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Welt am Draht

Links, News, Kommentare und Einsichten aus der Comicgate-Redaktion. Diese Rubrik lief von März 2003 bis Oktober 2010 als separates Blog, dessen Archiv hier zu finden ist.

Eine entsprechende Tag-Wolke zu den Einträgen der Welt am Draht haben wir rechts eingebunden.

von Thomas Kögel Dienstag, 18. November 2014

Unsere Links der Woche, Ausgabe 34/2014

 

Mit Dig, Dag und Digedag um die Welt
n-tv, Markus Lippold
Am 8. November starb im Alter von 89 Jahren Hannes Hegen, Erfinder der Zeitschrift Mosaik und deren Helden Dig, Dag und Digedag. Mit dem Mosaik, dem ersten und einzigen regelmäßig erscheinenden Comicheft der DDR, prägte Hegen ganze Generationen von Lesern. Zwar erschien das Blatt im Verlag Junge Welt, der zur staatlichen Jugendorganisation FDJ gehörte, doch Hegen und seinen Mitarbeitern gelang es, staatliche Einflüsse relativ gering zu halten und so zu vermeiden, dass das Mosaik zum reinen Propagandainstrument der sozialistischen Regierung wurde. Längere Nachrufe gibt es u.a. auch beim Tagesspiegel, der Welt und der Berliner Zeitung.

Sprechblasen, geplatzt
Der Freitag, Georg Seeßlen
Nach dem Bekanntwerden von Hannes Hegens Tod schafften es die Digedags letzten Freitag auf die Titelseite der Frankfurter Allgemeinen. Im Inneren der FAZ ist es dafür erst einmal vorbei mit Comics. Nach 14 Jahren wurde der tägliche Comicstrip im Feuilleton aus Kostengründen eingestellt (siehe Links der Woche 32/14). In der Wochenzeitung Der Freitag beklagt Georg Seeßlen diese Entscheidung, blickt aus diesem Anlass zurück auf die Geschichte des Zeitungscomics und schreibt: “Ohne Comics wäre das, was in der Zeitung steht, und noch mehr das, was nicht darin steht, nicht auszuhalten.”

Comic Collab zum Ende der Comics in der FAZ
Dreimalalles, Christian Maiwald
Einen ähnlichen Tenor haben auch viele der etwa 20 Comicbeiträge zur Einstellung der FAZ-Comics, die in der letzten Woche im Netz auftauchten. Die deutsche Webcomicszene, die regelmäßig in sogenannten “Comic Collabs” ein gemeinsames Thema bearbeitet, beschäftigt sich auf vielfältige Weise mit diesem Ende einer Ära. Alle Beiträge werden auch ausgedruckt und als Leserbriefe an die Redaktion in Frankfurt geschickt. Eine Übersicht über alle Teilnehmer gibt’s in der hier verlinkten Meldung. Kurz gesagt:

 

Closure - Kieler e-Journal für Comicforschung
Uni Kiel, div. Autoren
Unter dem Titel Closure bringt eine Gruppe von Geisteswissenschaftlern der Uni Kiel eine Sammlung von Aufsätzen zur Comicforschung in digitaler Form heraus. Die erste Ausgabe des kostenlosen “e-Journals”, das jährlich erscheinen soll, enthält sechs Aufsätze sowie Rezensionen von Sekundärliteratur und einer großen Bandbreite von Comics. Zitat aus dem Editorial: “Closure richtet sich an Neueinsteiger_innen in die wissenschaftliche Welt ebenso wie an etablierte Expert_innen für Bild und Text, Panel und grid – und ist dabei konsequent dem Prinzip des Open Access verpflichtet.”

Schwerpunkt “Comic”
Daumenkino, div. Autoren
Die Website Daumenkino, ein Projekt der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, das sich hauptsächlich mit Filmkritik beschäftigt, präsentiert einen “Schwerpunkt Comic”, in dem es um Adaptionen von Comics und Graphic Novels zu Kinofilmen geht. Unter anderem werden Sin City, American Splendor, Iron Man und Blei im Schädel in ausführlichen Aufsätzen behandelt.

Elender Krieg
elender-krieg.de, AMOC
Zum 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs hat die französische Organisation AMOC eine dreisprachige Website gebaut, in der diverse Texte, überwiegend vom Historiker Jean-Pierre Verney, mit Bildern aus Jacques Tardis umfangreichem Werk zum Ersten Weltkrieg kombiniert werden. Recht schick multimedial umgesetzt, aber nicht leicht durchschaubar in Navigation und Bedienung.

Den Wald vor Bäumen nicht sehen? Hilfe für den Einstieg in die Comic-Welt
Karikatur & Zeichenkunst, Christian Maiwald
Wie und wo steigt man ein, wenn man beginnt, sich für Comics zu interessieren? Christian Maiwald hat gute Tipps für Comic-Anfänger gesammelt. Wer jetzt gerade diese Zeilen liest, braucht die eher nicht mehr, aber vielleicht ist das ein Link, den man mit dem Teil des Bekanntenkreises teilen kann, der um Comics immer interessiert herumschleicht, aber sich nie recht heran traut.

Vorstellung "75 JAHRE MARVEL" - im TASCHEN Verlag (mit Interview Reinhard Schweizer)
Comicguide Forum, Alexander Meyer und Gerald Berse
Man kann heute auf vielen Wegen im Internet publizieren. Man kann zum Beispiel ein Interview wie einen gedruckten Text gestalten und als eine Reihe von Fotos in ein Forum stellen. Das ist zwar eher so 1998, aber hier soll der Inhalt zählen, und der ist interessant: Reinhard Schweizer war als Übersetzer ein Mitarbeiter der ersten Stunde bei “Marvel Deutschland”, dem Label, unter dem Panini im Jahr 1995 begann, Marvel-Comics in Deutschland zu verlegen. Anlass des Interviews ist der frisch erschienene Prachtband 75 Years of Marvel aus dem Taschen Verlag, dessen Begleittext von Schweizer übersetzt wurde.

