mediacontainer” auf YouTube archiviert wurde. Aushängeschild sind natürlich die Mumins von Tove Jansson.

Kawergosk - 5 Sterne
Arte Info, Reinhard Kleist
Auf der Website Arte Info, die zum Onlineangebot des deutsch-französischen TV-Senders gehört, gibt es einen großen Themenbereich “Refugees”, der sich multimedial mit Flüchtlingen befasst. Hier erschien die 20-seitige Comicreportage von Reinhard Kleist, der im Dezember 2013 im Nordirak war und dort das Flüchtlingslager Kawergosk besuchte. Auf süddeutsche.de erschien dazu ein Interview, das Daniel Wüllner mit Kleist führte.

#ComicGate und die Sexismusdebatte in der Comicwelt
Der Buddelfisch, Dirk M. Jürgens
Dirk M. Jürgens beschäftigt sich in einem (durchaus streitbaren) Kommentar mit der Frage, wie sexistisch die Comicwelt ist – ein Thema, das neulich für kurze Zeit auch unter dem Schlagwort #ComicGate diskutiert wurde, womit mit Sicherheit nicht diese Website hier gemeint ist.

Comic Books Are Still Made By Men, For Men And About Men
FiveThirtyEight, Walt Hickey
Die US-Website FiveThirtyEight, die sich hauptsächlich mit Politik beschäftigt, untersucht das Geschlechterverhältnis in der Comicbranche und stellt fest, dass diese immer noch extrem männerdominiert ist, wobei sich die Verhältnisse langsam aber sicher ändern. Dabei geht es weniger um das Geschlecht von LeserInnen oder AutorInnen, sondern vor allem um das der Figuren, die in den Comics auftreten. Der Artikel, der auch ein paar interessante Infografiken enthält, bezieht sich allerdings ausschließlich auf den amerikanischen Superheldenmainstream und dessen zwei Schwergewichte, die Verlage Marvel und DC. Betrachtet man das Comicfeld weiter und bezieht zum Beispiel Independentverlage, Autorencomics und Webcomics mit ein, sieht es mit dem Frauenanteil schon wieder ganz anders aus.

Mighty Boy
Javier Yañez
Der spanische Filmemacher Javier Yañez hat eine frühe Kurzgeschichte von Star-Mangaka Naoki Urasawa (Pluto, Billy Bat) als 15-minütigen Kurzfilm adaptiert. Es geht um einen jungen Mann, der als Stuntman für eine TV-Serie im Stil der Power Rangers arbeitet und darüber sein Studium vernachlässigt. Seiner Freundin gefällt das allerdings gar nicht. Der komplette Kurzfilm ist bis zum 4. November auf der Website des spanischen Filmfestivals FIBABC zu sehen. Den Trailer gibt’s gleich hier:

 

Tags: Comicverfilmungen | Frankfurter Buchmesse | Linktipps | Reportagecomics | Sexismus

 
 

von Thomas Kögel Montag, 06. Oktober 2014

Unsere Links der Woche, Ausgabe 29/2014:

 

Fin de la zizanie entre Albert et Sylvie Uderzo
Libération, Quentin Girard
Asterix-Miterfinder Albert Uderzo hatte sich wegen des Umgangs mit den millionenschweren Rechten an dem Comic  und seinen Figuren mit seiner Tochter Sylvie überworfen. Über mehrere Jahre hinweg führte man juristische Auseinandersetzungen. Eine davon ging Ende September mit einer Gerichtsentscheidung zu Ende. Und das soll auch die letzte sein: In einer gemeinsamen Erklärung verkündeten Vater und Tochter, dass aller Streit beigelegt sei und alle noch offenen Anzeigen oder Verfahren eingestellt würden. Die grünen Sprechblasen können nun also wieder eingepackt werden. Im oben verlinkten Artikel der französischen Tageszeitung Libération wird die Geschichte des Konflikts anhand ausgewählter Panels aus Asterix-Alben illustriert.

Marvel Settles With Family of Comics Artist Jack Kirby
The New York Times, Brooks Barnes
Auch in den USA endete ein über lange Jahre geführter Rechtsstreit. Die Erben von Jack Kirby, der als Zeichner und kreativer Kopf bei Marvel Comics eine Unzahl jener Superhelden miterfunden hat, die heute für Megaumsätze an den Kinokassen sorgen, stritten gegen Marvel um Copyrights und damit verbundene finanzielle Kompensationen. Zuletzt deutete sich an, dass möglicherweise der Supreme Court, also das höchste Gericht der USA, eine Grundsatzentscheidung in dieser Sache fällen könnte. Ein solches Urteil hätte womöglich weitreichende Folgen für das Urheberrecht haben können, und man vermutet, dass Marvel und sein Mutterkonzern Disney die Unwägbarkeiten des Falls durchaus nervös gemacht haben. Nun haben sich Marvel und die Kirby-Familie geeinigt und legen alle Rechtsstreitigkeiten bei. Über die Details der Vereinbarung ist nichts bekannt, aber man darf annehmen, dass hier durchaus eine stattliche Geldsumme an die Kirby-Erben fließt.

Der deutsche Comickomplex - Extended
Comic-Report, Kristina Auer
In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Alfonz findet sich ein Artikel, der sich unter dem Titel “Der deutsche Comickomplex” mit dem “Comic-Manga-Konflikt” befasst, jenem vermeintlichen oder tatsächlichen Graben, der die deutsche Comicszene in ein Comic- und ein Manga-Lager teilt. Aufhänger dafür sind die missglückten Worte über den Manga TƎN von Martina Peters, mit denen Hella von Sinnen als Moderatorin der Max-und-Moritz-Preisverleihung in Erlangen viel Unmut besonders im Kreis der Mangafans ausgelöst hat. Vom Artikel selbst ist leider nur die erste Seite online, dafür gibt es auf der Comic-Report-Website drei begleitende Interviews, die die Autorin geführt hat: eins mit Hella von Sinnen selbst, die sich komplett missverstanden fühlt, eins mit Melanie Schober, die als Vertreterin der deutschsprachigen Mangaszene erklärt, woher die speziellen Empfindlichkeiten in dieser Community kommen. Und ein drittes mit Andreas Wiedemann, der als Verlagsvertreter für Egmont reis, zuvor auch für Carlsen und Tokyopop tätig war und die Branche seit Jahrzehnten gut kennt. Gerade dieses Interview bietet einige sehr interessante Infos aus dem Nähkästchen eines Brancheninsiders und liefert spannende Einblicke in die Geschichte des deutschen Comicmarktes.

