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01.06.2012
(Vortrag/Diskussion)
von Benjamin Vogt Mittwoch, 19. Januar 2011
Unter den argwöhnischen Blicken der ansässigen Bewohner lässt sich zu Beginn des 20.
Jahrhunderts eine Gruppe von Zigeunern für einige Tage in einem Dorf im Norden Frankreichs nieder. Schnell freundet sich Antoine, ein junger Bergarbeiter, mit der attraktiven Zigeunerin Kheshalya an. Währenddessen versucht der Chef der Mine, die Anwesenheit der unliebsamen Roma für seine eigenen Zwecke zu nutzen und seine streikenden Mitarbeiter kurzfristig zu ersetzen.
Unter dem politischen Machtspiel brodelt in der Gemeinde jedoch vielmehr ein wohlgehütetes Geheimnis. Eines, das auf einen früheren Besuch von Roma zurückzuführen ist und angeblich den Ort verfluchte.
Szenarist Laurent Galandon lässt mit seinem Comicwerk Wer Wind sät vor allem erst einmal zwei Kulturen, zwei Lebensweisen aufeinanderprallen. Er verwebt das Ganze dann sehr geschickt zu einer Geschichte über zwei Familien, zwischen denen über eine Generation hinweg eine Verbindung besteht. In authentischer Weise vermengt Galandon französischen Bergbau und Folklore der Roma und Sinti mit einer metaphysischen Ebene. Insgesamt hinterlässt die Handlung einen sehr guten Eindruck, einfach auch durch ihre ruhige Stilistik bedingt.
Für das passende Ambiente sorgt Zeichner Cyril Bonin. Seine warmen und seicht kolorierten Bilder lassen einen beim Lesen förmlich in die Welt der Zigeuner abtauchen. Über Bonin, ebenso wie über Autor Galandon erfährt man im Übrigen mehr in den sich im Anhang befindlichen Biografien der beiden. Desweiteren setzt sich das über 23 Seiten (!) erstreckende Bonusmaterial aus Skizzen, Coverentwürfen und ausführlichenen Texten zu Leben und Kultur der Sinti und Roma sowie zum Bergbau in Frankreich zu Beginn des 20. Jahrhunderts zusammen.
Was man neben der eigentlichen Comicerzählung von Finix noch geboten bekommt, ist also (unabhängig davon, ob man sich für das Begleitmaterial interessiert) mal wieder, allein von seinem Bemühen her, vorbildlich. Zumal dieser Band als Teil der Edition Solitaire, in welcher Einzelstorys besonders präsentiert werden, auch noch mit Hardcover und Spotlackeffekten auf dem Cover aufwarten kann.
Wertung: ![]()
Sehr schöner Comic in hochwertiger Verarbeitung und mit guter redaktioneller Begleitung
Wer Wind sät
Finix Comics / Edition Solitaire, Dezember 2010
Text: Laurent Galandon
Zeichnungen: Cyril Bonin
80 Seiten, farbig, Hardcover
Preis: 17,80 Euro
ISBN-13: 978-3941236363
Abbildungen: © der dt. Ausgabe: Finix Comics















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Rezensionen




Mit dem englischen Wort "Changeling" bezeichnet die europäische
Mythologie ein sogenanntes Wechselbalg, ein Baby also, das den Eltern
ohne deren Wissen untergeschoben wird, während Elfen oder Geister das
eigentliche Kind rauben. Ein solcher Changeling ist auch der kleine
Peter Jobson, auch Scrubby genannt, von dem Pierre Dubois und Xavier
Fourquemin in ihrem Comic erzählen.
- 19.06.2009
In der beschaulichen Gemeinde von Sankt Eustachius halten
sich gleich mehrere Schutzengel auf, zwei von ihnen sind die Freunde Jeliel und
Yesod. Nach dem Selbstmord eines ihrer Schützlinge und der Übernahme des
hiesigen Priesters durch eine dämonische Präsenz, werden die beiden jedoch
zusammen mit dem in dieser Zeit neu geborenen, weiblichen Engel Om nach
Notre-Dame strafversetzt. Dort angekommen, müssen sie an vorderster Front in
den Krieg gegen die dämonischen Armeen eingreifen.
- 07.02.2009
Aremorica, Druiden, keltische Götter: So gut wie jeder Comic-Leser
kennt diese Stichwörter und denkt natürlich an Asterix, das gallische
Dorf und den dort ansässigen Druiden und Zaubertrankbrauer Miraculix.
Das man das Setting auch für einen eher ernsthaften Comic verwenden
kann, zeigen die Autoren Jean-Luc Istin und Thierry Jigourel und
Zeichner Jacques Lamontagne mit ihrer Serie Die Druiden. Die auf
insgesamt sechs Alben angelegte Reihe spielt am Ende des 5.
Jahrhunderts, also knapp 500 Jahre später als Asterix. Längst hat sich
das Christentum ausgebreitet und drängt den alten keltischen Glauben
zurück.
- 26.01.2009
Es beginnt mit einem Arschloch. Gleich im allerersten Panel dieses
Manhwas bekommen wir den Hinterausgang eines Pferdes zu sehen sowie
das, was dort rauskommt. Ein bezeichnender Auftakt, denn Kwan Gaya
schert sich einen Dreck um Konventionen. Sein Epos Sonne und Mond,
das in drei Teilen bei Shodoku, dem Asien-Label von Schreiber &
Leser, erschienen ist, passt in keine Schublade. Es verwendet zwar
reichlich Klischees und Versatzstücke aus diversen Genres, setzt diese
aber so dreist zusammen, dass etwas völlig Eigenständiges entsteht.
- 16.12.2008
Da kommt Nostalgie auf. Sonntag (oder war es Samstag?) nachmittags RTL einschalten und Jagdflugzeugen zusehen, wie sie abstürzen, aufeinander schießen, Treibstoff verlieren und brennen. Wer noch mit TV-Serien wie Pazifikgeschwader 214 (1989 bis 1992)aufgewachsen ist, kann vielleicht die Faszination für Jagdflieger nachempfinden. Wenn man nicht gerade selbst Pilot ist und keine Lust auf alte TV-Klamotten hat, kann man auch auf Comics zurückgreifen.