Moving Forward: Why the Future of Comics Isn’t Found in the Past
Multiversity Comics, David Harper
Die amerikanische Comicbranche steht im Moment ziemlich gut da, im Oktober war der Umsatz im “Direct Market” (den Comicfachläden) auf einem Rekordhoch. Der Artikel von David Harper analysiert den aktuellen Stand der Branche, zeigt langfristige Trends auf und zieht interessante Schlüsse.

Five Trends To Watch in Digital Comics for 2015
Publishers Weekly, Rob Salkowitz
Das Branchenblatt Publishers Weekly blickt auf die Trends im Markt der digitalen Comics. Der Platzhirsch ist und bleibt der Anbieter Comixology, der inzwischen zu Amazon gehört, aber drum herum tut sich so einiges.

Comic Bricks!
Flickr, diverse Urheber
Auf der Messe “Designer Con” in Pasadena war eine Ausstellung namens “Comic Bricks” zu sehen, für die berühmte Comic-Cover mit Legosteinen nachgebaut wurden. Einige sehenswerte Highlights dieser Ausstellung sind in der gleichnamigen Flickr-Gruppe zu finden.

Tags: Comicforschung | Comicmarkt | Digitale Comics | Linktipps | Nachrufe | Zeitungscomics

 
 

von Thomas Kögel Montag, 10. November 2014

Unsere Links der Woche, Ausgabe 33/2014:

 

Comiczeichner Flix im Interview: „Die deutsche Comic-Szene sollte mehr Haltung zeigen!“
Wired, Elisabeth Rank
Der kürzlich ganz neu gestartete deutsche Ableger des US-Magazins Wired interviewt Flix, der in der Comicausstellung “Kinderland – Kindheit und Jugend in der DDR“ mit seinen Da war mal was…-Comics vertreten ist. Das Zitat aus der Artikelüberschrift fällt im Interviewtext nicht, aber Flix stellt fest: “Wir stecken hier noch sehr im Autobiographischen fest. [...] Der Underground der Franzosen und Amerikaner traut sich da politisch viel mehr.”

Wuffwuffs Veteranen und ihre Abenteuer
Krautreporter, Hans Hütt und Josefina Capelle
Das ebenfalls noch sehr frische Projekt Krautreporter, das versucht, mit Mitgliedsbeiträgen von Lesern qualitativ hochwertigen Journalismus im Netz anzubieten und auch neue Formate auszuprobieren, startet eine Serie namens “Kynästhesie. Eine Graphic Novel”. Gemeinsam mit der argentinischen Zeichnerin Josefina Capelle erzählt Journalist Hans Hütt von fünf traumatisierten Hunden, die alle als Spürhunde gearbeitet haben und sich nun in der Obhut eines menschlichen Therapeuten befinden. Die Reihe ist das bislang seltsamste Format der Krautreporter – im Einleitungstext schreibt Hütt, die Graphic Novel sei für ihn “eine Form, die das Enigmatische des Erzählens bewahrt”. Die ersten Leserkommentare äußern sich überwiegend irritiert. Und auch für Comicleser dürfte das in mehrfacher Hinsicht gewöhnungsbedürftig sein.

eComics
YouTube, BlinkenTV
Ein optisch sehr schön gestalteter Beitrag aus der ZDF.info-Sendereihe Elektrischer Reporter über digitale Comics, der wie so oft bei diesem Thema daran krankt, dass unterschiedliche Dinge (digitale Versionen von gedruckten Comics, Motion Comics, Webcomics …) in einen Topf geschmissen werden. Zu Wort kommen Michael Scheuerl (netwars), Michael Groenewald von Reprodukt und Lars von Törne vom Tagesspiegel.

 

Großväterland. Graphic Novel about WW2 in Germany
IndieGoGo, Markus Freise, Alex Kahl und Christian Hardinghaus
Ein deutsches Team sucht per Crowdfunding internationale Unterstützung für ein zweisprachiges Comicprojekt. Darin sollen Geschichten aus dem Zweiten Weltkrieg erzählt werden, die auf Augenzeugenberichten basieren. Inititiator Markus Freise hat bereits Crowdfunding-Erfahrung mit seinem Projekt ONE gemacht. Reichlich Infos zur neuen Unternehmung gibt es unter grossvaeterland.de.

Lichtenstein's Theft and the Artists Left Behind
BoingBoing, Russ Heath
Ein kurzer Comic von Russ Heath, heute 84-jähriger Comiczeichner, der vor allem für seine Kriegscomics der 1950er Jahre bei DC bekannt ist. Aus einem seiner Panels machte Pop-Art-Künstler Roy Lichtenstein 1962 das Gemälde “Blam”, das er für vier Millionen Dollar verkaufte. Heath sah davon nichts und lebt heute von Sozialhilfe. Man muss vielleicht nicht so weit gehen wie der begleitende Text auf BoingBoing, der Heath als “Opfer” von Lichtenstein bezeichnet, aber, um es mit den Worten von Heath zu sagen: “Lichtenstein schuldet mir wenigstens einen Drink”. Der Kurzcomic entstand für die Hero Initiative, die Geld für bedürftige Comickünstler sammelt.

The Sponsor
The Nib, James Sturm
Ein Kurzcomic vom renommierten Comicautor, -zeichner und -lehrer James Sturm, in dem ein junger Comiczeichner einem Mentor sein Leid klagt, dass er keinen Erfolg habe, während eine jüngere Kollegin erfolgreich Geld bei Kickstarter sammelt und einen Deal mit einem Verlag hat. Der Beitrag sorgte schnell für erregte Diskussionen, da er sich so lesen lässt, dass hier zwei weiße Männer über den Erfolg von jungen Frauen in ihrer Branche klagen. Und damit herzlich willkommen in der Genderdebatte. Lesenswerte Kommentare zu dem Stück gibt es z.B. bei Heidi MacDonald (“I think Sturm’s satire—and it is a satire, not an autobiographical comic—was based on the image of two white guys fretting over the success of a younger female cartoonist. That was kinda the POINT.”), Sarah Horrocks (“The central crisis at the core of this story is white males inability to cope with a woman who is more successful than them in their field. That is literally what is in the text. You can’t BRING a gendered reading to the text, because the text IS gendered.”) oder auch bei Brandon Graham, der direkt in Form eines Comics geantwortet hat.