Auf den Grenzen zu Hause
Der Tagesspiegel, Erik Wenk
Ein Bericht über die Jahrestagung der Gesellschaft für Comicforschung (ComFor), die sich mit dem Thema “Grenzen” beschäftigte.

All She Can Eat: Keine Pizza mit Julia Wertz
Missy Magazine, Chris Köver
Chris Köver, Mitherausgeberin des feministischen Popkultur-Magazins Missy,war für ein paar Wochen in New York, wo ihre Artikelreihe “All She Can Eat” entstand. Dafür traf sie interessante Künstlerinnen zu einem gemeinsamen Essen. Eine davon sollte die Comiczeichnerin Julia Wertz sein, bekannt für ihren autobiografischen Webcomic The Fart Party. Das gemeinsame Essen kam nicht zustande, weil Wertz nur einem E-Mail-Interview, nicht aber einem “realen” Treffen zustimmte. Die Absage schmeckte der Autorin nicht, was dann im hier verlinkten Artikel resultierte. Dieser bekam recht viel Online-Gegenwind, in dem Chris Köver vorgeworfen wurde, ein “Nein” nicht akzeptieren zu können und stattdessen einen beleidigten Retourkutschen-Artikel zu veröffentlichen. Siehe dazu auch die Reaktion im Blog von Julia Wertz und den Nachtrag von Chris Köver.

Spektrallichter: Mondlicht
TeMeL
Anfang Juni hatte TeMeL ihren Webcomic Ich putz hier nur nach knapp drei Jahren Laufzeit beendet. Jetzt startet sie eine neue Comicreihe, die ganz anders sein soll als die bisherige, die wie ein klassischer Gagstrip aufgebaut war: “Anderes Seitenformat, anderes Webseitendesign, anderes Layout, anderer Stil, andere Thematiken” lautet die Ansage. Spektrallichter ist eine lose Reihe von in sich abgeschlossenen Kurzgeschichten, der erste Fünfseiter “Mondlicht” liegt bereits komplett vor.

Onkel Todd
Tanikacomix
Noch ein neuer Webcomic aus Deutschland: In Onkel Todd von der Kölner Zeichnerin Tanikacomix spielt mal wieder der bei Comiczeichnern ziemlich beliebte Sensenmann eine gewichtige Rolle. Hier schlüpft er in die Rolle des Adoptivvaters für zwei Menschenkinder, deren Eltern er im Prolog des Comics aus dem Leben abgeholt hat.

Ball Boy
ballboycomic.tumblr.com, Nana Yaa et al.
Ein schön schräger Sport-Comedy-Manga, der als Kollaboration von sechs Künstlerinnen entstand und auf der Düsseldorfer DoKomi-Convention im Juni 2014 als Handy-Doujinshi angeboten wurde, den man sich mit Hilfe von QR-Codes zusammensammeln konnte. Jetzt gibt's die komplette Geschichte auch im Web.

Durch die Nacht mit Joann Sfar und Javier Mariscal
Arte +7, Ilka Franzmann
Noch bis zum 12.10. in der Arte-Mediathek komplett ansehbar: Die letzte Sendung der Reihe Durch die Nacht mit …, in der sich jeweils zwei Künstler treffen, um einen Abend lang durch eine Stadt zu ziehen. Schauplatz der aktuellen Ausgabe ist Barcelona, wo der spanische Designer und Animationsfilmer Javier Mariscal (Chico & Rita) auf den Längst-nicht-mehr-nur-Comiczeichner Joan Sfar trifft.

The grammar of comics in the brain
YouTube, Neil Cohn
Der US-Wissenschaftler Neil Cohn beschäftigt sich mit Theorie und Grammatik der Bildsprache, insbesondere in Comics. Sein Aufsatz “The grammar of visual narrative: Neural evidence for constituent structure in sequential image comprehension” in der Zeitschrift Neuropsychologia beschäftigt sich damit, wie wir Bildfolgen lesen und verarbeiten. Kernthese: Man liest nicht einfach nur von Bild zu Bild, sondern bildet zusammengehörende Gruppen von Bildern, wodurch eine Bild-Grammatik entsteht. Der Aufsatz wird hier in einem kurzen Video veranschaulicht:

 

Comic Book Heaven
Vimeo, E.J. McLeavey-Fisher
Eine zwölfminütige Kurzdoku über den alteingesessenen New Yorker Comicladen “Comic Book Heaven” und seinen Besitzer Joe Leisner, der den Laden nach 26 Jahren schließt.

Tags: Comicforschung | Comics-im-TV | Linktipps | Manga | Rechtliches | Webcomics

 
 

von Thomas Kögel Dienstag, 23. September 2014

Unsere Links der Woche, Ausgabe 28/2014:

 

Nach einer urlaubsbedingten Pause melde ich mich wieder zurück und schaufle erst einmal zusammen, was sich in den letzten vier Wochen so angesammelt hat:

The World Is Made Of Cheese - The Applied Cartoon Manifesto 
Issuu, Center for Cartoon Studies 
Auf der Small Press Expo in Bethesda, Maryland verteilte das Center for Cartoon Studies dieses Manifest in Comicform, das Comiczeichner auffordert, sich dem “angewandten Comiczeichnen” zu widmen. James Sturm und Marek Bennet, von denen das Manifest stammt, verstehen darunter alle Formen von Comics oder gezeichneten Darstellungen außerhalb des klassischen Geschichtenerzählens für Comicleser, zum Beispiel grafische Arbeiten für Forschung, Wissenschaft, Industrie, Erziehung oder andere Bereiche.

