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01.06.2012
(Vortrag/Diskussion)
von Benjamin Vogt Mittwoch, 25. August 2010
Wer hätte gedacht, dass man den bereits 1919 erfundenen Heroen Zorro nach 18 Jahren mal wieder in einem deutschsprachigen Comic zu Gesicht bekommt? Der 2007 gegründete Lehmann Verlag, der auch eine 20-teilige Sherlock Holmes-Comicreihe herausgibt und unter dem Label "Classic Heroes" firmiert (damit dürfte die Programmausrichtung in etwa klar sein), zeichnet sich für das unerwartete Revival verantwortlich. Zorro vs. Dracula, ein One-Shot (basierend auf einer im Jahre 1993 vom US-Verlag Topps veröffentlichten Miniserie), ist da erst der Anfang, denn weiteres Zorro-Material für die "Zorro Edition" (Blog) ist bereits in Vorbereitung (mehr zu den Hintergründen erfährt man in einem Interview mit dem Verleger Thorsten Lehmann).
Die Aufmachung dieses Comics des jungen Verlages ist, gemessen an den Standards anderer Verlage, recht
unspektakulär. Das muss aber nicht zwangsläufig ein Minuspunkt sein. Der Band
erscheint im US-Format und mit Softcover, das Papier ist diesem nostalgisch
angehauchten Lesevergnügen entsprechend nicht allzu glänzend. Alles in allem
hat man hier gute Arbeit geleistet.
Kritikpunkte, so man denn welche suchen möchte, ergeben sich unter anderem beim Bonusmaterial, auf welches extra auf dem Backcover hingewiesen wird. Im Grunde besteht der Extrateil nämlich lediglich aus einem knappen Nachwort von Zeichner Thomas Yeates. Die vollmundig angekündigte Covergalerie und die unveröffentlichten Skizzen und Zeichnungen entpuppen sich letztlich als Miniversionen, die in dem gerade erwähnten Nachwort integriert sind. Das ist dann doch etwas enttäuschend. Andererseits darf man auch nicht bei jeder Publikation überhaupt Bonusmaterial über die eigentlichen Comicgeschichten hinaus erwarten.
Ärgerlicher ist schon eher ein Produktionsfehler, der sich zum Ende des Bandes hin eingeschlichen hat. Eine ganze Doppelseite weist einen Fehldruck in Form eines grafischen Dopplungseffekts auf, wie ich es hier laienhaft nennen will. Dadurch entsteht der grausige Eindruck eines 3D-Comics ohne zugehörige Brille. (Wie mir mitgeteilt wurde, betrifft dies jedoch nicht die gesamte Auflage, sondern ist als ärgerlicher Ausnahmefehler des mir vorliegenden Exemplars zu werten)
Diese kleinen Startprobleme sollen
jedoch nicht vom eigentlichen Kern der Sache, sprich dem Inhalt, ablenken. Zorro
vs. Dracula ist durchaus als gelungenes Crossover einzustufen.
Sicher, das
Duell "Horrormonster gegen Degenkünstler" dürfte nicht jedermanns Fall
sein, und
die im 19. Jahrhundert spielende Handlung mag für den ein oder anderen
recht antiquiert wirken. Dem entgegen steht jedoch ein herrlich
nostalgischer Charme,
gelungene Zeichnungen und eine einfallsreiche Lokalität: Das Schiff ist
Dreh-
und Angelpunkt der Story und schafft es, die Protagonisten ausgesprochen
gut in Szene
zu setzen. So schwebt Dracula schon mal mit seinen Fledermausschwingen
eindrucksvoll vom
Mast hinunter, während Zorro grazil über die Reling balanciert - all das,
während sie sich auf dem Meer fortbewegen. Dieser ständige Bewegungsfluss
ist letztendlich auch der große
Kniff, den Autor Don McGregor gefunden hat, um die Geschehnisse spannend
zu halten.
Zorro vs. Dracula ist übrigens auch als limitierte Variantcover-Ausgabe erhältlich (unteres Cover).
Zorro vs. Dracula
Lehmann Verlag - Classic Heroes
(Zorro Edition), Juni 2010
Text: Don McGregor
Zeichnungen: Thomas Yeates
72 Seiten, farbig, Softcover;
14,95 Euro
ISBN: 978-3939273042
Blog zur "Zorro-Edition"
Interview mit Verleger Thorsten Lehmann von Martin Boisen
Zwei legendäre Figuren treffen
aufeinander. Das Ergebnis?
Ein nettes, nostalgisches Leseerlebnis.
Abbildungen © Thorsten Lehmann Verlag















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Der amerikanische Zeitungsstrip Lance von Warren Tufts erschien zwischen 1955 und 1960 in mehreren amerikanischen Zeitungen. In insgesamt fünf Hardcover-Alben bringt der Bocola Verlag die Serie in digital restaurierter Form erstmals auf Deutsch heraus.
- 10.07.2011
Kakerlaken sind eklig. Aber auch interessant. Das
Cover von Exterminators ist jedenfalls ein Blickfang. Zu sehen ist eine
Kakerlake in voller Pracht, wie sie Beine und Fühler ausstreckt. Sowas
möchte niemand in seiner Küche haben. Zum Glück gibt es die tapfere
Truppe von "Bug-Bee-Gone". Die Kammerjäger ziehen jeden Tag aufs Neue
aus, um die Zivilisation vor dem Untergang zu bewahren. Denn das Chaos
ist auf dem Vormarsch. Und es ist hungrig.
- 27.06.2008
Im Hause Panini findet man neben dem großen Sortiment an Marvel- und
DC-Lizenzen auch immer mal wieder Comics aus kleineren amerikanischen
Verlagen. So haben zum Beispiel die durch den Spieleproduzenten Games Workshop
inspirierten Comics ihren Platz im Regal direkt neben den
amerikanischen Superhelden eingenommen. Während die epischen Schlachten
von Warhammer und Warhammer 40k vielen Lesern bereits bekannt sein dürften, handelt es sich bei Blood Bowl -
auch unter den Tabletop-Spielern - wohl eher um ein unentdecktes
Kleinod. Leider erfährt diese kleine Perle unter der Regie des
amerikanischen Comic-Verlags Boom Studios eine Heimpleite. Das Auswärtsspiel für Blood Bowl: Blut und Spiele kann bei der deutschen Lesergemeinde wegen mangelnder Bekanntheit des Spiels eigentlich nur noch schlechter ausfallen.
Gesamtausgaben europäischer Comicklassiker boomen. Die seit einigen Jahren verlagsübergreifende Veröffentlichungspolitik, in der des Öfteren zwei bis drei Originalalben in einem Band mit Begleitmaterial erscheinen, ist für den Leser vor allem dann erfreulich, wenn dabei jahrzehnte alte Schätze zu Tage gefördert und in adäquater Gestaltung wieder verfügbar gemacht werden. Die frankobelgische Serie Valerian & Veronique vom französischen Kreativduo Pierre Christin (Szenarist) und Jean-Claude Mézières (Zeichner) ist ein solches Juwel der Comicliteratur.