Letter to a Young Cartoonist
The Comics Journal, Matthew Thurber
Indie-Comiczeichner Matthew Thurber (1-800-MICE), 36 Jahre alt, schreibt einen langen, provokanten offenen Brief an junge Comiczeichner, die mit dem Internet aufgewachsen sind. Er rät davon ab, all seine Arbeit online zu stellen und über soziale Netzwerke zu verbreiten, ohne dafür bezahlt zu werden, denn die einzigen, die damit dann Geld verdienten, seien die “Big Tech”-Konzerne. Stattdessen rät er zum Self-Publishing und dazu, sich als künstlerische Avantgarde zu verstehen, die gute Chancen hat, auf dem Kunstmarkt ordentliches Geld zu verdienen. Interessanten Gegenwind dazu gibt es in den Kommentaren zum Artikel, dieser hier von einem 19-jährigen Zeichner aus Malaysia sei besonders empfohlen.

Tags: Crowdfunding | Digitale Comics | Interviews | Linktipps | Webcomics

 
 

von Thomas Kögel Sonntag, 02. November 2014

Unsere Links der Woche, Ausgabe 32/2014:

 

Comic-Strips in der FAZ am Ende
Der Tagesspiegel, Martin Jurgeit
Seit dem Jahr 2000 sind im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen regelmäßig Comic-Strips erschienen, die direkt von der Zeitung beauftragt und bezahlt wurden. Neben der langlebigen Serie Strizz von Volker Reiche wurden dort unter anderem Comics von Flix, Reinhard Kleist, Ulf K., Ralf König und Nicolas Mahler abgedruckt. Doch in der FAZ herrscht, wie in vielen Zeitungsverlagen, ein massiver Spardruck, so dass die Tradition des FAZ-Comics in der nächsten Woche zu Ende geht. “Damit geht jetzt eine Institution unter,” schreibt Martin Jurgeit, “deren Bedeutung für die deutschsprachige Comic-Szene kaum zu überschätzen ist.” Auch andere Zeitungen, die in den letzten Jahren Strips von deutschen Zeichnern veröffentlichten, haben diese Plätze gestrichen, so dass hiermit eine wichtige Publikationsplattform mehr und mehr verschwindet.

Comics als Tafelbild 2.0: Ein neuer Trend im Konferenzraum
LVZ online (u.v.a.) Nadia Al-Massalmeh
Ein Artikel der dpa über “Graphic Recording”, der in zahlreichen Zeitungen und Websites veröffentlicht wurde: Zeichnerinnen wie Anja Weiss halten bei Konferenzen, Tagungen und Workshops die Ergebnisse in einem comic-ähnlichen, grafischen Protokoll fest.

JAZAM! Vol. 10 - Jetzt mitmachen!
Jazam! Tumblr, Adrian vom Baur
Jazam!, das von zahlreichen jungen Comiczeichnern in Eigenregie gestemmte Anthologieprojekt, geht in die zehnte Runde. Das Thema für die kommende Ausgabe, die im Sommer 2015 erscheinent, lautet “X”. Erstmals soll das Buch komplett in Farbe gedruckt werden. Wer mitmachen möchte, findet alle Infos auf der verlinkten Seite.

Terms of Service
Al Jazeera America, Michael Keller und Josh Neufeld
Der Nachrichtensender Al Jazeera America präsentiert auf seiner Website ein Sachcomic-Projekt über die Welt der “Big Data”, in der wir uns als User von Diensten wie Google, Facebook und Co. befinden. Den 46-seitigen Comic gibt es zum Durchklicken im Browser, aber auch als kostenlosen Download in verschiedenen Formaten.

Tezuka Fans Talk Back About Digital Manga Kickstarter Campaign
Manga Comics Manga, Deb Aoki
Die Möglichkeit des Crowdfunding für Comicprojekte wird mittlerweile auch von etablierten Verlagen genutzt. Der US-Verlag Digital Manga Publishing hat über Kickstarter bereits mehrere Übersetzungen von Manga aus der Feder von Osamu Tezuka vorfinanziert bekommen. Derzeit läuft eine weitere Kampagne, mit deren Hilfe DMP sechs weitere Tezuka-Serien mit insgesamt 31 Bänden finanzieren will. Dazu sollen 380.000 US-Dollar eingesammelt werden – und diesmal scheint das Vorhaben zu scheitern. Im Web gibt es fundierte und ausführliche Kritik an dem Projekt, der Verlag sah sich gezwungen, nachzubessern und die Hintergründe genauer zu erläutern. Der hier verlinkte Beitrag fasst den aktuellen Stand zusammen und enthält etliche weiterführende Links.

Tags: Crowdfunding | Linktipps | Reportagecomics | Zeitungscomics

 
 

von Thomas Kögel Sonntag, 26. Oktober 2014

Unsere Links der Woche, Ausgabe 31/2014:

 

Eurocomics – Netzwerk europäischer Comic-Festivals gegründet
Comic-Salon Erlangen
Der Comic-Salon Erlangen verkündet die Gründung eines eurpäischen Verbunds von Comicfestivals, dem er natürlich auch selbst angehört. Neben dem Salon besteht „Eurocomics“ – European Comic Festivals Association (ECFA) aus den Festivals von Lodz (Polen), Amadora (Portugal), Turnhout (Belgien) und Neapel (Italien), weitere können beitreten, wenn sie bestimmte Bedingungen erfüllen. Neben Erfahrungsaustausch und Kooperationen soll es auch konkrete gemeinsame Projekte geben, so zum Beispiel eine Ausstellung, die bereits jetzt beim gerade eröffneten Comicfestival von Amadora zu sehen ist: Darin stellt jedes der beteiligten Festivals seine aktuellen Preisträger für das Beste Comicalbum vor.