Die Preisträgerin 2015
Berthold Leibinger Stiftung
Der mit 15.000 Euro am höchsten dotierte Comic-Förderpreis in Deutschland zeichnet seine erste Preisträgerin aus: Unter 113 Einsendungen wählte die Jury das Konzept zum noch nicht veröffentlichten Comic Madgermanes von Birgit Weyhe (Reigen) aus. Auf der Website der Berthold Leibinger Stiftung, die den Preis vergibt, wird nicht nur das Projekt der Siegerin kurz vorgestellt, sondern auch die von neun weiteren Finalisten, die in der engeren Auswahl waren.

Experimentelles für die Hosentasche 
Der Tagesspiegel, Ute Friderich 
Das Feld der selbstverlegten Minicomics ist nach wie vor lebendig. Verkauft werden die kleinen Hefte meist auf Messen und ähnlichen Veranstaltungen, aber “Tiny Masters” aus Leipzig hatte die schöne Idee, ein Mini-Comic-Abo per Versand anzubieten. Der Tagespiegel stellt’s vor.

Comicfestival Hamburg: Programm
Issuu, Comicfestival Hamburg
Das vom 2. bis 5. Oktober laufende Comicfestival Hamburg präsentiert sein Programm in einem schön aufgemachten Heft, das auch kurze Comic-Kostproben von Künstlern (u.a. Luke Pearson) enthält, die beim Festival vertreten sein werden.

Stilübungen: 99 Arten eine Geschichte zu erzählen
dreimalalles.info, Matt Madden/Christian Maiwald
Die noch recht junge, von uns bereits wärmstens empfohlene Website Dreimalalles hat nun auch einen Webcomic, von dem zweimal die Woche eine neue Episode erscheint. Es handelt sich um die deutsche Übersetzung der 99 Comics, die Matt Madden für sein Buch 99 Ways to Tell a Story gemacht hat. Dabei wird versucht, die immer gleiche Szene auf 99 verschiedene Weisen im Comic zu erzählen.

Mini Magazin
Comic-Werkstatt, Daniel Schreiber
Daniel Schreiber, von dem im Splitter Verlag die Reihe Annas Paradies erscheint, gewährt in mehreren als PDF veröffentlichten “Mini-Magazinen” Einblick in den Entstehungsprozess des zweiten Albums, das in Kürze auf den Markt kommt.

#gerhardschlegellcc
Facebook, alle
Ein schönes Mem machte kürzlich auf Facebook die Runde (und läuft immer noch): Unter dem Hashtag #gerhardschlegellcc zeigen sich Comicmacher und -fans in gestreiften Outfits mit ihren Lieblingscomics. Seinen Ausgang nahm das Ganze wohl ungefähr hier. Mein Lieblingsbeitrag ist natürlich der von Nicolas Mahler.

À Madame Fleur Pellerin, Ministre de la Culture: Soutenez Gilles Ciment, directeur de la CIBDI
AVAAZ.org
Eine französische Petition sammelt Unterschriften für Gilles Ciment, den Direktor des Comicmuseums von Angoulême. Dieser wurde nach größeren Streitigkeiten mit der Stadtverwaltung abgesetzt. Laut dem Petitionstext schuldet man ihm noch mehrere Monatsgehälter und weigert sich, ihm Unterlagen auszuhändigen, die er braucht, um sich arbeitslos zu melden. In der Petition wenden sich nun zahlreiche namhafte Comicschaffende an Kulturministerin Fleur Pellerin und fordern die Wiedereinsetzung Ciments oder zumindest eine gerechte Behandlung für ihn.

Your 2014 Harvey Award Winners
Your 2014 Ignatz Awards Winners
The Comics Reporter
In den USA wurden vor kurzem zwei renommierte Preise verliehen: Zum einen die Harvey Awards, neben den Eisners der zweite große Branchenpreis. Hier stimmen die Comicprofis selbst ab. Die Serie Saga räumte hier in mehreren Kaegorien (Best Writer, Best Artist, Best Cover Artist, Best Continuing Series) ab. Zum anderen wurden auf der Small Press Expo die Ignatz Awards verliehen, die Preise der alternativen Independent-Szene. Der Comics Reporter listet alle Nominierungen und Preisträger übersichtlich auf.

The Last Saturday
The Guardian, Chris Ware
Auf der Website des Guardian erscheint ab sofort jede Woche eine Folge eines neuen Werks von Chris Ware (Jimmy Corrigan). Die mutmaßliche Hauptfigur des Comics, Putnam Gray, wird als “center of the known universe” vorgestellt und sieht schon als Junge greisenhaft aus.

Kingdom Lost
The Bouletcorp, Boulet
Der französische Webcomic-Tausendsassa haut zwischen seinen ständig veröffentlichten Kurzgeschichten en passant mal eben einen Vierzigseiter raus. Darin landen Prinz und Prinzessin aus einer klassischen Fantasyumgebung in unserer realen Welt.

Genndy Tartakovsky's POPEYE Animation Test
YouTube, SonyAnimation
Popeye soll bald als computeranimierter 3D-Matrose ins Kino kommen. Klingt erst mal furchtbar, sieht aber gar nicht so übel aus:

 

The DuckTales Theme Song with Real Ducks
Oh My Disney
Rausschmeißer für heute: Das Intro der Achtziger-Jahre-Trickserie Duck Tales mit richtigen Küken.

Tags: Comicfestivals | Comicpreise | Frankreich | Linktipps | Webcomics

 
 

von Thomas Kögel Sonntag, 24. August 2014

Unsere Links der Woche, Ausgabe 27/2014:

 

„Irgendeine Krise ist immer“ oder: „Man muss lieben, was man macht“ – Was ist heute wichtig für Zeichner & Autoren?
Tötlëgër, Sylvia Marquardt
Sylvia Marquardt war auf dem Comic-Salon unterwegs, um den gemeinsam mit Holger Wetscheck geschaffenen Comic Tötlëgër vorzustellen, und hat mit verschiedenen Comicverlegern gesprochen. Daraus entstand ein informativer Artikel, in dem sie die wichtigsten Erkenntnisse aus diesen Gesprächen zusammenfasst.

