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(Vortrag/Diskussion)
von Jons Marek Schiemann Montag, 23. Mai 2011
Schon der erste Band der neuen Westernserie Wanted suchte sich deutlich einen Weg durch die vielen Genrevorläufer und streifte dabei prominente Vertreter wie etwa Leutnant Blueberry und Durango. Inhaltlich blieb es zunächst überschaubar: Der Kopfgeldjäger Wanted verbündet sich mit dem Halbblut Yaqui Jed, um die Mörder von dessen Familie zu finden. Diese, die Brüder Bull, haben sich mittlerweile zerstreut und am Ende konnten die beiden Jäger nur zwei der Brüder stellen.
Die Suche nach den letzten zwei Brüdern dient nun Rocca (Vae Victis) und Girod (Durango) als Anhaltspunkt, eine epische Quest zu entwickeln und so ein breites Panorama des damaligen Westens zu entwerfen. Das ist dramaturgisch so einfach wie geschickt und ermöglicht es, viele Themen aufzugreifen. Da sich zudem Wanted und Jed zeitweise trennen, ergibt sich auch die Möglichkeit, verschiedene Perspektiven einzunehmen. Wanted wird in den amerikanischen Bürgerkrieg verwickelt. Das passt ihm aber nicht, da er dabei nichts verdienen kann. Und Jed laviert sich zwischen den beiden, in ihm vereinten, Kulturen der Indianer und der Weißen hindurch, indem er sich zur Verfolgung seiner Ziele mal mit den einen und mal mit den anderen verbündet.
Fast schon als Konsequenz zerfasert dieser Band manchmal etwas und ist lange nicht so kompakt gestaltet wie noch der erste. Die viele, teils brutale, Action überdeckt diesen Mangel aber gut. So fällt es auch kaum auf, dass die erzählte Zeit in Bezug auf die beiden Hauptpersonen nicht immer deckungsgleich zu sein scheint. Wie kann Wanted etwa zwei Schlachten gegen die Konföderierten schlagen und in derselben Zeit Jed nur einige Stationen abreiten? Aber wie gesagt, Spannung und Action machen hier einiges wett. Auch ist der Charakter der Hauptfigur Wanted immer noch nicht richtig ausgearbeitet.
Graphisch ist die Schule von Durango-Schöpfer Yves Swolfs unübersehbar, aber auch leichte Anleihen bei Jean Giraud (Blueberry) kann man ausmachen. Mehr noch als im ersten Band spielt Thierry Girod mit der Seitenaufteilung und lässt auch häufig die Panelgrenzen fallen, um schöne Überblendungen zu schaffen. So etwa, wenn man eine Halbtotale sieht, im zweiten Panel frontal ein Fernglas und im dritten schließlich die Augen des Betrachters. Manchmal erinnert das entfernt an die Zeichnungen in Mac Coy von Palacios, zitiert also abermals eine klassische Westernserie. Referenzen, Zitate und Genreversatzstücke werden in der Serie gerne aufgenommen, wobei die Geschichte unbeschönigt und teils in drastischen Bildern erzählt wird (auch hier gibt es wieder eine Folterszene). Aber gerade diese Mischung macht den Reiz von Wanted aus. Auf das voraussichtliche Ende des ersten Zyklus im dritten Band darf man schon gespannt sein.
Wertung: ![]()
Nicht immer so kompakt wie der erste Band, aber immer noch ziemlich gut.
Wanted 2 - Der Todescanyon
Splitter Verlag, April 2011
Text: Simon Rocca
Zeichnungen: Thierry Girod
48 Seiten, farbig, Hardcover
Preis: 13,80 Euro
Leseprobe
Abbildungen © der dt. Ausgabe: Splitter Verlag















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Rezensionen




Diese Dame verwirrt einem wirklich die Sinne. Sieht man das schön gestaltete Cover mit einer verführerischen Frau und dem Titel Sukkubus,
geht man von einer erotisch gestalteten Mysteryserie aus. Ein "Sukkubus" ist schließlich ein weiblicher Dämon, der durch sexuelle
Verführung die Seelen von Männern einfängt. Das ist in diesem Comic
aber nicht der Fall. Stattdessen liegt ein ziemlich verwirrender
Historiencomic vor, der sich einem nicht so schnell erschließt.
Jedenfalls könnte der Leser auch eine Eule als Vogel der Weisheit,
der in dem Album häufig vorkommt, gebrauchen.
- 24.02.2010
Eine hervorragende Coveridee stimmt gut auf das Album ein. Das Tuch,
welches der Indianer trägt, weist Lilien auf, die zum französischen
Königshaus gehören, sowie den britischen Union Jack. Beides fließt am
Boden zur amerikanischen Flagge zusammen. Da die Handlung während des
Krieges zwischen England und Frankreich spielt, wobei jede Seite
verschiedene Indianerstämme auf ihrer Seite hat, ist das Cover ein
wirklich gelungenes Symbol.
- 09.07.2010
Eben erst von einer seiner großen Expeditionen zurückgekehrt, genießt der draufgängerische Forscher Richard Drake
die Vorzüge, die London zu Ende des 19. Jahrhunderts für die vornehmere
Gesellschaft bereithält. Ob in noblen Zigarrenclubs, beim elitären
Fechttraining oder in pompösen Ballsälen, Drake ist der unternehmerische
Antiheld der viktorianischen Dekadenz.
- 28.08.2010
Christophe Bec macht in seiner Fortsetzung von Prometheus genau
da weiter, wo er im Auftaktband „Atlantis" aufgehört hatte. So vermischt
der Autor auch in "Blue Beam Project" Versatzstücke aus der
griechischen Mythologie - der Titel verrät es bereits - mit einer
kinoverdächtigen Blockbusterästhetik zu einer reißerischen
Endzeit-Science-Fiction. Wer sich bei der Lektüre der Serie unweigerlich
an die Filme von Roland Emmerich (Independence Day, 2012)
oder James Cameron (Titanic) erinnert fühlt, hat die
"Vor-Bilder" der Serie bereits entlarvt.
- 09.04.2010
Alexandro Jodorowsky schickt seinen schrecklichen Papst in die zweite Runde. Giuliano Della Rovere ist nun Papst geworden und nennt sich Julius II. Berauscht von seiner Macht und vor Liebe zu seinem Liebling Aldosi provoziert er seine Familie, die er selbst mit Ämtern und Schätzen ausgestattet hat. Nachdem diese aus Rache Aldosi ermordet, dreht Julius durch. Mit allen Mitteln und ohne Gnade will er Italien einigen. Natürlich unter seiner Herrschaft. Zugleich beauftragt er niemand geringeren als Michelangelo mit dem Bau eines kolossalen Grabmals.