Lorbeer für Comiczeichner
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Andreas Platthaus
Die neu gegründete britische Organisation “Comics Literacy Awareness” (CLAW) hat ihren ersten “Comics Laureate” berufen: Watchmen-Zeichner Dave Gibbons soll in Schulen und auf Bildungsveranstaltungen auftreten und zur Leseförderung durch Comics beitragen. Andreas Platthaus erklärt, worauf das Amt des Laureaten, das eine lange Geschichte hat, zurückgeht.

LastMan – Episode 1 (Season 1)
Reprodukt Blog, Bastien Vivès, Balak, Michaël Sanlaville
Demnächst erscheint bei Reprodukt der erste Band der französischen Serie LastMan, ein Martial-Arts-Comic von Bastien Vivès, Balak und Michaël Sanlaville, der sich als Hommage an Actionmanga und Computerspiele versteht. Auf dem Blog des Verlags wird man die Story auch online lesen können: Die ersten 17 Seiten wurden letzte Woche veröffentlicht, weitere werden in Kürze folgen. Mit dieser Form der Vorab-Veröffentlichung im Netz experimentieren nach und nach etliche Verlage, in Deutschland ist das bislang vor allem Tokyopop mit seinen Online-Manga.

Tim Burtons Batman - Comicspektakel mit Pioniergeist
Moviepilot, Rajko Burchardt
Noch einige Jahre, bevor Hollywood vom Boom der Superheldenfilme erfasst wurde, schuf Tim Burton mit seinem Batman-Film einen “Sommerhit, der seinen Widerspruch aus künstlerischer und kommerzieller Ambition noch heute in sich trägt”. Rajko Burchardt erinnert in seinem lesenswerten Text zum 25-jährigen Jubiläum des Films an dessen von vielen Schwierigkeiten begleitete Produktion und Rezeption.

Action Comics #1 - Verify CGC Certification
CGC Comics
Vor zwei Monaten wurde über eBay eine sehr gut erhaltene Ausgabe von Action Comics #1 aus dem Jahr 1938, dem ersten Auftritt von Superman, für mehr als 3 Millionen US-Dollar verkauft. Die Certify Guaranteed Company, die Zustandsbewertungen von solch teuren Sammlerstücken erstellt, hat dieses Exemplar nun digitalisiert und stellt es online zur Verfügung.

Marvel artists walk through the creation of kickass fight sequences in comics
A.V. Club, Oliver Sava
Ein schöner, ausführlicher Making-Of-Beitrag zeigt an drei Beispielen, wie eine Kampfszene in einem Marvel-Comic entsteht. Für jeweils eine Seite aus den aktuellen Marvel-Serien All-New Ghost Rider, Moon Knight und Secret Avengers werden die einzelnen Abeitsschritte vom Skript bis zur fertigen Seite gezeigt, dazu gibt es Statements der Zeichner und Koloristen.

Manga-filled apartments -- foreigners only need apply
Nikkei Asian Review
In Tokio wird man demnächst in “Manga-Appartments” übernachten können. Die japanische Firma Slow Curve hat mehrere Wohnungen gekauft, die sie nicht nur mit Möbeln, sondern auch mit umfangreichen Mangabibliotheken ausstatten will. Ausländische Besucher (nur an diese dürfen diese Appartments vermietet werden) können sich dann ausgiebig in japanische Comics vertiefen.

 

Tags: Comicfestivals | Comicverfilmungen | Linktipps | Manga | Webcomics

 
 

von Thomas Kögel Sonntag, 19. Oktober 2014

Unsere Links der Woche, Ausgabe 30/2014:

 

In Frankfurt wird nicht mehr für Comics getrommelt
Titel Kulturmagazin, Andreas Alt
Frankfurter Beobachtungen
dreimalalles.info, Christian Maiwald
Die Frankfurter Buchmesse, die vor einer Woche zu Ende ging, fand in diesem Jahr erstmals seit 2000 ohne ein eigenes Comic-Zentrum statt, beziehungsweise nur noch mit ein paar Resten davon. Die beiden hier verlinkten Artikel beschreiben Messebesuche aus zwei unterschiedlichen Perspektiven: Andreas Alt geht seit Jahren als Besucher auf die Messe und beklagt die “gespenstische Stille” in jenem Bereich, der einmal das Comic-Zentrum war. Christian Maiwald, lange bei Reprodukt beschäftigt und nun als Freiberufler in Sachen Comics auf der Messe unterwegs, schreibt dagegen: “Wenn man sich aber von der Besucherperspektive verabschiedet, ist das Auseinanderfallen des Zentrums wenig überraschend”, und erklärt, was Verlage motiviert, an einem Comic-Zentrum auf der Buchmesse teilzunehmen oder eben nicht.

Finnische Fantasie verzaubert Frankfurt
n-tv, Markus Lippold
In Finnland, dem diesjährigen Gastland der Buchmesse, gibt es eine sehr vielfältige und spannende Comicszene, deren Werke auf der Messe auch durchaus prominent präsentiert wurden. Markus Lippold stellt einige der finnischen Comics vor, die in den letzten Wochen und Monaten auf Deutsch erschienen sind. Zum gleichen Thema gibt es auch einen kurzen Fernsehbeitrag, der bei 3sat zu sehen war und vom “Mediacontainer” auf YouTube archiviert wurde. Aushängeschild sind natürlich die Mumins von Tove Jansson.

Kawergosk - 5 Sterne
Arte Info, Reinhard Kleist
Auf der Website Arte Info, die zum Onlineangebot des deutsch-französischen TV-Senders gehört, gibt es einen großen Themenbereich “Refugees”, der sich multimedial mit Flüchtlingen befasst. Hier erschien die 20-seitige Comicreportage von Reinhard Kleist, der im Dezember 2013 im Nordirak war und dort das Flüchtlingslager Kawergosk besuchte. Auf süddeutsche.de erschien dazu ein Interview, das Daniel Wüllner mit Kleist führte.