Comic-Journalismus: Diese Bilder sind nicht lustig
European Journalism Observatory, Wibke Weber
Die Medienwissenschaftlerin Dr. Wibke Weber stellt ein Forschungsprojekt vor, das sich mit Comic-Journalismus beschäftigt – in diesem Fall ist der Journalismus in Comicform gemeint, also journalistische Tätigkeit in der Darstellungsform des Comics, wie sie vor allem durch Joe Sacco bekannt wurde.

Podcasts und Comics – eine Allianz?
Comic-Community, Steffen Liebschner
Steffen Liebschner gehört zu den Machern des Comic-Podcasts Comic-Cookies und beschreibt in diesem Artikel, wie man sich in einem Nischenmedium mit einem anderen Nischenmedium beschäftigen kann. Zusätzlich enthält der Text einige Links zu deutschsprachigen Comic-Podcasts.

Deutschlands erstes Manga-Cafe in Düsseldorf eröffnet
Yagami Okami, Kaito Cross
In Düsseldorf, der Stadt in Deutschland, in der die meisten japanischstämmigen Menschen leben, hat vor kurzem ein Manga-Cafe nach japanischem Vorbild eröffnet. Man bezahlt dort nach der Länge seines Aufenthalts und kann in einer reichhaltigen Mangabibliothek schmökern.

print
Deutsch-Französisches Forum junger Kunst
Neu auf dieser Seite, auf der diverse Publikationen des Deutsch-Französischen Forums junger Kunst zur Verfügung stehen, ist die siebte Ausgabe von Schick (PDF) die in diesem Sommer beim jährlichen Comic-Workshop des Forums in Leipzig entstanden ist. Insgesamt 64 Seiten mit Beiträgen von zehn jungen KünstlerInnen.

Zeichnermeile
zeichnermeile.de, Keichi
Es gibt eine immer reichhaltigere Auswahl von gedruckten Comics, die oft in sehr kleinen Auflagen von den Künstlern selbst hergestellt und überwiegend auf Messen und im Direktversand verkauft werden. Zentrale Online-Shops für solche Publikationen, die im regulären Buch- oder Comichandel nicht oder nur marginal vertreten sind, gibt es nur wenige, z.B. den Freibeuter-Shop oder Kwimbi. Das neue Portal Zeichnermeile könnte eine Anlaufstelle für selbstverlegte Manga, zu Deutsch Doujinshi, werden. Hier können die KünstlerInnen ihre eigenen Bücher, Artworks und ähnliche Artikel in eigenen kleinen Shops einstellen, das Prinzip folgt Vorbildern wie Dawanda oder Etsy. Momentan steckt die Zeichnermeile noch in der Startphase – wenn sich genug ZeichnerInnen beteiligen, könnte das für Anbieter und Kunden ein tolles Projekt werden.

New Spider-Woman comic cover condemned for 'blatant sexualisation'
The Guardian, Alison Flood
Netz-Aufreger der Woche: Das erste Heft der bald neu startenden Marvel-Serie Spider-Woman bekommt ein Variantcover von Milo Manara, dem 68-jährigen Italiener, der für seine erotischen Comics berühmt ist und seit ein paar Jahren gelegentlich für Marvel arbeitet. Das Cover zeigt die Titelheldin auf allen Vieren in einer Pose, die man vielleicht sexy, vielleicht aber auch sexistisch finden könnte. Es hagelte jedenfalls Kritik, nicht zuletzt auch deshalb, weil sich zuletzt der Eindruck einstellte, dass es Marvel mit einigen neuen Serien zunehmend gelingt, auch eine weibliche Leserschaft anzusprechen. Diese Bemühungen reißt man mit solchen Covern dann mit dem Hinterteil wieder ein (sorry for the pun!). Interessant dazu auch die Meinung von Comiczeichnerin Amy Reeder (The word that changes everything for me is 'personhood'”) und die Reaktion von Milo Manara selbst, der schlichtweg nichts verstanden hat (”It’s not my fault if women are like that”).

Let’s Get Naked - 23 Female Cartoonists on Drawing Their Bodies
Buzzfeed, Kristen Radtke
Die Darstellung des weiblichen Körpers in Comics ist ein leidiges Thema, was die eben beschriebene Spider-Woman-Geschichte abermals bewiesen hat. Das liegt unter anderem auch daran, dass die männlichen Zeichner lange Zeit extrem in der Überzahl waren, was sich erst langsam ändert. Der hier verlinkte “Listicle” zeigt in vielen Beispielen, wie Zeichnerinnen (nackte) Frauen zeichnen. Der Unterschied zu Zeichnern wie Manara ist offensichtlich. 

Usagi Yojimbo - "The Last Request"
YouTube, LintikaFilms
Ein siebenminütiger Kurzfilm zeigt, wie eine Verfilmung von Stan Sakais Samuraihasencomic aussehen könnte, und zwar als Puppentrickfilm in Stop-Motion-Technik. Mit diesem Kurzfilm überzeugte die Firma Lintika Films Stan Sakai davon, ihr die Filmrechte für Usagi Yojimbo zu geben. Nun arbeitet man an einem abendfüllenden Film, der auf DVD veröffentlicht werden soll.

 

 

Stanford biologist explains science of origin stories of Captain America and the Incredible Hulk
Stanford University, Bjorn Carey
Der Biologe Sebastian Alvarado versucht wissenschaftlich zu erklären, was bei der Transformation von Bruce Banner zum Hulk und von Steve Rogers zum Supersoldaten genetisch passiert. Dazu gibt es jeweils ein kurzes YouTube-Video (Hulk, Captain America).

