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von Benjamin Vogt Mittwoch, 19. Januar 2011

Unter den argwöhnischen Blicken der ansässigen Bewohner lässt sich zu Beginn des 20. werwind1 Jahrhunderts eine Gruppe von Zigeunern für einige Tage in einem Dorf im Norden Frankreichs nieder. Schnell freundet sich Antoine, ein junger Bergarbeiter, mit der attraktiven Zigeunerin Kheshalya an. Währenddessen versucht der Chef der Mine, die Anwesenheit der unliebsamen Roma für seine eigenen Zwecke zu nutzen und seine streikenden Mitarbeiter kurzfristig zu ersetzen.

Unter dem politischen Machtspiel brodelt in der Gemeinde jedoch vielmehr ein wohlgehütetes Geheimnis. Eines, das auf einen früheren Besuch von Roma zurückzuführen ist und angeblich den Ort verfluchte.

Szenarist Laurent Galandon lässt mit seinem Comicwerk Wer Wind sät vor allem erst einmal zwei Kulturen, zwei Lebensweisen aufeinanderprallen. Er verwebt das Ganze dann sehr geschickt zu einer Geschichte über zwei Familien, zwischen denen über eine Generation hinweg eine Verbindung besteht. In authentischer Weise vermengt Galandon französischen Bergbau und Folklore der Roma und Sinti mit einer metaphysischen Ebene. Insgesamt hinterlässt die Handlung einen sehr guten Eindruck, einfach auch durch ihre ruhige Stilistik bedingt.

werwind2 Für das passende Ambiente sorgt Zeichner Cyril Bonin. Seine warmen und seicht kolorierten Bilder lassen einen beim Lesen förmlich in die Welt der Zigeuner abtauchen. Über Bonin, ebenso wie über Autor Galandon erfährt man im Übrigen mehr in den sich im Anhang befindlichen Biografien der beiden. Desweiteren setzt sich das über 23 Seiten (!) erstreckende Bonusmaterial aus Skizzen, Coverentwürfen und ausführlichenen Texten zu Leben und Kultur der Sinti und Roma sowie zum Bergbau in Frankreich zu Beginn des 20. Jahrhunderts zusammen.

Was man neben der eigentlichen Comicerzählung von Finix noch geboten bekommt, ist also (unabhängig davon, ob man sich für das Begleitmaterial interessiert) mal wieder, allein von seinem Bemühen her, vorbildlich. Zumal dieser Band als Teil der Edition Solitaire, in welcher Einzelstorys besonders präsentiert werden, auch noch mit Hardcover und Spotlackeffekten auf dem Cover aufwarten kann. 

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Wertung7 vpn 10 Punkten

Sehr schöner Comic in hochwertiger Verarbeitung und mit guter redaktioneller Begleitung

 

Wer Wind sät
Finix Comics / Edition Solitaire, Dezember 2010
Text: Laurent Galandon
Zeichnungen: Cyril Bonin
80 Seiten, farbig, Hardcover
Preis: 17,80 Euro 
ISBN-13: 978-3941236363

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Abbildungen: © der dt. Ausgabe: Finix Comics




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