#ComicGate und die Sexismusdebatte in der Comicwelt
Der Buddelfisch, Dirk M. Jürgens
Dirk M. Jürgens beschäftigt sich in einem (durchaus streitbaren) Kommentar mit der Frage, wie sexistisch die Comicwelt ist – ein Thema, das neulich für kurze Zeit auch unter dem Schlagwort #ComicGate diskutiert wurde, womit mit Sicherheit nicht diese Website hier gemeint ist.

Comic Books Are Still Made By Men, For Men And About Men
FiveThirtyEight, Walt Hickey
Die US-Website FiveThirtyEight, die sich hauptsächlich mit Politik beschäftigt, untersucht das Geschlechterverhältnis in der Comicbranche und stellt fest, dass diese immer noch extrem männerdominiert ist, wobei sich die Verhältnisse langsam aber sicher ändern. Dabei geht es weniger um das Geschlecht von LeserInnen oder AutorInnen, sondern vor allem um das der Figuren, die in den Comics auftreten. Der Artikel, der auch ein paar interessante Infografiken enthält, bezieht sich allerdings ausschließlich auf den amerikanischen Superheldenmainstream und dessen zwei Schwergewichte, die Verlage Marvel und DC. Betrachtet man das Comicfeld weiter und bezieht zum Beispiel Independentverlage, Autorencomics und Webcomics mit ein, sieht es mit dem Frauenanteil schon wieder ganz anders aus.

Mighty Boy
Javier Yañez
Der spanische Filmemacher Javier Yañez hat eine frühe Kurzgeschichte von Star-Mangaka Naoki Urasawa (Pluto, Billy Bat) als 15-minütigen Kurzfilm adaptiert. Es geht um einen jungen Mann, der als Stuntman für eine TV-Serie im Stil der Power Rangers arbeitet und darüber sein Studium vernachlässigt. Seiner Freundin gefällt das allerdings gar nicht. Der komplette Kurzfilm ist bis zum 4. November auf der Website des spanischen Filmfestivals FIBABC zu sehen. Den Trailer gibt’s gleich hier:

 

Tags: Comicverfilmungen | Frankfurter Buchmesse | Linktipps | Reportagecomics | Sexismus

 
 

von Thomas Kögel Montag, 06. Oktober 2014

Unsere Links der Woche, Ausgabe 29/2014:

 

Fin de la zizanie entre Albert et Sylvie Uderzo
Libération, Quentin Girard
Asterix-Miterfinder Albert Uderzo hatte sich wegen des Umgangs mit den millionenschweren Rechten an dem Comic  und seinen Figuren mit seiner Tochter Sylvie überworfen. Über mehrere Jahre hinweg führte man juristische Auseinandersetzungen. Eine davon ging Ende September mit einer Gerichtsentscheidung zu Ende. Und das soll auch die letzte sein: In einer gemeinsamen Erklärung verkündeten Vater und Tochter, dass aller Streit beigelegt sei und alle noch offenen Anzeigen oder Verfahren eingestellt würden. Die grünen Sprechblasen können nun also wieder eingepackt werden. Im oben verlinkten Artikel der französischen Tageszeitung Libération wird die Geschichte des Konflikts anhand ausgewählter Panels aus Asterix-Alben illustriert.

Marvel Settles With Family of Comics Artist Jack Kirby
The New York Times, Brooks Barnes
Auch in den USA endete ein über lange Jahre geführter Rechtsstreit. Die Erben von Jack Kirby, der als Zeichner und kreativer Kopf bei Marvel Comics eine Unzahl jener Superhelden miterfunden hat, die heute für Megaumsätze an den Kinokassen sorgen, stritten gegen Marvel um Copyrights und damit verbundene finanzielle Kompensationen. Zuletzt deutete sich an, dass möglicherweise der Supreme Court, also das höchste Gericht der USA, eine Grundsatzentscheidung in dieser Sache fällen könnte. Ein solches Urteil hätte womöglich weitreichende Folgen für das Urheberrecht haben können, und man vermutet, dass Marvel und sein Mutterkonzern Disney die Unwägbarkeiten des Falls durchaus nervös gemacht haben. Nun haben sich Marvel und die Kirby-Familie geeinigt und legen alle Rechtsstreitigkeiten bei. Über die Details der Vereinbarung ist nichts bekannt, aber man darf annehmen, dass hier durchaus eine stattliche Geldsumme an die Kirby-Erben fließt.

Der deutsche Comickomplex - Extended
Comic-Report, Kristina Auer
In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Alfonz findet sich ein Artikel, der sich unter dem Titel “Der deutsche Comickomplex” mit dem “Comic-Manga-Konflikt” befasst, jenem vermeintlichen oder tatsächlichen Graben, der die deutsche Comicszene in ein Comic- und ein Manga-Lager teilt. Aufhänger dafür sind die missglückten Worte über den Manga TƎN von Martina Peters, mit denen Hella von Sinnen als Moderatorin der Max-und-Moritz-Preisverleihung in Erlangen viel Unmut besonders im Kreis der Mangafans ausgelöst hat. Vom Artikel selbst ist leider nur die erste Seite online, dafür gibt es auf der Comic-Report-Website drei begleitende Interviews, die die Autorin geführt hat: eins mit Hella von Sinnen selbst, die sich komplett missverstanden fühlt, eins mit Melanie Schober, die als Vertreterin der deutschsprachigen Mangaszene erklärt, woher die speziellen Empfindlichkeiten in dieser Community kommen. Und ein drittes mit Andreas Wiedemann, der als Verlagsvertreter für Egmont reis, zuvor auch für Carlsen und Tokyopop tätig war und die Branche seit Jahrzehnten gut kennt. Gerade dieses Interview bietet einige sehr interessante Infos aus dem Nähkästchen eines Brancheninsiders und liefert spannende Einblicke in die Geschichte des deutschen Comicmarktes.