The REAL League of Extraordinary Gentlemen
Vimeo, Florian Liedtke
Als Studienprojekt bastelte der Hamburger Designstudent Florian Liedtke einen Vorspann für eine fiktive Verfilmung von Alan Moores League of Extraordinary Gentlemen, an dessen tatsächliche Kinoadaption wir uns lieber nicht erinnern wollen. Er animiert dafür das Original-Artwork von Kevin O’Neill zu einem sehr gelungenen Clip:

Tags: Comicjournalismus | Comicverfilmungen | Doujinshi | Linktipps | Manga | Sexismus

 
 

von Thomas Kögel Montag, 11. August 2014

Unsere Links der Woche, Ausgabe 26/2014:

 

Aus Politik und Zeitgeschichte 33-34/2014: Comics
Bundeszentrale für politische Bildung
Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift Aus Politik und Zeitgeschichte beschäftigt sich ausführlich und tiefgründig mit dem Thema Comics. Nach einer Einführung in Comicform (ein Auszug aus Scott McClouds Comics richtig lesen) gibt es Aufsätze renommierter Autoren wie Andreas C. Knigge, Thierry Groensteen, Dietrich Grünewald und Jaqueline Berndt. Unter anderem geht es um die Frage, ob und wie Comics politisch sind und wie sie in der Geschichtsdidaktik eingesetzt werden können. Das 56 Seiten starke, aus Steuergeldern finanzierte Heft liegt nicht nur als Beilage der Zeitung Das Palament bei, sondern kann auch kostenlos bei der Bundeszentrale für politische Bildung bestellt werden. Außerdem kann man sie gratis auf der Webite lesen und in verschiedenen Formaten (PDF, epub) herunterladen.

Scanlations - Ein Problem?
Dreimalalles, Christian Maiwald
Anlässlich der kürzlich gestarteten japanischen Anti-Piraterie-Initiative “Manga-Anime Guardians Project” (siehe Links der Woche 25/14) spricht Carlsen-Manga-Programmleiter Kai-Steffen Schwarz im Interview über die Rolle von “Scanlations” (von Fans selbst erstellte Manga-Übersetzungen, die urheberrechtswidrig im Netz angeboten werden) und den Umgang seines Verlags damit.

FluxFM Spreeblick mit Reinhard Kleist
FluxFM, Johnny Haeusler
Seit fast zwei Jahren talkt Radiomacher und Spreeblick-Blogger Johnny Haeusler auf dem ohnehin sehr empfehlenswerten Sender FluxFM jeden Sonntag zwei Stunden lang mit einem prominenten Gast. Letzte Woche war erstmals ein Comiczeichner zu Gast. Die Sendung mit Reinhard Kleist kann man online nachhören oder direkt als MP3 (63 Minuten) downloaden.

ZACK-Redakteur Gigi Spina gestorben
Comic-Report, Volker Hamann
Ein Nachruf auf Luigi “Gigi” Spina, der am 4. August mit 79 Jahren in Hamburg verstarb. Spina arbeitete in den 1970er Jahren als Comic-Redakteur beim Bastei-Verlag und entwickelte das Konzept für ein Comicmagazin für jugendliche Leser nach französischem Vorbild. Daraus wurde dann das ZACK, das ein Jahrzehnt lang eine ganze Generation von Comiclesern prägte.

Advice to the mid-career cartoonist who has failed to build an audience
Mike Dawson
Mike Dawson, Podcaster und Comiczeichner, der mit seinen Graphic Novels Freddie and Me und Troop 142 durchaus eine gewisse Bekanntheit im amerikanischen Independentcomic-Sektor erlangte, lässt die Hosen runter und verkündet seine Verkaufszahlen, die vor allem für sein aktuellstes Buch ziemlich enttäuschend sind. Selbstkritisch merkt er an, dass er vor allem dabei versage, sich ein Publikum für seine Comics aufzubauen. Was bleibt ist Frustration und die an sich selbst gestellte Frage, wozu er das eigentlich mache. Das Blogposting wurde in der letzten Woche viel verlinkt und kommentiert, z.B. in ziemlich angriffslustiger Weise von Abhay Khosla, der fragt “Wie sah eigentlich dein Businessmodell (für diese Comics) aus?” Daraufhin schrieb Dawson ein zweites Posting, in dem er seinen Ausgangspunkt noch einmal genauer erklärt, z.B. dass es ihm nicht ums Geldverdienen gehe. Andere Reaktionen kommen von Zeichnerkollegen, die sich mit ähnlichen Problemen plagen, etwa das pessimistische Posting von Sam Henderson, der lange für Nickelodeon, u.a. an Sponge Bob gearbeitet hat.

What’s been happening in the Randy Queen Situation and what the Timeline was
Escher Girls, Ami Angelwings
Auf dem Tumblr-Blog Escher Girls sammelt Ami Angelwings Bildbeispiele dafür, wie Frauen oft in Comics, Videospielen und anderen Medien dargestellt werden, nämlich unnötig stark sexualisiert und/oder in anatomisch völlig unmöglichen Posen, die möglichst “sexy” sein sollen. Unter den dort geposteten Bildern waren auch welche von Randy Queen, der in den 1990er Jahren als Schöpfer der Serie Darkchylde bekannt wurde. Weil er um seinen Ruf fürchtete, forderte er die Firma Tumblr unter Verweis auf sein Urheberrecht auf, die Einträge mit seinen Bildern zu löschen, was auch umgehend geschah. Weitere Drohungen, juristische Schritte gegen die Betreiber des Blogs zu unternehmen, folgten. Der Schuss ging allerdings ziemlich nach hinten los, denn eine nicht ganz kleine Online-Öffentlichkeit (u.a. Twitter-Prominenz wie John Scalzi und Will Wheaton) ergriff Partei für die Escher Girls und der Streisand-Effekt ließ sich wunderschön beobachten. Schließlich entschuldigte sich Queen einige Tage später auf Facebook und musste zugeben, falsch reagiert zu haben. Der oben verlinkte Text fasst die Ereignisse aus Sicht der Escher-Girls-Betreiber zusammen.