Auf den Grenzen zu Hause
Der Tagesspiegel, Erik Wenk
Ein Bericht über die Jahrestagung der Gesellschaft für Comicforschung (ComFor), die sich mit dem Thema “Grenzen” beschäftigte.

All She Can Eat: Keine Pizza mit Julia Wertz
Missy Magazine, Chris Köver
Chris Köver, Mitherausgeberin des feministischen Popkultur-Magazins Missy,war für ein paar Wochen in New York, wo ihre Artikelreihe “All She Can Eat” entstand. Dafür traf sie interessante Künstlerinnen zu einem gemeinsamen Essen. Eine davon sollte die Comiczeichnerin Julia Wertz sein, bekannt für ihren autobiografischen Webcomic The Fart Party. Das gemeinsame Essen kam nicht zustande, weil Wertz nur einem E-Mail-Interview, nicht aber einem “realen” Treffen zustimmte. Die Absage schmeckte der Autorin nicht, was dann im hier verlinkten Artikel resultierte. Dieser bekam recht viel Online-Gegenwind, in dem Chris Köver vorgeworfen wurde, ein “Nein” nicht akzeptieren zu können und stattdessen einen beleidigten Retourkutschen-Artikel zu veröffentlichen. Siehe dazu auch die Reaktion im Blog von Julia Wertz und den Nachtrag von Chris Köver.

Spektrallichter: Mondlicht
TeMeL
Anfang Juni hatte TeMeL ihren Webcomic Ich putz hier nur nach knapp drei Jahren Laufzeit beendet. Jetzt startet sie eine neue Comicreihe, die ganz anders sein soll als die bisherige, die wie ein klassischer Gagstrip aufgebaut war: “Anderes Seitenformat, anderes Webseitendesign, anderes Layout, anderer Stil, andere Thematiken” lautet die Ansage. Spektrallichter ist eine lose Reihe von in sich abgeschlossenen Kurzgeschichten, der erste Fünfseiter “Mondlicht” liegt bereits komplett vor.

Onkel Todd
Tanikacomix
Noch ein neuer Webcomic aus Deutschland: In Onkel Todd von der Kölner Zeichnerin Tanikacomix spielt mal wieder der bei Comiczeichnern ziemlich beliebte Sensenmann eine gewichtige Rolle. Hier schlüpft er in die Rolle des Adoptivvaters für zwei Menschenkinder, deren Eltern er im Prolog des Comics aus dem Leben abgeholt hat.

Ball Boy
ballboycomic.tumblr.com, Nana Yaa et al.
Ein schön schräger Sport-Comedy-Manga, der als Kollaboration von sechs Künstlerinnen entstand und auf der Düsseldorfer DoKomi-Convention im Juni 2014 als Handy-Doujinshi angeboten wurde, den man sich mit Hilfe von QR-Codes zusammensammeln konnte. Jetzt gibt's die komplette Geschichte auch im Web.

Durch die Nacht mit Joann Sfar und Javier Mariscal
Arte +7, Ilka Franzmann
Noch bis zum 12.10. in der Arte-Mediathek komplett ansehbar: Die letzte Sendung der Reihe Durch die Nacht mit …, in der sich jeweils zwei Künstler treffen, um einen Abend lang durch eine Stadt zu ziehen. Schauplatz der aktuellen Ausgabe ist Barcelona, wo der spanische Designer und Animationsfilmer Javier Mariscal (Chico & Rita) auf den Längst-nicht-mehr-nur-Comiczeichner Joan Sfar trifft.

The grammar of comics in the brain
YouTube, Neil Cohn
Der US-Wissenschaftler Neil Cohn beschäftigt sich mit Theorie und Grammatik der Bildsprache, insbesondere in Comics. Sein Aufsatz “The grammar of visual narrative: Neural evidence for constituent structure in sequential image comprehension” in der Zeitschrift Neuropsychologia beschäftigt sich damit, wie wir Bildfolgen lesen und verarbeiten. Kernthese: Man liest nicht einfach nur von Bild zu Bild, sondern bildet zusammengehörende Gruppen von Bildern, wodurch eine Bild-Grammatik entsteht. Der Aufsatz wird hier in einem kurzen Video veranschaulicht:

 

Comic Book Heaven
Vimeo, E.J. McLeavey-Fisher
Eine zwölfminütige Kurzdoku über den alteingesessenen New Yorker Comicladen “Comic Book Heaven” und seinen Besitzer Joe Leisner, der den Laden nach 26 Jahren schließt.

Tags: Comicforschung | Comics-im-TV | Linktipps | Manga | Rechtliches | Webcomics

 
 

von Thomas Kögel Dienstag, 23. September 2014

Unsere Links der Woche, Ausgabe 28/2014:

 

Nach einer urlaubsbedingten Pause melde ich mich wieder zurück und schaufle erst einmal zusammen, was sich in den letzten vier Wochen so angesammelt hat:

The World Is Made Of Cheese - The Applied Cartoon Manifesto 
Issuu, Center for Cartoon Studies 
Auf der Small Press Expo in Bethesda, Maryland verteilte das Center for Cartoon Studies dieses Manifest in Comicform, das Comiczeichner auffordert, sich dem “angewandten Comiczeichnen” zu widmen. James Sturm und Marek Bennet, von denen das Manifest stammt, verstehen darunter alle Formen von Comics oder gezeichneten Darstellungen außerhalb des klassischen Geschichtenerzählens für Comicleser, zum Beispiel grafische Arbeiten für Forschung, Wissenschaft, Industrie, Erziehung oder andere Bereiche.