Armed Animals Don’t Invent Themselves
The New York Times, Dave Itzkoff
Der neue Marvel-Film Guardians of the Galaxy ist in den USA höchst erfolgreich gestartet. Eine eigene Privatvorführung bekam dabei Bill Mantlo, der die Figur des Rocket Racoon erfunden hat und seit einem Unfall vor einigen Jahren schwer krank ist. Der Artikel in der New York Times erinnert daran, dass all die Comicfiguren, die nun in millionenschweren Kinoblockbustern auftreten und jede Menge Geld einspielen, von Zeichnern und Autoren geschaffen wurden, die aufgrund ihrer Verträge heute nur sehr selten angemessen von ihrer kreativen Leistung (die meist viele Jahre zurück liegt) profitieren können. Im Falle von Bill Mantlo konnte dessen Bruder wohl eine zufriedenstellende Einigung mit Marvel erzielen, allerdings nur, nachdem ein gewisser juristischer und öffentlicher Druck aufgebaut wurde.

Fun Home! The Musical!
Seven Days, Alison Bechdel
Alison Bechdels autobiografischer Comic Fun Home wurde inzwischen als Musical adaptiert. Für das Vermonter Magazin Seven Days hat Bechdel – in Form eines Comics – notiert, wie es sich anfühlt, die eigene Geschichte, die eigene Person, die eigenen Eltern auf einer Musicalbühne zu erleben.

The Myriad Monikers of Gotham's Villains 2.0
Pop Chart Lab
Alle Batman-Schurken fein säuberlich sortiert und kategorisiert in einer massiven Infografik!

Seht alle 30 Superhelden-Filme bis 2020 in einer Liste!
Moviepilot, Christoph Dederichs
Die Startkalender-Planung der Hollywood-Studios für die nächsten Jahre.

 

Tags: Comicmarkt | Comicverfilmungen | Interviews | Linktipps | Nachrufe | Piraterie | Radio | Sexismus

 
 

von Thomas Kögel Sonntag, 03. August 2014

Unsere Links der Woche, Ausgabe 25/2014:

 

Willkommen bei dreimalalles.info
Dreimalalles, Christian Maiwald
Christian Maiwald, der neun Jahre lang Mitarbeiter bei Reprodukt war und noch immer die Website graphic-novel.info betreut, hat ein neues Online-Angebot ins Leben gerufen: Dreimalalles möchte eine Anlaufstelle für Neuigkeiten aus der Comicwelt sein und dabei ausdrücklich die gesamte Bandbreite der Kunstform berücksichtigen: “Kein Genre und keine Spielart sollen hier unerwähnt bleiben” heißt es im Begrüßungsartikel. Die ersten zwei Wochen Betrieb (und dazu die ordentliche Menge von Beiträgen, die schon vor der Online-Schaltung entstanden) zeigen, dass hier eine feine Mischung entsteht, die in den Bookmarks von Comicinteressierten nicht fehlen sollte: Neben kurzen News-Meldungen gibt es reichlich Links zu Rezensionen in der Presse, einen gut gefüllten Veranstaltungskalender, kurze Link-Rundumschläge unter dem Titel “Darüber hinaus”, die bislang noch leere Kategorie mit dem geheimnisvollen Titel “99” und nicht zuletzt auch etwas längere, aus persönlicher Sicht geschriebene, meinungsfreudige Artikel, zum Beispiel zu Comic-Förderungen, zu den Reaktionen auf Hella von Sinnens “Manga-Diss” auf der Max-und-Moritz-Preisverleihung oder zu den Problemen, die bei einer Mischform von Comic und Animation auftreten.

Weltgrößer Comic-Anbieter Comixology verabschiedet sich von Zwangs-DRM
lesen.net, Jan Fischer
Der kürzlich vom Giganten Amazon übernommene Digitalcomic-Anbieter Comixology hat in den letzten Jahren mit satten Wachstumsraten geglänzt und mit dafür gesorgt, dass der digitale Vertriebsweg mittlerweile etabliert ist und Comics auch selbstverständlich auf den Bildschirmen von Tablets, PCs oder Smartphones gelesen werden. Ein ganz entscheidender Nachteil, den der Kauf der digitalen Version gegenüber gedruckten Comics bislang hatte, ist das Digital Rights Management (DRM), das im Prinzip dafür sorgt, dass der Leser den gekauften Comic nicht komplett besitzt, sondern lediglich eine “Lizenz zum Lesen” erwirbt, die ihm auch wieder entzogen werden kann. Nun gibt es für Comics von bestimmten Verlagen die Möglichkeit des DRM-freien Downloads. Wer bei Comixology Comics von Top Shelf, Image, Dynamite gekauft hat, darf diese nun auch als PDF oder CBZ herunterladen und kann sie damit auch völlig unabhängig von der Plattform lesen. Die Großverlage DC und Marvel sowie etliche andere sind hier allerdings noch nicht an Bord. Das Beispiel anderer Medien wie etwa MP3-Musikdownloads hat aber gezeigt, dass auch copyright-restriktive Unternehmen bereit sind, von DRM Abschied zu nehmen, wenn es dem Geschäft dient.

Digital ist besser
Deutschlandradio Kultur, Ralf Hutter und Markus Richter
In der Sendung Breitband, die sich wöchentlich mit digitaler Kultur und Netzthemen beschäftigt, ging es am Samstag um Webcomics. Zunächst in einem Beitrag darüber, dass “die Online-Comicszene in diesem Jahr dem Comic-Salon Erlangen ihren Stempel aufgedrückt” hat, dann in einem Studiogespräch mit den Gästen Sarah Burrini und Lukas Wilde (MP3, 17 Minuten).

Bunte Welle - der deutsche Independent-Comic boomt
Der Tagesspiegel, Lars von Törne
Dass sich eben diese rege online vernetzte Szene mehr und mehr auch in gedruckter Form wiederfindet, beschreibt dieser Artikel: “Der gedruckte deutsche Independent-Comic erlebt derzeit einen Boom wie schon lange nicht mehr.” Zusätzlich zu dem Text, der passenderweise auch im gedruckten Tagesspiegel erschien, gibt es online vier Kurzinterviews mit den Zeichnern Véro Mischitz, Maximilian Hillerzeder und Ulf Salzmann sowie mit Jörg Faßbender, der mit Kwimbi diese Print-Indies verkauft und teilweise auch verlegt.