Die Preisträgerin 2015
Berthold Leibinger Stiftung
Der mit 15.000 Euro am höchsten dotierte Comic-Förderpreis in Deutschland zeichnet seine erste Preisträgerin aus: Unter 113 Einsendungen wählte die Jury das Konzept zum noch nicht veröffentlichten Comic Madgermanes von Birgit Weyhe (Reigen) aus. Auf der Website der Berthold Leibinger Stiftung, die den Preis vergibt, wird nicht nur das Projekt der Siegerin kurz vorgestellt, sondern auch die von neun weiteren Finalisten, die in der engeren Auswahl waren.

Experimentelles für die Hosentasche 
Der Tagesspiegel, Ute Friderich 
Das Feld der selbstverlegten Minicomics ist nach wie vor lebendig. Verkauft werden die kleinen Hefte meist auf Messen und ähnlichen Veranstaltungen, aber “Tiny Masters” aus Leipzig hatte die schöne Idee, ein Mini-Comic-Abo per Versand anzubieten. Der Tagespiegel stellt’s vor.

Comicfestival Hamburg: Programm
Issuu, Comicfestival Hamburg
Das vom 2. bis 5. Oktober laufende Comicfestival Hamburg präsentiert sein Programm in einem schön aufgemachten Heft, das auch kurze Comic-Kostproben von Künstlern (u.a. Luke Pearson) enthält, die beim Festival vertreten sein werden.

Stilübungen: 99 Arten eine Geschichte zu erzählen
dreimalalles.info, Matt Madden/Christian Maiwald
Die noch recht junge, von uns bereits wärmstens empfohlene Website Dreimalalles hat nun auch einen Webcomic, von dem zweimal die Woche eine neue Episode erscheint. Es handelt sich um die deutsche Übersetzung der 99 Comics, die Matt Madden für sein Buch 99 Ways to Tell a Story gemacht hat. Dabei wird versucht, die immer gleiche Szene auf 99 verschiedene Weisen im Comic zu erzählen.

Mini Magazin
Comic-Werkstatt, Daniel Schreiber
Daniel Schreiber, von dem im Splitter Verlag die Reihe Annas Paradies erscheint, gewährt in mehreren als PDF veröffentlichten “Mini-Magazinen” Einblick in den Entstehungsprozess des zweiten Albums, das in Kürze auf den Markt kommt.

#gerhardschlegellcc
Facebook, alle
Ein schönes Mem machte kürzlich auf Facebook die Runde (und läuft immer noch): Unter dem Hashtag #gerhardschlegellcc zeigen sich Comicmacher und -fans in gestreiften Outfits mit ihren Lieblingscomics. Seinen Ausgang nahm das Ganze wohl ungefähr hier. Mein Lieblingsbeitrag ist natürlich der von Nicolas Mahler.

À Madame Fleur Pellerin, Ministre de la Culture: Soutenez Gilles Ciment, directeur de la CIBDI
AVAAZ.org
Eine französische Petition sammelt Unterschriften für Gilles Ciment, den Direktor des Comicmuseums von Angoulême. Dieser wurde nach größeren Streitigkeiten mit der Stadtverwaltung abgesetzt. Laut dem Petitionstext schuldet man ihm noch mehrere Monatsgehälter und weigert sich, ihm Unterlagen auszuhändigen, die er braucht, um sich arbeitslos zu melden. In der Petition wenden sich nun zahlreiche namhafte Comicschaffende an Kulturministerin Fleur Pellerin und fordern die Wiedereinsetzung Ciments oder zumindest eine gerechte Behandlung für ihn.

Your 2014 Harvey Award Winners
Your 2014 Ignatz Awards Winners
The Comics Reporter
In den USA wurden vor kurzem zwei renommierte Preise verliehen: Zum einen die Harvey Awards, neben den Eisners der zweite große Branchenpreis. Hier stimmen die Comicprofis selbst ab. Die Serie Saga räumte hier in mehreren Kaegorien (Best Writer, Best Artist, Best Cover Artist, Best Continuing Series) ab. Zum anderen wurden auf der Small Press Expo die Ignatz Awards verliehen, die Preise der alternativen Independent-Szene. Der Comics Reporter listet alle Nominierungen und Preisträger übersichtlich auf.

The Last Saturday
The Guardian, Chris Ware
Auf der Website des Guardian erscheint ab sofort jede Woche eine Folge eines neuen Werks von Chris Ware (Jimmy Corrigan). Die mutmaßliche Hauptfigur des Comics, Putnam Gray, wird als “center of the known universe” vorgestellt und sieht schon als Junge greisenhaft aus.

Kingdom Lost
The Bouletcorp, Boulet
Der französische Webcomic-Tausendsassa haut zwischen seinen ständig veröffentlichten Kurzgeschichten en passant mal eben einen Vierzigseiter raus. Darin landen Prinz und Prinzessin aus einer klassischen Fantasyumgebung in unserer realen Welt.

Genndy Tartakovsky's POPEYE Animation Test
YouTube, SonyAnimation
Popeye soll bald als computeranimierter 3D-Matrose ins Kino kommen. Klingt erst mal furchtbar, sieht aber gar nicht so übel aus:

 

The DuckTales Theme Song with Real Ducks
Oh My Disney
Rausschmeißer für heute: Das Intro der Achtziger-Jahre-Trickserie Duck Tales mit richtigen Küken.

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von Thomas Kögel Sonntag, 24. August 2014

Unsere Links der Woche, Ausgabe 27/2014:

 

„Irgendeine Krise ist immer“ oder: „Man muss lieben, was man macht“ – Was ist heute wichtig für Zeichner & Autoren?
Tötlëgër, Sylvia Marquardt
Sylvia Marquardt war auf dem Comic-Salon unterwegs, um den gemeinsam mit Holger Wetscheck geschaffenen Comic Tötlëgër vorzustellen, und hat mit verschiedenen Comicverlegern gesprochen. Daraus entstand ein informativer Artikel, in dem sie die wichtigsten Erkenntnisse aus diesen Gesprächen zusammenfasst.

Comic-Journalismus: Diese Bilder sind nicht lustig
European Journalism Observatory, Wibke Weber
Die Medienwissenschaftlerin Dr. Wibke Weber stellt ein Forschungsprojekt vor, das sich mit Comic-Journalismus beschäftigt – in diesem Fall ist der Journalismus in Comicform gemeint, also journalistische Tätigkeit in der Darstellungsform des Comics, wie sie vor allem durch Joe Sacco bekannt wurde.

Podcasts und Comics – eine Allianz?
Comic-Community, Steffen Liebschner
Steffen Liebschner gehört zu den Machern des Comic-Podcasts Comic-Cookies und beschreibt in diesem Artikel, wie man sich in einem Nischenmedium mit einem anderen Nischenmedium beschäftigen kann. Zusätzlich enthält der Text einige Links zu deutschsprachigen Comic-Podcasts.

Deutschlands erstes Manga-Cafe in Düsseldorf eröffnet
Yagami Okami, Kaito Cross
In Düsseldorf, der Stadt in Deutschland, in der die meisten japanischstämmigen Menschen leben, hat vor kurzem ein Manga-Cafe nach japanischem Vorbild eröffnet. Man bezahlt dort nach der Länge seines Aufenthalts und kann in einer reichhaltigen Mangabibliothek schmökern.

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Deutsch-Französisches Forum junger Kunst
Neu auf dieser Seite, auf der diverse Publikationen des Deutsch-Französischen Forums junger Kunst zur Verfügung stehen, ist die siebte Ausgabe von Schick (PDF) die in diesem Sommer beim jährlichen Comic-Workshop des Forums in Leipzig entstanden ist. Insgesamt 64 Seiten mit Beiträgen von zehn jungen KünstlerInnen.

Zeichnermeile
zeichnermeile.de, Keichi
Es gibt eine immer reichhaltigere Auswahl von gedruckten Comics, die oft in sehr kleinen Auflagen von den Künstlern selbst hergestellt und überwiegend auf Messen und im Direktversand verkauft werden. Zentrale Online-Shops für solche Publikationen, die im regulären Buch- oder Comichandel nicht oder nur marginal vertreten sind, gibt es nur wenige, z.B. den Freibeuter-Shop oder Kwimbi. Das neue Portal Zeichnermeile könnte eine Anlaufstelle für selbstverlegte Manga, zu Deutsch Doujinshi, werden. Hier können die KünstlerInnen ihre eigenen Bücher, Artworks und ähnliche Artikel in eigenen kleinen Shops einstellen, das Prinzip folgt Vorbildern wie Dawanda oder Etsy. Momentan steckt die Zeichnermeile noch in der Startphase – wenn sich genug ZeichnerInnen beteiligen, könnte das für Anbieter und Kunden ein tolles Projekt werden.

New Spider-Woman comic cover condemned for 'blatant sexualisation'
The Guardian, Alison Flood
Netz-Aufreger der Woche: Das erste Heft der bald neu startenden Marvel-Serie Spider-Woman bekommt ein Variantcover von Milo Manara, dem 68-jährigen Italiener, der für seine erotischen Comics berühmt ist und seit ein paar Jahren gelegentlich für Marvel arbeitet. Das Cover zeigt die Titelheldin auf allen Vieren in einer Pose, die man vielleicht sexy, vielleicht aber auch sexistisch finden könnte. Es hagelte jedenfalls Kritik, nicht zuletzt auch deshalb, weil sich zuletzt der Eindruck einstellte, dass es Marvel mit einigen neuen Serien zunehmend gelingt, auch eine weibliche Leserschaft anzusprechen. Diese Bemühungen reißt man mit solchen Covern dann mit dem Hinterteil wieder ein (sorry for the pun!). Interessant dazu auch die Meinung von Comiczeichnerin Amy Reeder (The word that changes everything for me is 'personhood'”) und die Reaktion von Milo Manara selbst, der schlichtweg nichts verstanden hat (”It’s not my fault if women are like that”).

Let’s Get Naked - 23 Female Cartoonists on Drawing Their Bodies
Buzzfeed, Kristen Radtke
Die Darstellung des weiblichen Körpers in Comics ist ein leidiges Thema, was die eben beschriebene Spider-Woman-Geschichte abermals bewiesen hat. Das liegt unter anderem auch daran, dass die männlichen Zeichner lange Zeit extrem in der Überzahl waren, was sich erst langsam ändert. Der hier verlinkte “Listicle” zeigt in vielen Beispielen, wie Zeichnerinnen (nackte) Frauen zeichnen. Der Unterschied zu Zeichnern wie Manara ist offensichtlich. 

Usagi Yojimbo - "The Last Request"
YouTube, LintikaFilms
Ein siebenminütiger Kurzfilm zeigt, wie eine Verfilmung von Stan Sakais Samuraihasencomic aussehen könnte, und zwar als Puppentrickfilm in Stop-Motion-Technik. Mit diesem Kurzfilm überzeugte die Firma Lintika Films Stan Sakai davon, ihr die Filmrechte für Usagi Yojimbo zu geben. Nun arbeitet man an einem abendfüllenden Film, der auf DVD veröffentlicht werden soll.

 

 

Stanford biologist explains science of origin stories of Captain America and the Incredible Hulk
Stanford University, Bjorn Carey
Der Biologe Sebastian Alvarado versucht wissenschaftlich zu erklären, was bei der Transformation von Bruce Banner zum Hulk und von Steve Rogers zum Supersoldaten genetisch passiert. Dazu gibt es jeweils ein kurzes YouTube-Video (Hulk, Captain America).

The REAL League of Extraordinary Gentlemen
Vimeo, Florian Liedtke
Als Studienprojekt bastelte der Hamburger Designstudent Florian Liedtke einen Vorspann für eine fiktive Verfilmung von Alan Moores League of Extraordinary Gentlemen, an dessen tatsächliche Kinoadaption wir uns lieber nicht erinnern wollen. Er animiert dafür das Original-Artwork von Kevin O’Neill zu einem sehr gelungenen Clip:

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