„Eine sehr direkte, schnelle Kunstform“
Der Tagesspiegel, Lars von Törne
Ein Interview mit Johannes Ebert, dem Generelsekretär des Goethe-Instituts, das seit einigen Jahren regelmäßig auch deutsche Comickünstler als Kulturbotschafter in die Welt schickt und Austauschprogramme mit ausländischen Künstlern initiiert.

Im Netz der Spinne
Bookster, Jakob Hoffmann
Das Online-Projekt Bookster stellt regelmäßig Menschen aus dem Frankfurter Raum vor, die beruflich mit Büchern zu tun haben. Darunter ist auch Ekki Helbig, Inhaber des Comicshops Terminal Entertainment (T3): “Anders als vielen kleinen Buchhandlungen geht es dem Laden gut – weil es der Comicbranche gut geht.”

Dankeschön, auf Wiedersehen
Stuttgarter Zeitung, juw
Nach 13 Jahren muss Naomi Fearn mit ihrem wöchentlichen Strip Zuckerfisch Abschied von den Lesern der Stuttgarter Zeitung nehmen. Als letzten Beitrag gab es einen extragroßen Comic, der fast eine ganze Zeitungsseite einnahm. Künftig will das Blatt stattdessen alle 14 Tage die Comic-Kolumne „Sprechblasen“ bringen. Siehe dazu auch: Stuttgarter Zeitung stellt “Zuckerfisch” ein bei Comic-Community.

2014 Eisner Award winners announced
Robot 6, Kevon Melrose
In mehr als 30 Kategorien wurden letztes Wochenende in San Diego die Eisner Awards verliehen, die jährlich vergebenen Preise der US-Comicbranche (gerne auch als “Comic-Oscars” bezeichnet). Den ganz großen Abräumer gab es in diesem Jahr nicht, aber der Verlag IDW durfte sich mit insgesamt sieben Preisen als Gewinner der Gewinner fühlen. Außerdem bestätigten die Eisners die allgemeine Liebe für Saga (Best Continuing Series, Best Writer, Best Painter/Multimedia Artist). Und endlich wurden auch die Hernandez-Brüder Gilbert und Jaime mit jeweils einem Eisner Award bedacht, die schon seit mehr als 20 Jahren zu den ganz Großen des US-Comics gehören, aber bisher immer leer ausgingen.

Neue Helden braucht das Land
Jungle World, Jan Tölva
Anlässlich der Ankündigung von Marvel, dass ihr Donnergott Thor künftig weiblich und Captain America schwarz sein wird, blickt dieser Artikel auf die Geschichte der Diversität im Superheldencomic.

METI to Start the First Cross-Industry Anti-Piracy Measures for Manga and Anime
Crunchyroll, Mikikazu Komatsu
Das japanische Ministerium für Wirtschaft und Handel (METI) stellte vergangene Woche sein “Manga-Anime Guardians Project” vor: Gemeinsam mit etlichen Verlagen und Publishern soll in den nächsten Monaten soll verstärkt gegen Onlinepiraterie von Manga und Anime vorgegangen und illegale Kopien von zahlreichen Websites entfernt werden. Parallel dazu gibg die Seite Manga-Anime here an den Start, die auf legale Manga- und Animeangebote im Netz hinweist.

San Diego Comic Con 2014 (SDCC) - Cosplay Music Video‏
YouTube, Sneaky Zebra
Auf der riesigen Comicmesse in San Diego, die am letzten Wochenende stattfand, gab es auch wieder jede Menge tolles Cosplay zu sehen. Dieses Video zeigt einige Highlights:

 

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von Thomas Kögel Montag, 21. Juli 2014

Unsere Links der Woche, Ausgabe 24/2014: 

 

Programm der 9. ComFor-Jahrestagung in Berlin
Gesellschaft für Comicforschung
Das Programm der ComFor-Jahrestagung steht. Sie findet Ende September an der Humboldt-Uni in Berlin statt, als Oberthema geht es um Grenzen und wie Comics diese sprengen können. Parallel dazu gibt es am Samstag, den 26.9. eine ganztägige Fachtagung über Comics im Unterricht.

Übernimm den Hammer, Baby
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Andreas Platthaus
Marvel hat es mal wieder geschafft und ist grenz- und medienüberschreitend mit zwei Ankündigungen in den Schlagzeilen. Nach dem üblichen Strickmuster (Held A stirbt! Held B heiratet! Held C ist lesbisch/schwarz/behindert!) wurde diesmal verkündet, dass Donnergott Thor ab Herbst zur Donnergöttin werden soll. Die Comicserie bekommt einen Relaunch und wird dann von Jason Aaron geschrieben und von Russell Dauterman gezeichnet. Und auch ins Kostüm von Captain America schlüpft bald jemand anders: Steve Rogers übergibt seinen Schild an Sam Wilson alias The Falcon, und dieser ist von schwarzer Hautfarbe. Captain America wird also bald Afro-Amerikaner sein. Siehe dazu auch “Das neue Gesicht Amerikas” beim Tagesspiegel.

Reclaiming Sailor Moon
Beetlebum Blog, Johannes Kretzschmar
Dies ist die Geschichte, wie einmal ein knappes Dutzend Webcomiczeichner eine Sailor Moon Collab gezeichnet haben, die daraufhin von noch viel mehr Webcomiczeichnern und deren Freunden und Kollegen aufgegriffen wurde, so dass daraus eine riesige Sailor-Moon-Parade wurde. Die Serie, die sowohl als Anime als auch als Manga maßgeblich zum Erfolg der Manga- und Animekultur im Westen beigetragen hat, erlebt gerade ein Revival, nicht zuletzt durch die frisch gestartete, neue Animereihe Sailor Moon Crystal. Auf Comics Alliance erklärt Juliet Kahn in ihrem Aufsatz “Nostalgia as a Weapon”, wie und warum dieses Revival auch ein feministisches Statement ist.

Die Liebe zum Sport kostet sie das Leben
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Andreas Platthaus
Reinhard Kleists neuer Comic wird wieder in der FAZ vorveröffentlicht. Er widmet sich abermals einer realen Begebenheit, nämlich der Leichtathletin Samia Yusuf Omar aus Somalia, die 2012 auf einem illegalen Flüchtlingsboot nach Europa reisen wollte, um an den Olympischen Spielen in London teilzunehmen. Der einleitende Artikel erzählt, wie Kleist zu dem Stoff kam und wie der Comic entstand, die einzelnen Folgen kann man hier lesen.

Deutsche Daemonien
IndieGoGo, Sandi und Tanja Aranovych
Ein neues, ambitioniertes Crowdfunding-Projekt sammelt Geld für einen Alternate-History-Comic, der um das Jahr 1900 spielt und davon erzählt, wie ein okkulter Wissenschaftler versucht, einen großen Krieg vom Zaun zu brechen.

The German Graphic Novel: Scholarship and Pedagogy
The CFP List, Lynn Kutch
Ein “Call for Papers” von Lynn Kutch, die an der Universität von Pennsylvania Germanistik lehrt und das Blog The German Graphic Novel betreibt. Sie sucht Beiträge für eine Aufsatzsammlung zur Graphic Novel in Deutschland, auch aber nicht nur zu ihrem Einsatz im Unterricht.

Don’t Ignore the Art: Reviewing and Commenting on Comics, Part 1
Sequart, Forrest Helvie
Eine dreiteilige Artikelreihe beschäftigt sich mit dem Missstand, dass die Zeichnungen in vielen Texten, in denen Comics besprochen werden, viel zu kurz kommen, und stellt Überlegungen an, wie man das verbessern könnte.

What if Ingmar Bergman Directed The Flash?
YouTube, Patrick (H) Willems
YouTuber Patrick Willems, der auch schon den Punisher als Sergio-Leone-Western, Aquaman als Teen-Drama, oder Gefährliche Brandung als Lars-von-Trier-Film inszeniert hat,stellt die Frage, wie es wohl aussähe, wenn Ingmar bergman The Flash verfilmt hätte:

 

The Sad Reasons People Go Into Particle Physics
Bandcamp, Sticky Biscuits
Keine Comics, sondern Musik, genauer: Musik-Comedy, und zwar auf Englisch. Dahinter stecken allerdings zwei Berliner, die wir vor allem durch ihre Comics kennen: Naomi “Zuckerfisch” Fearn und Marc Seestaedt (Lifestrips), Mitbegründer der Comicinvasion Berlin, sind zusammen das Duo Sticky Biscuits und haben gerade ihr erstes Album aufgenommen, das man bei Bandcamp anhören und als Download oder CD kaufen kann.

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von Thomas Kögel Sonntag, 13. Juli 2014

Unsere Links der Woche, Ausgabe 23/2014:

 

Das Kulturgespräch: Comic oder Kunst? Über den Erfolg der Graphic Novel
Deutschlandfunk, Julian Doepp
In einem Studiogespräch mit drei Gästen wird über den aktuellen Status des Comics diskutiert: Sind Comics ein gutes Geschäft? Brauchen Comics staatliche Förderung? Wie sieht es mit der öffentlichen Akzeptanz aus? Hilft der Begriff “Graphic Novel”? Zu Gast sind Marie Schröer, die über Comics forscht und lehrt und gerade an einer Dissertation zum Thema arbeitet, Avant-Verleger Johann Ulrich und der frisch mit dem Max-und-Moritz-Preis dekorierte Comiczeichner Mawil. (MP3, ca. 43 Minuten)

Breaking news: Sondermannpreis für Ernst Kahl
Sondermann e.V., Leo Fischer
Auf der Frankfurter Buchmesse wird der “Sondermann” zwar nicht mehr als Publikumspreis für die beliebtesten Comics des Jahres verliehen, die beiden Jury-Kategorien sind aber erhalten geblieben: Der Sondermann für komische Kunst geht an Titanic-Zeichner Ernst Kahl, den Newcomerpreis bekommt Sebastian Lörscher für Making Friends in Bangalore, ein Reisetagebuch in Form von Comics und Skizzen.

Die Sache mit den Quellen – Der Umgang mit Zeitzeugen-Interviews in Isabel Kreitz’ “Die Sache mit Sorge”
Comic Kladde, Philipp Spreckels
Ein schönes Beispiel für die lesenswerten Texte, die Philipp Spreckels seit einigen Wochen in seinem Blog veröffentlicht. Anstelle von klassischen Rezensionen gibt es hier intensive Auseinandersetzungen mit einzelnen Comics, bei der ein besonderes Augenmerk auf bestimmte Aspekte gelegt wird. Im aktuellen Beitrag geht es darum, wie Isabel Kreitz in Die Sache mit Sorge ihre Geschichte von diversen Zeitzeugen erzählen lässt: Sind deren Zitate authentisch, und falls nicht, könnte das ein Problem sein?

Hunting Down Comics
Comic Review, Daniel Raetsch und Helge Vogt
Während Daniel Raetsch in seinem Podcast Comic Review, der es inzwischen schon auf 87 Ausgaben gebracht hat, jeweils einen Comic bespricht und dabei allein ist, tut er sich für seine neue Podcast-Reihe Hunting Down Comics mit Zeichner Helge Vogt (Alisik) zusammen. Gemeinsam plaudern beide über Comics und verwandte Themen.

Super Pixel Quest
superpixelquest.com, Emmanuel Espinasse
Ein etwas anderer Webcomic vom Franzosen Emmanuel Espinasse: Als interaktiver Comic zum Durchklicken, ohne Worte, in schwarz-weißer, animierter Pixelgrafik und nach dem Vorbild alter Adventure-Games gestaltet.

Digital Comics Sales Grow to $90 Million In 2013
ICv2
Der Umsatz mit digitalen Comics ist in den USA im letzten Jahr um weitere 29% gewachsen. Damit schwächt sich das prozentuale Wachstum gegenüber den Vorjahren zwar deutlich ab, aber die Umsatzsteigerung in Dollar ist mit einem Plus von 20 Millionen die zweitstärkste seit Beginn des Geschäfts mit digitalen Comics.

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